Puget-Sur Argens – September 2016

Die zweite Woche von unserem Urlaub verbrachten wir etwas nördlicher, fast direkt an der Côte d’Azur, auch wieder auf einem Yelloh Ville Campingplatz. Die Reise dorthin verlief erstaunlich unspektakulär. Wir sind jedoch diesmal über die Autobahn gefahren mit unserem kleinen Klappfix. Da dieses Gespann weniger als 3.5t Gesamtgewicht besitzt, durften wie etwas, was in Deutschland schlicht nicht möglich gewesen wäre. Wir durften auf der Autobahn tatsächlich 130km/h fahren und haben dies auch ausgenutzt. Einschließlich Sicherheitsreserve stand also ca. 140 auf dem Tacho von unserem Audi. Sicherlich sind wir so manches mal seltsam angeschaut worden, wenn wir mal wieder einen Einheimischen überholt haben, aber das war uns egal. Dem Auto hat dies nichts ausgemacht, und der Anhänger lag wie ein Brett auf der Strasse. Bis zu dem Moment wo wir dann fast unsere Blache verloren haben. Eike hat ein wenig geschlafen, da die Fahrt halt nicht so aufregend gewesen ist, als Sandra dann im Rückspiegel gesehen hat, dass die Blache fast nicht mehr am Anhänger befestigt ist. Also sind wir angehalten und haben versucht zu Retten, was zu Retten ist. Wenig später sind wir am Campingplatz angekommen und haben uns von dem Schrecken erholt.

Tags darauf sind wir bereits wieder tiefenentspannt in Richtung Marseille gefahren. Dort angekommen war es dann bald wieder vorbei mit der Erholung, denn der Verkehr in einer französischen Großstadt ist alles andere als Entspannt. Wir haben also ein Parkhaus gesucht, welches von einer Hauptstraße erreichbar ist und uns nicht sofort zu armen Menschen macht. So schwer war das jedoch gar nicht. In dem Parkhaus, welches außen keine Anzeige über die Anzahl der freien Parkplätze hat, einen freien Parkplatz zu finden war dann wieder nicht so einfach. Und so sind wir 6 Etagen in die Tiefe gefahren um einen der letzten Parkplätze zu ergattern die zur Verfügung standen; immer im Kreis herum.

Die anschließende Stadtwanderung hat uns für all diesen „Stress“ entschädigt. Quer durch die Stadt, ohne zu wissen wohin, ohne die Sprache wirklich zu verstehen – vom Sprechen möchte ich gar nicht erst anfangen – haben wir dann den Weg zur Notre-Dame de la Garde gefunden. Die Besichtigung, welche Kostenlos ist, war sehr eindrücklich für uns. Wir sind immer wieder aufs Neue Überrascht mit welchen Mitteln wohl so monumentale Bauwerke in einer Zeit gebaut wurden, in der es noch keine maschinelle Unterstützung für den Bau gegeben hat. Und dann ist da noch dieser sensationelle Blick über die Stadt und auf das Meer.

Nach einer gründlichen Stärkung sind wir dann in Richtung Hafen gegangen und haben versucht noch einen Blick auf die eine oder andere Yacht zu erhaschen, da jedoch in Monaco zu dieser Zeit die Monaco Yacht Show war, gingen wir leider leer aus. Also beschlossen wir, dass wir auch noch nach Monaco fahren müssen um dort die großen Yachten zu bestaunen. So führte uns unser Weg dann über unser Lieblingscafé wieder zurück zum Auto, welches wir ja sicher ca 15m unter der Erde abgestellt hatten. Diesmal haben wir einen Bus genommen und sind tatsächlich auch dort angekommen wo wir hin wollten.

Zwischen Marseille und Monaco liegen Saint Tropez, Cannes und Nizza. Für keine der Städte hat es leider wirklich gelangt. Und das kleine Fischerdorf Saint Tropez ist zur Yacht Show in Monaco ebenfalls leer gefegt. Dies haben wir selbstverständlich „kontrolliert“. Also zogen wir am nächsten Tag los um uns mehrere Milliarden Euro in Form von wundervollen Superyachten anzuschauen. Der Ausblick von unserem Lieblingscafé war dafür wie gemacht. So verweilten wir für viele Augenblicke direkt auf der Terasse des Cafés. Ein direkter Gang in den Hafen blieb uns leider aufgrund der Messe verwehrt, es gab aber trotz allem sehr viele Orte, von denen man die Yachten aus bewundern konnten. Insgesamt ist es uns in Monaco aber etwas zu eng, denn echte Grünflächen sucht man recht lange.

Die letzten drei Tage des Urlaubs verbrachten wir dann mit fahren bzw. in Milano. Dort haben wir uns den Mailänder Dom (nur von außen) angeschaut, sind auch wieder etliche Kilometer durch die Stadt geschlendert und konnten dabei noch prächtige Bauten wie die Galleria Vittori Emanuele II, das Castello Sforzesco oder den Arco della Pace besichtigen.

