KW2018-40 – Wir waren auf dem CVSM 2018

Ihr wart wo?

Schon in 2017 haben wir von einem kleinen Campervan Treffen in Südtirol gehört, wo sehr viele Blogger und Vlogger gemeinsam Ihr Unwesen treiben. Dem Camper Van Summit Meeting. Es findet immer am ersten Wochenende im Oktober statt und ist damit eher eines der letzten Treffen im Jahr. In diesem Jahr war es vom 03. Oktober bis zum 07. Oktober. Und wir waren mit dabei.

Bereits von Paraguay aus haben wir uns Überlegt, dass wir dort gerne hin möchten. Für uns war ziemlich sicher, dass wir bis dahin noch keinen eigenen Van haben werden, also haben wir uns etliche Optionen überlegt, wie wir das nun anstellen können, um auch dabei sein zu können. Auf der Homepage der Veranstaltung haben wir dann einen ausstellenden Vermieter gefunden, bei dem wir uns dann einen Kastenwagen für diesen Zeitraum gemietet haben.

Du fragst Dich warum? Naja, die Absetzkabine haben wir ja bereits ausführlich getestet und durften dabei feststellen, dass diese so gar nichts für uns ist.

Mit dem PickUp unterwegs

 

 

 

Weinsberg CaraBus 601DQ

Zugegeben, Tests von irgendwelchen Wohnmobilen gibt es im Internet nun wirklich zu Genüge. Warum müssen wir nun also unseren Senf auch noch mit dazu geben? Ganz einfach, weil wir es gut finden, wenn es möglichst viele verschiedene Meinungen zu den Dingen gibt. 

Wir haben uns also bei der Firma Camper-Miete einen Kastenwagen gemietet und direkt noch die Eintrittskarten zum CVSM mit bestellt, da wir einen guten Preis für diese bekommen konnten. Wie gesagt, wir waren noch in Paraguay und hatten auch hier die Herausforderung, dass wir etwas anmieten, ohne die Möglichkeit zu haben, physische Unterschriften leisten zu können. Ähnlich wie es ja auch bei unserem Dachzelt gewesen ist.

Die gesamte Kommunikation erfolgte via E-Mail und war insgesamt sehr angenehm. Unsere Ansprechpartnerin konnte jederzeit sehr kompetente Antworten geben und hat uns immer gut beraten. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön für alles, insbesondere für das entgegengebrachte Vertrauen, dass wir, obwohl zur Anmietung nicht im Lande, dann den Kastenwagen auch abnehmen. 

Ursprünglich gemietet hatten wir einen Kastenwagen für zwei Personen ohne Fahrradträger. Erhalten haben wir einen Kastenwagen für vier Personen mit Fahrradträger. Wir waren auch die letzten Mieter der Saison für diesen Wagen, wenn nicht sogar für die komplette Flotte. Das wissen wir nicht so genau. Wie auch immer, der Kastenwagen war, wie fast alle Kastenwägen, aufgebaut auf einem FIAT Ducato und damit außen einiges größer als unser Max. Damit sollten wir aber keine Probleme haben.

Unser Fahrzeug hatte also Platz für vier Personen, das heisst, dass er neben einem Heckbett noch ein vorderes Hubbett über der Halbdinette hatte. Hinten haben wir übrigens quer geschlafen, was zumindest für mich mit einigen Kopfschmerzen verbunden war. Auch wenn ich nur 1.86m lang bin, so ist doch die Bettlänge schon etwas knapp bemessen. Aber auf dem Hubbett hätten wir doch deutlich weniger Platz gehabt. Immerhin konnten wir bequem im Bett sitzen und uns darin herum lümmeln, genau so, wie wir es gerne machen und wie es in der Absetzkabine nicht möglich gewesen ist.

Alles drin und trotzdem…

Wir hatten eine Komplett-Ausstattung, das heisst, dass wieder einmal sogar die Kaffee-Maschine mit dabei war. Bettwäsche und Camping-Stühle haben wir aber vorgängig beim Vermieter gelassen und unsere eigenen Stühle bzw. Bettwäsche mitgenommen. Ausgestattet mit den üblichen Merkmalen wie 2-Flammen-Kocher, Dusche, Chemie-Klo (was wir davon halten weißt Du ja schon) und vor allem einer Gas-Heizung hatten wir alles, was wir brauchten – und auch nicht brauchten. Ja, gekocht haben wir jeden Tag, geduscht auch und auch auf Toilette waren wir regelmäßig. Jedoch haben wir dafür Dusche und Toilette von der Campingplatz Infrastruktur verwendet, denn das CVSM war auf einem Campingplatz.

