Nach dem ganzen Stress der Wochen vor der Abreise und dann noch die vorletzte Woche mit den Behörden, haben wir uns vorgenommen, dass wir uns erst mal nichts vornehmen, sondern die Tage geschehen lassen. Ich glaube, dass dies auch die sinnvollste Möglichkeit ist um aus dem Stress zu entfliehen. Es gab also Tage, da haben wir nur unsere Wäsche gewaschen und ansonsten einfach mal nur entspannt auf den Betten gelegen oder gesessen und etwas gelesen, bzw. uns über unser neues Wohnland informiert.

An anderen Tagen sind wir dann in irgendeine Richtung aus der Wohnanlage raus und haben einen beliebigen Weg eingeschlagen, nur um zu schauen wohin er uns führen wird. Das war mitunter eine wirklich spannende Angelegenheit, denn nicht jeder Weg hat uns Freude bereitet. Einige führten in eine Art bewachte Wohnanlage. Zumindest hatten wir das Gefühl es wäre so. Es war ein kleines Häuschen an der Straße, in welchem ein Sicherheitsmann saß und uns nur fragend angeschaut hat, als wir wie selbstverständlich an ihm vorbei gingen.

Es dauerte auch nicht lange, da waren wir uns des Taxifahrens überdrüssig. Wir wollten auf den Bus, hier Colectivo genannt, umgesteigen. Bushaltestellen suchend sind wir eine der Hauptstraßen in Richtung Asunción gegangen und haben keine gefunden. An einem „Busfahrplan“ sind wir dann doch noch vorbeigelaufen. Der hat uns aber nicht wirklich weitergeholfen. Denn es stehen zwar die Linien drauf, die an dieser Stelle vorbeifahren, jedoch keine Abfahrtzeiten. Also haben wir uns ein wenig umgeschaut und haben festgestellt, wir sind die Einzigen ohne Plan. Die Einheimischen warten einfach an einer Bushaltestelle und wenn der gewünschte Bus zu sehen ist, dann wird der Zeigefinger waagerecht auf die Straße gehalten und der Bus hält vielleicht an. Wenn er das dann tut, dann heißt es schnell sein, denn in einem Land, in dem es so organisiert zugeht wie in Paraguay, da ist halt auch der Busfahrer organisiert und möchte möglichst schnell am Ziel ankommen. Mit anderen Worten, wer nicht rechtzeitig im Bus steht, der kommt nicht mehr mit. Ausnahmen gibt es für sehr alte Menschen und Frauen mit Kindern. Männer mit Kindern werden wie gesunde Erwachsene behandelt.

Schwupp konnten wir einen Bus entern und standen fast vor dem nächsten Problem. Bezahlt wird beim Fahrer, in bar, in kleinen Scheinen oder Münzen. Dies alles natürlich schon während dem Anfahren. Die Fahrer kennen das sehr gut, aber wir? Nun denn, festhalten, mit einer Hand das Geld sammeln, überreichen und gleichzeitig den Fahrschein entgegennehmen klappt schon irgendwie. Danach so schnell es geht hinter das Drehkreuz verschwinden, denn die weiteren Fahrgäste möchten ja auch bezahlen. Eine Busfahrt kostet hier 2200PYG oder 3600PYG, was nach aktuellem Umrechnungskurs ca. 0,34EUR oder 0,54EUR sind. Nach der dritten Busfahrt hatten wir es dann raus und konnten entspannt für uns sagen: Busfahrchallenge Nummer 1 bestanden. Die zweite Busfahrchallenge kam dann in der folgenden Woche auf uns zu.

Jetzt, da wir mit dem Bus fahren konnten, haben wir das auch intensiv genutzt und sind regelmässig mit unterschiedlichen Bussen nach Asunción hinein- und wieder herausgefahren. In Asunción haben wir dann verschiedene Shopping-Center angeschaut oder sind einfach nur durch die teilweise sehr beeindruckenden Straßen flaniert. Bis wir dann zum Mercado 4 gefahren sind. Das Mercado 4 ist kein Shopping-Center wie es aus den Industrienationen bekannt ist. Es ist eher eine riesige überdachte Anlage, wobei selbst die ehemaligen Straßen mit Wellblechen überdacht wurden. Es ist ein täglicher Straßenmarkt, auf dem es wirklich alles gibt. Glanz und Gloria direkt neben den einfachen Dingen des Lebens. Wir haben leider nicht den gesamten Markt angeschaut, aber das folgt sicherlich noch. Sandra meinte auf dem Rückweg zu unserem Apartment: Das ist ein Markt, wie ich ihn mir in Südamerika immer vorgestellt habe. Und im Grunde stimmt es auch. Viele kleine Händler und jeder versucht zu überleben. Es gibt (wortwörtlich) Bergeweise Turnschuhe oder Handtaschen, Kiloweise T-Shirts oder Pullover und sogar Winterstiefel und Jacken haben wir gesehen. Es scheint also wirklich kalt zu werden in Paraguay.

Mit dem festen Plan diesen Markt nochmals zu besuchen verabschiede ich mich für diese Woche.

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