So sollte die Überschrift zum Wochenbericht in dieser Woche am Mittwoch noch heißen. Aber fangen wir doch am Wochenende an. Am Samstag habe ich mich vom Einkaufen mehr oder weniger angestrengt zu unserer Unterkunft geschleppt. Sandra hat des öfteren auf mich gewartet. Die meiste Zeit habe ich daher lieber im Liegen verbracht. Am Sonntag ist Sandra dann mit Fieber aufgewacht und da war uns dann klar, diese Woche steht voll und ganz im Rahmen der Regeneration. In diesem Wort steckt dann auch schon das, was gemäß Wetterbericht das hauptsächliche Wetter der gesamten Woche werden sollte. Es war eher durchwachsen und hat sich aus der letzten Woche einfach weiter gezogen. Okay, dachte ich mir, dann fällt diese Woche der Bericht halt einfach ins Wasser.

Unsere Gastgeberin zeigte sich sehr besorgt und war am Montag dann für Sandra zur Farmacia gefahren und hat Medikamente für uns gekauft. Etwas, was das Fieber senkt, ein anderes Mittelchen gegen den Husten und auch beim Schnupfen konnte Sie etwas aus Ihrem Medizinschrank zaubern. Die Paraguayos sind ja so hilfsbereit, dass kenne ich aus Europa nicht.

Am Mittwoch war Sandra dann schon wieder so weit fit, dass wir eine Zeit lang im Garten sitzen konnten, um die plötzlich auftauchende Sonne zu geniessen. Wurde auch mal Zeit. Im Garten der Nachbarn steht ein riesiger Papayabaum und trägt reife, sowie auch neue Früchte in der Spitze. Ich muss ja mal sagen: Papayabäume sind hässlich. Eigentlich genau wie die Frucht auch. Und sie schmeckt auch sehr gewöhnungsbedürftig. Zumindest waren die Exemplare, die wir im Supermarkt erworben hatten, immer sehr speziell. Wer Papaya schon einmal probiert hat, der weiß sicherlich, was ich damit meine.

Sonne macht uns wieder gesund

So haben wir also in der Sonne gesessen und ein paar Vögel dabei beobachten können, wie sie aus dem Papayabaum eine der reifen Papayas „gepflückt“ haben. Es waren mindestens drei kleine Vögel und sie waren deutlich kleiner als die reife Papaya. Das Gezeter der drei war dafür um so größer. Es könnte ja sein, dass einer alleine die riesige Papaya auffrisst. Nicht!

Wann immer die Sonne nicht schien, haben wir uns ein wenig damit beschäftigt, was wir denn nach Paraguay machen möchten. Wir konnten einen Abreisetermin festlegen und haben schon den einen oder anderen Plan für die weitere Reise erarbeitet, aber noch nicht fixiert. Es ist ja auch noch lange hin, bis wir hier weg wollen. Und bis dahin haben wir auch hier noch den einen oder anderen Umzug zu tätigen. Am Abend hatte ich dann einen kleinen Anflug von „Ich bin krank – Männergrippe„. Sandra konnte da zwar nur müde lächeln, denn ich hatte noch kein Fieber und einen Hust-Wettbewerb zwischen uns beiden hätte sie locker gewonnen. Mir war dennoch nicht gut und ich habe in der Nacht auf Donnerstag sagenhafte 10 Stunden geschlafen.

Der Donnerstag war also weiterhin Erholen auf dem Programm. Wir haben genug zu Essen und zu Trinken gehabt, so dass wir tatsächlich nur für die notwendigsten Dinge aufstehen mussten.

Endlich Mercado cuatro (4)

Jetzt, wo wir am Freitag endlich ausgeschlafen und einigermaßen gesund waren; wo es mir (der in Europa erst bei -10°C friert) in einer einfachen Jacke viel zu kalt war; wo Sandra aufgrund der Erkältung so einen Blähbauch hatte, dass ihre Jacke nicht mehr zu ging, haben wir uns ganz früh (gegen 10 Uhr) auf den Weg in Richtung Mercado 4 gemacht. Ein Tipp von unseren Zimmernachbarn sollte uns zu einem Bus führen, der dichter an der Unterkunft ist. Leider entpuppte sich dieser Tipp als suboptimal. Wir hatten wohl eine unterschiedliche Meinung, wo die Straße lang führt, die wir als Tipp bekommen hatten.

