KW 2018-25 – Eine neue Perspektive

Die leere Altstadt

Am Sonntag war in Paraguay „Dia del Padre„, also Vatertag. Von unserem Gastgeber bin ich in der Küche mit einem großen Strahlen begrüsst worden. „Alles Gute zum Vatertag für Dich und für mich“ hat er mir entgegen geschmettert. Selbstverständlich auf Spanisch, was Sandra und ich inzwischen immer besser verstehen. Das Gefühl für die Sprache kommt mit jedem Tag mehr.

Wir haben uns für den heutigen Tag in der Altstadt mit einem Paar verabredet, welches wir kürzlich kennenlernen durften. In dieser Woche war für uns wieder einmal ein Wohnungswechsel angesagt. Da wir von Asunción nach Encarnación reisen wollten, mussten wir uns also auch noch ein Busticket kaufen. Die Fernbusse sind, im Gegensatz zu den Stadtbussen, nämlich nicht direkt im Bus zu bezahlen. Es ist quasi wie in Deutschland mit der Fernbahn. Das Ticket wird am Schalter gekauft und gilt dann für diese bestimmte Fahrt.

Ein Taxi stand – wie unsichtbar bestellt – bereits vor der Türe parat. Unsere Vermieter haben Besuch bekommen. Wir haben also dieses Taxi belegt und uns zum Terminal de Busses fahren lassen. Ein ganz normaler Busbahnhof, wie ihn die meisten Großstädte auch haben. Die Fahrkarte ist ähnlich groß, wie ein Flugticket, nur nicht ganz so stabil. Sie ist ja auch nicht aus leichtem Karton, sondern aus dünnem Papier. Und man verliert sie besser nicht, denn es gibt nur diese eine. Ob sie irgendwo registriert ist, weiß ich nicht. Könnte schon sein, denn sie wird von einem Computer gedruckt. Interessanterweise wird dann die Sitzplatznummer von Hand auf dem Ticket vermerkt. Manchmal darf man sich wirklich wundern. 

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: es gibt ca. 20 verschiedene Busunternehmen, von denen wenigstens die Hälfte die Verbindung Asunción-Encarnación bedient. Jetzt ist also die Frage, welches Unternehmen wir wählen sollen. Sandra hat sich vorher via Internet das notwendige Wissen über die möglichen Unternehmen angeeignet und die, zeitlich, für uns beste Verbindung heraus gesucht. Da hier in Paraguay sehr vieles, sehr teuer ist, bin ich einfach nach dem Motto verfahren: Wenn das Unternehmen sich vier Schalterplätze leisten kann, dann sind die Busse auch gut.

Der Busbahnhof

Vom Busterminal sind wir dann mit dem nächstbesten Bus in Richtung Altstadt gefahren. Dummerweise haben wir den Bus direkt an der Ampel anhalten wollen, was der Fahrer mit einem leicht grimmigen Gesichtsausdruck quittiert hat. Keine 20 Meter weiter ist doch die Bushaltespur, wo er so oder so angehalten wäre.

Die Fahrt ging weiter und wir waren sehr erstaunt über die fast leeren Straßen. So kannten wir die Stadt bisher noch nicht. Also mit wenigen Autos schon, aber so ganz ohne Autos? Ja, ist auch nicht ganz richtig, aber es fühlte sich so an. Wir konnten auf den Straßen gehen ohne Angst zu haben, dass ein Autofahrer uns anhupt. Habe ich schon erzählt, dass ich über die Hupe in Paraguay noch einen separaten Bericht machen möchte?

Also haben wir uns ein Restaurant gesucht – ja, wirklich gesucht – um etwas zum Mittag zu bekommen. Dies war dann nämlich doch nicht so einfach wie gedacht. An jedem Tag bekommt man an jeder Ecke etwas zu Essen, nur am Vatertag ist fast alles geschlossen. So haben wir also eine große Runde gedreht, um zu sehen, was alles geöffnet hat. Und es war nicht viel. Von den bekannten Burger-Ketten abgesehen, haben wir kaum ein anderes Restaurant gefunden. Also sind wir in ein Burger-Restaurant gegangen, welches keiner der in Europa ansässigen Ketten angehört. Und was soll ich euch sagen, das Essen war sehr gut. 

Der Sonnenuntergang

Unser ursprüngliches Motiv für diesen Ausflug war ja der versprochene Sonnenuntergang am Fluss. Wir hatten uns also mit dem befreundeten Pärchen getroffen, einen Kaffee getrunken und sind zur rechten Zeit herunter zur Costanera, der Uferstraße am Fluss, gegangen. Gemäß unserem Reiseführer wird diese Straße am Sonntag Abend für den Fahrzeugverkehr gesperrt und es gibt einen Haufen Verkaufsstände für alle möglichen Leckereien. Kurz gesagt, die Autos sind noch gefahren und die Leckereien beschränken sich auf Churros und Popcorn. Diese dafür dann alle paar Meter, also verhungern wird man bestimmt nicht, sofern man auf Süßes steht. Aber Fotos, wie sie von anderen Blogs bekannt sind, konnten wir nicht machen. Dafür war es viel zu bewölkt in Argentinien. Argentinien? Ja natürlich. Denn von Asunción aus ist man in nur 30 Minuten Autofahrt in Argentinien. Einmal schnell über den Rio Paraguay, dann links abbiegen und über die Grenze fahren.

