Die erste Woche Brasilien war wirklich nicht sonderlich spannend für uns. Wir waren tatsächlich nur in Shopping-Centren und in der Unterkunft. Während ich also meinen Studienvorlesungen gelauscht habe, hat Sanny weiter an ihrem Business gearbeitet. Und zwischendurch hat sie dann ein paar Sehenswürdigkeiten von Recife ausfinden können.

Überspringen wir doch die Sehenswürdigkeiten

Bereits die erste Sehenswürdigkeit, die wir gesehen haben, war die Hafenumgebung. Dies ist wohl die Altstadt von Recife, welche für unser Empfinden nicht so richtig sehenswert ist, weshalb wir auch keine Fotos geschossen haben. Während unserer Busfahrten ist uns dann eine weitere Sehenswürdigkeit aufgefallen, wie sich später herausgestellt hat. Ein kleines blaues Holzhaus, wovon wir auch keine Bilder gemacht haben. Umgeben von zahlreichen kleinen Verkaufsständen.

Was aber jedesmal ein Abenteuer war, war das Busfahren. Bereits am ersten Tag in Recife waren wir unterwegs und haben uns die für viele Länder notwendige Gelbfieberimpfung abgeholt. Hier in Brasilien ist sie in den Policlinicas für alle gratis. Also sind wir dann diese Woche, so wie uns geheißen, zum Flughafen gefahren und haben die ANVISA besucht. Hierzu haben wir einen der Busse genommen, die direkt von unserer Unterkunft aus gefahren sind. Wir haben den Bus schon an der Ampel stehen sehen, also haben wir uns beeilt zur Bushaltestelle zu kommen. Beim Einsteigen signalisierte der Fahrer uns dann, dass wir nur mit einer Buskarte mitfahren könnten. Diese hatten wir natürlich nicht. Aber es hielt direkt hinter diesem Bus ein weiterer an, dort konnten wir dann mit Barmitteln bezahlen. Nach wenigen Minuten fahrt waren wir auch schon am Flughafen und sind dank guter Ausschilderung auch schnell bei der ANVISA gelandet. 

Wir also dort hinein und zu unserer Überraschung sprach dort niemand auch nur ein Wort Englisch. So wie wir es gewohnt waren, haben wir uns also mit Händen und Füßen verständigt. In der Zwischenzeit ist dann eine Mitarbeiterin vom Flughafen gekommen, die Englisch verstanden hat. An einem bereit stehenden PC müssen wir unsere persönlichen Informationen eingeben und einen Account anlegen. Das muss jeder machen, der von der ANVISA etwas bestätigt haben möchte. Was ist mit dem Datenschutz? Und warum muss das sein? Nun, vorneweg, der Datenschutz ist hier in Lateinamerika etwas anderes, als er es in Europa ist. Und es muss sein, damit die ANVISA jederzeit eine neue Bestätigung ausstellen kann, falls wir den alten Ausweis verloren haben. So ganz schlecht finde ich das also nicht. 

Essen und Bus fahren

Nachdem wir also die wichtigen Dinge erledigt haben, sind wir noch etwas durch den Flughafen gewandert. Einfach, damit wir schon einmal wissen, wohin wir gehen müssen, sobald es für uns weitergehen soll. Und was soll ich euch sagen. So viele Fressgeschäfte wie auf diesem kleinen Provinzflughafen habe ich auf deutlich größeren Flughäfen nicht gesehen. Mich beschleicht das Gefühl, dass es in Lateinamerika wirklich nur ums Essen geht. Und um laute Musik. 

Nachdem wir etwas gegessen haben, wollten wir mit dem Bus zurück zu unserer Unterkunft fahren. Da hier die meisten Busse im Kreis fahren, oder zumindest die gleiche Strecke auch wieder zurück, sind wir an der selben Stelle wo wir ausgestiegen sind auch wieder in einen Bus der gleichen Linie eingestiegen. Der Bus hat uns, wie erhofft, auch in die richtige Richtung gebracht. Bis er auf einmal abgebogen ist und uns weit in die falsche Richtung mitgenommen hat. So haben wir zwar etwas von Recife gesehen, aber glücklich waren wir nicht. Unsere Getränke waren nämlich schon alle und dort, wo wir dann gestrandet sind, gab es keinen Kiosk oder etwas ähnliches.

Keine 5 Minuten später sollte der Bus dann wieder zurück fahren. Also sind wir wieder eingestiegen und wurden vom Fahrer etwas seltsam angeschaut. Mittels Translator-App haben wir mitteilen können, wohin wir wollten. Und einen Daumen Hoch bekommen. Es musste also richtig sein. Und nach einer weiteren halben Stunde Busfahrt waren wir tatsächlich bei unserer Unterkunft. Schnell in den Supermarkt, um etwas trinkbares zu kaufen. Wir hatten beide einen riesigen Durst. 

