Wir sind in Ciudad del Este angekommen. Die Fahrt war zwar nicht besonders spektakulär, fing aber mit einem großen Streit an. Gestritten haben nicht wir, sondern die Fahrkartenverkäufer. Wer von denen darf uns nun sein Ticket verkaufen? Wer hat uns zuerst gesehen? Ob wir überhaupt mit dem Bus fahren möchten, der uns angeboten wird, werden wir nicht gefragt. Und es wird auch nicht über Preise gesprochen. Es wird nur darüber gestritten, wer uns die Tickets verkaufen darf. So geht das hier in Paraguay. Am Ende haben wir uns dann für einen Bus entschieden, der direkt abfahren sollte. Unsere Koffer waren schon weg, noch bevor wir die Reise überhaupt bezahlt hatten. Jetzt mussten wir zwangsläufig mit diesem Bus fahren oder unser Gepäck kommt ohne uns an.

In den Bus eingestiegen, überkam uns bald das pure Grauen. Er war schon sehr voll, und wir haben die Premiumplätze, direkt am WC bekommen. Kaum, dass wir saßen, ging die Reise auch schon los. Mit Vollgas die ersten 500 Meter gefahren und schon der erste Stopp, um noch weitere Fahrgäste aufzunehmen. Es hat sogar Abschnitte gegeben, da konnten wir wahnsinnige 20km am Stück fahren. Aber die Regel war eher, dass alle paar km angehalten wurde. Immer wieder sind Menschen ausgestiegen, immer wieder welche zugestiegen. Teilweise musste im Gang ein zusätzlicher Stehplatz geschaffen werden, damit noch weitere Fahrgäste mit konnten. Ich kann nur hoffen, dass das nicht immer so ist. Glauben mag ich es aber nicht.

Hotel Austria

Mit dem Taxi ging es dann zum Hotel, dies haben wir ja letzte Woche schon angekündigt. Und wie es der Name vermuten lässt, es ist ein Hotel, welches doch sehr an Hotels in Österreich erinnert. Die Einrichtung ist sehr rustikal, genau so auch der Empfang. Im harschen Deutsch wurden wir begrüsst, nachdem festgestellt wurde, dass wir aus Deutschland kommen. Ein wenig mehr Freundlichkeit hätte ich mir schon gewünscht. Man kann scheinbar nicht alles gleichzeitig haben. Der Familie vor uns erging es aber nicht wesentlich besser. Ihr großer Vorteil war, dass sie direkt als erstes gefragt haben, wie sie am besten zu den Wasserfällen kommen könnten. Es wurde direkt eine Taxiempfehlung ausgesprochen, jedoch ohne über den Preis zu sprechen. 

Wir haben also schnell eingecheckt, unser Gepäck auf das kleine Zimmer gebracht und sind dann in Richtung Touristeninformation gegangen. Dort sind wir sehr gut beraten worden, was die örtlichen Sehenswürdigkeiten angeht und wie wir dorthin kommen könnten. Mit Händen und Füßen, ein paar Brocken Spanisch, minimalen Wortfetzen Englisch und sehr viel Phantasie hatten wir nun einen Plan für die nächsten Tage.

Das Mega-Kraftwerk

Unser erster Besuch soll also dem Itaipu-Staudamm gelten. Als dieser und das zugehörende Kraftwerk, gebaut wurden, war es das größte Kraftwerk der Welt. Der Staudamm hat eine Kronenlänge von über 7.5km und ist bis zu 196m hoch. Die Generatoren können technisch bis zu 14.000 MW Energie erzeugen, wobei regelmäßig nur 10.800 MW mit einer Wassermenge von 10.500m³/s erzeugt werden. Das entspricht einer ungefähren Jahresleistung von 95TWh. So viel zu den technischen Details dieses imposanten Bauwerks, nun zu unserem Besuch.

