KW2019-01 – Neujahr in Lima/Peru

Nachdem wir in Paraguay schon so ein krasses Weihnachtsfest erlebt haben, waren wir wirklich gespannt auf den Jahreswechsel. Wir wollten den Jahreswechsel in Peru verbringen und dort hat uns unser Host von der Unterkunft zu einem Abendessen eingeladen, welches typisch für Peru ist. Zu unserer Überraschung waren am Abend noch weitere Freunde von unserem Host anwesend, mit denen wir uns wirklich anregend unterhalten haben. Nach dem Nachtessen sind dann alle weiter gezogen und haben uns im Appartement alleine zurück gelassen. Wir wollten den Silvesterabend genau so handhaben, wie wir es die vergangenen Jahre in Europa auch immer gemacht haben → früh schlafen gehen und das Feuerwerk nicht mitbekommen. Daraus wurde leider in diesem Jahr nichts. Denn die Peruaner haben die gleichen Ideen wie die Europäer auch. Gefeiert wird ab 18 Uhr bis spät in die Nacht. Aufgrund der Lage des Appartements konnten wir aber von den ganzen Raketen so gut wie gar nichts sehen. Nur gehört haben wir so viel, dass halt auch an Schlafen nicht zu denken war.

Ceviche!

Ja, ich habe eine neue Lieblingsspeise für mich entdeckt. Das können wir beide von uns behaupten. Also sind wir, bevor wir das Viertel verlassen haben, noch einmal am Nachmittag zu einem wirklich versteckt gelegenen Ceviche-Restaurant gegangen. Diese Cevicheria ist ein absoluter Geheim-Tipp. Denn es verlaufen sich nur extrem wenige Touristen dorthin. Gemäß dem Inhaber sind wir die dritten Gäste aus dem Ausland gewesen, die überhaupt mal sein Restaurant besucht haben. Die anderen Gäste kamen aus Frankreich und der Schweiz. Falls Ihr also mal einen super-duper-mega-leckeren Fisch essen möchtet, hier geht es lang: Cevicheria-El-Loco-Señor-Ceviche

Der Bettenwechsel war dann dieses mal sehr einfach. Alles in die Rucksäcke, ein Uber bestellen und zur neuen Unterkunft fahren lassen. Ganz ehrlich, Uber ist unser neues Lieblingstaxi geworden. So einfach und sicher sind wir hier in Südamerika bisher noch nicht gefahren worden. Vor allem benötigen wir keinerlei Bargeld, um von einem Ort zum nächsten zu kommen. Alles, aber wirklich alles, wird von der Kreditkarte abgebucht. Sogar das Trinkgeld oder eventuelle Wartezeiten, weil wir etwas nicht genau wussten.

Hast Du schon einen Uber-Account? Hier kannst Du ein kleines Startguthaben bekommen.

Die Höhe des Startguthabens variiert dabei von Land zu Land, in welchem Du den Account erstellst. Ich kann Dir also leider nicht sagen, wieviel ich Dir schenke.

Die Altstadt von Lima

Unbedingt empfehlenswert ist die Altstadt von Lima. Leider haben wir es total verpasst, uns den kompletten Wachwechsel anzuschauen. Sandra meinte irgendwann zu mir: „Woher kommt denn die Musik?“ und daraufhin haben wir angefangen zu suchen und haben diese dann auch noch gefunden. Aber die komplette Zeremonie von Anfang an zu schauen, dass haben wir noch auf dem Programm. Immerhin dauert sie ca. 15 Minuten und findet wohl täglich statt. Daher werden wir jetzt auch nicht wirklich viel Spoilern, sondern darauf hoffen, dass wir es nochmal schaffen, uns alles anzusehen und dabei dann auch volle Kamera-Akkus dabei zu haben.