So ganz schlecht ist der Strand nicht

Damit uns nicht so ganz langweilig wird, sind wir immer wieder mal an den Strand gegangen. Auch mal ins Wasser. Und wir haben tatsächlich eine Stelle gefunden, die vor Haien einigermaßen sicher ist. Jedenfalls bei Ebbe. Und das Wasser muss auch einigermaßen gut sein, denn es schwimmen sogar kleine Fische darin. Die Gezeiten sind hier aber einfach stärker, als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Das Wasser zieht schon ziemlich an den Beinen. 

Manchmal hatten wir sogar Hunger und wenn wir schon mal in Brasilien sind, dann sollte doch auch eine echte Churrascaria auf dem Programm stehen. Dank einschlägiger Suchmaschinen kann man in nahezu jeder Stadt die besten Restaurants finden. So fanden wir dann auch ein Grillrestaurant, welches ganz unserem Geschmack entsprach. Zur Mittagszeit war auch nicht so viel los, wie es wahrscheinlich am Abend gewesen wäre. Wir kannten es ja schon aus Asunción und Encarnación, wie es in einer Churrascaria abläuft. Also haben wir unseren Platz zugewiesen bekommen und etwas zu trinken bestellt. Aber hier war dann etwas anders. Wir haben noch kleine Chips bekommen, die auf der einen Seite grün und auf der anderen Seite rot waren. Damit signalisiert man dann, ob man Fleisch möchte, oder auch nicht. Das war sehr gut. Und für die Angestellten ist es auch einfacher, denn die müssen so nicht an jedem Tisch fragen, sondern nur an den grünen Tischen. 

 

Pizza mit was?

Ein anderes mal Essen gehen war auch besonders Interessant. Ich hatte nämlich wirklich Hunger und Sanny wollte nur eine Kleinigkeit. Wir haben uns also entschieden Pizza zu essen. Über den doch recht hohen Preis war ich anfangs verwundert, aber ich habe einfach mal bestellt. Für Sanny gab es einen Räuberteller und für uns beide noch ein Getränk. Soviel zur Bestellung. Was danach kam, war für uns beide dann etwas zu viel. Es kam das Besteck, wie hier üblich in Plastik eingepackt. Und dazu kam ein kleiner Teller mit Ketchup, Mayo und Senf. Darf ich daran erinnern, dass wir eine Pizza mit viel Käse bestellt haben? Aber als dann auch die übrigen Tische bestellt hatten und eben jene Garnitur erhalten haben, haben wir nicht mehr weiter darüber nachgedacht. Anscheinend wird Pizza hier mit Ketchup gegessen. Und so war es dann auch. Der Nachbartisch bekam die Pizza vor uns, und die war wirklich riesig. Jeder nahm ein Stück der Pizza und zack wurde der Ketchup auf den Stückchen verteilt.

Unsere Pizza kam dann auch bald und wir waren sehr erstaunt über die Größe. Beinahe 40cm im Durchmesser und wirklich viel Käse drauf. Puh, wie sollen wir die denn schaffen? Nach der Hälfte war ich wirklich satt. Sanny hat gar nur ein Viertel geschafft. Also haben wir den Rest mitnehmen dürfen. Da wir wussten, dass unser Host sehr gerne und auch sehr viel essen kann, haben wir ihm den verbleibenden Rest angeboten. Am Abend wollte er erst nicht, jedoch war am nächsten Morgen die mitgebrachte Pizza-Box leer.

Was wir sonst noch gesehen haben?

Du, lieber Leser, siehst also, dass Recife jetzt nicht so bei uns gepunktet hat. Unsere Hauptbeschäftigungen waren Essen und Bus fahren. Aber es gibt in Recife, wie scheinbar in vielen Lateinamerikanischen Städten oder Dörfern, verdammt viele Graffiti, von denen wir die Bemerkenswertesten für Euch mitgenommen haben. Andererseits sind hier neben etlichen Wohnungen, Ladenlokalen und Häusern auch seltsamere Dinge zu mieten oder zu kaufen. Schaut doch selbst, wie komisch das aussieht, wenn z.B. ein Baum zu kaufen ist.

Die Weiterreise nach Paraguay

Unser nächstes Reiseland ist wieder einmal Paraguay, dies, weil wir dort ein paar Freunde besuchen möchten, bevor wir das eigentliche nächste Reiseland bereisen. Wir haben uns diesmal dafür entschieden einen kleinen Reise-Hack anzuwenden, der insbesondere hier von Brasilien aus sehr gut funktioniert. Wir haben einen Flug von Recife nach Foz do Iguaçu gebucht. Von dort aus geht es dann mit dem Überlandbus von Ciudad del Este nach Asunción. Unsere Ersparnis auf diesem Weg beträgt weit über €300,00. Das funktioniert nahezu an jedem Grenzübergang, denn es gibt innerhalb von Brasilien zu fast jedem angrenzenden Land auch einen entsprechenden Flughafen.