Da wir aus den vorherigen Nächten im Dachzelt schon wussten, dass es einigermaßen kühl werden würde, habe ich dann in der ersten Nacht im CaraBus auch die Heizung eingeschaltet. Und zwar auf ca. 22°C. Mitten in der Nacht bin ich dann davon aufgewacht, dass Sanny die Schiebetür geöffnet hat. Ihr war heiß und das waren keine Hitzewallungen, sondern die Heizung, die genau unter ihrem Kopf am werkeln war. Ich habe nämlich fast gefroren mit der nicht ganz dicht schliessenden Hecktür. Dies scheinen aber alle Kastenwagen zu haben, schliesslich gibt es als Zubehör so manches mal eine Thermodecke für die Hecktüren zu kaufen.

Also haben wir dann die Heizung in den folgenden Nächten nicht mehr so heiß eingestellt und auch die Köpfe von der Heizung weg gelegt, so dass wir dann wenigstens noch warme Füße hatten. Das mit der Heizung ist also noch optimierbar. Mal schauen, was die Zukunft der Ausbauer da so mit sich bringt.

Der nächste Kritikpunkt lässt aber nicht lange auf sich warten. Wir hatten nämlich die Hoffnung, dass wir durch das größere Fahrzeug auch mehr Platz im Innenraum haben. Aber dem ist nicht wirklich so. Max ist klein, das war uns bewusst und es war so gewollt. Aber der CaraBus ist groß, zumindest von außen. Und innen? Tja, da haben wir uns so manche blaue Flecke geholt, da zum Beispiel zwischen der Küchenzeile und der Badezimmertür wirklich nur sehr wenig Platz war. Dann gibt es eine über einen Meter breite Schiebetür, von der mal gerade die Hälfte verwendet werden kann, weil die andere Hälfte von der Küchenzeile in Beschlag genommen wurde.

Also kommen wir insgesamt auch bei einem aktuellen Kastenwagen zu dem Fazit, dass dies nicht unser Fahrzeug sein wird. Sollten wir also irgendwann mal von Max Abschied nehmen müssen, dann müssen wir wirklich suchen, oder aber wieder komplett selbst ausbauen.

CVSM 2018

Wir sind also am 03. Oktober auf dem Campingplatz Leutasch in Tirol/Österreich angekommen und haben uns einen Platz für den Campervan gesucht. Und dann auch direkt den ersten Fehler gemacht. Wir hätten uns nämlich erst an der Rezeption anmelden sollen und nicht direkt rauffahren. Aber egal. Der Kasten stand und wir sind dann zur Anmeldung gegangen, wo große Listen mit allen Teilnehmern vorhanden waren. Nur wir standen nicht drauf, trotz gültigem Ticket. Sogleich wurde Peter, der Veranstalter, gerufen und es wurde um Klärung gebeten. Peter haben wir schon auf dem Caravan Salon Düsseldorf gesehen und er konnte sich auch an uns erinnern. Das macht so manche Sachen dann sehr viel einfacher. Da wir ja ein gültiges Ticket hatten, durften wir auch bleiben.

Das CVSM ist eine Art Ausstellermesse mit Familiencharakter. Neben ein paar Ausstellern waren nämlich noch eine ganze Menge bekannter Blogger und Vlogger vor Ort. Neben Patascha’s World, comewithus2, Rebecca on the Roof und Thilo Vogel, die wir alle schon persönlich kannten, durften wir dann auch noch weitere Blogger wie z.B. Road an BoardLife of Balu, Schalldose on Tour, camperontour und viele weitere persönlich kennenlernen. Diese Möglichkeit hatten nicht nur wir, sondern jeder der dort war. Es gehörte nämlich zum Programm.

Apropos Programm, das gab es natürlich auch. Einige Blogger und Vlogger haben von ihren Reisen berichtet und schöne Diavorträge gehalten, andere haben Kochkurse mit dem Omnia gemacht. Es wurden Wandertouren, Kletterkurse und Mountain-Bike Touren angeboten. Und am Abend gab es verschiedene Lagerfeuer und ein ziemlich gutes Catering, welches vom Campingplatz-Betreiber organisiert wurde. Das absolute Highlight beim Catering war wahrscheinlich der Grill Wettbewerb, bei dem jeder Fleisch, Salat, Knoblauchbrot und Gemüse bekommen konnte und diese Dinge dann auf verschiedenen bereitgestellten Grills garen durfte. Die drei besten Grillstücke (Fleisch oder Vegetarisch) wurden prämiert und haben tolle Gewinne erhalten.