Gott sei Dank gibt es in Lima auch eine recht ansehnliche Anzahl an Kirchen, unsere heimliche Passion. Die Architektur, die Energie und die Inneneinrichtung dieser Gebäude sind für uns manchmal wirklich atemberaubend. Da wir beide nicht religiös veranlagt sind, gehen wir also auch selbstverständlich in jegliches „Gotteshaus“ hinein, ohne uns den notwendigen religiösen Ritualen zu unterwerfen. Selbstverständlich sind wir dabei dann so achtsam, dass wir keinen Besucher dabei stören. Was wir uns dabei nicht nehmen lassen sind Fotos. Diese werden in der Regel so geschossen, dass keine andere Person zu sehen ist und vor allem so, dass die Kameras dabei kein einziges Geräusch von sich geben. An dieser Stelle ist es dann echt toll, dass wir keine Spiegel-Reflex-Kameras haben, sondern „einfache“ System-Kameras, bei denen sogar mittels elektronischem Verschlussvorhang gearbeitet werden kann.

Der Inca- und der Indianer-Markt

Da wir hier im Land der Inca unterwegs sind, durfte natürlich auch der Besuch der weit verbreiteten Märkte nicht fehlen. Hier gibt es Dauermärkte und kleinere Märkte, die eher an einen Wochenmarkt auf dem Land erinnern. Wir haben uns einen bzw. eigentlich sogar zwei, der Dauermärkte ausgesucht und haben dort eine Weile gestöbert. Und ganz genau so, wie es auch in Paraguay auf den Märkten üblich ist, wurden wir hier vor jedem Geschäft angesprochen und uns wurden die Waren angepriesen. Selbstverständlich hatte jeder die besten Schmuckstücke oder die besten Alpaka-Stoffe im Angebot. Und ebenso ist auch jeder der günstigste auf dem Markt. Wie genau das funktionieren soll ist mir allerdings ein Rätsel. Hast Du vielleicht eine Idee?

Tatsache ist, auf diesen Märkten können wir wirklich Stunden, wenn nicht gar Tage verbringen. Die Kleidung ist wirklich von ganz hoher Qualität und sie würde uns in Europa, wenn wir im Februar zurück fliegen, absolut helfen. Aber hier in Peru einfach nicht, denn zum Beispiel in Lima ist es fast das ganze Jahr über zwischen 20 und 30 Grad warm. Regen gibt es so gut wie gar keinen. Natürlich ist das in den Anden oder im Amazonas ganz anders, aber wir sind ja hier in Lima. Erschwerend kommt hinzu, dass wir minimalistisch mit Handgepäck unterwegs sind, also für jedes Kleidungsstück, was wir einpacken, müssten wir auch eines wieder auspacken. Und das wird dann wirklich kompliziert. Für einen dicken Alpaka-Pullover müsste ich dann 3-4 T-Shirts auspacken. Bei einem Gesamtbestand von 10 T-Shirts wäre das echt zu viel.

Dakar 2019

Für uns als PS-Junkies ist es eigentlich seltsam, dass wir bisher so gar nichts davon gehört haben, dass die größte Rallye der Welt in diesem Jahr in Peru fährt. Wir waren gerade in Miraflores unterwegs und wollten zur Touristeninformation – das erste mal überhaupt auf unserer Reise – um nach Informationen über unsere nächste Etappe zu fragen. Just in diesem Moment fuhren drei Rallye Fahrzeuge der Marke Mini an uns vorbei. Wir haben schon nicht schlecht gestaunt. Von diesem Fahrzeugstand ist unser Max noch Äonen entfernt. Ich vermute, dass alleine der Anlasser eines solchen Fahrzeuges mehr Leistung aufbringt, als der Motor von Max. 

So schnell wie die drei kamen, waren sie auch schon wieder weg. Und wir hatten selbstverständlich keine Kamera bereit, nicht mal die der Telefone. Das war sowas von ärgerlich. Also sind wir zum eigentlichen Ziel unseres Ausfluges gegangen und haben an der Touristeninformation gefragt, was wir fragen wollten. Die spannendste Antwort war dann die, dass in diese Stadt normalerweise keine Touristen fahren. Es sei einfach zu gefährlich dort zu verbleiben, wenn man kein Einheimischer ist. Nun, dann sind wir ja genau richtig dort. Und da wir uns bisher mit der Dakar nicht beschäftigt haben, haben wir dann den Mitarbeiter damit beschäftigt. Er hat uns so viele Informationen über die Dakar herausgesucht, dass wir eigentlich einen Block zum Notizen machen hätten vollschreiben können.