Mehrere Colectivos haben wir weiter ziehen lassen, nachdem diese immer wieder sagten, dass sie nicht zum Mercado 4 oder zum Micro-Centro fuhren. So haben wir beschlossen, uns das nächste Taxi anzuhalten, was wir sehen konnten. Gesagt getan, an einem strategisch guten Punkt aufgestellt und frierend gewartet. Endlich, da hinten ist ein Taxi, das halten wir an. „Ja, wenn es nicht wieder vorher abbiegt“ sagte Sandra trocken, das ist uns in der Vergangenheit nämlich öfters passiert. Das Taxi fuhr weiter in unsere Richtung und ich fuchtelte wie wild mit dem ganzen Arm. „Der muss mich doch sehen“, dachte ich so bei mir. Und in letzter Sekunde konnte ich dann sehen, wie der Fahrer ein Zeichen machte. Er musste nur schnell noch einen Kunden abliefern und dann drehen. Ein paar Minuten später steht das Taxi vor uns und ein älterer Mann fragt uns auf bestem Yopará, ob wir ein Taxi per Telefon bestellt haben.

Yopará

Yopará ist eine Mischsprache aus Spanisch und Guaraní, die vor allem in Paraguay gesprochen wird. Sie gehört der Gruppe der Äquatorialen Sprachen und der Sub-Gruppe Tupí-Guaraní an. 
Das Wort „Yopará“ bedeutet schlicht „Gemischtes“ oder „Mischung“.

Verstehst Du den?

Da unser Spanisch eher schleppend besser wird, stand ich nun da wie Ochs vorm Berg und wusste nicht wohin. Sandra hat da wohl mehr verstanden und kurz und knapp mit „¡No!“ geantwortet. Er fing breit an zu grinsen und bat uns herein. Wir möchten zum Mercado 4, haben wir gesagt. Er fragte „¿Perú o Petirossi?“. Neee, hier in Asunción, und das ist auch kein Rennfahrer. Es hat eine Weile gedauert, bis wir verstanden haben, was er von uns wollte. Und es war auch kein „o“ in seiner Frage, sondern ein „y“, was ein riesiger Unterschied ist. Wenn man aber nuschelt, dabei noch schnell redet und der andere noch kein Gehör für das hiesige Sprachmuster hat, dann ist ein O auch mal ein Y, anders gesagt ein „Oder“ auch mal ein „Und“.

Die Fahrt mit dem lieben Kollegen hat ungefähr 20 Minuten gedauert und war sowohl unterhaltsam, als auch lehrreich. Wir wurden darüber aufgeklärt, dass wir doch das „Cel“, also das Mobiltelefon, besser in der Jacke verstecken sollten auf dem Markt. Und er ist die einzelnen Geldscheine mit uns durchgegangen. Hier wird in Guarani gezahlt, bloß nicht in US-Dollar. 

Was wir denn kaufen wollten? – Ein paar Kleider für uns. – Ultimo 100.000, ja nicht mehr. Die ziehen euch über den Tisch. Ihr seht aus wie Americanos, nicht wie Alemanos.

Wie sehen denn Alemanos aus im Vergleich zu Americanos? Den Unterschied kann ich als Deutscher nun wirklich nicht sehen. Dieser Satz erklärt aber auch, weshalb wir so oft gefragt werden, ob wir Americanos seien und immer mit einem breiten Grinsen bedacht werden, wenn wir dies verneinen.

Kurz bevor wir am Ziel waren, hat uns der Fahrer noch gefragt, wie wir wieder zurück kommen. Am einfachsten sei es mit dem Taxi, wir müssten nur sagen, dass wir die Perú runter wollen, dann auf der Artigas weiter bis zur Trinidad und schon sind wir da. „Nur noch da über die Straße, das macht dann 41.000Gs“.

 

Der Markt in bewegten Bildern

Die wenigen Schritte sind wir schnell gegangen, nur um dann auf dem gesamten Markt-Areal insgesamt weit über 10.000 Schritte zu machen. Nach mehr als drei Stunden, inklusive einem kurzen Mittags-Snack an einem kleinen Straßenstand, sind wir vom Mercado 4 in Richtung Micro-Centro, der Altstadt, aufgebrochen. Schaut euch die Bilder an, ich habe die ca. eine Stunde Rohmaterial auf ca. 8:40 Minuten gekürzt.

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