Ebenfalls wurde eine große Tombola veranstaltet zu der die Aussteller grandiose Preise bereitgestellt haben. Der Erlös der Tombola wurde zugunsten eines Gemeinnützigen Vereins gespendet, was wir als große Geste natürlich sehr gerne unterstützt haben. Einen Sachgewinn gab es für uns nur in Form eines Trostpreises, viel wichtiger war uns aber, dass wir etwas Geben durften, was auch da ankommt, wo es gebraucht wird, bei Menschen, die nicht mehr so viele Wünsche haben.

Kurz gesagt

Wieder einmal eine Woche voller Erlebnisse, neuer Kontakte und spannender Gespräche. Nebenbei durchaus leckeres Essen und die Erfahrung, dass ein gemieteter Kastenwagen nicht unser permanentes Heim werden wird. Das CVSM ist für uns aber schon fast zu spät im Jahr, insbesondere deshalb, weil es in den Bergen im Oktober schon sehr durchwachsen sein kann. Die nächste Woche ist wieder einmal ohne Bericht, da wir auf einer Fortbildung sind.

KW2018-39 – Dachzelt Camp Altmühltal

Erlebnisse mit Gleichgesinnten

Nachdem wir nun in der letzten Woche, von langer Hand geplant, zu einer privaten Feier in der Schweiz waren, hatten wir also noch etwas Zeit, bevor wir die nächsten geplanten Aktivitäten angehen. 

Aber von vorne. In der Schweiz waren wir natürlich mit Max unterwegs. Also haben wir auch in Max gewohnt. Wo wir vor zwei Jahren noch in einem großen Haus mit über 140qm Wohnfläche waren, stehen wir also jetzt mit lediglich 3qm Wohnfläche plus dem Dachzelt an ungefähr dem gleichen Ort und geniessen die Natur und die Festivitäten in der Schweiz. Und es gefällt uns gut. Zwischendurch stellen wir uns dann die Frage, warum wir es nicht schon so viel früher so gemacht haben. Das wäre doch bestimmt auch mit einem festen Arbeitsplatz gegangen, oder nicht? Nun, da wir vorwärts leben wollen, bleibt diese Frage ohne Antwort.

Vorwärts Leben ja, aber trotzdem berichten wir immer noch rückwärts. Also meistens jedenfalls. Spontan entschliessen wir uns in dieser Woche noch auf ein kleines Treffen „in der Nähe“ zu fahren.

 

Also ging es über zahlreiche Kilometer Landstraße, Autobahn und Feldweg von der Schweiz, mit einem kleinen Abstecher nahe München, nach Übermatzhofen zum Dachzelt Camp 2018. Hach, was war das Spannend so viele Dachzelte auf einen Haufen zu sehen. Überhaupt, so viele freiheitsliebende Menschen, die sich in der Natur wohler fühlen als in den Häuserschluchten der Städte.
Zugegeben, das viele Fahren nervt manchmal schon, aber wenn man denn dort steht, wo es vor schöner Natur nur so strotzt, ist das eine tolle Belohnung.

Also ging es über zahlreiche Kilometer Landstraße, Autobahn und Feldweg von der Schweiz, mit einem kleinen Abstecher nahe München, nach Übermatzhofen zum Dachzelt Camp 2018. Hach, was war das Spannend so viele Dachzelte auf einen Haufen zu sehen. Überhaupt, so viele freiheitsliebende Menschen, die sich in der Natur wohler fühlen als in den Häuserschluchten der Städte.
Zugegeben, das viele Fahren nervt manchmal schon, aber wenn man denn dort steht, wo es vor schöner Natur nur so strotzt, ist das eine tolle Belohnung.

Das Gelände vom Sportverein Übermatzhofen, wo das Treffen stattfand, ist auf keinem Navi wirklich verzeichnet. Und auch mobiles Internet ist wirklich schwer zu finden. Gott sei Dank standen genau dort, wo unser Navigationssystem sagte: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“, eine kleine Holztafel mit der Aufschrift „Dachzelt Camp –>“. So wussten wir dann zumindest ungefähr, wohin wir mussten. Immer schön langsam fahrend hielten wir also Ausschau nach weiteren Schildern. Und Zack, schon sind wir an einem vorbei gefahren. Wir hätten uns ja den Max nicht gekauft, wenn er nicht so tolle Geländeeigenschaften hätte. Also mitten auf dem kleinen Feldweg drehen und dem Schild folgen. Nach wenigen Minuten waren wir dann am Sportplatz angekommen. Und nun? Ach, da steht ja Thilo mit seinem Auto. Und Anmeldung steht auch angeschrieben. Manchmal komme ich mir vor wie ein kleiner Junge, der die Welt erst noch entdecken will.

