KW2018-51 – Zurück in Paraguay, zu Hause?

Gestern sind wir also mit dem Flugzeug in Foz do Iguaço angekommen. Heute haben wir nach einer kurzen Nacht in einem AirBnB den Weg über den Zoll zu Fuß angetreten. Mit einem Uber sind wir von der Unterkunft bis zum Zoll gefahren und dann ging es zur Brasilianischen Migraciones, wo wir uns den Ausreisestempel geholt haben. Die Mitarbeiterin hatte wohl eigentlich ihren freien Tag, denn sie war an Motivation kaum zu überbieten. Ja, ich weiß, ich soll nicht immer so sarkastisch schreiben. Wir haben jedenfalls keinen freundlichen Kommentar von ihr erhalten, nicht einmal ein Guten Morgen konnte sie erwidern. Aber so ist das manchmal. Wir haben auch nicht jeden Tag Sonnenschein im Kopf. Nachdem wir den Ausreisestempel hatten, konnten wir über die Puente de la Amistad ganz gemütlich durch die Sonne spazieren. Mit dem Auto gefahren geht das ja immer recht zügig, aber zu Fuß zieht sie sich schon ziemlich. Endlich in Ciudad del Este angekommen sind wir direkt zur Migraciones von Paraguay gegangen. In der Erwartung, dass wir erneut Fotos von uns machen lassen müssen haben wir uns dann an erster und zweiter Stelle in die Warteschlange eingereiht. Sanny ist direkt an den Schalter gebeten worden und ich habe freundlich weiter gewartet. Ein zweiter Mitarbeiter hat mich dann warten sehen und mich zu sich gerufen. Den Reisepass auf den Scanner gelegt, eine freie Seite gesucht und Zack, waren Stempel, Unterschrift und Datumsstempel im Pass vermerkt.

Die Suche nach dem Geld

Bevor wir jetzt also mit dem Bus in Richtung Asunción fahren konnten, mussten wir ja erst mal zum Bus kommen. Das geht hier am besten mit dem Taxi oder zu Fuß. Da es ein Sonntag war, sind weniger Taxen gefahren als an anderen Tagen. Und da es ein Sonntag war, haben die Banken natürlich geschlossen. Wir sind also erst mal eine halbe Stunde gegangen, bis wir einen Geldautomaten gefunden haben, der uns dann auch Guarani geben wollte. Alle Automaten vor diesem wollten uns nur US-Dollar geben. Ein paar Millionen Guarani abgehoben und auf direktem Weg zum Taxistand, haben wir auch sofort einen Fahrer erwischt, der uns gerne zum zentralen Omnibusbahnhof fahren wollte.

Hier haben wir dann das übliche Kaufen durchgeführt. Denn mit unseren inzwischen wieder verlernten paar Brocken Spanisch war das alles andere als einfach. Hat aber dann doch geklappt und wir hatten unsere Bus-Tickets für den nächsten Bus in der Hand. Noch etwa 40 Minuten im klimatisierten Wartesaal und dann geht es los. Paraguay, wir sind wieder da. Und wir hätten niemals gedacht, dass es sich so toll anfühlen würde wieder hier her zu kommen.

6 Stunden Busfahrt

Die Abfahrt rückte näher und wir durften schon einsteigen. Dieses mal leider nicht ganz vorn, aber das macht überhaupt nichts. Diese Fernreisebusse haben Sitze, wie wir sie in unserer Wohnung nicht als Sessel hatten. Angenehm breit, fast zu einer Liege umbaubar und mit so viel Beinfreiheit, dass ich lieber Bus fahre als mit dem Flugzeug diese Strecke zu machen. Sind halt auch 6 Stunden für etwas über 300km. Dazu gab es wie gewohnt einen Film, den wir dann mehr als drei mal schauen durften. Etwas mehr Abwechslung bot da der Blick aus dem Fenster. Diese vertraute Landschaft mit der roten Erde, die Häuser, die nicht immer fertig gebaut waren und dazu die freundlichen Menschen, die uns aus der Ferne angelacht haben.

In Asunción angekommen sind wir mit dem Bus ins Micro-Centro gefahren, um Freunde zu besuchen. In den vergangenen vier Monaten haben sie hier ein Café eingerichtet und eröffnet. Zudem hatte einer von Ihnen zwei Tage zuvor Geburtstag, so dass es auf jeden Fall einen Grund gab dorthin zu gehen.

Das Hostel

Bevor es draußen nun dunkel wurde, sollten wir lieber noch zu unserer hiesigen Unterkunft gehen. Und auf dem Weg dorthin haben wir so einige Überraschungen erlebt. Es stehen unglaublich viele, für uns neue, Favelas in den Straßen. Auf einem Parkgelände haben sich dazu noch indigene Stämme versammelt und ein riesen Lager aufgeschlagen. So haben wir Dich nicht zurück gelassen, liebes Asunción. Die zwei Kilometer vom Café zum Hostel haben uns also Kraft und Nerven gekostet. Und als wir dann endlich drinnen waren, überkam uns der Gedanke: Männer-WG. Victor hat uns dann unser Zimmer gezeigt, uns bei unserem WiFi Zugang geholfen und uns den übrigen Mitbewohnern kurz vorgestellt. Und schon wurde uns ein Bier angeboten.

Da wir lieber etwas Schlaf finden wollten, sind wir noch kurz etwas Wasser einkaufen gegangen und haben uns dann ins Bett gelegt. Das Bett war neu, aber mit nur 120cm Breite doch fast etwas schmal für uns. Nun, wir kommen sicherlich zurecht damit. Was für uns aber deutlich anstrengender war, die Temperaturen. Hier sind aktuell zwischen 35 und 40 °C am Tag und in etwa 10°C weniger in der Nacht. Das ist für uns Europäer schon anstrengend, da wir nicht daran gewöhnt sind.

Wir haben also nicht so richtig viel gemacht während der letzten Woche. Ein paar Freunde getroffen, gut Essen gegangen und die Ruhe genossen.

San Jeronimo

Einen neuen Stadtteil von Asunción haben wir kennen gelernt. Also eigentlich ist er nicht neu, sondern eher alt. Es ist wohl die eigentliche Altstadt, dementsprechend gibt es schmale Gassen und tolle Häuser und natürlich auch wieder viele Graffiti. Der Weg dorthin führt an einer Kaserne vorbei, was möglicherweise auch der Grund dafür ist, dass es hier in diesem Viertel wirklich extrem ruhig ist. Wir haben keine bettelnden Kinder gesehen, dafür haben sie auf der Straße gespielt. Autos fuhren so gut wie gar keine und wenn, dann waren sie sehr langsam unterwegs. Hier und dort gibt es kleine Restaurants oder Bars. Eine davon haben wir uns ausgesucht, um noch ein Bier zu trinken und den Abend mit unseren Freunden zu geniessen.

 

Bald ist Weihnachten

Die Weihnachtstage stehen an und wir haben für Heilig Abend eine Verabredung zum Pizza essen. Denn auch unsere Freunde mit dem Café sind weit weg von ihrer Familie und so stand schnell der Plan, dass wir den Abend zusammen verbringen. Am 2. Weihnachtstag erfüllen wir uns einen Wunsch, denn für uns geht es als nächstes weiter in den Westen, wir erkunden ein weiteres Land hier in Lateinamerika. Und Euch wünschen wir ein frohes und friedliches Weihnachtsfest.

KW2018-50 – Wird Brasilien unser Favorit?

