KW 2018-21 – Vier Wochen, wo bleibt die Erholung?

Besuch im Club-Resort Rakiura

Unser Wochenende begann damit, dass für uns der erste Unterkunftswechsel anstand. Nachdem es letzten Freitag ohne Unterbruch geregnet hat, war unser Samstag von gutem Wetter geprägt. Wir konnten uns ganz bequem in „unser“ Taxi setzen und uns auf den Weg zur neuen Unterkunft machen. „Unser“ Taxi deshalb, weil wir in den letzten drei Wochen regelmäßig mit diesem Fahrer unterwegs waren. Leider sind wir nun nicht mehr in San Lorenzo, so dass er sich neue Fahrgäste suchen muss.

Angekommen an der neuen Unterkunft, mussten wir dann noch auf die Eigentümer warten, da wir ca. 30 Minuten zu früh vor Ort waren. Das war natürlich nicht weiter schlimm, denn so konnten wir schon einmal einen kleinen Eindruck von der Umgebung gewinnen. Auch wenn wir mit dem ganzen Gepäck nicht wirklich weit weg gehen wollten. Die Straßen sind nämlich wirklich sehr abenteuerlich hier. Nachdem unsere Hosts uns dann die Zimmer gezeigt haben, konnten wir uns einrichten und haben für den Rest des Tages noch etwas Verpflegung und Unterhaltung gesucht.

Am Sonntag hatten wir dann eine Einladung in das recht exklusive Rakiura-Resort in Luque. Die Jahresmitgliedschaft in diesem Resort ist der reicheren Bevölkerungsschicht vorbehalten, denn für eine Familie bewegt sie sich bereits im Fünfstelligen USD Bereich. Eine Rundfahrt mit dem Club-Car hat uns dann gezeigt, dass hier wirklich an nichts gespart wurde. Verschiedene Pools, ein Wellenbad, Fitnesscenter, Tennisplätze und eine Golfanlage sind vorhanden. Ebenso dürfen natürlich Dressur- und Sprunganlagen, genauso wie Basketball-, Volleyball- und Fußballplätze nicht fehlen. Ein Hotel mit Veranstaltungsräumen und Restaurant muss da, glaube ich, nicht mehr gesondert erwähnt werden. Da es Sonntags immer ein riesiges Brunch-Buffet gibt, haben wir uns dafür entschieden dieses für uns in Anspruch zu nehmen. Die Auswahl an verschiedenen Fleisch- und Fischgrilladen ist unglaublich. Dazu kommen dann noch die unterschiedlichsten Gemüsesorten in kalt und warm. Dieses Resort ist ein Paradies im Paradies und der ideale Ort, um ein wenig Erholung zu bekommen. Da die Mitgliedschaft aber doch recht teuer ist und wir ja weiter reisen möchten, haben wir uns dazu entschieden, dass wir keine Mitgliedschaft abschließen.

Die fehlende Erholung

Der ganze Stress, der letzten Monate vor der Abreise, wird einfach nicht wirklich weniger. Da wir im Rakiura-Resort ein Deutsches Geschwisterpaar kennengelernt haben, sind wir in dieser Woche dann mit den beiden ein wenig unterwegs gewesen und haben uns über Pläne, Träume und Ziele unterhalten. Es waren sehr spannende Themen, die wir hatten, und es waren viele Gemeinsamkeiten, über die wir sehr erstaunt waren.

Da wir also immer noch Erholung benötigen, sind wir in diesen Tagen nicht sehr viel unterwegs gewesen, sondern haben die meiste Zeit mit unseren Hosts oder den neuen Freunden verbracht. Mit unseren Hosts lernten wir Spanisch und mit den neuen Freunden ging es dann in der Hauptsache nur zum Essen.

Die Altstadt

Damit es nicht nur eine Zimmerwoche wird, haben wir uns dann doch noch für einen Ausflug in die Altstadt von Asunción entschieden. Durch einen Reiseführer inspiriert, sind wir als erstes mit dem Colectivo zur alten Bahnstation gefahren. Diese ist als Museum eingerichtet und zeigt einige wirklich tolle Exponate, an denen man den Zahn der Zeit erkennen kann. Die alte Lok ist leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, dafür der erste Klasse Wagen mit Küche und Bar.

Anschließend sind wir zur Touristen-Information gegangen und haben uns einen Stadtführer von Asunción inklusive einer Landkarte von Paraguay, mit den wichtigsten Städten geholt. Mit dem Stadtführer in der Hand sind wir weiter in Richtung Präsidentenpalast. Auf dem Weg dorthin haben wir uns ein paar Empanadas geholt, da wir beide langsam hungrig wurden. Der Präsidentenpalast ist unmittelbar an der künstlichen Lagune, die sogar einen Sandstrand hat. Leider ist das Baden in dieser Lagune nicht zu empfehlen. Der Rio Paraguay hat leider keine so starke Strömung, dass das Wasser aus der Lagune regelmäßig getauscht wird.