Der Rest ist dann schnell erzählt. Angemeldet, für Max einen tollen Platz gesucht und die Begeisterung der anwesenden Teilnehmer gespürt, als wir unser Dachzelt aufgeklappt haben. Ja, es dauert tatsächlich nur 30 Sekunden bis alles steht. Und danach noch mal 2 Minuten das Bettzeug ins Zelt zu räumen und alles schlaffertig zu machen.

Chäsfondue im September

Wer einen Ur-Schweizer fragt, ab wann Chäsfondue gegessen werden darf, der bekommt als Antwort meistens: „Wenn es kalt ist und der Schnee liegt.“. Am Dachzelt Camp war es aber weder kalt, noch gab es Schnee. Aber es gab als Highlight der Veranstaltung ein leckeres Chäsfondue, zubereitet von zwei Schweizern, die ebenfalls mit einem Dachzelt reisen. So konnten wir also sicher sein, dass das Chäsfondue auch „gescheit“ wird und nicht von abweichenden Ritualen oder Ideen verfälscht wird.

Dabei fällt mir ein lustiger Exkurs zu einer Weihnachtsfeier ein. Sandra und ich haben die Familie zum Chäsfondue eingeladen. Ein Familienmitglied hatte dann die, wirklich gute, Idee noch ca. 2kg Putenbrust mitzubringen. Putenbrust und Chäsfondue passt leider nur bedingt zueinander. Auf jeden Fall bekommst Du die Putenbruststücke im Käse nicht durchgegart.

Es war ein total toller Abend mit sehr vielen spannenden Unterhaltungen am und natürlich dem Chäsfondue vom Lagerfeuer. Nachdem dann alle Teilnehmer weitestgehend gesättigt waren, wurde noch eine kleine Frage-Antwort-Runde eingeläutet. Während dieser Frage-Antwort-Runde sind einige spannende Vorschläge entwickelt worden, was zukünftig in der Dachzeltnomaden Community angegangen werden kann. 

Und wie geht es nun weiter?

Unsere ersten Nächte im Dachzelt waren ungefähr so, wie wir es uns auch vorgestellt haben. Kühl und kuschelig. Wir haben bislang noch nicht wirklich geplant, wohin es uns führen soll. Denn für uns ist der Weg das Ziel. Einige Zwischenetappen sind bereits fixiert, wie zum Beispiel in der nächsten Woche das Camper Van Summit Meeting 2018 in Leutasch/Österreich. Ebenfalls fix geplant ist unsere Kreuzfahrt von Barcelona/Spanien nach Recife/Brasilien, die Mitte November startet und uns in eine kurze Zeit der digitalen Enthaltsamkeit bringt. 

KW2018-38 – Der fertige Ausbau?

Ein Bett im LKW

Unser lieber Max ist wirklich ein praktisches Gefährt. Groß und doch klein, langsam und doch schnell, leicht und doch schwer. Ein echter LKW halt. Sagt zumindest die Finanzbehörde und das Straßenverkehrsamt.

Die letzten Wochen haben wir nun damit verbracht Max von innen so richtig sauber zu machen. Genau so, wie wir es vor ein paar Wochen auch schon gemacht haben. Nein, nicht genau so, aber zumindest so ähnlich. Der vorhandene Schrank musste genau so weichen wie die ölige Bodenplatte und die Wandpaneele. Denn im Inneren roch es sehr stark nach Öl und Benzin; wurde doch regelmäßig ein Motorrad in ihm transportiert. Danach hat Eike dann mehrere Stunden lang den Innenraum mit allen möglichen Reinigern gereinigt. Nach der aufwendigen Reinigung folgte die Rostbehandlung an den kleinen Löchern, in denen die Nieten für die alten Einbauten hielten. Etwas benebelt und mit Kopfschmerzen ging es dann am Abend ins Bett. Am nächsten Morgen folgte die Lackbehandlung der Rostlöcher mittels Spraydose. Rostschutz und ein weißer Lack versiegelte den Rostumwandler. Am Abend ging es dann etwas benebelt und mit Kopfschmerzen ins Bett.
Nach einiger Zeit konnten wir dann schon mit dem Einkleben von insgesamt 20m² Armaflex beginnen. Für die tiefen Fächer in den Wänden und der Decke, sowie für den Boden, haben wir 19mm starke Platten verlegt. Wichtig hierbei ist, dass wirklich jede Bodenwelle fest angedrückt wird, anderenfalls kann sich in dem entstandenen Hohlraum Kondenswasser sammeln und bildet so eine gute Grundlage für erneuten Rost. Im Idealfall hast Du beim selbst ausbauen nach der Wärmedämmung hinten eine Black-Box. Also es ist alles was kein Fenster ist schwarz.