Wir sind, wie von der Touristeninformation empfohlen, zu dem Ort gegangen, der uns als Abfahrtsort genannt wurde. Dort haben wir dann auf den Bus in Richtung Hernandarias gewartet. Nach ca. 15 Minuten ist eine sehr freundliche Paraguayo über die stark befahrene Straße zu uns gekommen und hat uns gefragt, ob wir Hilfe benötigen würden, ob wir zum Itaipu fahren möchten. Dies haben wir dann bejaht und uns wurde gezeigt, wo der Bus wirklich fährt. So ganz falsch standen wir nicht. Die lokalen Busse fahren in der Parallelstraße zu der, wo wir standen. Sie hat dann sogleich einen anderen Paraguayo gefunden, der uns beim Bus behilflich sein wollte. Da wir ja wussten, welches Unternehmen in diese Richtung fährt, haben wir bei jedem Bus dieses Unternehmens geschaut und auf den Bus gezeigt. Jedes mal war die Anwort „Nein, der ist es nicht.“ Aber er musste es sein. Nach ungefähr einer Stunde hatten wir dann die Nase wirklich voll, denn es ist bereits der vierte Bus an uns vorbei gefahren und der freundliche Paraguayo sagte jedes mal, dass dies nicht der richtige Bus wäre. Wir sind dann einfach in den nächsten Bus dieses Unternehmens, mit dem Ziel Hernandarias eingestiegen „worden“. „Worden“ deshalb, weil diese Buslinie mit einem zusätzlichen Mitarbeiter besetzt sind, der so laut das Ziel ausruft, das man kaum eine Chance hat den Bus wirklich zu verpassen.

Im Bus drin, waren wir zuerst verwundert, denn wir mussten kein Beförderungsentgelt bezahlen. Erst, als wir fast am Staudamm waren, stand der zweite Mitarbeiter neben mir und hat die Hand aufgehalten. Günstig wie gewohnt sind wir für 3.500Gs pro Person an unserem Ziel ausgestiegen. So, und nun? Wie geht es weiter? Die Karten-App hat uns da auch nicht weiter gebracht. Gott sei Dank sind hier aber überall so viele freundliche Menschen, die einem so gerne behilflich sind, dass es fast schon anstrengend ist, sie abzuwimmeln. Uns wurde gezeigt, in welche Richtung wir zu gehen haben. Die Karten-App sagte uns, dass der Weg noch ca. 6km lang sein wird. Auf meine Nachfrage hin wurde dies bestätigt. „Puh, 6km zu Fuß? Und zurück müssen wir auch wieder! Das wird ein spannendes Abenteuer.“ Wir haben uns tief in die Augen geschaut, der paraguayischen Großfamilie hinterher geschaut, die scheinbar das gleiche Ziel hatte wie wir, und sind dieser Familie hinterher gegangen.

Nach ca. 1km standen wir vor einem großen Kontrollposten mit mehreren Schranken und zu unserer rechten war ein Informationszentrum. Dort sind wir dann hinein. Zu unserer Erleichterung fuhren ab diesem Informationszentrum dann die Busse für die Besichtigungstouren. Wir mussten also doch nicht so weit laufen wie anfangs gedacht. Die gesamte Bustour hat ca. eine Stunde gedauert und führte uns zu verschiedenen Spots, welche natürlich alle so gestaltet sind, dass alle etwas sehen konnten und zusätzlich noch Durchsagen über eine Lautsprecheranlage getätigt werden konnten.

Bei den Bussen, die dort fahren, kann man Glück haben, oder auch nicht. Es gibt nämlich Busse mit und ohne Fensterscheiben. Wir hatten eine ohne Fensterscheiben, was bei diesen Temperaturen den Vorteil hatte, dass wir nicht in der klimatisierten Zone des Busses sitzen mussten und unsere Fotos entsprechend besser gestalten konnten. Andererseits, wenn es regnet, dann haben genau diese Busse einen recht unangenehmen Nachteil. Nach der kurzen Tour beschlossen wir, dass wir zu einem anderen Zeitpunkt auch noch die technische Führung mitmachen werden. Diese führt dann unter anderem direkt in die Generatorenhalle und an andere spannende Orte des Kraftwerks.

Staudämme und Wasserfälle

Nachdem Staudamm standen dann drei ereignisreiche Tage in drei verschiedenen Ländern auf dem Programm. Unser erster Weg führte uns nach Brasilien, durch Foz do Iguaçu, zu den Cataratas do Iguaçu. Wir sind mit einem privat vermittelten Touristenführer gefahren, mussten an der Paraguayisch-Brasilianischen Grenze nicht aussteigen, um die Pässe stempeln zu lassen. Brasilien nimmt es damit scheinbar nicht so sehr genau. Die Fahrt vom Hotel bis zur Grenze (2km) hat fast eine Stunde gedauert, die weiteren 20km danach nur noch 45 Minuten. So dachten wir dann, dass wir es nach der langen Fahrt ja schon fast geschafft haben und haben unsere Eintrittskarten für das Naturschutzgebiet gekauft. Nicht ohne die obligatorische Warteschlange. Bis zum Ticket brauchten wir ca. 10 Minuten. Die Eintrittskarten haben ca. R$ 63 pro Person gekostet. Mercosur Bürger zahlen weniger und Brasilianer noch weniger. Die Warteschlange im Freien waren dann auch nochmal 10 Minuten. Und in dem Bereich, den wir nicht von außen einsehen konnten standen wir weitere 60 Minuten. Das war sehr zermürbend.

