Immer mehr Regen

In Paraguay gibt es keine typische Regenzeit. So ist es uns jedenfalls gesagt worden. Wenn es aber regnet, dann ausdauernd und viel. Als Hamburger möchte ich dann sagen: das kenne ich sehr gut. Denn, wenn es sich in Hamburg erst einmal eingeregnet hat, dann bleibt das gerne auch mal zwei, drei Wochen so. Es ist also nichts wirklich Neues für uns. Nur ist es genauso nervig, wie es vor vielen Jahren schon in Hamburg nervig war.

Genug der Jammerei. Deshalb sind wir ja nicht auf Weltreise gegangen, da hätten wir auch bleiben können, wo wir waren, bevor wir das erste mal ausgewandert sind. Wir sind ja nach Paraguay gegangen, um dort einen festen Wohnsitz zu haben, damit uns das Reisen später leichter fällt. Ohne Wohnsitz ist nämlich das Reisen sehr viel schwieriger als mit.

Unser neuer Freund aus Finnland hat die letzten Tage seiner Reise also auch im Regen verbracht. Nachdem die ersten Tage für ihn in Paraguay voller Sonnenschein waren, jetzt auch für ihn Regen. Immerhin hatte er in den vier Monaten seiner Reise nur sehr wenige Regentage. Das stimmt uns froh, denn es bedeutet ja für uns, dass wir, wenn wir denn weiter durch Südamerika reisen, auch nur sehr wenig Regen zu erwarten haben.

Die ersten Pläne fürs Weiterreisen

So schlechtes Wetter hat auch Vorteile. Durch einen wunderbaren Zufall sind wir auf ein Reiseziel aufmerksam geworden, welches bei uns beiden schon so lange auf der Wunschliste, unserer Bucket-List, steht. Wir mussten nicht darüber nachdenken, ob wir buchen, oder nicht. Wir haben es einfach getan. Jetzt heißt es für uns nur noch: die übrigen Ziele um dieses eine Ziel herum zu buchen. Ein Mosaik für Reisende, sozusagen. Auch wenn wir damit nun gegen unsere eigene Regel verstoßen, dass wir nicht wirklich weit in die Zukunft planen wollen, dieses Reiseziel ist es auf jeden Fall wert. Nach so viel Planung mussten wir dann erst mal ein bisschen Essen gehen.

Musik und Bier

Wie ich schon in der letzten Woche geschrieben habe, sind wir diese Woche zum Hard Rock Cafe Asunción gegangen. Meine letzten Erlebnisse in einem HRC sind schon ein paar Jahre her, also war es an der Zeit diese etwas aufzufrischen. Es wurden Smokey Ribs, Smokey Chicken und Fajitas an den Tisch geliefert und sehr schnell vernichtet. Und wir hatten noch Hunger. Es war leider keine Mahlzeit zum Sattwerden dabei. So haben wir uns entschieden, noch einen Nachtisch zu wählen. Für Sandra gab es einen „Hot Fudge Brownie“ und für mich einen „Fresh Apple Cobbler“. Jeder, der in den letzten Monaten dort war, weiß nun auch, was es als Nachtisch gegeben hat. Für alle die, die es nicht wissen gibt es nur einen Tipp: geht mit viel Hunger und einem möglichst leeren Bauch und esst nur den Nachtisch.

Der Brownie war eine riesige Eisschale, mit vier Eiskugeln und einem mittelgroßen Stück Brownie, viel Schlagsahne und Schoko-Soße. Nicht ohne Grund sind wir gefragt worden, ob wir mehrere Löffel haben möchten. Dann war da auch noch der Apfelkuchen. Auch hier war eine sehr große Kugel Vanille-Eis auf einem extrem großen Stück Apfelkuchen platziert worden. Keiner hat den Nachtisch geschafft, aber lecker war er ohne Zweifel.

Arbeiten und Lernen

Ein weiterer Vorteil von diesem Wetter ist, dass wir total entspannt im Trockenen und ohne zu schwitzen arbeiten können. Ja, ohne zu arbeiten können wir uns diese Reise auch nicht finanzieren. Wir sind hier jedoch in der glücklichen Situation, dass wir von jedem Ort der Welt aus arbeiten können, sofern wir einigermaßen Internet haben. Es muss nicht das schnellste sein, es muss einfach stabil sein. Leider ist hier in Paraguay beides nicht immer gegeben. Also müssen wir neben dem Arbeiten auch immer noch etwas warten. Wie sagt der Paragayo immer so schön: ¡Mañana!, also in etwa ‚mache ich morgen‘, auch wenn es erst nächste Woche ist. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Was für ein spannendes Wortspiel. Bei schönem Wetter konnten wir dann sogar im Freien unsere Spanischkenntnisse weiter ausbauen. Was wir natürlich auch gerne gemacht haben.

Fahren mit dem Bus – ein Update

Am Donnerstag hatten wir dann wieder etwas besseres Wetter, so dass wir uns spontan entschieden haben mit dem Colectivo eine Reise zu unternehmen. Wir sind einfach in die Linie 44 eingestiegen, welche uns dann nach Mariano Roque Alonso gefahren hat. Erhofft haben wir uns einen tollen Blick auf den Rio Paraguay, bekommen haben wir einen Blick auf eine tolle Brücke, die wir leider nicht fotografieren konnten, weil es keinen Zugang zum Fluss gibt. Dafür haben wir etwas gefunden, was uns schier aus den Socken gehauen hat. Eine Übersicht über die Haltestellen einiger Colectivo Linien.

Ein paar weitere Impressionen aus der Baukunst möchten wir Dir nicht vorenthalten. Gefühlt ist es hier ähnlich wie in Österreich oder auf Malta. Geht das Geld aus, wird einfach an dieser Stelle nicht mehr weitergebaut. Das Haus wird trotzdem bezogen, oder aber einfach dort stehen gelassen, bis wieder etwas Geld vorhanden ist, um es weiter zu bauen. Und sofern man es dann nicht selbst bewohnt, darf man nicht überrascht sein, wenn es nach einiger Zeit ein paar Bewohner im eigenen Haus gibt. Oder wenn bereits verbaute Türen oder Fenster schon wieder entfernt wurden, da sie genau in die entsprechenden Löcher eines anderen Hauses gepasst haben. Dies sind zwar nur Gerüchte, ich kann mit aber durchaus vorstellen, dass ein Fünkchen Wahrheit an diesen Gerüchten hängt.

Sehr eindrücklich finde ich eine kleine Tagesklinik, welche in einem möglicherweise viergeschossigen Haus eingerichtet ist, wo jedoch nur die unteren beiden Etagen verwendet werden. Ebenso wie der kleine Bachlauf, der nicht einer natürlichen Quelle entspringt. Es handelt sich eher um einen Rohrbruch im städtischen Versorgungssystem, was hier wohl noch recht oft vorkommen soll.

Ausblick auf Woche 24

Da wir beide noch nicht dort angekommen sind, wo wir eigentlich ankommen wollten, nämlich in einer gewissen Erholung, haben wir für die nächste Woche keine wirklichen Pläne gemacht. Der Sonnenuntergang am Rio Paraguay steht noch aus, da aus diesem aufgrund des vielen Regens in der letzten Woche nichts geworden ist. 

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