Relativ schnell sind wir uns darüber einig, dass Max ein Bett benötigt. Dieses wird, so wie es in vielen Kastenwägen auch ist, mehrteilig in Max verbaut. Es gibt einen festen Teil, der über die gesamte Breite von 156cm geht und ziemlich genau 140cm lang ist geben. Dieser Teil wird getragen von einem kleinen Holzrahmen und einem einfachen Roll-Lattenrost aus dem Matratzenfachhandel. Der Roll-Lattenrost hat eine Breit von 140cm und soll für ein 200cm Bett ausreichen. Die weiten Abstände bei einer 2 Meter Bettlänge lassen uns dazu tendieren, dass wir den Roll-Lattenrost nicht kürzen, sondern einfach die Abstände zwischen den Latten sehr viel enger machen, als es vom Hersteller vorgesehen ist.

Unsere bereits vorhandene Matratze von 200cm x 140cm wird einfach auf 156cm gekürzt. Für den verbleibenden Rest haben wir aktuell noch keine Verwendung, aber wer weiß, vielleicht werden da ja noch Kissen draus.

Im vorderen Teil des Laderaums befindet sich eine Schrankkonstruktion, die sämtliche Einbauten aufnehmen soll, die wir noch benötigen. Um nun also im Wageninnern schlafen zu können, müssen wir uns etwas überlegen.

Welche Einbauten braucht Max?

Ein Bett allein macht noch keinen Campervan. Kurz überlegt, was wir noch benötigen, haben wir dann eine lange Liste mit Dingen erstellt, die wir für wichtig befinden.

  • Kühlbox
  • Wassertank
  • Abwaschbecken
  • Gaskocher
  • Geschirr
  • Batterie
  • Spannungswandler
  • Ladebooster
  • Toilette
  • Jede Menge Kleinkram

Sobald diese Liste fertig war, haben wir die für uns übliche Aufgabenteilung vorgenommen. Sandra hat das Budget für alles zusammen und für die einzelnen Geräte festgelegt. Ich habe dann auf Basis dieses Budgets versucht die Einzelprodukte zu kaufen. Das hat natürlich nicht immer – oder gar nicht? – geklappt. Wie dem auch sei, der Busausbau ist keine Geschenkestunde. Wenn Dir jemand sagt, dass er seinen Bus für nur €2000,00 ausgebaut hat, dann hat er viele Dinge nicht berechnet, frech gelogen oder vieles gratis erhalten. Und seine eigene Zeit hat er dann mal sowieso nicht mit einberechnet.

Die Holzarbeiten die bereits parallel zu anderen Arbeiten wie z.B. den Elektrischen Leitungen hat Sandra angefangen. Sie kann nämlich sehr gut mit Stichsäge, Kreissäge, Bohrmaschine und Schmirgelleinen umgehen. Eike hat während dem dann Leitungen konfektioniert, Kabelschuhe gekrimpt, Leitungen im Bus verlegt, Positionen für Ladebooster, Batterie und Spannungswandler festgelegt und soweit schon möglich diese auch bereits montiert. Einige Geräte wurden erst mal mit Malerkrepp auf den Boden geklebt, damit für den Möbelbau eine Grundidee vorliegt.

Und überhaupt, wer sagt denn, dass alle bestellten Gerätschaften auch pünktlich ankommen? Bei uns war das leider nicht der Fall, aber wir wollen ja auch nicht mit einem „fertigen Van“ unterwegs sein. Etwas Spaß muss für „später“ auch immer noch vorhanden sein.

Also wurde für den Wassertank, der noch nicht da ist, nur ein Malerkrepp geklebt, welches da auch immer noch klebt. Die Höhe haben wir dann einfach abgemessen und entsprechend berücksichtigt. Genauso gibt es Ideen, die wir hatten, die leider nicht umsetzbar sind. Wir sind also immer noch auf der Suche nach einem Spülbecken und den entsprechenden Rohren oder Schläuchen.

Selbstverständlich darf in einem Campervan die Toilette nicht fehlen. Diese haben wir aus einigen Holzresten, etwas neuem Holz, einem Trenneinsatz der Firma Separett® und ein wenig Geduld, Spucke und Schrauben selbst gebaut. Wenn Du mehr zu unserer Toilette wissen möchtest, dann lies einfach hier weiter.