Es war viel zu voll

Eigentlich wollten wir uns das ja alles ganz genau anschauen. Dafür hätten wir uns dann allerdings für mehrere Stunden anstellen müssen. Es waren so viele Besucher dort, dass bereits Mitarbeiter herum gegangen sind um zu sagen, dass es keinen Einlass mehr geben wird. Also haben wir nur, wie Du oben sehen kannst, ein paar Bilder von außerhalb des Zaunes gemacht. Wir planen jetzt einfach mal für den Final-Einlauf am 17. Januar, dass wir uns in Lima genau dorthin stellen, wo das Finale stattfinden wird. Ob das wirklich klappt, wissen wir natürlich nicht. Wir hoffen es einfach mal.

Am nächsten Tag hat Sandra es dann noch einmal versucht ein paar Bilder von den Starts zu machen, aber irgendwie sind die Fahrzeuge dann doch eine andere Strecke gefahren, als ursprünglich angegeben. Oder sie war einfach zur falschen Zeit am richtigen Ort. Manchmal soll es halt nicht so sein, wie es ist.

In der nächsten Woche fahren wir dann also in oben stehendes Dorf, wo sich kaum ein Tourist hin traut. Wir trauen uns trotzdem, denn wir wollen ja überall reisen. Sei also gespannt, was wir in der zweiten Woche des Jahres alles erleben.

KW 2018-24 – Krank im Bett, kein Wochenbericht

So sollte die Überschrift zum Wochenbericht in dieser Woche am Mittwoch noch heißen. Aber fangen wir doch am Wochenende an. Am Samstag habe ich mich vom Einkaufen mehr oder weniger angestrengt zu unserer Unterkunft geschleppt. Sandra hat des öfteren auf mich gewartet. Die meiste Zeit habe ich daher lieber im Liegen verbracht. Am Sonntag ist Sandra dann mit Fieber aufgewacht und da war uns dann klar, diese Woche steht voll und ganz im Rahmen der Regeneration. In diesem Wort steckt dann auch schon das, was gemäß Wetterbericht das hauptsächliche Wetter der gesamten Woche werden sollte. Es war eher durchwachsen und hat sich aus der letzten Woche einfach weiter gezogen. Okay, dachte ich mir, dann fällt diese Woche der Bericht halt einfach ins Wasser.

Unsere Gastgeberin zeigte sich sehr besorgt und war am Montag dann für Sandra zur Farmacia gefahren und hat Medikamente für uns gekauft. Etwas, was das Fieber senkt, ein anderes Mittelchen gegen den Husten und auch beim Schnupfen konnte Sie etwas aus Ihrem Medizinschrank zaubern. Die Paraguayos sind ja so hilfsbereit, dass kenne ich aus Europa nicht.

Am Mittwoch war Sandra dann schon wieder so weit fit, dass wir eine Zeit lang im Garten sitzen konnten, um die plötzlich auftauchende Sonne zu geniessen. Wurde auch mal Zeit. Im Garten der Nachbarn steht ein riesiger Papayabaum und trägt reife, sowie auch neue Früchte in der Spitze. Ich muss ja mal sagen: Papayabäume sind hässlich. Eigentlich genau wie die Frucht auch. Und sie schmeckt auch sehr gewöhnungsbedürftig. Zumindest waren die Exemplare, die wir im Supermarkt erworben hatten, immer sehr speziell. Wer Papaya schon einmal probiert hat, der weiß sicherlich, was ich damit meine.

Sonne macht uns wieder gesund

So haben wir also in der Sonne gesessen und ein paar Vögel dabei beobachten können, wie sie aus dem Papayabaum eine der reifen Papayas „gepflückt“ haben. Es waren mindestens drei kleine Vögel und sie waren deutlich kleiner als die reife Papaya. Das Gezeter der drei war dafür um so größer. Es könnte ja sein, dass einer alleine die riesige Papaya auffrisst. Nicht!

