Reisen vs. Urlaub machen

Urlaub machen, das kennt ein jeder, oder nicht? Ich hoffe es zumindest, dass es so ist. Urlaub ist dann, wenn man der geliebten Arbeit fern bleibt und sich eine kurze Auszeit von zwei bis sechs Wochen nimmt. Diese Auszeit kann daheim oder auch in einem fernen Land stattfinden. Die hauptsächliche Tätigkeit dürfte in diesem Fall das Entspannen sein.

Entspannung sieht für jeden Menschen unterschiedlich aus, daher möchte ich nicht so viel Energie dazu aufbringen. Es kann sein, dass Du eher der Relaxer bist und die Zeit am liebsten in der Hängematte oder auf der Luftmatratze verbringst. Möglicherweise bist Du auch der Abenteurer und möchtest mit einer langen Wanderung durch Dir unbekannte Gebiete Deine Entspannung finden. Oder Du bist der Sportler und findest Deine Entspannung im Klettern, Joggen, Schwimmen oder Skifahren. Dies ist alles gut und passt für die meisten Menschen, die einfach nur Urlaub machen wollen. 

Es gibt aber dann noch die Menschen, die lieber Reisen möchten. Reisen bedeutet, dass man für längere Zeit als nur zwei bis sechs Wochen unterwegs ist. In der Regel bist Du mehrere Monate am Stück dabei durch eines oder auch mehrere Länder dieser Welt zu reisen und dabei Land und Leute kennen zulernen. Es bedeutet auch, dass Du Dich ein Stück weit mit der Kultur und/oder Geschichte des Landes beschäftigst. Dein Ziel ist, die Welt zu erkunden und dabei einmalige Momente zu erleben.

Vor allem bedeutet Reisen aber, dass Du zu Dir selbst findest. Dies wird auf Deiner ersten Reise nicht das primäre Ziel sein, es ist aber ein Nebeneffekt, der sich absolut nicht vermeiden lässt. Entwicklung ist ein essentielles Thema bei den Menschen, die auf Reisen sind. Und wenn Du es im ersten Moment nicht zugeben möchtest, so wird es mit der Zeit, die Du auf der Reise verbringst, auch für Dich sichtbar werden. Du hast Deine Meinung über Dich, Länder, Kulturen, Menschen verändert, Du hast Dich Entwickelt. Es ist also tatsächlich kein Urlaub, wenn Du auf Reisen bist, sondern es ist durchaus Arbeit.

An dieser Stelle möchte ich gerne aus einem anderen Blog zitieren, da mich dieser Text in meiner Meinung wirklich bestärkt hat.

Im Grunde gibt es in meinen Augen einen relativ eindeutigen Unterschied zwischen einem Reisenden und einem Touristen. Der Reisende will das Fremde gern so sehen, wie es ist. Er möchte das Alltägliche im Fremden erfahren, er möchte sich dem Tempo in der Fremde anpassen. Er ist sich durchaus bewusst, dass er nur zu Besuch bleibt. Aber solange er vor Ort ist, soll der Ort genauso weiter existieren, wie während seiner Abwesenheit. Er beobachtet demnach den Alltag, oder bemüht sich, mit dem Alltag zu verschmelzen. Dieser Anspruch bringt jedoch unausweichlich ein Gefühl mit sich, dass dem Klischee einer „Reise“ zuwiderläuft: Langeweile. Daher erfand sich der Tourismus. Der Tourist will etwas geboten bekommen, er will „touren“. Er will Sehenswürdigkeiten. Was für ein verräterischer Ausdruck. Ein Tourist sieht demnach also nur das, was er für „würdig“ erachtet. In gewisser Weise fordert der Tourist etwas, dass dem Reisenden fremd ist. Die Fremde soll ihm etwas bieten, denn warum sonst sollte sich der Tourist auf den weiten Weg begeben, genau diese Fremde zu besuchen?

Wenn Du mehr über (Persönlichkeits)-Entwicklung wissen möchtest, dann schaue doch einfach auf Sandra’s Blog nach, denn sie schreibt dort eine Menge über dieses Thema. 

Chaos mit den neuen Dokumenten

Wann immer Du Dein Heimatland verlassen möchtest, bist Du darauf angewiesen gewisse Dokumente bei Dir zu führen. In Abhängigkeit vom Zielland sind es mal mehr, mal weniger. Als wir das erste mal Deutschland verlassen haben, sind wir nach Österreich beziehungsweise in die Schweiz ausgewandert. Dort war es sehr einfach, da es innerhalb Europas mit den Schengener Abkommen eine relativ große Freizügigkeit im Inner­europäischen Personen­verkehr gibt.

Unser aktuelles Vorhaben ist jedoch weit außerhalb der EU. Wir beschäftigen uns also mit der Botschaft von Paraguay in Berlin, mit der Botschaft von Paraguay in Bern, mit der deutschen Botschaft in Bern, mit unseren Geburtsstandes­ämtern in Deutschland und dem Standesamt in welchem wir geheiratet haben, auch in Deutschland.