Am Dienstag sind wir zum Shopping Mariscal gefahren, da dort ein Wochenmarkt in der Tiefgarage stattfinden sollte. Und tatsächlich, auf dem Parkdeck war ein kleiner, feiner Wochenmarkt mit ca. 50 Ständen, die alles verkauft haben, was benötigt wird. Obst, Gemüse, Fleisch, Backwaren, Medikamente, Getränke, einfach alles. Die Qualität von Obst und Gemüse ist auf diesem Wochenmarkt übrigens sehr viel besser als in den üblichen Supermärkten. Wenn Du also in Paraguay frisches und gutes Obst und Gemüse haben möchtest, dann auf einem Wochenmarkt und nicht im Supermarkt. Das waren wir aus der Schweiz anders gewohnt. Jetzt, da wir es wissen, können wir anders planen.

Cirque du Soleil

Kaum, dass wir aus dem Shoppingcenter heraus gekommen sind, haben wir von der Straße schon laute Musik gehört. Wir haben auf dem Wochenmarkt etwas zu Essen gekauft und wollten dieses dann auch bald verzehren. So sind wir in Richtung der Musik gewandert und haben einen langen roten Teppich gesehen. Einige Menschen standen davor oder darauf und die Musik kam von genau dort. Auf einer Bank waren noch Plätze frei, diese haben wir dann genutzt um zu essen. Wir waren gerade fertig mit essen, als die Musik eine Pause gemacht hat und eine kleine Gruppe Menschen einen Kreis formiert hat. In der Mitte ein Tänzer mit einer Break-Dance Show, die Gruppe war am klatschen. Und dann fing die Musik wieder an. Die kleine Gruppe hat sich neu aufgestellt und fing an zu tanzen. Von den Seiten sind weitere Tänzer hinzugekommen und wir haben eine sehr tolle Choreografie angeschaut. So beschlossen wir noch etwas zu bleiben. Diese Show durften wir etwas später nochmals sehen. Und nach einer gefühlten Ewigkeit ist ein Bus angehalten und ein paar Artisten vom Cirque de Soleil hat auf dem roten Teppich ein paar Kunststücke präsentiert. Wir waren unverhofft in einer Werbeaktion gelandet. Was für ein tolles Erlebnis.

Der Reisetag

Mittwoch war nun endlich unser Reisetag. Wir haben all unsere Dinge in den Koffern und Rucksäcken verstaut, das Zimmer aufgeräumt und unser Geschirr gewaschen. Unsere Gastgeber sind leider bereits am Montag nach Argentinien verschwunden, so dass wir uns nicht einmal mehr verabschieden konnten. Ihr House-Keeper hat uns dann die Last des Schlüssels abgenommen und uns ein Taxi zum Busterminal bestellt. Viel zu früh waren wir um 9 Uhr schon dort. Und der Bus fuhr erst um 12 Uhr. Irgendwer hat vergessen an der Uhr zu drehen. Wir konnten also die Busse beobachten, die dort alle 30 Minuten abfuhren. Fast neue, waren selten, oder deutlich ältere Busse fuhren dort von den 25 Bussteigen ab. Was für ein Bus erwartete uns also?

Mit meiner Theorie, dass ein Busunternehmen mit vier Schalterplätzen auch mehr Geld hat, lag ich absolut richtig. Es kam ein fast neuer Doppelstock Bus mit vier Achsen an den angegebenen Halteplatz. Das Gepäck verstaut und ab in das Oberdeck. Die Plätze 3 und 4 waren unsere. Also direkt vorn an der Scheibe. Zum Glück, und zum Leidwesen von Sandra. Das Fahren in Paraguay macht manchmal durchaus Angst. Zum Beispiel dann, wenn auf der zweistreifigen Straße, bei Tempo 90Km/H, bis auf zwei Meter aufgefahren wird, um dann, mit einem Geschwindigkeitsüberschuss von 5Km/H, am Berg, mit Gegenverkehr in 700 Metern, an einem 21 Meter langen LKW vorbei zu schleichen. Kurz gesagt: wir haben überlebt und die Kamera auch. Nach ziemlich genau 6 Stunden Fahrtzeit sind wir dann in Encarnación angekommen. An Board gab es Verpflegung und einen Kinofilm. Keinen aktuellen, aber einen auf Englisch mit Spanischem Untertitel, ein paar Deutschsprachigen Sätzen und etwas Spanisch, was jeweils in Englisch untertitelt wurde.

Mit dem Taxi wollten wir dann zu unserer neuen Unterkunft fahren. Doof ist, wenn weder Du, noch der Taxifahrer wissen, wie man da hin kommt. Unser Navi wusste es schon, der Taxi Fahrer konnte damit jedoch nichts anfangen. Und auch auf unser Gestikulieren hin, konnten wir ihn nicht zum Weiterfahren überreden. Also habe ich den Host angerufen und den Taxifahrer mit ihm sprechen lassen. Danach ist er dann genau so gefahren, wie das Navi es auch wollte. Da er das Taxameter nicht angeschaltet hatte, war ich schon auf Verhandeln eingestellt. Er hat das Gepäck ausgeladen und nannte einen Preis, der für mich angemessen war. Auch Sandra hat nicht widersprochen, sondern bezahlt.