Wann immer die Sonne nicht schien, haben wir uns ein wenig damit beschäftigt, was wir denn nach Paraguay machen möchten. Wir konnten einen Abreisetermin festlegen und haben schon den einen oder anderen Plan für die weitere Reise erarbeitet, aber noch nicht fixiert. Es ist ja auch noch lange hin, bis wir hier weg wollen. Und bis dahin haben wir auch hier noch den einen oder anderen Umzug zu tätigen. Am Abend hatte ich dann einen kleinen Anflug von „Ich bin krank – Männergrippe„. Sandra konnte da zwar nur müde lächeln, denn ich hatte noch kein Fieber und einen Hust-Wettbewerb zwischen uns beiden hätte sie locker gewonnen. Mir war dennoch nicht gut und ich habe in der Nacht auf Donnerstag sagenhafte 10 Stunden geschlafen.

Der Donnerstag war also weiterhin Erholen auf dem Programm. Wir haben genug zu Essen und zu Trinken gehabt, so dass wir tatsächlich nur für die notwendigsten Dinge aufstehen mussten.

Endlich Mercado cuatro (4)

Jetzt, wo wir am Freitag endlich ausgeschlafen und einigermaßen gesund waren; wo es mir (der in Europa erst bei -10°C friert) in einer einfachen Jacke viel zu kalt war; wo Sandra aufgrund der Erkältung so einen Blähbauch hatte, dass ihre Jacke nicht mehr zu ging, haben wir uns ganz früh (gegen 10 Uhr) auf den Weg in Richtung Mercado 4 gemacht. Ein Tipp von unseren Zimmernachbarn sollte uns zu einem Bus führen, der dichter an der Unterkunft ist. Leider entpuppte sich dieser Tipp als suboptimal. Wir hatten wohl eine unterschiedliche Meinung, wo die Straße lang führt, die wir als Tipp bekommen hatten.

Mehrere Colectivos haben wir weiter ziehen lassen, nachdem diese immer wieder sagten, dass sie nicht zum Mercado 4 oder zum Micro-Centro fuhren. So haben wir beschlossen, uns das nächste Taxi anzuhalten, was wir sehen konnten. Gesagt getan, an einem strategisch guten Punkt aufgestellt und frierend gewartet. Endlich, da hinten ist ein Taxi, das halten wir an. „Ja, wenn es nicht wieder vorher abbiegt“ sagte Sandra trocken, das ist uns in der Vergangenheit nämlich öfters passiert. Das Taxi fuhr weiter in unsere Richtung und ich fuchtelte wie wild mit dem ganzen Arm. „Der muss mich doch sehen“, dachte ich so bei mir. Und in letzter Sekunde konnte ich dann sehen, wie der Fahrer ein Zeichen machte. Er musste nur schnell noch einen Kunden abliefern und dann drehen. Ein paar Minuten später steht das Taxi vor uns und ein älterer Mann fragt uns auf bestem Yopará, ob wir ein Taxi per Telefon bestellt haben.

Yopará

Yopará ist eine Mischsprache aus Spanisch und Guaraní, die vor allem in Paraguay gesprochen wird. Sie gehört der Gruppe der Äquatorialen Sprachen und der Sub-Gruppe Tupí-Guaraní an. 
Das Wort „Yopará“ bedeutet schlicht „Gemischtes“ oder „Mischung“.

Verstehst Du den?

Da unser Spanisch eher schleppend besser wird, stand ich nun da wie Ochs vorm Berg und wusste nicht wohin. Sandra hat da wohl mehr verstanden und kurz und knapp mit „¡No!“ geantwortet. Er fing breit an zu grinsen und bat uns herein. Wir möchten zum Mercado 4, haben wir gesagt. Er fragte „¿Perú o Petirossi?“. Neee, hier in Asunción, und das ist auch kein Rennfahrer. Es hat eine Weile gedauert, bis wir verstanden haben, was er von uns wollte. Und es war auch kein „o“ in seiner Frage, sondern ein „y“, was ein riesiger Unterschied ist. Wenn man aber nuschelt, dabei noch schnell redet und der andere noch kein Gehör für das hiesige Sprachmuster hat, dann ist ein O auch mal ein Y, anders gesagt ein „Oder“ auch mal ein „Und“.