Also sind wir mit einem Uber-Taxi von der Unterkunft in Richtung Flughafen gefahren. Uber ist hier übrigens deutlich günstiger als die lokalen Taxis. Am Flughafen angekommen sind wir direkt durch die Sicherheitskontrolle und wollten uns, wie wir es gewohnt sind, in die Lounge setzen. Leider wird im nationalen Abflugbereich in der Lounge unser Priority Pass nicht akzeptiert. Und die Lounge, wo er akzeptiert werden würde ist vor der Sicherheitskontrolle. Wieder raus war für uns aber keine Option. Wir haben uns also zum Abfluggate gesetzt und gewartet bis unser Flug so weit ist. Dummerweise wurde er aber gar nicht angezeigt, sondern direkt der nachfolgende Flug. Diese Anzeige hielt sich hartnäckig bis zur Boardingzeit unseres Fluges.

Endlich einsteigen

Das Einsteigen läuft hier extrem strukturiert ab. Es werden vier verschiedene Warteschlangen gebildet. Eine für Menschen mit Gebrechen, Schwangerschaft oder hohem Alter, eine für Priority-Boarding Passagiere, eine für Passagiere mit persönlichem Gepäckstück (zum Beispiel eine Laptop Tasche) und schließlich eine Warteschlange für Passagiere mit Handgepäck (ggf. plus persönlichem Gepäckstück). Und in genau dieser Reihenfolge dürfen dann auch alle Passagiere an Board gehen.

Entgegen unserer Befürchtung, weil wir als letztes an Board dürfen, haben wir tatsächlich noch ausreichend Platz in den Overhead-Compartments für unsere Rucksäcke gefunden. Die persönlichen Gepäckstücke sind wohl von allen übrigen Passagieren wirklich brav unter den Vordersitz gepackt worden. So haben wir es dann auch gemacht. Das hat uns wirklich gut gefallen.

Nachdem dann alle 70396 Passagiere im Flieger waren ging es mit ungefähr einer Stunde Verspätung los in Richtung Sao Paulo. Gut, wir haben vier Stunden Umsteigezeit in Sao Paulo, daher dürfte die eine Stunde überhaupt nicht auffallen.  Etwas mulmig war uns aber schon dabei, als es einfach nicht los ging. Der Flug verlief wie gewohnt ruhig und es wurden für die zahlenden Fluggäste dann Snacks und Getränke verteilt. Wer nichts bezahlen wollte, der hat auch nichts kaufen müssen. Oder einfach nichts bekommen. Selbst ein stilles Wasser ist hier nämlich kostenpflichtig.

Umsteigen in Sao Paulo

Endlich angekommen, haben wir nach etwas zu Essen gesucht. Hier gibt es eine Lounge, in die wir mit dem Priority Pass Einlass erhalten, also haben wir danach gesucht. Gefunden haben wir sie auch. Leider war aber die Mittagszeit bereits vorbei, so dass es nur noch Pasta mit einem Hauch von Nichts als warmes Essen gab. Ansonsten gab es kleine Gebäckstücke und leckere Desserts. Getränke natürlich auch. Kurz um, wir sind nicht verhungert. In der Lounge gab es aber leider nicht: eine aktuelle Fluganzeigetafel. Also haben wir in regelmäßigen Abständen auf dem Mobiltelefon geschaut, wo unser Flug abfliegen soll. Hier war es dann so, dass innerhalb von 30 Minuten das Abfluggate drei mal gewechselt hat. Also lohnt sich ein frühes „zum Gate stürmen“ nicht, denn es könnte sich ja nochmals ändern auf dem Weg dorthin.

Auch hier wurde oben beschriebenes Vier-Schlangen-System verwendet und es hat ebenso gut funktioniert wie in Recife. Wir waren also an Board, haben unsere Sitze gefunden, die Rucksäcke verstaut und haben, wie zuvor auch schon, ungefähr eine Stunde auf den Abflug gewartet. Pünktlichkeit ist eine Zier, doch besser ist es ohne Ihr. Sanny ist während der Wartezeit eingedöst, oder sogar fest eingeschlafen. Ich konnte das nicht so recht ausmachen. Tatsache ist jedoch, als der Flieger zurück gestoßen wurde, schreckte sie auf und ich habe die Chance genutzt und versucht ihr klarzumachen, dass wir schon gelandet sind. Ich glaube, dass hat auch geklappt. Ihr Blick war jedenfalls im ersten Moment sehr verwirrt. Ungefähr zwei Stunden später waren wir auf dem, für mich bisher, schrecklichsten Flughafen der Welt. Keine Finger zum Flieger, keine Busse für den Transfer etc. War auch alles nicht nötig. Wir standen direkt vor dem ziemlich vom Verfall bedrohten Gebäude vom Flughafen in Foz. Aus dem Flieger raus, keine Kontrollen, kein gar nichts. Ein reiner Inlandsflughafen ohne große Infrastruktur. Und Morgen geht es dann mit dem Überlandbus nach Asunción. Freue Dich auf weitere spannende Geschichten unserer Reise, folge uns auf Instagram oder Facebook und schaue wieder rein, wenn es heißt: Lustige Geschichten aus Südamerika.

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