Die erste Woche Brasilien war wirklich nicht sonderlich spannend für uns. Wir waren tatsächlich nur in Shopping-Centren und in der Unterkunft. Während ich also meinen Studienvorlesungen gelauscht habe, hat Sanny weiter an ihrem Business gearbeitet. Und zwischendurch hat sie dann ein paar Sehenswürdigkeiten von Recife ausfinden können.

Überspringen wir doch die Sehenswürdigkeiten

Bereits die erste Sehenswürdigkeit, die wir gesehen haben, war die Hafenumgebung. Dies ist wohl die Altstadt von Recife, welche für unser Empfinden nicht so richtig sehenswert ist, weshalb wir auch keine Fotos geschossen haben. Während unserer Busfahrten ist uns dann eine weitere Sehenswürdigkeit aufgefallen, wie sich später herausgestellt hat. Ein kleines blaues Holzhaus, wovon wir auch keine Bilder gemacht haben. Umgeben von zahlreichen kleinen Verkaufsständen.

Was aber jedesmal ein Abenteuer war, war das Busfahren. Bereits am ersten Tag in Recife waren wir unterwegs und haben uns die für viele Länder notwendige Gelbfieberimpfung abgeholt. Hier in Brasilien ist sie in den Policlinicas für alle gratis. Also sind wir dann diese Woche, so wie uns geheißen, zum Flughafen gefahren und haben die ANVISA besucht. Hierzu haben wir einen der Busse genommen, die direkt von unserer Unterkunft aus gefahren sind. Wir haben den Bus schon an der Ampel stehen sehen, also haben wir uns beeilt zur Bushaltestelle zu kommen. Beim Einsteigen signalisierte der Fahrer uns dann, dass wir nur mit einer Buskarte mitfahren könnten. Diese hatten wir natürlich nicht. Aber es hielt direkt hinter diesem Bus ein weiterer an, dort konnten wir dann mit Barmitteln bezahlen. Nach wenigen Minuten fahrt waren wir auch schon am Flughafen und sind dank guter Ausschilderung auch schnell bei der ANVISA gelandet. 

Wir also dort hinein und zu unserer Überraschung sprach dort niemand auch nur ein Wort Englisch. So wie wir es gewohnt waren, haben wir uns also mit Händen und Füßen verständigt. In der Zwischenzeit ist dann eine Mitarbeiterin vom Flughafen gekommen, die Englisch verstanden hat. An einem bereit stehenden PC müssen wir unsere persönlichen Informationen eingeben und einen Account anlegen. Das muss jeder machen, der von der ANVISA etwas bestätigt haben möchte. Was ist mit dem Datenschutz? Und warum muss das sein? Nun, vorneweg, der Datenschutz ist hier in Lateinamerika etwas anderes, als er es in Europa ist. Und es muss sein, damit die ANVISA jederzeit eine neue Bestätigung ausstellen kann, falls wir den alten Ausweis verloren haben. So ganz schlecht finde ich das also nicht. 

Essen und Bus fahren

Nachdem wir also die wichtigen Dinge erledigt haben, sind wir noch etwas durch den Flughafen gewandert. Einfach, damit wir schon einmal wissen, wohin wir gehen müssen, sobald es für uns weitergehen soll. Und was soll ich euch sagen. So viele Fressgeschäfte wie auf diesem kleinen Provinzflughafen habe ich auf deutlich größeren Flughäfen nicht gesehen. Mich beschleicht das Gefühl, dass es in Lateinamerika wirklich nur ums Essen geht. Und um laute Musik. 

Nachdem wir etwas gegessen haben, wollten wir mit dem Bus zurück zu unserer Unterkunft fahren. Da hier die meisten Busse im Kreis fahren, oder zumindest die gleiche Strecke auch wieder zurück, sind wir an der selben Stelle wo wir ausgestiegen sind auch wieder in einen Bus der gleichen Linie eingestiegen. Der Bus hat uns, wie erhofft, auch in die richtige Richtung gebracht. Bis er auf einmal abgebogen ist und uns weit in die falsche Richtung mitgenommen hat. So haben wir zwar etwas von Recife gesehen, aber glücklich waren wir nicht. Unsere Getränke waren nämlich schon alle und dort, wo wir dann gestrandet sind, gab es keinen Kiosk oder etwas ähnliches.

Keine 5 Minuten später sollte der Bus dann wieder zurück fahren. Also sind wir wieder eingestiegen und wurden vom Fahrer etwas seltsam angeschaut. Mittels Translator-App haben wir mitteilen können, wohin wir wollten. Und einen Daumen Hoch bekommen. Es musste also richtig sein. Und nach einer weiteren halben Stunde Busfahrt waren wir tatsächlich bei unserer Unterkunft. Schnell in den Supermarkt, um etwas trinkbares zu kaufen. Wir hatten beide einen riesigen Durst. 

So ganz schlecht ist der Strand nicht

Damit uns nicht so ganz langweilig wird, sind wir immer wieder mal an den Strand gegangen. Auch mal ins Wasser. Und wir haben tatsächlich eine Stelle gefunden, die vor Haien einigermaßen sicher ist. Jedenfalls bei Ebbe. Und das Wasser muss auch einigermaßen gut sein, denn es schwimmen sogar kleine Fische darin. Die Gezeiten sind hier aber einfach stärker, als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Das Wasser zieht schon ziemlich an den Beinen. 

Manchmal hatten wir sogar Hunger und wenn wir schon mal in Brasilien sind, dann sollte doch auch eine echte Churrascaria auf dem Programm stehen. Dank einschlägiger Suchmaschinen kann man in nahezu jeder Stadt die besten Restaurants finden. So fanden wir dann auch ein Grillrestaurant, welches ganz unserem Geschmack entsprach. Zur Mittagszeit war auch nicht so viel los, wie es wahrscheinlich am Abend gewesen wäre. Wir kannten es ja schon aus Asunción und Encarnación, wie es in einer Churrascaria abläuft. Also haben wir unseren Platz zugewiesen bekommen und etwas zu trinken bestellt. Aber hier war dann etwas anders. Wir haben noch kleine Chips bekommen, die auf der einen Seite grün und auf der anderen Seite rot waren. Damit signalisiert man dann, ob man Fleisch möchte, oder auch nicht. Das war sehr gut. Und für die Angestellten ist es auch einfacher, denn die müssen so nicht an jedem Tisch fragen, sondern nur an den grünen Tischen. 

 

Pizza mit was?

Ein anderes mal Essen gehen war auch besonders Interessant. Ich hatte nämlich wirklich Hunger und Sanny wollte nur eine Kleinigkeit. Wir haben uns also entschieden Pizza zu essen. Über den doch recht hohen Preis war ich anfangs verwundert, aber ich habe einfach mal bestellt. Für Sanny gab es einen Räuberteller und für uns beide noch ein Getränk. Soviel zur Bestellung. Was danach kam, war für uns beide dann etwas zu viel. Es kam das Besteck, wie hier üblich in Plastik eingepackt. Und dazu kam ein kleiner Teller mit Ketchup, Mayo und Senf. Darf ich daran erinnern, dass wir eine Pizza mit viel Käse bestellt haben? Aber als dann auch die übrigen Tische bestellt hatten und eben jene Garnitur erhalten haben, haben wir nicht mehr weiter darüber nachgedacht. Anscheinend wird Pizza hier mit Ketchup gegessen. Und so war es dann auch. Der Nachbartisch bekam die Pizza vor uns, und die war wirklich riesig. Jeder nahm ein Stück der Pizza und zack wurde der Ketchup auf den Stückchen verteilt.