Die Fahrt mit dem lieben Kollegen hat ungefähr 20 Minuten gedauert und war sowohl unterhaltsam, als auch lehrreich. Wir wurden darüber aufgeklärt, dass wir doch das „Cel“, also das Mobiltelefon, besser in der Jacke verstecken sollten auf dem Markt. Und er ist die einzelnen Geldscheine mit uns durchgegangen. Hier wird in Guarani gezahlt, bloß nicht in US-Dollar. 

Was wir denn kaufen wollten? – Ein paar Kleider für uns. – Ultimo 100.000, ja nicht mehr. Die ziehen euch über den Tisch. Ihr seht aus wie Americanos, nicht wie Alemanos.

Wie sehen denn Alemanos aus im Vergleich zu Americanos? Den Unterschied kann ich als Deutscher nun wirklich nicht sehen. Dieser Satz erklärt aber auch, weshalb wir so oft gefragt werden, ob wir Americanos seien und immer mit einem breiten Grinsen bedacht werden, wenn wir dies verneinen.

Kurz bevor wir am Ziel waren, hat uns der Fahrer noch gefragt, wie wir wieder zurück kommen. Am einfachsten sei es mit dem Taxi, wir müssten nur sagen, dass wir die Perú runter wollen, dann auf der Artigas weiter bis zur Trinidad und schon sind wir da. „Nur noch da über die Straße, das macht dann 41.000Gs“.

 

Der Markt in bewegten Bildern

Die wenigen Schritte sind wir schnell gegangen, nur um dann auf dem gesamten Markt-Areal insgesamt weit über 10.000 Schritte zu machen. Nach mehr als drei Stunden, inklusive einem kurzen Mittags-Snack an einem kleinen Straßenstand, sind wir vom Mercado 4 in Richtung Micro-Centro, der Altstadt, aufgebrochen. Schaut euch die Bilder an, ich habe die ca. eine Stunde Rohmaterial auf ca. 8:40 Minuten gekürzt.

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KW 2018-22 – Die seltsame und kurze 5. Woche

Wochenende

Kennst Du das? Es ist Wochenende, Du hast nichts geplant und genau so passiert es dann auch? Zack, auf einmal ist es bereits Dienstag und Du weißt nur noch, dass Du zwischendurch zum Einkaufen gewesen bist. Die übrigen Tage dazwischen hast Du damit verbracht das Wetter zu geniessen und ein wenig zu arbeiten. So sieht also der Alltag aus, wenn man auf einer Reise ist. Wir haben die Tage vergessen. Und wenn Du uns gefragt hättest, welchen Tag wir haben, dann hätten wir auf unserem Smartphone nachschauen müssen. Dies ist zumindest für mich das Zeichen, dass ich anfangen muss einen geregelten Tagesablauf aufzubauen.