Nicht nur ein, auch Auf-& Anbauten

Da wir uns bewusst für eine Zwei-Raum-Wohnung entschieden haben, müssen wir natürlich auch dafür sorgen, dass unser zweites Zimmer artgerecht gehalten wird. Wir haben bereits aus Paraguay ein Dachzelt gekauft und dabei bei unserem Verkäufer für reichlich Verwirrungen gesorgt. Einen solchen Fall von Materialbeschaffung kennt er auch nur von der Bundeswehr. Etwas kaufen, während man im Ausland stationiert ist, für ein Fahrzeug, welches man noch gar nicht hat, geschweige denn, dass man weiß, was für eins es werden soll.

Zurück zum Thema. Das Dachzelt will auf dem Dach von Max befestigt werden. Nach vielem lesen, messen, lesen, prüfen, lesen und entscheiden, fiel der Entschluss, einen Dachträger in Eigenregie zu bauen. Mit Hilfe von 3 Meter langen Airline-Schienen, welche auf dem Dach festgeklebt werden, haben wir eine Möglichkeit geschaffen individuelle Halter mit dem Fahrzeug zu verbinden. Die Halter haben wir mit der freundlichen Unterstützung eines Mitglieds vom T4-Forum erhalten. Falls Du auch solche Halter benötigst, wird er Dir bestimmt auch helfen.

Auf diese Halter sind dann Bosch-Rexroth-Profilschienen montiert worden, die insgesamt einen 150cm breiten und 309cm langen Dachträger bilden. Mittels vier Schienen wurde der Träger mit Max verbunden, die übrigen drei Querträger tragen sich selbst über entsprechende Winkel an den Längsstangen. Nach der Montage vom Dachzelt mussten wir natürlich auch erst einmal prüfen, ob alles passt. Also sind zwei Personen ins Zelt geklettert und ich habe geschaut wie stark die Alu Profilschienen durchbiegen. Was soll ich sagen, es biegt sich so gut wie gar nichts durch. Dieser erste Belastungstest stimmt mich positiv, dass auch während der Fahrt alles gut gehen wird. Wirkliche Berechnungen zur Statik und Belastbarkeit des Gestells habe ich nicht angestellt.

Nachtrag im November 2018 nach 10000km: das Gestellt hält sehr gut, auch bei 120km/h auf der Autobahn mit seitlichen Winden.

Damit wir während der Aufenthalte, die wir geplant haben, auch mobil sind, haben wir uns noch einen Fahrradträger für die Heckklappe angeschafft. Dieser war in weniger als 30 Minuten zusammengeschraubt und an Max montiert. Da es sich dabei um einen Artikel eines namhaften Herstellers handelt, haben wir auch keine Angst, dass dort etwas komisches passieren könnte. Immer vorausgesetzt, dass die Fahrräder gemäß Anleitung gesichert sind.

Nun müssen wir aber auch schon los, es wartet eine wichtige private Einladung auf uns und dafür müssen wir bereits die ersten 1000km in die Schweiz fahren.

Puget-Sur Argens – September 2016

Die zweite Woche von unserem Urlaub verbrachten wir etwas nördlicher, fast direkt an der Côte d’Azur, auch wieder auf einem Yelloh Ville Campingplatz. Die Reise dorthin verlief erstaunlich unspektakulär. Wir sind jedoch diesmal über die Autobahn gefahren mit unserem kleinen Klappfix. Da dieses Gespann weniger als 3.5t Gesamtgewicht besitzt, durften wie etwas, was in Deutschland schlicht nicht möglich gewesen wäre. Wir durften auf der Autobahn tatsächlich 130km/h fahren und haben dies auch ausgenutzt. Einschließlich Sicherheitsreserve stand also ca. 140 auf dem Tacho von unserem Audi. Sicherlich sind wir so manches mal seltsam angeschaut worden, wenn wir mal wieder einen Einheimischen überholt haben, aber das war uns egal. Dem Auto hat dies nichts ausgemacht, und der Anhänger lag wie ein Brett auf der Strasse. Bis zu dem Moment wo wir dann fast unsere Blache verloren haben. Eike hat ein wenig geschlafen, da die Fahrt halt nicht so aufregend gewesen ist, als Sandra dann im Rückspiegel gesehen hat, dass die Blache fast nicht mehr am Anhänger befestigt ist. Also sind wir angehalten und haben versucht zu Retten, was zu Retten ist. Wenig später sind wir am Campingplatz angekommen und haben uns von dem Schrecken erholt.