An den Bussen angekommen wurden wir an jedem Halt auf Portugiesisch und Englisch über den Halt und dessen Besonderheiten aufgeklärt. Es gibt einige separat zu bezahlende Attraktionen, die man nutzen kann, aber nicht muss. Wir haben uns dafür entschieden keine Aufpreise zu bezahlen und nur die normalen Punkte abzulaufen. So sind wir am erstbesten Punkt ausgestiegen, wo man die Wasserfälle anschauen kann. Vorher sind wir auf die Verhaltensregeln hingewiesen worden. Es dürfen keine Lebensmittel ausgepackt werden, da es wilde Tiere gibt, die keine Scheu vor dem Menschen haben. „Dann ist ja alles klar“ dachte ich mir, holte die Kamera aus dem Rucksack und habe mich für ein gutes Foto in die Hocke begeben. Dummerweise hatte ich noch eine angebrochene Rolle Kekse in einer Seitentasche vom Rucksack stecken. Hatte, denn der Nasenbär findet solche Kekse genau so lecker wie ich und hat sich sogleich daran bedient. Mit der halben verbleibenden Rolle im Gebiss rannte er in einer wahnwitzig schnellen Geschwindigkeit den Berg hinab und hat versucht keinen Kollegen zu finden, der auch etwas von seiner Beute haben wollte. Die Kekse habe ich vergessen, ich kleiner Dummkopf. Alle anderen Besucher haben daraufhin die eigenen Lebensmittel kontrolliert und, sofern nicht schon zu spät, sicher verpackt. Ja, vor diesen Nasenbären wird zurecht gewarnt. Und sie schrecken nicht davor zurück an den nackten Beinen hinauf zu klettern, um Dir das leckere Eis aus den Händen zu klauen. Komme also ja nicht auf die Idee und verteidige das Eis, oder was auch sonst Du gerade gegessen hast. Du wirst verlieren, nicht nur das Essen, möglicherweise auch die Nasenspitze.

Der Weg hatte nur eine Richtung, so sind wir dieser gefolgt. Immer wieder konnte man die beeindruckende Größe der Wasserfälle beobachten und tolle Panoramabilder schiessen. Nach ungefähr 700m standen wir dann auch in einer Menschenschlage, die scheinbar kein Ende nahm. Also, das Ende der Schlange konnten wir sehen, aber den Weg dorthin nur erahnen. Und es würde noch bestimmt zwei, wenn nicht gar drei Stunden dauern, bis wir ganz vorn angekommen wären. Das wollten wir uns nicht antun. Was haben wir hier nur falsch gemacht? Eigentlich ganz einfach. Es sind momentan Winterferien und tolles Wetter in Brasilien, Argentinien und Paraguay. Und dann sind solche touristische Orte natürlich überlaufen. Also haben wir uns, nachdem uns die ersten 700m eine Stunde beschäftigt haben, einen anderen Weg gesucht und diesen auch gefunden. Es gibt also noch weitere Orte, von denen aus die Wasserfälle sehr gut zu sehen sind. Insgesamt waren wir drei Stunden im Naturpark und haben dort mehrere km Strecke gemacht.

Die Rückreise ging erstaunlich schnell. Wir haben keine 45 Minuten benötigt, um von den Wasserfällen zurück zum Hotel zu gelangen. Für den nächsten Tag haben wir uns dann bereits um 8 Uhr morgens mit dem Fahrer verabredet. Der Verkehr ist wohl deutlich mehr auf diesem Weg.

Argentinien, und ein pissiger Grenzer

Pünktlich wie ein deutscher Soldat war unser Fahrer bereits 10 Minuten früher als verabredet im Hotel und hat schon auf uns gewartet. Auf geht es in Richtung Grenze, heute müssen die Ausweise gestempelt werden. Kurz wurde abgefragt, ob wir alles dabei haben.