Unsere Pizza kam dann auch bald und wir waren sehr erstaunt über die Größe. Beinahe 40cm im Durchmesser und wirklich viel Käse drauf. Puh, wie sollen wir die denn schaffen? Nach der Hälfte war ich wirklich satt. Sanny hat gar nur ein Viertel geschafft. Also haben wir den Rest mitnehmen dürfen. Da wir wussten, dass unser Host sehr gerne und auch sehr viel essen kann, haben wir ihm den verbleibenden Rest angeboten. Am Abend wollte er erst nicht, jedoch war am nächsten Morgen die mitgebrachte Pizza-Box leer.

Was wir sonst noch gesehen haben?

Du, lieber Leser, siehst also, dass Recife jetzt nicht so bei uns gepunktet hat. Unsere Hauptbeschäftigungen waren Essen und Bus fahren. Aber es gibt in Recife, wie scheinbar in vielen Lateinamerikanischen Städten oder Dörfern, verdammt viele Graffiti, von denen wir die Bemerkenswertesten für Euch mitgenommen haben. Andererseits sind hier neben etlichen Wohnungen, Ladenlokalen und Häusern auch seltsamere Dinge zu mieten oder zu kaufen. Schaut doch selbst, wie komisch das aussieht, wenn z.B. ein Baum zu kaufen ist.

Die Weiterreise nach Paraguay

Unser nächstes Reiseland ist wieder einmal Paraguay, dies, weil wir dort ein paar Freunde besuchen möchten, bevor wir das eigentliche nächste Reiseland bereisen. Wir haben uns diesmal dafür entschieden einen kleinen Reise-Hack anzuwenden, der insbesondere hier von Brasilien aus sehr gut funktioniert. Wir haben einen Flug von Recife nach Foz do Iguaçu gebucht. Von dort aus geht es dann mit dem Überlandbus von Ciudad del Este nach Asunción. Unsere Ersparnis auf diesem Weg beträgt weit über €300,00. Das funktioniert nahezu an jedem Grenzübergang, denn es gibt innerhalb von Brasilien zu fast jedem angrenzenden Land auch einen entsprechenden Flughafen.

Also sind wir mit einem Uber-Taxi von der Unterkunft in Richtung Flughafen gefahren. Uber ist hier übrigens deutlich günstiger als die lokalen Taxis. Am Flughafen angekommen sind wir direkt durch die Sicherheitskontrolle und wollten uns, wie wir es gewohnt sind, in die Lounge setzen. Leider wird im nationalen Abflugbereich in der Lounge unser Priority Pass nicht akzeptiert. Und die Lounge, wo er akzeptiert werden würde ist vor der Sicherheitskontrolle. Wieder raus war für uns aber keine Option. Wir haben uns also zum Abfluggate gesetzt und gewartet bis unser Flug so weit ist. Dummerweise wurde er aber gar nicht angezeigt, sondern direkt der nachfolgende Flug. Diese Anzeige hielt sich hartnäckig bis zur Boardingzeit unseres Fluges.

Endlich einsteigen

Das Einsteigen läuft hier extrem strukturiert ab. Es werden vier verschiedene Warteschlangen gebildet. Eine für Menschen mit Gebrechen, Schwangerschaft oder hohem Alter, eine für Priority-Boarding Passagiere, eine für Passagiere mit persönlichem Gepäckstück (zum Beispiel eine Laptop Tasche) und schließlich eine Warteschlange für Passagiere mit Handgepäck (ggf. plus persönlichem Gepäckstück). Und in genau dieser Reihenfolge dürfen dann auch alle Passagiere an Board gehen.

Entgegen unserer Befürchtung, weil wir als letztes an Board dürfen, haben wir tatsächlich noch ausreichend Platz in den Overhead-Compartments für unsere Rucksäcke gefunden. Die persönlichen Gepäckstücke sind wohl von allen übrigen Passagieren wirklich brav unter den Vordersitz gepackt worden. So haben wir es dann auch gemacht. Das hat uns wirklich gut gefallen.

Nachdem dann alle 70396 Passagiere im Flieger waren ging es mit ungefähr einer Stunde Verspätung los in Richtung Sao Paulo. Gut, wir haben vier Stunden Umsteigezeit in Sao Paulo, daher dürfte die eine Stunde überhaupt nicht auffallen.  Etwas mulmig war uns aber schon dabei, als es einfach nicht los ging. Der Flug verlief wie gewohnt ruhig und es wurden für die zahlenden Fluggäste dann Snacks und Getränke verteilt. Wer nichts bezahlen wollte, der hat auch nichts kaufen müssen. Oder einfach nichts bekommen. Selbst ein stilles Wasser ist hier nämlich kostenpflichtig.

Umsteigen in Sao Paulo

Endlich angekommen, haben wir nach etwas zu Essen gesucht. Hier gibt es eine Lounge, in die wir mit dem Priority Pass Einlass erhalten, also haben wir danach gesucht. Gefunden haben wir sie auch. Leider war aber die Mittagszeit bereits vorbei, so dass es nur noch Pasta mit einem Hauch von Nichts als warmes Essen gab. Ansonsten gab es kleine Gebäckstücke und leckere Desserts. Getränke natürlich auch. Kurz um, wir sind nicht verhungert. In der Lounge gab es aber leider nicht: eine aktuelle Fluganzeigetafel. Also haben wir in regelmäßigen Abständen auf dem Mobiltelefon geschaut, wo unser Flug abfliegen soll. Hier war es dann so, dass innerhalb von 30 Minuten das Abfluggate drei mal gewechselt hat. Also lohnt sich ein frühes „zum Gate stürmen“ nicht, denn es könnte sich ja nochmals ändern auf dem Weg dorthin.

Auch hier wurde oben beschriebenes Vier-Schlangen-System verwendet und es hat ebenso gut funktioniert wie in Recife. Wir waren also an Board, haben unsere Sitze gefunden, die Rucksäcke verstaut und haben, wie zuvor auch schon, ungefähr eine Stunde auf den Abflug gewartet. Pünktlichkeit ist eine Zier, doch besser ist es ohne Ihr. Sanny ist während der Wartezeit eingedöst, oder sogar fest eingeschlafen. Ich konnte das nicht so recht ausmachen. Tatsache ist jedoch, als der Flieger zurück gestoßen wurde, schreckte sie auf und ich habe die Chance genutzt und versucht ihr klarzumachen, dass wir schon gelandet sind. Ich glaube, dass hat auch geklappt. Ihr Blick war jedenfalls im ersten Moment sehr verwirrt. Ungefähr zwei Stunden später waren wir auf dem, für mich bisher, schrecklichsten Flughafen der Welt. Keine Finger zum Flieger, keine Busse für den Transfer etc. War auch alles nicht nötig. Wir standen direkt vor dem ziemlich vom Verfall bedrohten Gebäude vom Flughafen in Foz. Aus dem Flieger raus, keine Kontrollen, kein gar nichts. Ein reiner Inlandsflughafen ohne große Infrastruktur. Und Morgen geht es dann mit dem Überlandbus nach Asunción. Freue Dich auf weitere spannende Geschichten unserer Reise, folge uns auf Instagram oder Facebook und schaue wieder rein, wenn es heißt: Lustige Geschichten aus Südamerika.