Für unser Vorhaben mehr als drei Monate in Paraguay leben zu wollen, beziehungsweise dort eine Dauer­aufenthalts­genehmigung zu erlangen, benötigen wir folgende Unterlagen, die jeweils überbeglaubigt und teilweise von der Botschaft von Paraguay legalisiert sein müssen.

  • Internationale Geburtsurkunde, nicht älter als von 2010 Du bekommst diese in dem Standesamt, in welchem Deine Geburt erstmals beurkundet wurde
  • Polizeiliches Führungszeugnis, nicht älter als drei Monate Wobei folgende Punkte zu berücksichtigen sind:
  • Wohnsitz im Ausland weniger als 5 Jahre: Das Bundesministerium für Justiz ist für Dich zuständig, möglicherweise musst Du auch noch ein entsprechendes Dokument aus Deinem Wohnland nachweisen
  • Mehr als 5 Jahre im Ausland wohnhaft: Du benötigst nur ein entsprechendes Dokument aus dem Wohnsitzland zuzüglich einem Wohnsitznachweis

Die Beschaffung dieser Dokumente erfordert eine gewisse logistische Flexibilität, insbesondere dann, wenn man, wie wir, nicht mehr in Deutschland wohnhaft ist. Denn die Standesämter arbeiten nicht immer mit den entsprechenden Behörden für die Überbeglaubigung zusammen. Es ist daher reichlich Postlaufzeit einzuplanen. Die Botschaft von Paraguay benötigt ebenfalls noch etwas Zeit um die Dokumente zu legalisieren. Die legalisierten Dokumente haben gemäß der Botschaft von Paraguay in Berlin eine Gültigkeit von sechs Monaten.

Wir haben also die Geburtsurkunden und die Heiratsurkunde in internationaler Ausführung bestellt. Diese waren von zwei verschiedenen Behörden zu beschaffen. Die Geburtsurkunden sind per Post versandt worden und mussten dann überbeglaubigt werden. Dies kann man nur machen, wenn man persönlich vor Ort ist, oder einen guten Freund hat, der das dann macht. Wir hatten diese Unterstützung und konnten daher entspannt auf die Urkunden warten. Bei der Heiratsurkunde ist die Standesbeamtin direkt „über die Strasse“ gelaufen und hat die Überbeglaubigung selbst eingeholt. Diese Urkunde kam also direkt von der Behörde zu uns.

Alle unsere Urkunden aus Deutschland haben wir dann eingeschrieben an die Botschaft von Paraguay in Berlin gesendet. Ungefähr zwei Wochen lang haben wir nichts gehört, dann endlich kam ein E-Mail von der Botschaft mit der Kostenaufstellung. Diese muss dann vorab beglichen werden, damit die Botschaft unsere Dokumente überhaupt weiter begutachtet. 

Mache Dir also einen Zeitplan, wann Du welches Dokument anfordern musst, damit Du es innerhalb der vorgegebenen Fristen und Gültigkeiten erhalten kannst.

Stand der Recherche:
Januar 2018

Abmelden aus der Schweiz

Die endgültige Abmeldung aus der Schweiz ist (k)eine einfache Angelegenheit. Je nach Wohngemeinde/-kanton sind unterschiedliche Voraussetzungen zu erfüllen. Ebenfalls spielt es eine große Rolle welche Aufenthaltsbewilligung bzw. Lohnbesteuerung Du besitzt (Ausländerausweis L, B oder C, CH-Pass). Ich berichte daher nur über unsere Wohngemeinde Winterthur im Wohnkanton Zürich bzw. über generell gültige Punkte, sofern ich diese entsprechend Recherchieren konnte. Sandra und ich hatten die Schweizer Niederlassungsbewilligung (Ausländerausweis C). Wir waren also regulär besteuert und lebten in der Stadt Winterthur.

Bei einer Abmeldung ins Ausland ist es grundsätzlich in jeder Gemeinde in der Schweiz notwendig, dass man sich persönlich abmeldet. Eine elektronische Abmeldung ist, anders als bei einem Zügeln innerhalb der Schweiz (Innerkantonal oder Kantonsübergreifend), nicht möglich. Der Grund dafür ist sehr einfach: Du musst bestimmte Unterlagen persönlich vorlegen und bekommst direkt Änderungen in vorzulegenden Unterlagen eingetragen.

Erst die Steuern, dann der Rest

Für Winterthur ist es so, dass wir mit unseren Lohnausweisen (so etwas ähnliches wie die Lohnsteuerkarte in Deutschland), Bankbelegen (Kontoauszüge), Ausländerausweisen, vorläufiger Steuererklärung für das laufende Jahr und Nachweisen über die Verwendung der Vorsorgeleistungen der Pensionskasse einen Termin beim Steueramt wahrnehmen mussten. Dieser Termin sollte mindestens einen Monat vor dem eigentlichen Abmeldedatum stattfinden. Warum? Man bekommt vor der Abreise noch den endgültigen Steuerbescheid für das komplette Steuerjahr, welcher unbedingt zu begleichen ist. Anderenfalls wird die steuerliche Abmeldung aus der Schweiz verweigert. Ausreisen kann man dann natürlich trotzdem, jedoch bleibt die Steuerpflicht in der Schweiz aufrecht erhalten, was zur Folge hat, dass sämtliche Einkommen, auch die, die nicht in der Schweiz erwirtschaftet werden, in der Schweiz versteuert werden müssen. Bei uns ist es so gewesen, dass wir die definitive Abmeldung aus der Schweiz zwingend benötigt haben, da wir unsere Altersvorsorge zu 100% ausbezahlen lassen wollten.