  • Reisepässe, da die Argentinier wohl stärker kontrollieren
  • 1500 PA (Pesos Argentinos), da der Eintritt in Bar bezahlt werden muss, alles andere geht mit Karte
  • Ausreichend zu trinken, da es wirklich warm war

Genau so hat es unser Reiseführer gesagt. Nachdem wir alles dabei hatten, sind wir los in Richtung Migraciones Paraguay. Es war nicht viel los, so sind wir sehr schnell dran gekommen. Sandra bei einem, ich bei einem anderen Grenzer. Meiner hat wohl gehofft, ein paar Gs nebenbei zu machen und fing an, Fragen zu stellen. Warum bin ich so lange schon in Paraguay? Die 90 Tage laufen bald aus. Habe ich schon die Residencia Permanente beantragt, und, und, und. Unser Fahrer wusste ja bereits über alles von uns Bescheid und hat den Grenzer ein wenig ausgebremst, was dem so gar nicht gefallen hat. Es folgten ein paar Wortwechsel auf Spanisch/Guarani, die ich absolut nicht verfolgen konnte, ich bekam meinen Stempel in den Pass und wir durften gehen.

Kurz durch Brasilien gefahren und schon stehen wir an der Grenze zu Argentinien. Dort war eine kleine Wartezeit von ca. 30 Minuten, welche recht schnell vergangen sind. Bei der Migraciones Argentina wurden keine Fragen gestellt. Stempel in den Pass und weiter geht die Fahrt. Nach weiteren 30 Minuten sind wir auf dem Parkplatz der Cataratas del Iguazú in Puerto Iguazú und sind zur Kasse gegangen. Hier waren die Warteschlangen an der Kasse schon deutlich länger, als es Tags zuvor in Brasilien war. Bis wir endlich unser Ticket kaufen konnten, ist eine weitere Stunde vergangen.

An der Kasse haben wir dann tolle Neuigkeiten erfahren dürfen. Die Tickets kosten nicht, wie uns mitgeteilt wurde, PA750, sondern nur PA600 und konnten auch mit VISA oder Mastercard bezahlt werden. Nun gut, wir hatten Bargeld dabei und haben daher bar gezahlt. Nachdem wir unser Ticket hatten, konnten wir ohne weitere Wartezeit direkt in den Park gehen. Auch hier können verschiedene Zusatzoptionen gekauft werden, wovon wir erneut Abstand genommen haben, da das „Hauptprogramm“ bereits ungefähr 4-5 Stunden in Anspruch nehmen würde. Ganz gemütlich sind wir also im prallen Sonnenschein, ohne Sonnenschutz und Sonnenschirm in Richtung des ersten Wassers gegangen. Die Wege sind sehr gut ausgeschildert, deutlich breiter als in Brasilien und weniger stark belaufen. Nachdem wir den unteren Teil der Wasserfälle zuerst angeschaut haben, sind wir dann noch zum oberen Teil gegangen. Dieser ist meiner Meinung nach weniger Interessant, wenn man bereits unten war. Denn auf dem unteren Kurs kann man so dicht an einen Wasserfall heran gehen, dass man beinahe die Hand in das fallende Wasser halten kann.

Auch diesen Ort werden wir nochmals besuchen, um noch zwei weitere Dinge abzuhaken. Wir hatten keine Chance zum Teufelsschlund zu kommen. Die Wartezeit auf den Zug dorthin betrug mehrere Stunden und zu Fuß wären es 4km in praller Sonne gewesen. Und wir möchten unbedingt eine Attraktion mit dem Motorboot befahren. Diese kostet dann übrigens 1500PA pro Person extra und kann mit Kreditkarte bezahlt werden.

Einen leckeren Café frappé später sind wir zurück zum Auto, wo unser Fahrer schon (immer noch) auf uns gewartet hat. An der Stelle sei erwähnt, dass er die ganze Zeit über, also fast fünf Stunden, auf uns gewartet hat. Vielen Dank, auch auf diesem Weg. Wenn Du mit dem Auto gefahren bist, dann bereite Dich auf eine kleine Überraschung vor, denn als Tourist musst Du für diesen kurzen Besuch noch eine Tourismusabgabe von PA36 pro Person abgeben. Ohne diese Abgabe kommst Du gar nicht aus dem Naturschutzgebiet raus. Und sie muss bar beglichen werden. USD, R$ oder Gs gehen auch, weshalb wir pro Person 10.000Gs bezahlt haben.

Die Ausreise aus Argentinien verlief ohne weitere Probleme. Durch Brasilien sind wir diesmal nicht so schnell gekommen wie noch am Vortag. Und dann war da die Einreise nach Paraguay. Sandra war wieder einmal vor mir, um einen Stempel zu bekommen. Kurz den Pass gescannt, Zack, ein neuer Stempel. Und bei mir? Tja, ich habe das Glück gepachtet. Ich durfte noch ein neues Foto machen lassen. Das vom Flughafen war wohl nicht gut genug. Oder habe ich mich so sehr verändert? Naja, ein klein wenig Bartwuchs sollte ja nicht so viel ausmachen, oder?