Während den vielen Spaziergängen haben wir dann darüber sinniert, was wir für unsere Zukunft wollen. Die Idee mehr zu Reisen kam bei uns bereits im Jahr 2014, damals waren es nur mehrere Wochen pro Jahr die wir auf Reisen gehen wollten. Mit der Zeit ist es gewachsen und wir kamen zu dem Schluss, dass wir zukünftig nur noch Reisen wollten; irgendwann. Wir waren gerade mitten im Gotthard-Tunnel, als wir uns dann darauf geeinigt haben, dass wir ein fixes Datum benötigen, ansonsten gehen wir nie auf Reise. Und so ging es dann alles sehr schnell. Nach wenigen Worten konnten wir uns darauf verständigen, dass wir unsere Jobs am 3. Januar 2018 kündigen wollten und damit dann per 1. Mai 2018 die Reise beginnen wollten. Und so soll es dann auch sein.

Sérignan Plage – September 2016

Es sollte der Urlaub sein, an dem sich alles andere entscheidet; doch dazu später mehr. Aber fangen wir von ganz vorne an. Zum ersten Mal sind wir alleine in den Urlaub gefahren. Nach Südfrankreich – mit dem Klappfix – ohne die Autobahn zu nutzen. Das heißt, dass wir ganz gemütlich unterwegs waren. Am ersten Tag haben wir es vom Bodensee, wo wir wohnten, bis nach Saint-Genix-Sur-Guiers geschafft. Es waren ca. 440km für die wir ca. 8 Stunden benötigt haben. Wir hatten ja keinen Zeitdruck und konnten die gesamte Strecke mit nur einer Tankfüllung fahren.

Auf dem Campingplatz Camping Les Bords du Guiers haben wir die erste Nacht von unserem Urlaub verbracht. Ein recht kleiner Campingplatz, geführt von einem Niederländischen Ehepaar. Wir durften unseren Klappi aufstellen, wo wir wollten, denn wir waren fast die einzigen Gäste. Das coolste überhaupt war, dass wir direkt beim Einchecken unser Abendessen bestellen konnten. Da wir beide sehr hungrig waren, haben wir nur schnell unser Hauptzelt aufgestellt. Ohne es vom Auto abzukuppeln. Das sollte uns am nächsten Morgen noch ein großer Vorteil sein, denn es hat die ganze Nacht durch geregnet.

Am nächsten Morgen ging der Weg weiter ins dann noch 420 km entfernte Sérignan Plage, wo wir einen Stellplatz im Yelloh Village gemietet haben. 6 Tage wollten wir bleiben und entspannen. So haben wir typisch einheimische Restaurants besucht und versucht auf Französisch zu bestellen, was uns auch fast gelungen ist. Die Bedienungen haben es sehr geschätzt und uns auf die richtige Aussprache hingewiesen.

Neben der Entspannung sind wir viel am Strand spazieren gegangen. Manchmal auf dem Sand, öfter aber im Knie- bis Hüfttiefem Wasser, denn dieses war angenehm warm und hat uns mächtig gefordert beim Gehen. Das von uns gewählte Yelloh Village hat einen sehr großen Strand, der sehr sauber und nahezu frei von Steinen ist und das Wasser nur sehr flach abfällt.

Neben dem tollen Strand hatten wir auch noch ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm auf dem Campingplatz. So haben wir also nicht nur Bücher gelesen oder uns unterhalten, sondern auch typisch französische Unterhaltung genossen. Auch wenn wir nichts verstanden haben, so war der Unterhaltungsfaktor doch sehr hoch und mit einem Glas Rotwein aus der Region konnte Eike doch immer mehr von den französischen Liedtexten verstehen.

Tagesausflüge ins Landesinnere waren auch sehr unterhaltsam. Wir waren in Béziers, einer Stadt, die bereits vor über 2000 Jahren Urkundlich erwähnt wurde. Davon konnten wir aber nicht mehr sehr viel erkennen. Es ist eine recht Moderne Stadt geworden mit großen Einkaufszentren und einer wirren Verkehrsführung. So waren wir dann auch nur einmal dort, weil wir fast nicht mehr heraus gefunden haben. Warum das? Wir haben unser Auto auf einem Parkplatz in der Nähe eines Einkaufszentrums abgestellt und sind zu Fuß los gezogen um uns die Stadtmitte anzuschauen. Einmal Links, dann Rechts und wieder Rechts, nochmal Links und wir sind wieder auf der gleichen Straße. Wenn wir jetzt einfach umdrehen und die Straße zurück gehen kommen wir wieder zum Parkplatz zurück. Und wo war jetzt unser Auto abgestellt? Ach nein, das ist ein anderer Parkplatz, der sehr ähnlich aussieht. Wir haben es dann doch noch gefunden und waren am Ende froh als wir wieder am Klappi waren.

Marseillan, eine kleine Stadt nur wenige Kilometer entfernt, war dann doch ganz anders. Es ist wohl auch schon viele hundert Jahre alt. Zumindest sehen die Gebäude schwer danach aus. Hier konnten wir einige alte Kirchen entdecken die mit einer tollen Architektur aufgewartet haben. An ein Verlaufen war nicht zu denken und das, obwohl es nur unwesentlich kleiner als Béziers ist. Leider sind hier keine Fotos mehr vorhanden, aber die Erinnerungen bleiben für immer. Mit jedem Tag den wir mehr in die Ruhe gekommen sind, haben wir uns auch mehr mit unserer weiteren Zukunft beschäftigt. Die zweite Woche des Urlaubes, in der auch Eingangs erwähnte, alles verändernde Entscheidung getroffen wurde, haben wir dann hier verbracht.

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