KW2018-49 – Die Luft ist anders in Brasilien

Wir waren nicht mal ganz von Board der Sovereign, da überkam uns fast die Übelkeit. Die Luft war so extrem anders hier im Hafengebiet von Recife/Brasilien, gegenüber den anderen Häfen, in denen wir lagen. Aber es half alles nichts, da mussten wir dann durch. Aber halt, fangen wir doch von vorn an. Bereits morgens um 07:00 Uhr mussten wir aus unseren Kabinen raus sein. Inklusive sämtlichem Gepäcks, was für uns, die wir nur mit einem kleinen Rucksack unterwegs sind, ja kein Problem war. Andere hatten es nicht so luxuriös. Für unser 10. Deck war dann der Besuch bei der Immigration von Brasilien auch bereits von 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr terminiert. Also durften wir bereits deutlich vor dem Wachwerden aufstehen und uns parat machen. Überpünktlich und ca. 20 Minuten vor dem Wecker lagen wir also wach im Bett und haben angefangen die letzten drei Dinge zu packen, zu duschen und was man sonst noch so am morgen macht.

Warten auf die Beamten

Da wir nun schon so früh wach waren, konnten wir auch schon in die Disko gehen. Dort sollte nämlich der Einreisestempel in die Pässe gedrückt werden. Besonders spannend war, dass die Einreisenden, die bereits ein E-Visa bewilligt hatten, dieses ausgedruckt mitbringen mussten. Für uns war das nicht relevant, aber für andere Nationen durchaus.

Da wir die Termintreue in Paraguay schon kannten, haben wir damit gerechnet, dass wir auch hier warten durften. Und ja, genau so war es dann auch. Pünktlich um 06:40 Uhr kamen die Beamten in die Disko und haben erst einmal ein Frühstück eingenommen. Dann die Laptops aufgebaut, das Netzwerk eingerichtet und ganz gemütlich mit der Arbeit begonnen. Ja, das muß wohl so sein in Lateinamerika. Wir werden uns überraschen lassen, ob es wirklich überall so ist.

Gegen 07:10 Uhr hatten wir beide einen Einreisestempel von Brasilien im Reisepass und wir durften endlich zum Frühstück marschieren. Dieses gab es wenigstens noch an Bord. Wenn auch nur noch im Umfang und zeitlich reduziert. Die Verabschiedung von den neu gemachten Freundschaften dauerte beinahe länger als das Essen der üblichen Verdächtigen. Obst, Eier, Bacon und etwas Kaffee. Oh, wie ich guten Kaffee vermisse.

Es stinkt!

Wir warteten also inzwischen darauf, dass wir in die bereitstehenden Shuttle-Busse einsteigen durften. Das war beinahe militärisch streng organisiert. Die Warteschlange musste als Einzelreihe gebaut werden und es wurde zweifach gezählt wieviele Personen in den Bus einsteigen durften. Nachdem wir dann im Bus saßen, wurde es nicht besser mit dem Geruch. Mir war wirklich schlecht und auch Sanny erging es kaum besser. Naja, vielleicht gewöhnen wir uns ja daran.

Aber weißt Du, so ganz einfach ist das ja dann doch nicht. Denn, auch wenn wir uns von dem schlackigen Hafenwasser entfernt haben, so wurde die Luft nicht besser. Im Empfangsgebäude wurden wir durch einen kleinen Karneval empfangen. Tänzerinnen und tolle Musik sollten uns einstimmen, auf das Land, das immer feiert. Die Koffer standen aufgereiht nach Decks in einem eigenen Bereich der Empfangshalle und warteten auf die rechtmäßigen Besitzer.

Danach kam das übliche Taxiangebot. Jeder hat den anderen unterboten und es standen dazu dann auch noch unzählige Reisebusse für die Gruppenweiterfahrten parat. Wir beschlossen, dass wir es einfach mit den Füßen versuchen wollten und gingen in Richtung des nächsten ATM. Mir war immer noch schlecht und der Weg wurde gefühlt immer länger.

Heute keine Auszahlungen

Wir haben endlich die Bank gefunden, die uns von maps.me angezeigt wurde. Die entsprechenden Offlinekarten habe ich noch an Bord aktualisiert, so dass wir auf dem neuesten Stand sind. Die Bank war da, aber der ATM? Fehlanzeige. Einer der Angestellten signalisierte uns, dass wir weiter gehen müssen. Hier gäbe es heute kein Geld mehr. Wir taten wie uns geheißen und gingen den beschrieben Weg. Aber dort waren nur Wechselstuben, keine ATM. Macht nichts, wir sind noch jung und suchen den nächsten Automaten. Der war dann auch nur ein paar hundert Meter entfernt eingezeichnet. Und er war tatsächlich auch dort, wo er sein sollte. Dummerweise verweigerte der erste Automat die Auszahlung. Nach kurzer Überlegung wussten wir dann auch warum. Der nahm nur heimische Karten entgegen. Für ausländische Kreditkarten gibt es andere Automaten.

Sanny hat schon im voraus die Busroute zu unserer Unterkunft in Recife herausgesucht. Sollte also ein leichtes sein dorthin zu kommen. Wir schnell dahin, wo der Bus fahren sollte und schon begann das große Chaos. Da fahren Busse im zwei Minuten-Takt. Ungefähr 20 verschiedene Linien. Und welche ist jetzt die richtige? Ja, steht ja dran, ganz oben. Wie in Paraguay auch. Und auch in der Frontscheibe, wie in Paraguay auch. So weit, so gut!

Busfahren kennen wir schon

Der richtige Bus stand vor uns. Wir also rein und mit dem frisch gezogenen Geld bezahlt. Das ist hier anders als in Paraguay. Hier gibt es den Fahrer und den Kassierer. Dafür gibt es keinen Fahrschein. Wer am Kassierer vorbei ist, der hat auch bezahlt. Oder so ähnlich. Und jetzt kommt dann unser größtes Problem. Hier spricht man Portugiesisch und kein Spanisch. Daher verstanden wir auch nur Chinesisch, als wir gefragt haben, wann wir aussteigen müssen. Und zack, da waren wir auch schon an der Haltestelle zum Buswechsel vorbei gerauscht.

Eine freundliche Mitfahrerin, die ein paar Brocken Englisch konnte, hat uns dann geholfen und uns gesagt, wo wir den nächsten Bus finden können. Wir sind also ausgestiegen und haben nach der Straße gesucht, die uns genannt wurde. Blind vor Euphorie fanden wir also keine Straßenschilder und liefen hilflos umher. Handynavigation? Ja, hatten wir, aber nicht daran gedacht sie auch zu nutzen. Ein Metrobus rauschte an uns vorbei. Ha, da ist eine bediente Haltestelle! Dort nachgefragt und nur fragende Gesichter gesehen. Kein Englisch, kein Spanisch und sowieso kein Deutsch. Bis auf eine Frau, die wohl irgendwas verstanden hat und zu uns sagte, dass wir nur dort die Straße hinunter müssen und dann wären wir da.

Auf zur Unterkunft

Eine Stunde später waren wir in der Nähe der Unterkunft. Diesmal lief das Handy mit, damit wir den Ausstieg nicht verpassen. Ja, wir sind lernfähig. Hungrig bis unter beide Arme waren wir eine Stunde zu früh angekommen. Woher bekommen wir nun etwas zu essen? Oder wenigstens etwas zu trinken? Also ein paar Meter im Kreis gegangen und ein Geschäft gefunden, welches scheinbar ein echter Delikatessen-Händler ist. Für zwei Flaschen Fruchtsaft á 250ml haben wir stolze €10,00 bezahlt. Wow, haben wir diesen Saft genossen.

Die Stunde verging recht zügig und wir gingen zum Eingang zurück. Gott sei Dank gab es einen Hauswärter, der am Eingang sitzt und jeden Besucher empfängt. Er konnte dann unseren Host anrufen, der uns dann kurz darauf abgeholt hat. Ab in die 12. Etage und eine kurze Einweisung in die Wohnung erhalten, wollten wir uns erstmal etwas Wasser und eine lokale SIM Karte kaufen. Pedro, unser Host, hat uns dabei begleitet und alle notwendigen Übersetzungen gemacht. Der Rest vom Abend verlief unspektakulär. Wir haben sogar etwas Essbares gefunden und mussten nicht hungern.