Indios, Schweizer und Tres Fronteras

Der letzte der drei Abenteuertage sollte eine ganz spezielle Erfahrung für uns werden. Aber als erstes haben wir gestern den Fahrer noch gebeten, uns ein paar Chipas zum Frühstück mitzubringen. Denn hier im Hotel ist das Frühstück alles andere als befriedigend. Ein gut würde ich definitiv nicht vergeben dafür. Auch wenn wir hier in Paraguay sind, darf ein Hotelier sich bei der wichtigsten Mahlzeit des Tages etwas Mühe geben. Mit den noch warmen Chipas im Kofferraum sind wir wieder einmal pünktlich abgefahren. Beinahe endlose Kilometer über Asphaltstrassen führten uns zu einer – wohl recht guten – Erdstraße in ein Urwaldgebiet hinein. Hier in diesem Urwald hat sich um 1887 herum der Schweizer Pflanzenbiologe und Buchautor Mosè Giacomo Bertoni auf einem fast 200HA großen Grund niedergelassen. Das Haus der Familie ist vollständig renoviert als ein Museum eingerichtet, in dem etliche Exponate seiner Forschungsarbeit seit weit über 100 Jahren stehen. Es steht unmittelbar am Rio Paraná mit dem Blick auf Argentinien. Wenn ich dürfte, ich würde an diesem Ort leben wollen. Es ist unglaublich schön in diesem Urwald. Da er als Naturschutzreservat deklariert ist, ist es für uns unmöglich, dort ein neues Leben zu beginnen. 

Dennoch gibt es dort aktuell 22 Familien mit mehr als 150 Mitgliedern, die dort seit Urzeiten leben. Indios haben ein paar Hütten auf diesem Land und leben, leider nicht mehr wirklich im Einklang mit der Natur dort. Überall finden wir Plastikmüll und andere Dinge, die die Moderne so mit sich bringt. Eine recht neue Grundschule wurde errichtet, damit die jungen Indios zumindest ein kleines bisschen Allgemein- und Grundbildung vom Staat bekommen. Ob diese das überhaupt wollen; ich möchte es nach dem gesehenen beinahe bezweifeln. Kurz vor der Schule ist ein kleiner Indio-Friedhof mit sehr einfachen Grabstätten. Auf diesem Friedhof ist eine starke Energie zu spüren. Und wer genau hinfühlt, spürt auch die Richtung, in die diese Energie zieht.

Wir sind noch etwas weiter in den Urwald gegangen, wo wir dann einzelne, sehr einfache Holz- oder Strohhütten vorgefunden haben. Der Clan-Chef und Medicus der Familie hat uns begrüsst. Er war auch die Hauptansprechperson für all unsere Fragen. Da er fast nur Guarani gesprochen hat, waren unsere Fragen doch sehr knapp bis gar nicht vorhanden. Dieser Mann hatte in seinem Leben viele Erfahrungen machen dürfen und dies war für jeden ersichtlich. Mit einem gewissen Argwohn hat er uns sehr genau angeschaut, bevor er uns ein kleines Lächeln entgegen bringen konnte. Wobei angeschaut schon fast etwas wenig ist. Er hat uns quasi innerhalb von wenigen Momenten komplett analysiert und dahingehend eingestuft, ob wir eine Gefahr für den Clan darstellen könnten oder nicht. Da wir keine Gefahr waren, durften wir noch weitere Familienmitglieder besuchen und uns anschauen, wie sie leben.

Nach diesen intensiven Eindrücken bei den Indios sind wir weiter gefahren zu einem Ort, der sich „Hito Tres Fornteras“ nennt. Hier treffen Rio Iguazu und Rio Paraná aufeinander und bilden gleichzeitig die Landesgrenzen von Brasilien, Argentinien und Paraguay. In jedem Land wurde eine Aussichtsplattform errichtet, von welcher aus man die beiden anderen Länder sehen kann. Sonst ist dieser Ort sehr unspektakulär und wir haben Ihn nur angefahren, weil er eh auf dem Weg lag. Hier kostet der Eintritt pro Tourist übrigens 5.000Gs. Es war nur ein kurzer Stopp, da auch das Wetter sich weiter verschlechterte. Dafür hatten wir bis anhin ja reichlich Sonne und haben in wenigen Tagen reichlich gesehen. Fakt ist, dass wir wieder kommen werden und Itaipu und die Wasserfälle noch einmal anschauen werden. Und jetzt verdauen wir erst einmal unseren ganzen Eindrücke.

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