Enrique, unser neuer Host

Ich habe dann noch eine Nachricht von Enrique bekommen, dass er in 30 Minuten zu Hause sein wird. Seine Eltern würden uns jedoch hineinlassen. Sie sprechen nur kein Englisch, geschweige denn Deutsch. Für uns war das absolut ok, denn wir sind Gast und wollen hier lernen. Also lernen wir auch Spanisch, um die Menschen zu verstehen. Wir sind, wie auch schon zuvor, sehr höflich und freundlich empfangen worden. Uns wurde die Unterkunft gezeigt und wir haben uns sogar schon unterhalten können. Zugegeben, echter Small-Talk umfasst mehr Worte, aber ich denke, dass es darauf nicht ankommt. Wir dürfen die komplette obere Etage für uns beanspruchen. Sogar den Grill dürften wir benutzen, wenn wir wollten.

Ca. drei Stunden später war Enrique dann auch da und hat gefragt, ob alles okay wäre. Dies konnten wir bestätigen und hofften, dass er keine weiteren Fragen mehr stellen würde, denn wir waren müde und wollten nur noch schlafen. Unser gelerntes vom Tag: 30 Minuten können auch mal 3 Stunden sein. Völlig normal in Paraguay.

Am nächsten Tag sind wir zu Fuß in Richtung Supermarkt, um uns mit den Notwendigkeiten des Lebens zu versorgen. Da wir in Asunción gelernt haben, dass es auf Wochenmärkten das bessere Obst und Gemüse gibt, sind wir am Nachmittag noch zum Wochenmarkt gefahren. Und hier ist es wie scheinbar überall in Paraguay, eine Bushaltestelle ist dort, wo Du gerade stehst, beziehungsweise aussteigen möchtest.

Dieser Wochenmarkt war jedoch bei weitem nicht so schön – optisch, wie auch olfaktorisch – und hatte auch nicht die beste Auswahl. Dafür war er sehr günstig. Wir haben Zutaten für eine komplette Mahlzeit für nicht einmal €1.50 gekauft. Im Supermarkt hätten wir mehr bezahlen müssen dafür.

Der Sonnenuntergang

Auf dem Heimweg hatten wir einen brennenden Himmel, alle Hände voll mit Tragetaschen und nur die Telefone zum Fotografieren dabei. Und so haben wir uns dann vorgenommen, dass wir am nächsten Abend zum Fluss gehen und ein paar tolle Fotos machen werden. So war dann der Freitag, mal wieder ein Arbeitstag und am Abend sind wir hinaus, um Fotos und Videos zu machen. Hier eine kleine Auswahl.

KW 2018-24 – Krank im Bett, kein Wochenbericht

So sollte die Überschrift zum Wochenbericht in dieser Woche am Mittwoch noch heißen. Aber fangen wir doch am Wochenende an. Am Samstag habe ich mich vom Einkaufen mehr oder weniger angestrengt zu unserer Unterkunft geschleppt. Sandra hat des öfteren auf mich gewartet. Die meiste Zeit habe ich daher lieber im Liegen verbracht. Am Sonntag ist Sandra dann mit Fieber aufgewacht und da war uns dann klar, diese Woche steht voll und ganz im Rahmen der Regeneration. In diesem Wort steckt dann auch schon das, was gemäß Wetterbericht das hauptsächliche Wetter der gesamten Woche werden sollte. Es war eher durchwachsen und hat sich aus der letzten Woche einfach weiter gezogen. Okay, dachte ich mir, dann fällt diese Woche der Bericht halt einfach ins Wasser.

Unsere Gastgeberin zeigte sich sehr besorgt und war am Montag dann für Sandra zur Farmacia gefahren und hat Medikamente für uns gekauft. Etwas, was das Fieber senkt, ein anderes Mittelchen gegen den Husten und auch beim Schnupfen konnte Sie etwas aus Ihrem Medizinschrank zaubern. Die Paraguayos sind ja so hilfsbereit, dass kenne ich aus Europa nicht.

Am Mittwoch war Sandra dann schon wieder so weit fit, dass wir eine Zeit lang im Garten sitzen konnten, um die plötzlich auftauchende Sonne zu geniessen. Wurde auch mal Zeit. Im Garten der Nachbarn steht ein riesiger Papayabaum und trägt reife, sowie auch neue Früchte in der Spitze. Ich muss ja mal sagen: Papayabäume sind hässlich. Eigentlich genau wie die Frucht auch. Und sie schmeckt auch sehr gewöhnungsbedürftig. Zumindest waren die Exemplare, die wir im Supermarkt erworben hatten, immer sehr speziell. Wer Papaya schon einmal probiert hat, der weiß sicherlich, was ich damit meine.

Sonne macht uns wieder gesund

So haben wir also in der Sonne gesessen und ein paar Vögel dabei beobachten können, wie sie aus dem Papayabaum eine der reifen Papayas „gepflückt“ haben. Es waren mindestens drei kleine Vögel und sie waren deutlich kleiner als die reife Papaya. Das Gezeter der drei war dafür um so größer. Es könnte ja sein, dass einer alleine die riesige Papaya auffrisst. Nicht!

Wann immer die Sonne nicht schien, haben wir uns ein wenig damit beschäftigt, was wir denn nach Paraguay machen möchten. Wir konnten einen Abreisetermin festlegen und haben schon den einen oder anderen Plan für die weitere Reise erarbeitet, aber noch nicht fixiert. Es ist ja auch noch lange hin, bis wir hier weg wollen. Und bis dahin haben wir auch hier noch den einen oder anderen Umzug zu tätigen. Am Abend hatte ich dann einen kleinen Anflug von „Ich bin krank – Männergrippe„. Sandra konnte da zwar nur müde lächeln, denn ich hatte noch kein Fieber und einen Hust-Wettbewerb zwischen uns beiden hätte sie locker gewonnen. Mir war dennoch nicht gut und ich habe in der Nacht auf Donnerstag sagenhafte 10 Stunden geschlafen.