Mercado 4

Am Mittwoch haben wir dann beschlossen, dass wir mit unserem Zimmernachbarn zum südamerikanischen Markt gehen. Gegen 11 Uhr haben wir uns also zu Fuß auf den Weg gemacht in Richtung Colectivo – ca. 20 Minuten dauert dieser einfache Weg. An der Bushaltestelle angekommen, mussten wir also nur noch auf „den“ Bus warten. Leider steht es nach wie vor nicht an den Bussen oder an den Bushaltestellen, wohin die Busse fahren. Also wird einer nach dem anderen angehalten und nachgefragt: ‚¿á Mercado cuatro?‘. Dies ganze so lange bis dann der erste Busfahrer mit einem fröhlichen ‚¡Si!‘ antwortet. Also zu dritt in den Bus klettern und jeder schnell bezahlen. Immerhin warten hier noch mehr Passagiere darauf in den Bus zu kommen. Ein Stückchen weiter hinten wird schon wild mit der Hupe gespielt. Übrigens in Paraguay ein Spielchen, welches sehr populär ist. Ich werde dazu sicherlich noch einen eigenen Artikel schreiben.
Die Fahrt mit dem Bus dauert insgesamt ca. 30 Minuten, in denen man an den unterschiedlichsten Orten vorbei kommt. Auf der einen Straßenseite sind die Favelas der ganz armen Bevölkerung und direkt gegenüber steht ein Autohaus neben dem anderen. Das ist schon ein wenig verstörend.
Kaum, dass wir dann das Marktareal sehen konnten, mussten wir auch schon aufspringen und den Busfahrer zum Anhalten nötigen. In den folgenden 2 Sekunden mussten gefühlt 10 Personen durch das viel zu enge Drehkreuz gehen und die steile Treppe hinab klettern. Immer wieder ein tolles Abenteuer.
Was wir bis dahin nicht wussten: Der Markt kennt keine geregelten Öffnungszeiten und so haben bereits weit über die Hälfte der Markstände ihre Waren eingeräumt und die Schränke abgesperrt. Wir schlendern dennoch durch die größeren Geschäfte und schauen uns ein wenig um. Zum Kaufen sind wir nicht hingefahren, so dass es uns auch nicht weiter stört, dass nur noch so wenige Geschäfte geöffnet haben. Unser Zimmernachbar wollte sich noch ein neues Tablet kaufen und hatte eine genaue Vorstellung davon. Wir haben daher nahezu jeden Elektronikstand angesteuert, um dort zu schauen, ob es eben dieses Tablet dort gibt. Aber sobald dann von 3GB Arbeitsspeicher gesprochen wurde, haben alle Verkäufer nur noch gelächelt und uns viel Glück bei der weiteren Suche gewünscht.

Mittagessen und ein Kaffee danach

 

Da wir langsam Hunger bekamen, sind wir vom Mercado 4 in Richtung Altstadt gegangen. Die Straße auf der wir uns befanden, war eine Einbahnstraße, welche aus der Stadt hinaus führt. An ein Taxi oder den Bus war also nicht zu denken. Ein kleines Restaurant mit dem klangvollen Namen ‚Carlitos Way‘ hat es uns angetan. Jeder hat ein anderes Gericht von der Tageskarte bestellt und wir haben auf unser Menü Surprise gewartet. Es handelte sich dabei offenbar um mehr oder weniger traditionelle Gerichte, die überraschenderweise selbst unseren verwöhnten europäischen Gaumen gut gemundet haben. Dazu dann entweder ein Bier, eine Fanta oder stilles Wasser.

Nach dem Essen haben wir uns für einen Kaffee entschieden, welchen wir in unserem neuen Lieblingscafé zu uns genommen haben. Ja, es ist nicht mehr grün, aber immerhin genauso lecker und ähnlich teuer. Dass wir nun für die drei Getränke und das Stück Kuchen fast genau so viel bezahlt haben wie für den Hauptgang ist hier nur eine kleine Unzulänglichkeit bei der gesamten Speisenwahl.

