Die zweite Woche von unserem Urlaub verbrachten wir etwas nördlicher, fast direkt an der Côte d’Azur, auch wieder auf einem Yelloh Ville Campingplatz. Die Reise dorthin verlief erstaunlich unspektakulär. Wir sind jedoch diesmal über die Autobahn gefahren mit unserem kleinen Klappfix. Da dieses Gespann weniger als 3.5t Gesamtgewicht besitzt, durften wie etwas, was in Deutschland schlicht nicht möglich gewesen wäre. Wir durften auf der Autobahn tatsächlich 130km/h fahren und haben dies auch ausgenutzt. Einschließlich Sicherheitsreserve stand also ca. 140 auf dem Tacho von unserem Audi. Sicherlich sind wir so manches mal seltsam angeschaut worden, wenn wir mal wieder einen Einheimischen überholt haben, aber das war uns egal. Dem Auto hat dies nichts ausgemacht, und der Anhänger lag wie ein Brett auf der Strasse. Bis zu dem Moment wo wir dann fast unsere Blache verloren haben. Eike hat ein wenig geschlafen, da die Fahrt halt nicht so aufregend gewesen ist, als Sandra dann im Rückspiegel gesehen hat, dass die Blache fast nicht mehr am Anhänger befestigt ist. Also sind wir angehalten und haben versucht zu Retten, was zu Retten ist. Wenig später sind wir am Campingplatz angekommen und haben uns von dem Schrecken erholt.

Tags darauf sind wir bereits wieder tiefenentspannt in Richtung Marseille gefahren. Dort angekommen war es dann bald wieder vorbei mit der Erholung, denn der Verkehr in einer französischen Großstadt ist alles andere als Entspannt. Wir haben also ein Parkhaus gesucht, welches von einer Hauptstraße erreichbar ist und uns nicht sofort zu armen Menschen macht. So schwer war das jedoch gar nicht. In dem Parkhaus, welches außen keine Anzeige über die Anzahl der freien Parkplätze hat, einen freien Parkplatz zu finden war dann wieder nicht so einfach. Und so sind wir 6 Etagen in die Tiefe gefahren um einen der letzten Parkplätze zu ergattern die zur Verfügung standen; immer im Kreis herum.

Die anschließende Stadtwanderung hat uns für all diesen „Stress“ entschädigt. Quer durch die Stadt, ohne zu wissen wohin, ohne die Sprache wirklich zu verstehen – vom Sprechen möchte ich gar nicht erst anfangen – haben wir dann den Weg zur Notre-Dame de la Garde gefunden. Die Besichtigung, welche Kostenlos ist, war sehr eindrücklich für uns. Wir sind immer wieder aufs Neue Überrascht mit welchen Mitteln wohl so monumentale Bauwerke in einer Zeit gebaut wurden, in der es noch keine maschinelle Unterstützung für den Bau gegeben hat. Und dann ist da noch dieser sensationelle Blick über die Stadt und auf das Meer.

Nach einer gründlichen Stärkung sind wir dann in Richtung Hafen gegangen und haben versucht noch einen Blick auf die eine oder andere Yacht zu erhaschen, da jedoch in Monaco zu dieser Zeit die Monaco Yacht Show war, gingen wir leider leer aus. Also beschlossen wir, dass wir auch noch nach Monaco fahren müssen um dort die großen Yachten zu bestaunen. So führte uns unser Weg dann über unser Lieblingscafé wieder zurück zum Auto, welches wir ja sicher ca 15m unter der Erde abgestellt hatten. Diesmal haben wir einen Bus genommen und sind tatsächlich auch dort angekommen wo wir hin wollten.

Zwischen Marseille und Monaco liegen Saint Tropez, Cannes und Nizza. Für keine der Städte hat es leider wirklich gelangt. Und das kleine Fischerdorf Saint Tropez ist zur Yacht Show in Monaco ebenfalls leer gefegt. Dies haben wir selbstverständlich „kontrolliert“. Also zogen wir am nächsten Tag los um uns mehrere Milliarden Euro in Form von wundervollen Superyachten anzuschauen. Der Ausblick von unserem Lieblingscafé war dafür wie gemacht. So verweilten wir für viele Augenblicke direkt auf der Terasse des Cafés. Ein direkter Gang in den Hafen blieb uns leider aufgrund der Messe verwehrt, es gab aber trotz allem sehr viele Orte, von denen man die Yachten aus bewundern konnten. Insgesamt ist es uns in Monaco aber etwas zu eng, denn echte Grünflächen sucht man recht lange.

Die letzten drei Tage des Urlaubs verbrachten wir dann mit fahren bzw. in Milano. Dort haben wir uns den Mailänder Dom (nur von außen) angeschaut, sind auch wieder etliche Kilometer durch die Stadt geschlendert und konnten dabei noch prächtige Bauten wie die Galleria Vittori Emanuele II, das Castello Sforzesco oder den Arco della Pace besichtigen.

Während den vielen Spaziergängen haben wir dann darüber sinniert, was wir für unsere Zukunft wollen. Die Idee mehr zu Reisen kam bei uns bereits im Jahr 2014, damals waren es nur mehrere Wochen pro Jahr die wir auf Reisen gehen wollten. Mit der Zeit ist es gewachsen und wir kamen zu dem Schluss, dass wir zukünftig nur noch Reisen wollten; irgendwann. Wir waren gerade mitten im Gotthard-Tunnel, als wir uns dann darauf geeinigt haben, dass wir ein fixes Datum benötigen, ansonsten gehen wir nie auf Reise. Und so ging es dann alles sehr schnell. Nach wenigen Worten konnten wir uns darauf verständigen, dass wir unsere Jobs am 3. Januar 2018 kündigen wollten und damit dann per 1. Mai 2018 die Reise beginnen wollten. Und so soll es dann auch sein.

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