Der Donnerstag war also weiterhin Erholen auf dem Programm. Wir haben genug zu Essen und zu Trinken gehabt, so dass wir tatsächlich nur für die notwendigsten Dinge aufstehen mussten.

Endlich Mercado cuatro (4)

Jetzt, wo wir am Freitag endlich ausgeschlafen und einigermaßen gesund waren; wo es mir (der in Europa erst bei -10°C friert) in einer einfachen Jacke viel zu kalt war; wo Sandra aufgrund der Erkältung so einen Blähbauch hatte, dass ihre Jacke nicht mehr zu ging, haben wir uns ganz früh (gegen 10 Uhr) auf den Weg in Richtung Mercado 4 gemacht. Ein Tipp von unseren Zimmernachbarn sollte uns zu einem Bus führen, der dichter an der Unterkunft ist. Leider entpuppte sich dieser Tipp als suboptimal. Wir hatten wohl eine unterschiedliche Meinung, wo die Straße lang führt, die wir als Tipp bekommen hatten.

Mehrere Colectivos haben wir weiter ziehen lassen, nachdem diese immer wieder sagten, dass sie nicht zum Mercado 4 oder zum Micro-Centro fuhren. So haben wir beschlossen, uns das nächste Taxi anzuhalten, was wir sehen konnten. Gesagt getan, an einem strategisch guten Punkt aufgestellt und frierend gewartet. Endlich, da hinten ist ein Taxi, das halten wir an. „Ja, wenn es nicht wieder vorher abbiegt“ sagte Sandra trocken, das ist uns in der Vergangenheit nämlich öfters passiert. Das Taxi fuhr weiter in unsere Richtung und ich fuchtelte wie wild mit dem ganzen Arm. „Der muss mich doch sehen“, dachte ich so bei mir. Und in letzter Sekunde konnte ich dann sehen, wie der Fahrer ein Zeichen machte. Er musste nur schnell noch einen Kunden abliefern und dann drehen. Ein paar Minuten später steht das Taxi vor uns und ein älterer Mann fragt uns auf bestem Yopará, ob wir ein Taxi per Telefon bestellt haben.

Yopará

Yopará ist eine Mischsprache aus Spanisch und Guaraní, die vor allem in Paraguay gesprochen wird. Sie gehört der Gruppe der Äquatorialen Sprachen und der Sub-Gruppe Tupí-Guaraní an. 
Das Wort „Yopará“ bedeutet schlicht „Gemischtes“ oder „Mischung“.

Verstehst Du den?

Da unser Spanisch eher schleppend besser wird, stand ich nun da wie Ochs vorm Berg und wusste nicht wohin. Sandra hat da wohl mehr verstanden und kurz und knapp mit „¡No!“ geantwortet. Er fing breit an zu grinsen und bat uns herein. Wir möchten zum Mercado 4, haben wir gesagt. Er fragte „¿Perú o Petirossi?“. Neee, hier in Asunción, und das ist auch kein Rennfahrer. Es hat eine Weile gedauert, bis wir verstanden haben, was er von uns wollte. Und es war auch kein „o“ in seiner Frage, sondern ein „y“, was ein riesiger Unterschied ist. Wenn man aber nuschelt, dabei noch schnell redet und der andere noch kein Gehör für das hiesige Sprachmuster hat, dann ist ein O auch mal ein Y, anders gesagt ein „Oder“ auch mal ein „Und“.

Die Fahrt mit dem lieben Kollegen hat ungefähr 20 Minuten gedauert und war sowohl unterhaltsam, als auch lehrreich. Wir wurden darüber aufgeklärt, dass wir doch das „Cel“, also das Mobiltelefon, besser in der Jacke verstecken sollten auf dem Markt. Und er ist die einzelnen Geldscheine mit uns durchgegangen. Hier wird in Guarani gezahlt, bloß nicht in US-Dollar. 

Was wir denn kaufen wollten? – Ein paar Kleider für uns. – Ultimo 100.000, ja nicht mehr. Die ziehen euch über den Tisch. Ihr seht aus wie Americanos, nicht wie Alemanos.

Wie sehen denn Alemanos aus im Vergleich zu Americanos? Den Unterschied kann ich als Deutscher nun wirklich nicht sehen. Dieser Satz erklärt aber auch, weshalb wir so oft gefragt werden, ob wir Americanos seien und immer mit einem breiten Grinsen bedacht werden, wenn wir dies verneinen.

Kurz bevor wir am Ziel waren, hat uns der Fahrer noch gefragt, wie wir wieder zurück kommen. Am einfachsten sei es mit dem Taxi, wir müssten nur sagen, dass wir die Perú runter wollen, dann auf der Artigas weiter bis zur Trinidad und schon sind wir da. „Nur noch da über die Straße, das macht dann 41.000Gs“.