Eine Taxifahrt, die ist lustig

Da wir nun alle drei mehr, oder ziemlich, satt waren und wir auch keine Lust mehr hatten uns weiterhin angestrengt zu bewegen, entschieden wir uns für ein Taxi für den Heimweg. Es gibt Städte, da ist Taxifahren total einfach und langweilig. Da hält man die Hand auf die Straße und ein Taxi hält an, fragt, wohin man möchte und bringt einen sicher ans Ziel.
Nicht so in Paraguay bzw. Asunción. Es gibt Straßenzüge, da ist weit und breit kein Taxi zu sehen und es gibt Ecken, da stehen dann zehn Stück von diesen gelben Fahrzeugen herum. Wir hatten Glück und haben an einer Straßenecke drei Taxen gefunden, in die wir einsteigen konnten. Gemäß den hier geltenden Regeln nimmt man immer das Taxi, welches als vorderstes in der Reihe steht. Dies wollten wir dann auch machen. Der Fahrer des ersten Wagens hat gerade ein Mittagsschläfchen gehalten und ist von Einheimischen kurzerhand geweckt worden. Wir haben schon alle drei im Auto gesessen und ich habe dem Fahrer erklären wollen, wohin die Fahrt gehen sollte, als uns aufgefallen ist: Der Fahrer kann nicht lesen und versteht unser eher mittelprächtiges, wenn nicht gar schlechtes Spanisch auch nicht. Also ist er ausgestiegen und hat einen Kollegen gefragt, wohin die Fahrt gehen soll. Möglicherweise hatte er auch einfach keine Lust, uns zu chauffieren. Der Fahrer kam zurück und sagte: ‚No no no‘.
Wir sind also wieder ausgestiegen und haben das nächste Taxi genommen. Dieser Fahrer hatte vom anderen Fahrer bereits die Adresse gewusst und hat uns gesagt, dass die Fahrt ca. 25 Minuten dauern würde. Wir saßen kaum, da ging die wilde Fahrt auch schon los. Fast wie in den Colectivos. Bei jeder Bodenwelle und in jeder Kurve hat das Auto an irgendeiner Stelle ein seltsames Geräusch von sich gegeben. Total normal, sage ich euch. Bisher sind wir noch immer heil und gesund am Ziel angekommen.

Sprachen lernen für

Kaum, dass wir wieder in unserer Unterkunft waren, fing es auch schon an, wie aus Eimern zu schütten. Wer jetzt denkt, dass es in der dritten Woche in San Lorenzo schon schlimm gewesen ist, dem sei gesagt: da geht noch viel mehr. In einer kurzen Regenpause konnten wir für euch diese bewegten Bilder von der Hauptstraße Mola Lopez aufnehmen.

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Chipas – schnell und einfach

400g Maniokstärke, 300g geriebenen Käse, etwas Butter, etwas Milch, Salz und Backpulver zu einem geschmeidigen, nicht zu trockenen Teig verkneten. Dann kleine Bällchen formen und bei 250° für ca. 20 Minuten Gold-Braun backen. Am besten direkt, noch warm, geniessen.

Und in der nächsten Woche?

Da wir uns immer noch nicht festlegen möchten, was wir genau machen werden, stehen nur ein paar Eckdaten fest. Am Mittwoch wird es ein etwas größeres Essen geben. Sobald es wieder einen schöneren Abend gibt, wollen wir in Richtung Fluss gehen, um dort ein paar Sonnenuntergangsmomente zu geniessen und ich habe auf der Stadtkarte ein Hard Rock Café entdeckt. Sandra ist davon jedoch nur eingeschränkt begeistert und der riesige Markt Mercado 4 ist noch nicht abgehakt. Vielleicht dieses mal einfach schon vor dem Wach werden?

KW 2018-19 – Woche Zwei in Südamerika

Nach dem ganzen Stress der Wochen vor der Abreise und dann noch die vorletzte Woche mit den Behörden, haben wir uns vorgenommen, dass wir uns erst mal nichts vornehmen, sondern die Tage geschehen lassen. Ich glaube, dass dies auch die sinnvollste Möglichkeit ist um aus dem Stress zu entfliehen. Es gab also Tage, da haben wir nur unsere Wäsche gewaschen und ansonsten einfach mal nur entspannt auf den Betten gelegen oder gesessen und etwas gelesen, bzw. uns über unser neues Wohnland informiert.

An anderen Tagen sind wir dann in irgendeine Richtung aus der Wohnanlage raus und haben einen beliebigen Weg eingeschlagen, nur um zu schauen wohin er uns führen wird. Das war mitunter eine wirklich spannende Angelegenheit, denn nicht jeder Weg hat uns Freude bereitet. Einige führten in eine Art bewachte Wohnanlage. Zumindest hatten wir das Gefühl es wäre so. Es war ein kleines Häuschen an der Straße, in welchem ein Sicherheitsmann saß und uns nur fragend angeschaut hat, als wir wie selbstverständlich an ihm vorbei gingen.