Tags darauf sind wir bereits wieder tiefenentspannt in Richtung Marseille gefahren. Dort angekommen war es dann bald wieder vorbei mit der Erholung, denn der Verkehr in einer französischen Großstadt ist alles andere als Entspannt. Wir haben also ein Parkhaus gesucht, welches von einer Hauptstraße erreichbar ist und uns nicht sofort zu armen Menschen macht. So schwer war das jedoch gar nicht. In dem Parkhaus, welches außen keine Anzeige über die Anzahl der freien Parkplätze hat, einen freien Parkplatz zu finden war dann wieder nicht so einfach. Und so sind wir 6 Etagen in die Tiefe gefahren um einen der letzten Parkplätze zu ergattern die zur Verfügung standen; immer im Kreis herum.

Die anschließende Stadtwanderung hat uns für all diesen „Stress“ entschädigt. Quer durch die Stadt, ohne zu wissen wohin, ohne die Sprache wirklich zu verstehen – vom Sprechen möchte ich gar nicht erst anfangen – haben wir dann den Weg zur Notre-Dame de la Garde gefunden. Die Besichtigung, welche Kostenlos ist, war sehr eindrücklich für uns. Wir sind immer wieder aufs Neue Überrascht mit welchen Mitteln wohl so monumentale Bauwerke in einer Zeit gebaut wurden, in der es noch keine maschinelle Unterstützung für den Bau gegeben hat. Und dann ist da noch dieser sensationelle Blick über die Stadt und auf das Meer.

Nach einer gründlichen Stärkung sind wir dann in Richtung Hafen gegangen und haben versucht noch einen Blick auf die eine oder andere Yacht zu erhaschen, da jedoch in Monaco zu dieser Zeit die Monaco Yacht Show war, gingen wir leider leer aus. Also beschlossen wir, dass wir auch noch nach Monaco fahren müssen um dort die großen Yachten zu bestaunen. So führte uns unser Weg dann über unser Lieblingscafé wieder zurück zum Auto, welches wir ja sicher ca 15m unter der Erde abgestellt hatten. Diesmal haben wir einen Bus genommen und sind tatsächlich auch dort angekommen wo wir hin wollten.

Zwischen Marseille und Monaco liegen Saint Tropez, Cannes und Nizza. Für keine der Städte hat es leider wirklich gelangt. Und das kleine Fischerdorf Saint Tropez ist zur Yacht Show in Monaco ebenfalls leer gefegt. Dies haben wir selbstverständlich „kontrolliert“. Also zogen wir am nächsten Tag los um uns mehrere Milliarden Euro in Form von wundervollen Superyachten anzuschauen. Der Ausblick von unserem Lieblingscafé war dafür wie gemacht. So verweilten wir für viele Augenblicke direkt auf der Terasse des Cafés. Ein direkter Gang in den Hafen blieb uns leider aufgrund der Messe verwehrt, es gab aber trotz allem sehr viele Orte, von denen man die Yachten aus bewundern konnten. Insgesamt ist es uns in Monaco aber etwas zu eng, denn echte Grünflächen sucht man recht lange.

Die letzten drei Tage des Urlaubs verbrachten wir dann mit fahren bzw. in Milano. Dort haben wir uns den Mailänder Dom (nur von außen) angeschaut, sind auch wieder etliche Kilometer durch die Stadt geschlendert und konnten dabei noch prächtige Bauten wie die Galleria Vittori Emanuele II, das Castello Sforzesco oder den Arco della Pace besichtigen.

Während den vielen Spaziergängen haben wir dann darüber sinniert, was wir für unsere Zukunft wollen. Die Idee mehr zu Reisen kam bei uns bereits im Jahr 2014, damals waren es nur mehrere Wochen pro Jahr die wir auf Reisen gehen wollten. Mit der Zeit ist es gewachsen und wir kamen zu dem Schluss, dass wir zukünftig nur noch Reisen wollten; irgendwann. Wir waren gerade mitten im Gotthard-Tunnel, als wir uns dann darauf geeinigt haben, dass wir ein fixes Datum benötigen, ansonsten gehen wir nie auf Reise. Und so ging es dann alles sehr schnell. Nach wenigen Worten konnten wir uns darauf verständigen, dass wir unsere Jobs am 3. Januar 2018 kündigen wollten und damit dann per 1. Mai 2018 die Reise beginnen wollten. Und so soll es dann auch sein.