 

Der Markt in bewegten Bildern

Die wenigen Schritte sind wir schnell gegangen, nur um dann auf dem gesamten Markt-Areal insgesamt weit über 10.000 Schritte zu machen. Nach mehr als drei Stunden, inklusive einem kurzen Mittags-Snack an einem kleinen Straßenstand, sind wir vom Mercado 4 in Richtung Micro-Centro, der Altstadt, aufgebrochen. Schaut euch die Bilder an, ich habe die ca. eine Stunde Rohmaterial auf ca. 8:40 Minuten gekürzt.

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KW 2018-22 – Die seltsame und kurze 5. Woche

Wochenende

Kennst Du das? Es ist Wochenende, Du hast nichts geplant und genau so passiert es dann auch? Zack, auf einmal ist es bereits Dienstag und Du weißt nur noch, dass Du zwischendurch zum Einkaufen gewesen bist. Die übrigen Tage dazwischen hast Du damit verbracht das Wetter zu geniessen und ein wenig zu arbeiten. So sieht also der Alltag aus, wenn man auf einer Reise ist. Wir haben die Tage vergessen. Und wenn Du uns gefragt hättest, welchen Tag wir haben, dann hätten wir auf unserem Smartphone nachschauen müssen. Dies ist zumindest für mich das Zeichen, dass ich anfangen muss einen geregelten Tagesablauf aufzubauen.

Mercado 4

Am Mittwoch haben wir dann beschlossen, dass wir mit unserem Zimmernachbarn zum südamerikanischen Markt gehen. Gegen 11 Uhr haben wir uns also zu Fuß auf den Weg gemacht in Richtung Colectivo – ca. 20 Minuten dauert dieser einfache Weg. An der Bushaltestelle angekommen, mussten wir also nur noch auf „den“ Bus warten. Leider steht es nach wie vor nicht an den Bussen oder an den Bushaltestellen, wohin die Busse fahren. Also wird einer nach dem anderen angehalten und nachgefragt: ‚¿á Mercado cuatro?‘. Dies ganze so lange bis dann der erste Busfahrer mit einem fröhlichen ‚¡Si!‘ antwortet. Also zu dritt in den Bus klettern und jeder schnell bezahlen. Immerhin warten hier noch mehr Passagiere darauf in den Bus zu kommen. Ein Stückchen weiter hinten wird schon wild mit der Hupe gespielt. Übrigens in Paraguay ein Spielchen, welches sehr populär ist. Ich werde dazu sicherlich noch einen eigenen Artikel schreiben.
Die Fahrt mit dem Bus dauert insgesamt ca. 30 Minuten, in denen man an den unterschiedlichsten Orten vorbei kommt. Auf der einen Straßenseite sind die Favelas der ganz armen Bevölkerung und direkt gegenüber steht ein Autohaus neben dem anderen. Das ist schon ein wenig verstörend.
Kaum, dass wir dann das Marktareal sehen konnten, mussten wir auch schon aufspringen und den Busfahrer zum Anhalten nötigen. In den folgenden 2 Sekunden mussten gefühlt 10 Personen durch das viel zu enge Drehkreuz gehen und die steile Treppe hinab klettern. Immer wieder ein tolles Abenteuer.
Was wir bis dahin nicht wussten: Der Markt kennt keine geregelten Öffnungszeiten und so haben bereits weit über die Hälfte der Markstände ihre Waren eingeräumt und die Schränke abgesperrt. Wir schlendern dennoch durch die größeren Geschäfte und schauen uns ein wenig um. Zum Kaufen sind wir nicht hingefahren, so dass es uns auch nicht weiter stört, dass nur noch so wenige Geschäfte geöffnet haben. Unser Zimmernachbar wollte sich noch ein neues Tablet kaufen und hatte eine genaue Vorstellung davon. Wir haben daher nahezu jeden Elektronikstand angesteuert, um dort zu schauen, ob es eben dieses Tablet dort gibt. Aber sobald dann von 3GB Arbeitsspeicher gesprochen wurde, haben alle Verkäufer nur noch gelächelt und uns viel Glück bei der weiteren Suche gewünscht.

Mittagessen und ein Kaffee danach

 

Da wir langsam Hunger bekamen, sind wir vom Mercado 4 in Richtung Altstadt gegangen. Die Straße auf der wir uns befanden, war eine Einbahnstraße, welche aus der Stadt hinaus führt. An ein Taxi oder den Bus war also nicht zu denken. Ein kleines Restaurant mit dem klangvollen Namen ‚Carlitos Way‘ hat es uns angetan. Jeder hat ein anderes Gericht von der Tageskarte bestellt und wir haben auf unser Menü Surprise gewartet. Es handelte sich dabei offenbar um mehr oder weniger traditionelle Gerichte, die überraschenderweise selbst unseren verwöhnten europäischen Gaumen gut gemundet haben. Dazu dann entweder ein Bier, eine Fanta oder stilles Wasser.

Nach dem Essen haben wir uns für einen Kaffee entschieden, welchen wir in unserem neuen Lieblingscafé zu uns genommen haben. Ja, es ist nicht mehr grün, aber immerhin genauso lecker und ähnlich teuer. Dass wir nun für die drei Getränke und das Stück Kuchen fast genau so viel bezahlt haben wie für den Hauptgang ist hier nur eine kleine Unzulänglichkeit bei der gesamten Speisenwahl.