Eine Tradition?

Was machen wir im Ausland als erstes in einer neuen Stadt? Richtig, die Shopping-Center besuchen. Frag nicht warum, es hat sich so eingebürgert. Wird dies unsere Tradition werden? Neben den Kirchen und alten Gemäuern, die wir uns gerne anschauen? Da wir das Busfahren jetzt verstanden haben, ging es also mit dem Bus in einen der beiden großen Shopping-Center der Stadt. Es ist alles ziemlich ähnlich zu Paraguay. Teilweise einfach nur etwas moderner. Aber was den Aufbau, die Geschäfte, die Fress-Meilen und die Kinderbespaßung betrifft, so ist es sehr ähnlich. Und auch die Preise sind durchaus vergleichbar.

Hier ist übrigens die totale Weihnachtsstimmung ausgebrochen. Zumindest im Shopping Recife. Es läuft Weihnachtsmusik und es ist festlich dekoriert, mit Tannenbäumen und Kugeln als Baumschmuck. Heimat, ich vermisse Dich nicht.

Eine Überraschung am Strand

Wenn wir schon in einer Küstenstadt wohnen, dann darf natürlich der Strandbesuch auch nicht fehlen. Also auf, die Füße in die Hand genommen und zum Strand gegangen. Die Straßen sind ähnlich wie in Encarnación, als überwiegend gut. Dennoch sollte man aufpassen wohin man tritt, denn ganz so sauber ist es nicht. Hundehaufen können schon vorkommen und kleine Löcher im Fußweg sind offenbar auch normal.

Am Strand dann ein entgeisterter Blick aufs Meer. Gruselig grün ist die Brühe, und der Strand hat eine Mauer zum Wasser. Zumindest an der Stelle, wo wir zum ersten mal auf den Strand trafen. Etwas weiter südlich ist dann ein Strand, wie wir ihn als Strand kennen. Flach ins Wasser verlaufend mit viel Sand. Aber die Farbe vom Wasser wird nicht blauer. Genau wie der Geruch, der über der ganzen Stadt liegt.

Dafür sehen wir Warnschilder. Baden strengstens untersagt. Hier gibt es eine starke Strömung und Haie. Ja, die Strömung haben wir gesehen und gespürt. Die ist wirklich nicht mit der Ostsee zu vergleichen. Und auch am Mittelmeer ist deutlich weniger Strömung von den Gezeiten zu spüren. Nur die Haie, die haben wir nicht sehen können.

Ein neues Lieblingsgetränk

Kennst Du Agua de Cocos? Also Kokoswasser? Ja? So aus dem Tetra-Pack, oder? Wenn wir nun schon in einem Land leben, wo diese Pflanzen heimisch sind, dann müssen wir die Kokosnüsse wenigstens probieren. Und hey, die sind viel geiler als das, was wir in Deutschland als Kokoswasser kennenlernen durften. Fruchtig und angenehm süß im Geschmack bei nahezu klarer Färbung schmeckt so eine Kokosnuss wirklich toll. Aber bitte auch nicht jeden Tag.

Mehr Bus, mehr Abenteuer

Es gibt ja noch weitere Einkaufszentren in Recife. Wie wollten also auch diese anschauen. Wo der Bus dorthin abfährt, war einfach herauszufinden. Denn Google Maps weiß hier tatsächlich, welche Buslinie wohin fährt. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Paraguay. Was aber ein Nachteil ist, Google Maps weiß nicht alles. Wir haben also einen Bus gefunden mit dem wir fahren wollten. Linie 70 fährt direkt zum Shopping RioMar. Da kommt schon ein Bus. Vorne dran steht auch RioMar. Also rein dort. Niemand weiß genau, wann der nächste Bus kommt. Auch Google nicht. Leider waren wir in der Linie 62, die nur knapp am RioMar vorbei fährt. Ungefähr 3km später wurde uns dann klar, dass diese Linie erst sehr viel später wieder zurück fahren wird.

„Taxi!“, habe ich zu Sanny gesagt, als der Bus dann angehalten hat, um einen Rollstuhlfahrer hinaus zu lassen. Ein hydraulischer Lift ist in jedem Bus vorhanden, um Kinderwägen und Rollstühle in den Bus zu bekommen. Wobei Kleinkinder hier eher getragen werden, als gefahren. Der Rollstuhlfahrer hat den Bus verlassen und dann versagte die Technik. Immer mehr Fahrgäste sind aufgestanden und wollten den Bus wechseln. Bis der Fahrer das bemerkt hat, verging eine Zeit. Wir waren endlich draußen und haben uns einen Überblick über die Situation verschafft. 14 Fahrspuren galt es zu überqueren. Und einen kleinen Kanal. Ach, der ist auch ein Grund für die schlechte Luft. In diesen Kanälen kriecht eine Brühe; ganz langsam und mit einer klasse Konsistenz, wenn man einen Eintopf kochen möchte.

Dreimal nachgefragt, ob wir ankommen?

Ein Taxi haben wir gefunden. Die Türe wurde uns aufgehalten. Und die Fahrzeuge sind modern und sauber. Das ist beeindruckend, wenn wir es mit Paraguay vergleichen. Dem Taxifahrer konnten wir dann irgendwie klarmachen, dass wir ins RioMar möchten. Nur haben wir es anders ausgesprochen, als er es erwartet hat. Also hat er drei mal nachgefragt. Der Taxameter läuft sofort beim anfahren schon. Also brauchen wir keine Angst vor beschiss haben. Keine 10 Minuten später sind wir dort und werden direkt vor dem Eingang heraus gelassen. Wir gehen durch die unterste Ebene und stellen nüchtern fest, dass es hier wohl nur Arztpraxen gibt.

Groß, größer, RioMar

Im inneren des Einkaufszentrums erwartet uns ein 20 Meter hoher Weihnachtsbaum, den Kinder als Kletterburg benutzen dürfen. Dazu ein paar Weihnachtselfen und der Weihnachtsmann. Selbstverständlich, dass dieses Angebot genutzt wurde. Von den fünf Kindern, die wir im ganzen Einkaufszentrum an diesem Tag gesehen haben, waren alle fünf auch dort.

Apropos fünf, genau so viele Etagen gibt es hier zum Shoppen und Essen. Verglichen mit dem Shopping Recife ist es vom Gebäude her größer. Und zwar fast doppelt so groß. Betrachtet man aber den Charme der Geschäfte, dann ist unser Favorit eindeutig das Shopping Recife. Und das obwohl es im RioMar deutlich mehr à-la-carte Restaurants gibt. Aber für uns ist das Essen dann doch nicht alles. Strand ist mindestens genau so toll. Und die Berge werden wir hier in Latein-Amerika auch noch zu sehen bekommen. Wo? Erfahre es als erstes auf Instagram oder Facebook. Lass uns dort einen Like bzw. ein Abo da und Du siehst jedes Update, wo wir gerade sind und was wir gerade machen.

KW2018-27 – Als Vegetarier in Paraguay?

Selbst kochen oder Essen gehen?