Sérignan Plage – September 2016

Es sollte der Urlaub sein, an dem sich alles andere entscheidet; doch dazu später mehr. Aber fangen wir von ganz vorne an. Zum ersten Mal sind wir alleine in den Urlaub gefahren. Nach Südfrankreich – mit dem Klappfix – ohne die Autobahn zu nutzen. Das heißt, dass wir ganz gemütlich unterwegs waren. Am ersten Tag haben wir es vom Bodensee, wo wir wohnten, bis nach Saint-Genix-Sur-Guiers geschafft. Es waren ca. 440km für die wir ca. 8 Stunden benötigt haben. Wir hatten ja keinen Zeitdruck und konnten die gesamte Strecke mit nur einer Tankfüllung fahren.

Auf dem Campingplatz Camping Les Bords du Guiers haben wir die erste Nacht von unserem Urlaub verbracht. Ein recht kleiner Campingplatz, geführt von einem Niederländischen Ehepaar. Wir durften unseren Klappi aufstellen, wo wir wollten, denn wir waren fast die einzigen Gäste. Das coolste überhaupt war, dass wir direkt beim Einchecken unser Abendessen bestellen konnten. Da wir beide sehr hungrig waren, haben wir nur schnell unser Hauptzelt aufgestellt. Ohne es vom Auto abzukuppeln. Das sollte uns am nächsten Morgen noch ein großer Vorteil sein, denn es hat die ganze Nacht durch geregnet.

Am nächsten Morgen ging der Weg weiter ins dann noch 420 km entfernte Sérignan Plage, wo wir einen Stellplatz im Yelloh Village gemietet haben. 6 Tage wollten wir bleiben und entspannen. So haben wir typisch einheimische Restaurants besucht und versucht auf Französisch zu bestellen, was uns auch fast gelungen ist. Die Bedienungen haben es sehr geschätzt und uns auf die richtige Aussprache hingewiesen.

Neben der Entspannung sind wir viel am Strand spazieren gegangen. Manchmal auf dem Sand, öfter aber im Knie- bis Hüfttiefem Wasser, denn dieses war angenehm warm und hat uns mächtig gefordert beim Gehen. Das von uns gewählte Yelloh Village hat einen sehr großen Strand, der sehr sauber und nahezu frei von Steinen ist und das Wasser nur sehr flach abfällt.

Neben dem tollen Strand hatten wir auch noch ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm auf dem Campingplatz. So haben wir also nicht nur Bücher gelesen oder uns unterhalten, sondern auch typisch französische Unterhaltung genossen. Auch wenn wir nichts verstanden haben, so war der Unterhaltungsfaktor doch sehr hoch und mit einem Glas Rotwein aus der Region konnte Eike doch immer mehr von den französischen Liedtexten verstehen.

Tagesausflüge ins Landesinnere waren auch sehr unterhaltsam. Wir waren in Béziers, einer Stadt, die bereits vor über 2000 Jahren Urkundlich erwähnt wurde. Davon konnten wir aber nicht mehr sehr viel erkennen. Es ist eine recht Moderne Stadt geworden mit großen Einkaufszentren und einer wirren Verkehrsführung. So waren wir dann auch nur einmal dort, weil wir fast nicht mehr heraus gefunden haben. Warum das? Wir haben unser Auto auf einem Parkplatz in der Nähe eines Einkaufszentrums abgestellt und sind zu Fuß los gezogen um uns die Stadtmitte anzuschauen. Einmal Links, dann Rechts und wieder Rechts, nochmal Links und wir sind wieder auf der gleichen Straße. Wenn wir jetzt einfach umdrehen und die Straße zurück gehen kommen wir wieder zum Parkplatz zurück. Und wo war jetzt unser Auto abgestellt? Ach nein, das ist ein anderer Parkplatz, der sehr ähnlich aussieht. Wir haben es dann doch noch gefunden und waren am Ende froh als wir wieder am Klappi waren.

Marseillan, eine kleine Stadt nur wenige Kilometer entfernt, war dann doch ganz anders. Es ist wohl auch schon viele hundert Jahre alt. Zumindest sehen die Gebäude schwer danach aus. Hier konnten wir einige alte Kirchen entdecken die mit einer tollen Architektur aufgewartet haben. An ein Verlaufen war nicht zu denken und das, obwohl es nur unwesentlich kleiner als Béziers ist. Leider sind hier keine Fotos mehr vorhanden, aber die Erinnerungen bleiben für immer. Mit jedem Tag den wir mehr in die Ruhe gekommen sind, haben wir uns auch mehr mit unserer weiteren Zukunft beschäftigt. Die zweite Woche des Urlaubes, in der auch Eingangs erwähnte, alles verändernde Entscheidung getroffen wurde, haben wir dann hier verbracht.

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