Eine Taxifahrt, die ist lustig

Da wir nun alle drei mehr, oder ziemlich, satt waren und wir auch keine Lust mehr hatten uns weiterhin angestrengt zu bewegen, entschieden wir uns für ein Taxi für den Heimweg. Es gibt Städte, da ist Taxifahren total einfach und langweilig. Da hält man die Hand auf die Straße und ein Taxi hält an, fragt, wohin man möchte und bringt einen sicher ans Ziel.
Nicht so in Paraguay bzw. Asunción. Es gibt Straßenzüge, da ist weit und breit kein Taxi zu sehen und es gibt Ecken, da stehen dann zehn Stück von diesen gelben Fahrzeugen herum. Wir hatten Glück und haben an einer Straßenecke drei Taxen gefunden, in die wir einsteigen konnten. Gemäß den hier geltenden Regeln nimmt man immer das Taxi, welches als vorderstes in der Reihe steht. Dies wollten wir dann auch machen. Der Fahrer des ersten Wagens hat gerade ein Mittagsschläfchen gehalten und ist von Einheimischen kurzerhand geweckt worden. Wir haben schon alle drei im Auto gesessen und ich habe dem Fahrer erklären wollen, wohin die Fahrt gehen sollte, als uns aufgefallen ist: Der Fahrer kann nicht lesen und versteht unser eher mittelprächtiges, wenn nicht gar schlechtes Spanisch auch nicht. Also ist er ausgestiegen und hat einen Kollegen gefragt, wohin die Fahrt gehen soll. Möglicherweise hatte er auch einfach keine Lust, uns zu chauffieren. Der Fahrer kam zurück und sagte: ‚No no no‘.
Wir sind also wieder ausgestiegen und haben das nächste Taxi genommen. Dieser Fahrer hatte vom anderen Fahrer bereits die Adresse gewusst und hat uns gesagt, dass die Fahrt ca. 25 Minuten dauern würde. Wir saßen kaum, da ging die wilde Fahrt auch schon los. Fast wie in den Colectivos. Bei jeder Bodenwelle und in jeder Kurve hat das Auto an irgendeiner Stelle ein seltsames Geräusch von sich gegeben. Total normal, sage ich euch. Bisher sind wir noch immer heil und gesund am Ziel angekommen.

Sprachen lernen für

Kaum, dass wir wieder in unserer Unterkunft waren, fing es auch schon an, wie aus Eimern zu schütten. Wer jetzt denkt, dass es in der dritten Woche in San Lorenzo schon schlimm gewesen ist, dem sei gesagt: da geht noch viel mehr. In einer kurzen Regenpause konnten wir für euch diese bewegten Bilder von der Hauptstraße Mola Lopez aufnehmen.

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Chipas – schnell und einfach

400g Maniokstärke, 300g geriebenen Käse, etwas Butter, etwas Milch, Salz und Backpulver zu einem geschmeidigen, nicht zu trockenen Teig verkneten. Dann kleine Bällchen formen und bei 250° für ca. 20 Minuten Gold-Braun backen. Am besten direkt, noch warm, geniessen.

Und in der nächsten Woche?

Da wir uns immer noch nicht festlegen möchten, was wir genau machen werden, stehen nur ein paar Eckdaten fest. Am Mittwoch wird es ein etwas größeres Essen geben. Sobald es wieder einen schöneren Abend gibt, wollen wir in Richtung Fluss gehen, um dort ein paar Sonnenuntergangsmomente zu geniessen und ich habe auf der Stadtkarte ein Hard Rock Café entdeckt. Sandra ist davon jedoch nur eingeschränkt begeistert und der riesige Markt Mercado 4 ist noch nicht abgehakt. Vielleicht dieses mal einfach schon vor dem Wach werden?

KW 2018-21 – Vier Wochen, wo bleibt die Erholung?

Besuch im Club-Resort Rakiura

Unser Wochenende begann damit, dass für uns der erste Unterkunftswechsel anstand. Nachdem es letzten Freitag ohne Unterbruch geregnet hat, war unser Samstag von gutem Wetter geprägt. Wir konnten uns ganz bequem in „unser“ Taxi setzen und uns auf den Weg zur neuen Unterkunft machen. „Unser“ Taxi deshalb, weil wir in den letzten drei Wochen regelmäßig mit diesem Fahrer unterwegs waren. Leider sind wir nun nicht mehr in San Lorenzo, so dass er sich neue Fahrgäste suchen muss.

Angekommen an der neuen Unterkunft, mussten wir dann noch auf die Eigentümer warten, da wir ca. 30 Minuten zu früh vor Ort waren. Das war natürlich nicht weiter schlimm, denn so konnten wir schon einmal einen kleinen Eindruck von der Umgebung gewinnen. Auch wenn wir mit dem ganzen Gepäck nicht wirklich weit weg gehen wollten. Die Straßen sind nämlich wirklich sehr abenteuerlich hier. Nachdem unsere Hosts uns dann die Zimmer gezeigt haben, konnten wir uns einrichten und haben für den Rest des Tages noch etwas Verpflegung und Unterhaltung gesucht.