Nachdem wir nun unsere Mittagspause am Wasser verbracht haben, sind wir wieder zurück in Richtung Altstadt gegangen, um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu finden. Irgendwie sind wir jedoch so satt gewesen, dass wir entweder daran vorbei gegangen sind, oder sie einfach nicht sehen wollten. So sind wir zum Kaffee noch in eine Kaffee-Bar gegangen, die uns doch sehr an unser Lieblings-Café in Winterthur erinnert hat. Der gesamte Aufbau, die Bedienung, die Zubereitung und die Auswahl waren annähernd identisch. Nur die Farben und der Name waren unterschiedlich.

Ein neuer Mitbewohner

Zu guter Letzt haben wir noch einen neuen Mitbewohner in unserer AirBnB bekommen. Ein Finne, der seinen 50. Geburtstag dazu genutzt hat um 16 Wochen Ferien zu machen und in dieser Zeit die Reise seines Lebens zu machen. Ähnlich wie wir also, nur mit dem Unterschied, dass er nur 16 Wochen Zeit eingeplant hat, während wir einfach losgefahren sind, ohne zu wissen wie lange wir brauchen werden. Für seine Reise hat er seit acht Jahren seinen Urlaub gespart, denn in Finnland darf man pro Jahr eine Woche Urlaub aufsparen. Die Familie und der Arbeitgeber wussten seit dem Zeitpunkt auch von seinem Plan. Jetzt denkst Du Dir: acht Jahre und 16 Wochen, das passt doch gar nicht. Und damit liegst Du richtig. Im Jahr des 50. Geburtstages hatte er Anspruch auf 7 Wochen Ferien. Und dazu noch ein paar Überstunden und die 16 Wochen sind zusammen.

Wir finden diese Umsetzung der Reise einfach super und freuen uns total für ihn. Zusätzlich haben wir für uns noch weitere Tipps, von Orten, die wir unbedingt besuchen sollten, erhalten.

KW 2018-20 – Paraguay die 3.

Busfahren für Anfänger

So hatten wir also die Idee mit dem Bus nach Areguá zu fahren. Eine Stadt, direkt am Lago Ypacarai, ca. 30km von Asunción entfernt. Mit dem Bus soll diese Strecke in ca. einer Stunde zu schaffen sein. Nachdem wir aus einem Reiseführer wussten, dass die Linea 11 nach Areguá fahren soll, haben wir uns den nächsten 11er angehalten und sind einfach mal losgefahren. Dies haben wir ja in der letzten Woche so gelernt. Nach ungefähr einer Stunde fahrt sind wir vom freundlichen Busfahrer mit einem Lächeln im Gesicht gebeten worden, jetzt auszusteigen. Die übrigen Fahrgäste fingen an zu lachen und wir standen da, wie der Ochs vorm Berg und wussten nicht, wie uns geschah. Der Busfahrer hatte Pause und ist zu seinem Haus gefahren. In Capiatá. Busfahrchallenge Nummer 2 – durchgefallen. Unser neu erworbenes Wissen von diesem Tag: Lese immer das kleine Schild in der Windschutzscheibe vom Bus.

Wir standen also inmitten der Pampa Capiatás, ohne Plan, ohne ausreichend Wasser und mit einer kleinen Portion Frust. Schnell das Telefon herausgeholt, etwas Internet gebucht und mittels einer Karten-App versucht, einen Weg aus diesem Irrsinn heraus zu finden. An der Ruta 1 angekommen, haben wir wieder jede Menge Colectivos gesehen und sind, nach einer kurzen Orientierungsphase, in einen Bus in Richtung San Lorenzo eingestiegen. Sowohl Sandra, als auch ich, waren nun echt genervt von uns und der Situation, dass wir es nicht nach Areguá geschafft hatten. So sind wir in ein uns bekanntes Shopping-Center gegangen und haben eine Frust-Pizza bestellt. Diese Frust-Pizzen sind immer extrem lecker, unabhängig von Belag und Preis.

Die folgenden Tage vergingen recht unspektakulär, da es immer wieder einmal geregnet hat und wir dementsprechend nichts in der Natur unternommen haben. Wir haben ja Zeit und müssen nicht jeden Tag gestresst nutzen.

Oh Du schönes Areguá

Mit dem Wissen, dass man auf verschiedene Dinge an einem Colectivo achten muss, haben wir uns dann doch noch auf den Weg nach Areguá gemacht und sind dort auch angekommen. Als allererstes wollten wir in Richtung Lago Ypacarai gehen und haben den alten Bahnhof gefunden. Die Bahnlinie von Paraguay wurde 1990 eingestellt und seit dem wird alles irgendwie anders genutzt. Die Überreste sind jedoch deutlich zu erkennen.