Da wir in den letzten Wochen feststellen durften, dass es kaum einen Unterschied macht, ob wir selbst kochen oder essen gehen, gehen wir öfters auch mal zum Essen aus. Hier in Encarnación ist es sogar noch häufiger, als noch in Asunción. Woran das liegt? Wenn ich ganz ehrlich bin, ich kann es nicht begründen. Wir lernen dadurch aber auch einiges über die Ernährung der Paraguayer. Sehr gerne essen die Paraguayer Pizza, Hamburger, Milanesa (eine Art paniertes Fleisch, meistens mit einer Scheibe Käse und Tomate drauf), Empanadas oder Pasta. Oder sie essen gegrilltes Fleisch. Von einem Stand an der Strasse, oder in einer Churrascaria. Ein Grill Restaurant, in dem Fleisch an Spiessen gegrillt wird und dann in vielen Restaurants direkt am Tisch für den Kunden abgeschnitten wird.

In einer solchen Churrascaria waren wir nun auch am Dienstag. Mit dem Unterschied, dass das Fleisch dort nicht am Tisch abgeschnitten wird, sondern vor dem Grill. Wir waren mit der ersten Runde beschäftigt, als vor der Tür des Restaurants einige Fahrzeuge mit Blaulicht vorfuhren. Spontan sind einige Angestellte zur Tür gelaufen und alle Gäste haben sich zur Tür umgedreht. Herein kamen Polizisten und Militärs aus Paraguay und Argentinien, welche sich zu einem gemeinsamen Mittagessen getroffen haben. Nachdem diese Gruppe, beziehungsweise die „Chefs“, mit dem Essen fertig waren, wurde noch eine kleine Fotosession gemacht und so schnell wie sie kamen, sind sie wieder weg gewesen.

Warum schreibe ich nun von schlechtem Essen? Nun, in Europa haben wir in jeder Woche mindestens drei bis vier fleischlose Tage gehabt. Dies fällt uns nun hier verdammt schwer, da wir auf den Wochenmärkten oder in den Supermärkten bis auf Mais, Paprika, Zwiebeln, Tomaten und Kartoffeln wirklich keine anderen Gemüse finden können. Und wenn Du jetzt zufällig Vegetarier bist, dann würden wir uns freuen, wenn Du uns aus diesen Gemüsen ein paar tolle Rezeptvorschläge machen kannst. Aber in der Summe ist dies keine wirklich ausgewogene Ernährung.

Am Sonntag sind wir in einem Pastarestaurant gewesen. Zu Fuß dort hin, Pasta gegessen und danach für fast zwei Stunden am Strand im Sand gelegen, weil wir aufgrund dieser enormen Menge Weissmehl gar nichts mehr konnten. Wenn man das nicht gewohnt ist, dann schlägt das absolut auf den Magen, beziehungsweise das Verdauungssystem. Schön war das nicht.

Endlich wieder Regen und Wind

Total fasziniert sind wir von diesem Wind. Als Nordlichter, die wir nun einmal unbestritten sind, sind wir schon einiges in Sachen Wind gewohnt. Aber, dass der Wind durch die Häuser pfeifft, eisig kalt, ohne Heizung und ohne Widerstand, dass ist für uns echt ungewohnt. Und so schön unsere aktuelle Unterkunft auch ist, mit dem Blick auf den Fluss und die tolle Abendbeleuchtung, so hatten wir auch schon Wasser in der Unterkunft durch den starken Regen. 

Und was macht man bei Regen? Richtig, man arbeitet. Der Blog will geschrieben werden, die Fotos wollen sortiert werden, die Videos wollen gesichtet werden und wenn das erledigt ist, dann soll daraus auch noch ein neues Video entstehen. Und wer keine Lust auf Arbeiten hat, der bildet sich weiter. Entweder lernen wir also Spanisch, oder wir lernen wie man mit den Schnittprogrammen, oder den Bildbearbeitungsprogrammen besser umgehen kann. Oder wir bereiten weitere, noch geheime Projekte vor. Denn auch das sind Aufgaben, die einfach erledigt werden müssen.

Mit dem Colectivo durch die Stadt

Wir haben uns diese Woche dafür entschieden, dass wir uns die Stadt ein wenig genauer anschauen wollen.  So sind wir einfach in einen Bus eingestiegen und haben uns mitnehmen lassen, bis er nicht mehr weiter fährt. In Encarnación kostet die einfache Fahrt übrigens nur 2500Gs. Das sind umgerechnet ca. €0.36. Und auch hier spielt es dann keine Rolle, ob Du nur ein paar Meter fährst, oder aber von der Startstation bis zu Endstation. Unsere Unterkunft ist ziemlich in der Mitte einer Linie, also sind wir einfach mal los in Richtung argentinischer Grenze. In diesem Bereich von Encarnación sind sehr viele kleine Geschäfte, die allesamt ihre Waren anpreisen. Die Preise sind mehrheitlich in Peso angeschrieben, so dass wir nicht wirklich sagen konnten wie günstig oder teuer es ist. Aus der Schweiz kennen wir ja nun den extremen Einkaufstourismus, weil eine Zeit lang der Wechselkurs von CHF zu EUR extrem günstig für die Schweizer stand. Hier in Paraguay setzen die Grenzregionen anscheinend sehr auf die reicheren Argentinier, jedoch haben wir auch an den Wochenenden sehr wenige Autos mit argentinischem Kennzeichen gesehen. Es scheint fast so, als wäre der grenzübergreifende Einkauf hier nicht so weit verbreitet wie in Europa.

Als offensichtliche Touristen wurden wir folglich auch an jeder Ecke von Einheimischen angesprochen und uns wurden kleine Zettelchen vor die Nase gehalten. Werbende – in Hamburg auf dem Kiez sagt man Koberer – die ihre Provision erhalten, sofern wir mit dem Zettel in der Hand in das Geschäft gehen, für das geworben wird. Dabei wollten und wollen wir doch gar nichts kaufen. Wir haben alles bei uns was wir gerade benötigen. Eigentlich sogar noch immer etwas zu viel. Daran arbeiten wir aber bei jedem Koffer packen und unglücklicherweise auch bei jeder Wäsche. Das Phänomen der fehlenden Socken ergreift uns hier regelmässig. Dabei schauen wir immer sehr genau in der Waschmaschine nach, ob auch wirklich alles raus ist. 

Das Tereré-Experiment

Es heißt, man ist nicht in Paraguay gewesen, wenn man nicht wenigstens ein mal Tereré oder Mate aus einer typischen Guampa mit dem dazu passenden Trinkrohr, der Bombilla, getrunken hat. Wir wollten uns also diese Prozedur nicht nehmen lassen, haben verschiedene Anleitungen gesichtet, den Einheimischen dabei zugeschaut und es dann im Geheimen, in unserer Unterkunft, auf einen Versuch ankommen lassen.

Eine Tatsache ist, dass die Paraguayos sehr wenig bis gar nicht Rauchen, obwohl Zigaretten hier vergleichsweise günstig sind. Nachdem wir also alles vorbereitet hatten, den Tee nach Anleitung mit Wasser übergossen haben, kam der Moment der Wahrheit. Vorsichtig am Trinkrohr gesaugt und den ersten Schluck auf der Zunge verlaufen lassen. Die einstimmige Reaktion von uns beiden war: „Dann kann ich auch Rauchen. Wäh, schmeckt das nach Zigarette.“

Ich habe dann, mutig wie ich bin, noch ein paar mal nachgefüllt. Besser wurde es nicht, aber auch nicht schlimmer. Für uns steht jedenfalls fest, dass dieser paraguayische Trinkgenuss nicht in unser Repertoire der Rituale aufgenommen wird. Und wo wir schon bei Tee sind, so sind die verschiedenen Tee Sorten hier in Paraguay eher nicht mit denen vergleichbar, die wir aus Europa kennen. Ein, in großer Not, gekaufter Earl-Grey-Tee schmeckte mit einem Schuss Kuhmilch ungefähr genau so wie pure Hafermilch. Für die eingangs erwähnten Vegetarier ist das möglicherweise eine willkommene Abwechslung. Wenn aber sonst auch immer nur das gleiche Gemüse auf dem Teller liegt, dann ist es auch damit schnell wieder vorbei.