Am Sonntag hatten wir dann eine Einladung in das recht exklusive Rakiura-Resort in Luque. Die Jahresmitgliedschaft in diesem Resort ist der reicheren Bevölkerungsschicht vorbehalten, denn für eine Familie bewegt sie sich bereits im Fünfstelligen USD Bereich. Eine Rundfahrt mit dem Club-Car hat uns dann gezeigt, dass hier wirklich an nichts gespart wurde. Verschiedene Pools, ein Wellenbad, Fitnesscenter, Tennisplätze und eine Golfanlage sind vorhanden. Ebenso dürfen natürlich Dressur- und Sprunganlagen, genauso wie Basketball-, Volleyball- und Fußballplätze nicht fehlen. Ein Hotel mit Veranstaltungsräumen und Restaurant muss da, glaube ich, nicht mehr gesondert erwähnt werden. Da es Sonntags immer ein riesiges Brunch-Buffet gibt, haben wir uns dafür entschieden dieses für uns in Anspruch zu nehmen. Die Auswahl an verschiedenen Fleisch- und Fischgrilladen ist unglaublich. Dazu kommen dann noch die unterschiedlichsten Gemüsesorten in kalt und warm. Dieses Resort ist ein Paradies im Paradies und der ideale Ort, um ein wenig Erholung zu bekommen. Da die Mitgliedschaft aber doch recht teuer ist und wir ja weiter reisen möchten, haben wir uns dazu entschieden, dass wir keine Mitgliedschaft abschließen.

Die fehlende Erholung

Der ganze Stress, der letzten Monate vor der Abreise, wird einfach nicht wirklich weniger. Da wir im Rakiura-Resort ein Deutsches Geschwisterpaar kennengelernt haben, sind wir in dieser Woche dann mit den beiden ein wenig unterwegs gewesen und haben uns über Pläne, Träume und Ziele unterhalten. Es waren sehr spannende Themen, die wir hatten, und es waren viele Gemeinsamkeiten, über die wir sehr erstaunt waren.

Da wir also immer noch Erholung benötigen, sind wir in diesen Tagen nicht sehr viel unterwegs gewesen, sondern haben die meiste Zeit mit unseren Hosts oder den neuen Freunden verbracht. Mit unseren Hosts lernten wir Spanisch und mit den neuen Freunden ging es dann in der Hauptsache nur zum Essen.

Die Altstadt

Damit es nicht nur eine Zimmerwoche wird, haben wir uns dann doch noch für einen Ausflug in die Altstadt von Asunción entschieden. Durch einen Reiseführer inspiriert, sind wir als erstes mit dem Colectivo zur alten Bahnstation gefahren. Diese ist als Museum eingerichtet und zeigt einige wirklich tolle Exponate, an denen man den Zahn der Zeit erkennen kann. Die alte Lok ist leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, dafür der erste Klasse Wagen mit Küche und Bar.

Anschließend sind wir zur Touristen-Information gegangen und haben uns einen Stadtführer von Asunción inklusive einer Landkarte von Paraguay, mit den wichtigsten Städten geholt. Mit dem Stadtführer in der Hand sind wir weiter in Richtung Präsidentenpalast. Auf dem Weg dorthin haben wir uns ein paar Empanadas geholt, da wir beide langsam hungrig wurden. Der Präsidentenpalast ist unmittelbar an der künstlichen Lagune, die sogar einen Sandstrand hat. Leider ist das Baden in dieser Lagune nicht zu empfehlen. Der Rio Paraguay hat leider keine so starke Strömung, dass das Wasser aus der Lagune regelmäßig getauscht wird.

Nachdem wir nun unsere Mittagspause am Wasser verbracht haben, sind wir wieder zurück in Richtung Altstadt gegangen, um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu finden. Irgendwie sind wir jedoch so satt gewesen, dass wir entweder daran vorbei gegangen sind, oder sie einfach nicht sehen wollten. So sind wir zum Kaffee noch in eine Kaffee-Bar gegangen, die uns doch sehr an unser Lieblings-Café in Winterthur erinnert hat. Der gesamte Aufbau, die Bedienung, die Zubereitung und die Auswahl waren annähernd identisch. Nur die Farben und der Name waren unterschiedlich.

Ein neuer Mitbewohner

Zu guter Letzt haben wir noch einen neuen Mitbewohner in unserer AirBnB bekommen. Ein Finne, der seinen 50. Geburtstag dazu genutzt hat um 16 Wochen Ferien zu machen und in dieser Zeit die Reise seines Lebens zu machen. Ähnlich wie wir also, nur mit dem Unterschied, dass er nur 16 Wochen Zeit eingeplant hat, während wir einfach losgefahren sind, ohne zu wissen wie lange wir brauchen werden. Für seine Reise hat er seit acht Jahren seinen Urlaub gespart, denn in Finnland darf man pro Jahr eine Woche Urlaub aufsparen. Die Familie und der Arbeitgeber wussten seit dem Zeitpunkt auch von seinem Plan. Jetzt denkst Du Dir: acht Jahre und 16 Wochen, das passt doch gar nicht. Und damit liegst Du richtig. Im Jahr des 50. Geburtstages hatte er Anspruch auf 7 Wochen Ferien. Und dazu noch ein paar Überstunden und die 16 Wochen sind zusammen.

Wir finden diese Umsetzung der Reise einfach super und freuen uns total für ihn. Zusätzlich haben wir für uns noch weitere Tipps, von Orten, die wir unbedingt besuchen sollten, erhalten.

KW 2018-18 – Die erste Woche Paraguay

Samstag, 28. April 2018 – Hier sind wir nun also. Angekommen in einem uns völlig fremden Land, mit einem ganz anderen Klima und einer abweichenden Mentalität.