Diese wirklich alten Wagen und Wagenteile sind leider total dem Verfall überlassen und werden zusätzlich als Unterkunft bzw. Abfallzwischenlager genutzt. Und es gibt eines an diesem Ort im Überschuss. Ameisen, kleine, beissende Ameisen. Es scheint, als wollten diese nicht, dass man den alten Bahnhof besuchen soll. Der weitere Weg zum See blieb uns versperrt, so dass wir die Straße zurück gingen und uns einen kleinen Mittags-Snack gegönnt haben.

Nach einem kurzen Blick in unseren Reiseführer haben wir dann entschieden den Weg zu den Gesteinsformationen zu Fuß zu nehmen. Dabei sind wir an einer sehr schönen Kirche vorbei gegangen, die wir leider nicht betreten durften.

Cerro Koi

Nach der Kirche gingen wir die Hauptstraße, auf der auch die Buslinie nach Asunción fuhr, weiter in Richtung Cerro Koi. Nach einer gefühlten Ewigkeit in der Sonne, mit wenig Schatten sind wir schliesslich an einem Ort angekommen, der uns die Sprache verschlagen hat. Gesteinsformationen, die der Natur entwachsen sind und nicht von Menschenhand geformt wurden. So etwas haben wir vorher noch nie gesehen. Wie auch? Diese Steinformationen gibt es nur an drei Orten auf der ganzen Welt. In Kanada, in Südafrika und hier in Areguá. Die Wege durch den Park sind definitiv nicht für Sommerschuhe (Flip-Flops) gedacht. Auch bei Turnschuhen solltest Du darauf achten, dass diese wirklich gut sitzen und einen guten Halt geben. Ideal sind wohl Trecking- oder Wanderstiefel, die wir leider nicht mit auf unsere Reise genommen haben.

Auf dem Weg durch den Park haben wir eine Touristengruppe inkl. Parkführern getroffen. Und obwohl unser Spanisch wirklich noch nicht gut ist – noch nicht einmal im Ansatz gut – hat uns einer der Guides an die Hand genommen und ist mit uns durch den Park gegangen. Die Gruppe hatte schließlich noch zwei weitere Guides dabei. Er hat uns Orte gezeigt und Tipps gegeben wie wir dort noch näher an die Steine gelangen konnten. Wir sind jedenfalls aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen. Wer uns auf Facebook folgt, der hat schon die ersten Bilder gesehen. Hier kommen nun noch weitere.

Wenn es erst mal regnet

Bevor nun der Wochenbericht schon wieder zu Ende geht, noch kurz der Freitag dieser Woche. Wir waren sehr froh, dass wir nicht erst heute zum Cerro Koi gefahren sind. Denn es hat den ganzen Tag über geregnet. So sehr, dass die Straßen beinahe Flüsse waren. Für das nächste Wochenende – Achtung Spoiler – steht ein Unterkunftswechsel an, aus diesem Grund haben wir bereits am Freitag den Kühlschrank leer gehabt. Irgendwann bekamen wir nun doch ein wenig Hunger und mussten uns auf die Jagd begeben. Erst war es nur ein wenig Hunger, also haben wir ein paar Empanadas an der Straßenecke gekauft. Günstig, lecker, satt machend.

Gegen Abend hatten wir dann doch wieder Hunger. Und zwar großen. Da es den ganzen Tag über geregnet hat, haben wir uns den Tag mit Wäsche waschen und ein wenig Arbeiten eingerichtet. So haben wir vom Regen wenig mitbekommen. Leider aber auch nicht, dass die Sonne dann auf einmal weg war. Und dann war da noch der Hunger. Also ein paar Klamotten gesucht, die etwas Wasser abhalten und los zum nächsten Restaurant. Mit nassen Füßen und durchnässten Shirts haben wir es dann geschafft und konnten etwas Essen. Nur mussten wir ja auch noch wieder zurück zur Unterkunft. Merkt Ihr etwas? Genau, wir haben es auch gemerkt. Wir waren wieder einmal Pitsche-Patsche-Nass. Ja, das kann es auch geben auf einer Reise. Es ist eben nicht jeden Tag Sonnenschein, zumal es hier auf den Winter zu geht.

Anmeldung zum Newsletter

Anmeldung zum Newsletter

Sollen wir Dich immer auf dem Laufenden halten?

Ja, das ist ganz einfach, trage unten Deinen Namen und Deine E-Mail-Adresse ein und drücke auf "Anmelden".

Du meldest Dich damit an unserem Newsletter an. Selbstverständlich kannst Du Dich auch jederzeit wieder abmelden.

Datenverarbeitung erlaubt?

Die Anmeldung war erfolgreich.