 

Die weitere Planung

Was wir wirklich unterschätzt haben: die Reiseplanung. Natürlich wussten wir vorher schon sehr genau, dass wir eine Weltreise machen möchten und nicht eine Paraguay Reise. Aber selbst hier in Paraguay Unterkünfte zu finden, die einen nicht das halbe Vermögen kosten, dazu noch so liegen, dass man auch mal etwas unternehmen kann, ist schon kompliziert genug. Hinzu kommt der, hier in Paraguay, beinahe übermäßig strapazierte Ausspruch: Hüte Dich vor Sturm und Wind, und Deutschen, die im Ausland sind. Geht es nur nach diesem Ausspruch, darf man keinem Deutschen trauen, der im Ausland sein Geschäft machen möchte. Möglicherweise gibt es hier in Paraguay jedoch einen Schlag Menschen, die sich so gut vernetzt haben, dass immer die gleichen Empfehlungen ausgesprochen werden, damit ein paar kleine Provisionen fliessen können. Beweisen können wir das nicht.

Wir haben also ganze zwei Tage damit verbracht, um zu schauen, wohin wir als nächstes reisen möchten. Denn ein paar feste Termine haben wir in Europa; was dazwischen kommt, wissen wir immer noch nicht genau. Bestimmt finden wir noch heraus, wohin es gehen soll. Es ist wirklich auch Arbeit, die da zu erledigen ist, für die wir nicht bezahlt werden.

Neben den ganzen mittel- und langfristigen Planungen haben wir uns dann auch noch um die kurzfristigen Dinge gekümmert. In der nächsten Woche werden wir definitiv mit einem Auto umher fahren und ein paar touristische Orte ansteuern. Lass Dich überraschen, was es alles zu sehen gibt in Paraguay.

KW 2018-25 – Eine neue Perspektive

Die leere Altstadt

Am Sonntag war in Paraguay „Dia del Padre„, also Vatertag. Von unserem Gastgeber bin ich in der Küche mit einem großen Strahlen begrüsst worden. „Alles Gute zum Vatertag für Dich und für mich“ hat er mir entgegen geschmettert. Selbstverständlich auf Spanisch, was Sandra und ich inzwischen immer besser verstehen. Das Gefühl für die Sprache kommt mit jedem Tag mehr.

Wir haben uns für den heutigen Tag in der Altstadt mit einem Paar verabredet, welches wir kürzlich kennenlernen durften. In dieser Woche war für uns wieder einmal ein Wohnungswechsel angesagt. Da wir von Asunción nach Encarnación reisen wollten, mussten wir uns also auch noch ein Busticket kaufen. Die Fernbusse sind, im Gegensatz zu den Stadtbussen, nämlich nicht direkt im Bus zu bezahlen. Es ist quasi wie in Deutschland mit der Fernbahn. Das Ticket wird am Schalter gekauft und gilt dann für diese bestimmte Fahrt.

Ein Taxi stand – wie unsichtbar bestellt – bereits vor der Türe parat. Unsere Vermieter haben Besuch bekommen. Wir haben also dieses Taxi belegt und uns zum Terminal de Busses fahren lassen. Ein ganz normaler Busbahnhof, wie ihn die meisten Großstädte auch haben. Die Fahrkarte ist ähnlich groß, wie ein Flugticket, nur nicht ganz so stabil. Sie ist ja auch nicht aus leichtem Karton, sondern aus dünnem Papier. Und man verliert sie besser nicht, denn es gibt nur diese eine. Ob sie irgendwo registriert ist, weiß ich nicht. Könnte schon sein, denn sie wird von einem Computer gedruckt. Interessanterweise wird dann die Sitzplatznummer von Hand auf dem Ticket vermerkt. Manchmal darf man sich wirklich wundern. 

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: es gibt ca. 20 verschiedene Busunternehmen, von denen wenigstens die Hälfte die Verbindung Asunción-Encarnación bedient. Jetzt ist also die Frage, welches Unternehmen wir wählen sollen. Sandra hat sich vorher via Internet das notwendige Wissen über die möglichen Unternehmen angeeignet und die, zeitlich, für uns beste Verbindung heraus gesucht. Da hier in Paraguay sehr vieles, sehr teuer ist, bin ich einfach nach dem Motto verfahren: Wenn das Unternehmen sich vier Schalterplätze leisten kann, dann sind die Busse auch gut.

Der Busbahnhof

Vom Busterminal sind wir dann mit dem nächstbesten Bus in Richtung Altstadt gefahren. Dummerweise haben wir den Bus direkt an der Ampel anhalten wollen, was der Fahrer mit einem leicht grimmigen Gesichtsausdruck quittiert hat. Keine 20 Meter weiter ist doch die Bushaltespur, wo er so oder so angehalten wäre.

Die Fahrt ging weiter und wir waren sehr erstaunt über die fast leeren Straßen. So kannten wir die Stadt bisher noch nicht. Also mit wenigen Autos schon, aber so ganz ohne Autos? Ja, ist auch nicht ganz richtig, aber es fühlte sich so an. Wir konnten auf den Straßen gehen ohne Angst zu haben, dass ein Autofahrer uns anhupt. Habe ich schon erzählt, dass ich über die Hupe in Paraguay noch einen separaten Bericht machen möchte?

Also haben wir uns ein Restaurant gesucht – ja, wirklich gesucht – um etwas zum Mittag zu bekommen. Dies war dann nämlich doch nicht so einfach wie gedacht. An jedem Tag bekommt man an jeder Ecke etwas zu Essen, nur am Vatertag ist fast alles geschlossen. So haben wir also eine große Runde gedreht, um zu sehen, was alles geöffnet hat. Und es war nicht viel. Von den bekannten Burger-Ketten abgesehen, haben wir kaum ein anderes Restaurant gefunden. Also sind wir in ein Burger-Restaurant gegangen, welches keiner der in Europa ansässigen Ketten angehört. Und was soll ich euch sagen, das Essen war sehr gut. 

Der Sonnenuntergang

Unser ursprüngliches Motiv für diesen Ausflug war ja der versprochene Sonnenuntergang am Fluss. Wir hatten uns also mit dem befreundeten Pärchen getroffen, einen Kaffee getrunken und sind zur rechten Zeit herunter zur Costanera, der Uferstraße am Fluss, gegangen. Gemäß unserem Reiseführer wird diese Straße am Sonntag Abend für den Fahrzeugverkehr gesperrt und es gibt einen Haufen Verkaufsstände für alle möglichen Leckereien. Kurz gesagt, die Autos sind noch gefahren und die Leckereien beschränken sich auf Churros und Popcorn. Diese dafür dann alle paar Meter, also verhungern wird man bestimmt nicht, sofern man auf Süßes steht. Aber Fotos, wie sie von anderen Blogs bekannt sind, konnten wir nicht machen. Dafür war es viel zu bewölkt in Argentinien. Argentinien? Ja natürlich. Denn von Asunción aus ist man in nur 30 Minuten Autofahrt in Argentinien. Einmal schnell über den Rio Paraguay, dann links abbiegen und über die Grenze fahren.