Aber langsam. Am 27. April haben wir den Schritt gemacht und sind ins Flugzeug von Zürich nach Madrid eingestiegen. Bei uns waren jeweils ein großer Koffer und ein Rucksack. Zusätzlich haben wir noch eine Kameratasche dabei gehabt. Damit war unser Freigepäck komplett ausgeschöpft. Dieser erste Flug war sehr unspektakulär in einer sehr kleinen Embraer 195. Ganze drei Stunden dauerte dieser Flug, und doch verging er „wie im Fluge“. Der Landeanflug war recht seltsam, haben wir doch gefühlt den Flughafen erst einmal eingekreist, bevor wir endgültig gelandet sind. Nach der Landung sind wir dann noch 15 Minuten auf dem Rollfeld gefahren, bis wir endlich am Gate angekommen sind.

 

Also raus aus dem Flugzeug und rein in die große Flughafenhalle. Oh ja, Madrid ist wirklich groß. Und auch, für mein Empfinden, wirklich nicht schön. Wir sind endlose Kilometer (insgesamt waren es ca. 5km) auf diesem Flughafen gelaufen, bis wir endlich die Non-Schengen-Lounge gefunden haben, wo wir uns die nächsten Stunden aufhielten, um etwas zu Essen und zu trinken, sowie einen brauchbaren Internetzugang zu finden. All dies hat für uns sehr gut geklappt und haben wir entsprechend genossen.

Gegen 22:30 Uhr war es dann soweit und wir haben die Lounge in Richtung Gate verlassen. Uns ist schon auf dem Weg zur Lounge aufgefallen, dass auf diesem Flughafen riesige Menschentrauben vor dem Abfluggate warten. Also haben wir beschlossen, dass wir, entgegen unserer normalen Methodik, sehr früh schon zum Gate gehen und uns vorne anstellen. Tatsächlich waren wir die Dritten in der Warteschlange für normale Passagiere. Es gab dann noch die Warteschlange für Priority-Boarding. Dies kann man aber nur im Vorraus buchen.

Endlich an unseren Sitzplätzen angekommen, habe ich das Handgepäck verstaut und wir haben uns erst einmal gesetzt. Mit beinahe 40 Minuten Verspätung war dann der Start und unser Airbus A330-200 hob sanft vom Boden ab. Hinter uns stillende Mütter und spielende Kinder. Gegen 1 Uhr morgens gab es dann das Abendessen. Nach schier endlosen Versuchen hat dann auch das Einschlafen geklappt. Wobei es dann auch bald schon vorbei war. Denn die Kinder waren früh wieder wach. Und deren Spielzeuge leider auch.

Es gab dann ein Frühstückchen mit Instantkaffee soviel man möchte. Als kleinen Trost haben wir einen ca. 2 Stunden dauernden Sonnenaufgang verfolgen dürfen.

Endlich gelandet, Südamerika, wir sind da.

In Asuncion angekommen mussten alle Passagiere das Flugzeug verlassen, auch die, die eigentlich noch weiterfliegen wollten. Denn es war nur ein Zwischenstop in Asuncion. Das eigentliche Ziel des Flugzeugs ist Cordoba in Argentinien. Nach dem Verlassen wurden wir von der Migrationsbehörde bzw. dem Zoll registriert und haben unseren Visum-Stempel im Reisepass erhalten. Diesen Schritt erledigt, ging es dann zum Kofferlaufband, wo wir noch ziemlich lange auf den Koffer warten durften. Während der Wartezeit sind sehr viele hilfsbereite Mitarbeiter auf uns zugekommen und wollten uns die Arbeit mit den Koffern abnehmen. Nachdem wir ihnen klarmachen konnten, dass wir nur einen Koffer haben, gaben sie auf.

Koffer und Bargeld vom Bankomaten haben uns schließlich zum Taxistand geführt, wo sich die Fahrer auch bald um uns gestritten haben. Mit einem Zettel in der Hand, auf dem die Zieladresse und der gewünschte Fahrpreis stand, sind wir schließlich mit einem Taxi losgefahren in Richtung der Universität National Asuncion. Dort in der Nähe ist unser erstes AirBnB, welches wir für drei Wochen bewohnen werden.

Bereits am ersten Tag haben wir uns mit einem befreundeten Deutschen getroffen, der bereits seit vielen Jahren in Paraguay lebt. Er wird uns die ersten Wochen ein wenig Starthilfe geben und uns über Gepflogenheiten, Do’s und Don’ts aufklären.

Da wir mit dem Ziel der Wohnsitznahme nach Paraguay gekommen sind, hatten wir in der ersten Woche also zahlreiche Behördengänge zu erledigen. Wir mussten zur Identificaciones, zu Interpol, zur Migraciones, zur Staatlichen Notenbank, zum Notar und, und, und. Es waren so viele Termine hintereinander, dass ich beinahe vergessen hatte, dass es schon wieder Samstag war und die erste Woche vorbei war.

Abgesehen von meinem ersten Eindruck: „Können wir wieder zurück nach Europa“, ist es nach der ersten Woche sehr angenehm geworden. Ja, mit dem Wetter haben wir beide zu kämpfen, denn dieses Subtropische ist einfach nicht jedermanns Sache. Ich vermute aber, dass wir uns daran bald gewöhnen werden. Ebenso, dass es verschiedene Dinge gibt, die in Europa einfach ganz anders gehandhabt werden. Von unseren Spanisch-Kenntnissen einmal ganz angesehen. Aber auch dies wird kommen. Jeden Tag ein bisschen ist am Ende vom Monat auch ein Haufen, oder?

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