Es dauerte auch nicht lange, da waren wir uns des Taxifahrens überdrüssig. Wir wollten auf den Bus, hier Colectivo genannt, umgesteigen. Bushaltestellen suchend sind wir eine der Hauptstraßen in Richtung Asunción gegangen und haben keine gefunden. An einem „Busfahrplan“ sind wir dann doch noch vorbeigelaufen. Der hat uns aber nicht wirklich weitergeholfen. Denn es stehen zwar die Linien drauf, die an dieser Stelle vorbeifahren, jedoch keine Abfahrtzeiten. Also haben wir uns ein wenig umgeschaut und haben festgestellt, wir sind die Einzigen ohne Plan. Die Einheimischen warten einfach an einer Bushaltestelle und wenn der gewünschte Bus zu sehen ist, dann wird der Zeigefinger waagerecht auf die Straße gehalten und der Bus hält vielleicht an. Wenn er das dann tut, dann heißt es schnell sein, denn in einem Land, in dem es so organisiert zugeht wie in Paraguay, da ist halt auch der Busfahrer organisiert und möchte möglichst schnell am Ziel ankommen. Mit anderen Worten, wer nicht rechtzeitig im Bus steht, der kommt nicht mehr mit. Ausnahmen gibt es für sehr alte Menschen und Frauen mit Kindern. Männer mit Kindern werden wie gesunde Erwachsene behandelt.

Schwupp konnten wir einen Bus entern und standen fast vor dem nächsten Problem. Bezahlt wird beim Fahrer, in bar, in kleinen Scheinen oder Münzen. Dies alles natürlich schon während dem Anfahren. Die Fahrer kennen das sehr gut, aber wir? Nun denn, festhalten, mit einer Hand das Geld sammeln, überreichen und gleichzeitig den Fahrschein entgegennehmen klappt schon irgendwie. Danach so schnell es geht hinter das Drehkreuz verschwinden, denn die weiteren Fahrgäste möchten ja auch bezahlen. Eine Busfahrt kostet hier 2200PYG oder 3600PYG, was nach aktuellem Umrechnungskurs ca. 0,34EUR oder 0,54EUR sind. Nach der dritten Busfahrt hatten wir es dann raus und konnten entspannt für uns sagen: Busfahrchallenge Nummer 1 bestanden. Die zweite Busfahrchallenge kam dann in der folgenden Woche auf uns zu.

Jetzt, da wir mit dem Bus fahren konnten, haben wir das auch intensiv genutzt und sind regelmässig mit unterschiedlichen Bussen nach Asunción hinein- und wieder herausgefahren. In Asunción haben wir dann verschiedene Shopping-Center angeschaut oder sind einfach nur durch die teilweise sehr beeindruckenden Straßen flaniert. Bis wir dann zum Mercado 4 gefahren sind. Das Mercado 4 ist kein Shopping-Center wie es aus den Industrienationen bekannt ist. Es ist eher eine riesige überdachte Anlage, wobei selbst die ehemaligen Straßen mit Wellblechen überdacht wurden. Es ist ein täglicher Straßenmarkt, auf dem es wirklich alles gibt. Glanz und Gloria direkt neben den einfachen Dingen des Lebens. Wir haben leider nicht den gesamten Markt angeschaut, aber das folgt sicherlich noch. Sandra meinte auf dem Rückweg zu unserem Apartment: Das ist ein Markt, wie ich ihn mir in Südamerika immer vorgestellt habe. Und im Grunde stimmt es auch. Viele kleine Händler und jeder versucht zu überleben. Es gibt (wortwörtlich) Bergeweise Turnschuhe oder Handtaschen, Kiloweise T-Shirts oder Pullover und sogar Winterstiefel und Jacken haben wir gesehen. Es scheint also wirklich kalt zu werden in Paraguay.

Mit dem festen Plan diesen Markt nochmals zu besuchen verabschiede ich mich für diese Woche.

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