Am Dienstag sind wir zum Shopping Mariscal gefahren, da dort ein Wochenmarkt in der Tiefgarage stattfinden sollte. Und tatsächlich, auf dem Parkdeck war ein kleiner, feiner Wochenmarkt mit ca. 50 Ständen, die alles verkauft haben, was benötigt wird. Obst, Gemüse, Fleisch, Backwaren, Medikamente, Getränke, einfach alles. Die Qualität von Obst und Gemüse ist auf diesem Wochenmarkt übrigens sehr viel besser als in den üblichen Supermärkten. Wenn Du also in Paraguay frisches und gutes Obst und Gemüse haben möchtest, dann auf einem Wochenmarkt und nicht im Supermarkt. Das waren wir aus der Schweiz anders gewohnt. Jetzt, da wir es wissen, können wir anders planen.

Cirque du Soleil

Kaum, dass wir aus dem Shoppingcenter heraus gekommen sind, haben wir von der Straße schon laute Musik gehört. Wir haben auf dem Wochenmarkt etwas zu Essen gekauft und wollten dieses dann auch bald verzehren. So sind wir in Richtung der Musik gewandert und haben einen langen roten Teppich gesehen. Einige Menschen standen davor oder darauf und die Musik kam von genau dort. Auf einer Bank waren noch Plätze frei, diese haben wir dann genutzt um zu essen. Wir waren gerade fertig mit essen, als die Musik eine Pause gemacht hat und eine kleine Gruppe Menschen einen Kreis formiert hat. In der Mitte ein Tänzer mit einer Break-Dance Show, die Gruppe war am klatschen. Und dann fing die Musik wieder an. Die kleine Gruppe hat sich neu aufgestellt und fing an zu tanzen. Von den Seiten sind weitere Tänzer hinzugekommen und wir haben eine sehr tolle Choreografie angeschaut. So beschlossen wir noch etwas zu bleiben. Diese Show durften wir etwas später nochmals sehen. Und nach einer gefühlten Ewigkeit ist ein Bus angehalten und ein paar Artisten vom Cirque de Soleil hat auf dem roten Teppich ein paar Kunststücke präsentiert. Wir waren unverhofft in einer Werbeaktion gelandet. Was für ein tolles Erlebnis.

Der Reisetag

Mittwoch war nun endlich unser Reisetag. Wir haben all unsere Dinge in den Koffern und Rucksäcken verstaut, das Zimmer aufgeräumt und unser Geschirr gewaschen. Unsere Gastgeber sind leider bereits am Montag nach Argentinien verschwunden, so dass wir uns nicht einmal mehr verabschieden konnten. Ihr House-Keeper hat uns dann die Last des Schlüssels abgenommen und uns ein Taxi zum Busterminal bestellt. Viel zu früh waren wir um 9 Uhr schon dort. Und der Bus fuhr erst um 12 Uhr. Irgendwer hat vergessen an der Uhr zu drehen. Wir konnten also die Busse beobachten, die dort alle 30 Minuten abfuhren. Fast neue, waren selten, oder deutlich ältere Busse fuhren dort von den 25 Bussteigen ab. Was für ein Bus erwartete uns also?

Mit meiner Theorie, dass ein Busunternehmen mit vier Schalterplätzen auch mehr Geld hat, lag ich absolut richtig. Es kam ein fast neuer Doppelstock Bus mit vier Achsen an den angegebenen Halteplatz. Das Gepäck verstaut und ab in das Oberdeck. Die Plätze 3 und 4 waren unsere. Also direkt vorn an der Scheibe. Zum Glück, und zum Leidwesen von Sandra. Das Fahren in Paraguay macht manchmal durchaus Angst. Zum Beispiel dann, wenn auf der zweistreifigen Straße, bei Tempo 90Km/H, bis auf zwei Meter aufgefahren wird, um dann, mit einem Geschwindigkeitsüberschuss von 5Km/H, am Berg, mit Gegenverkehr in 700 Metern, an einem 21 Meter langen LKW vorbei zu schleichen. Kurz gesagt: wir haben überlebt und die Kamera auch. Nach ziemlich genau 6 Stunden Fahrtzeit sind wir dann in Encarnación angekommen. An Board gab es Verpflegung und einen Kinofilm. Keinen aktuellen, aber einen auf Englisch mit Spanischem Untertitel, ein paar Deutschsprachigen Sätzen und etwas Spanisch, was jeweils in Englisch untertitelt wurde.

Mit dem Taxi wollten wir dann zu unserer neuen Unterkunft fahren. Doof ist, wenn weder Du, noch der Taxifahrer wissen, wie man da hin kommt. Unser Navi wusste es schon, der Taxi Fahrer konnte damit jedoch nichts anfangen. Und auch auf unser Gestikulieren hin, konnten wir ihn nicht zum Weiterfahren überreden. Also habe ich den Host angerufen und den Taxifahrer mit ihm sprechen lassen. Danach ist er dann genau so gefahren, wie das Navi es auch wollte. Da er das Taxameter nicht angeschaltet hatte, war ich schon auf Verhandeln eingestellt. Er hat das Gepäck ausgeladen und nannte einen Preis, der für mich angemessen war. Auch Sandra hat nicht widersprochen, sondern bezahlt.

Enrique, unser neuer Host

Ich habe dann noch eine Nachricht von Enrique bekommen, dass er in 30 Minuten zu Hause sein wird. Seine Eltern würden uns jedoch hineinlassen. Sie sprechen nur kein Englisch, geschweige denn Deutsch. Für uns war das absolut ok, denn wir sind Gast und wollen hier lernen. Also lernen wir auch Spanisch, um die Menschen zu verstehen. Wir sind, wie auch schon zuvor, sehr höflich und freundlich empfangen worden. Uns wurde die Unterkunft gezeigt und wir haben uns sogar schon unterhalten können. Zugegeben, echter Small-Talk umfasst mehr Worte, aber ich denke, dass es darauf nicht ankommt. Wir dürfen die komplette obere Etage für uns beanspruchen. Sogar den Grill dürften wir benutzen, wenn wir wollten.

Ca. drei Stunden später war Enrique dann auch da und hat gefragt, ob alles okay wäre. Dies konnten wir bestätigen und hofften, dass er keine weiteren Fragen mehr stellen würde, denn wir waren müde und wollten nur noch schlafen. Unser gelerntes vom Tag: 30 Minuten können auch mal 3 Stunden sein. Völlig normal in Paraguay.

Am nächsten Tag sind wir zu Fuß in Richtung Supermarkt, um uns mit den Notwendigkeiten des Lebens zu versorgen. Da wir in Asunción gelernt haben, dass es auf Wochenmärkten das bessere Obst und Gemüse gibt, sind wir am Nachmittag noch zum Wochenmarkt gefahren. Und hier ist es wie scheinbar überall in Paraguay, eine Bushaltestelle ist dort, wo Du gerade stehst, beziehungsweise aussteigen möchtest.

Dieser Wochenmarkt war jedoch bei weitem nicht so schön – optisch, wie auch olfaktorisch – und hatte auch nicht die beste Auswahl. Dafür war er sehr günstig. Wir haben Zutaten für eine komplette Mahlzeit für nicht einmal €1.50 gekauft. Im Supermarkt hätten wir mehr bezahlen müssen dafür.

Der Sonnenuntergang

Auf dem Heimweg hatten wir einen brennenden Himmel, alle Hände voll mit Tragetaschen und nur die Telefone zum Fotografieren dabei. Und so haben wir uns dann vorgenommen, dass wir am nächsten Abend zum Fluss gehen und ein paar tolle Fotos machen werden. So war dann der Freitag, mal wieder ein Arbeitstag und am Abend sind wir hinaus, um Fotos und Videos zu machen. Hier eine kleine Auswahl.

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