Es gibt jedoch noch einen zweiten Weg um die gewünschte Genehmigung zu erhalten. Wenn Du einen Kollegen hast, der Dir vertraut und dem Du vertraust, dann kannst Du eine Steuervollmacht für den Kollegen ausstellen. Diese Vollmacht bevollmächtigt den Kollegen dann, die Dokumente für Dich zu empfangen, welche er dann an Dich weiterleiten muss. Dies ist dafür gedacht, dass Du dann die Steuererklärung erstellen kannst und ebenfalls auch Deinen Steuerbescheid erhältst. Der Bevollmächtigte ist nicht dafür Verantwortlich, dass Du die Steuer auch bezahlst. Dies musst Du also selbst machen. Er wird jedoch alle Briefe erhalten die vom Steueramt an Dich gesendet werden. Und damit wird er dann auch erfahren, dass Du ein Steuerschuldner bist und dann wird sich zeigen wie sehr Ihr euch gegenseitig vertraut. In Winterthur wird es aktuell so gehandhabt, daß Du eine Art Kaution hinterlegen musst, damit die Steuerschuld auch garantiert beglichen wird. Die Kaution ist in der Höhe der zu erwartenden Steuerrechnung für das laufende Jahr. Es können also durchaus mehrere Tausend Franken werden.

Steuern bezahlt? Dann weiter!

Hast Du nun diesen Termin hinter Dich gebracht, Deine Steuern beglichen oder einen Bevollmächtigen gefunden? Super, denn dann erteilt Dir das Steueramt die Genehmigung, dass Du Dich bei der Einwohnerkontrolle abmelden kannst. Hierzu ist ein weiterer Termin notwendig. Wir haben nicht sehr lange warten müssen, da Winterthur eine sehr gut organisierte Einwohnerkontrolle hat. Die Abmeldung bei der Einwohnerkontrolle war nicht sehr aufregend. Ein paar Fragen beantworten, ein paar Dokumente unterschreiben, ein paar Franken auf den Schalter legen und schon waren wir fertig. Freundlicherweise haben wir für die Abmeldebescheinigungen noch weitere Kopien erhalten. Diese benötigst Du nämlich für die Abmeldung bei der Krankenkasse, sowie bei Versicherungen und anderen Verträgen, die eine außerordentliche Kündigung aufgrund Wegzugs zulassen.

Nach der Abmeldung bei der Einwohnerkontrolle sind wir nun also „Staatenlos“ und haben in unserem Ausländerausweis einen Stempel mit dem Abmeldedatum (siehe oben). Der Führerschein ist weiterhin gültig, zumindest sofern man keinen weiteren Wohnsitz hat oder bis man an einem anderen Wohnort wieder angemeldet ist. Innerhalb der EU muss der Führerschein am neuen Wohnort auf das entsprechende Land umgeschrieben werden. Hier gelten je nach Land unterschiedliche Fristen. Bei einem Wegzug nach Deutschland sind es 6 Monate. In unserem Fall wird der Schweizer Führerschein nicht eingezogen oder entwertet.

Alles muss weg

Irgendwann kommt dann der Moment an dem alles verkauft werden muss was nicht mit auf die Reise geht. Gemäß unserer Planung sind wir als erstes für einen längeren Zeitraum in Südamerika. Wir haben also die Möglichkeit alles an Möbeln, Elektrokleingeräten und weiterem Hausrat in einem Container auf dem Seeweg mitzunehmen. Oder wir verkaufen alles was wir für nicht Notwendig erachten und gehen nur mit ein paar Elektrokleingeräten (Laptop, Tablet, Fotokamera) und unserer Bekleidung auf diese Reise. Und genau dafür haben wir uns nun entschieden. Insbesondere auch im Hinblick auf die weitere Planung sollte dies eine gute Entscheidung werden.

Wir haben also vor Monaten bereits begonnen uns von unterschiedlichem Hausrat und Möbeln zu trennen. Und was soll ich sagen: es war sehr befreiend. Über gängige Internetportale haben wir unsere Möbel, Geschirr, Töpfe, TV, Kleinstartikel inseriert und konnten diese sogar an den Mann (natürlich auch an die Frau) bringen. Wobei wir einiges auch gratis abgegeben haben. Voller Dankbarkeit sind unsere Waren in den weiteren Wirtschaftskreislauf eingeflossen und konnten so ein erfülltes Leben bei neuen Besitzern genießen.

Mein Auto cry

Ein emotional sehr intensiver Moment war, als wir unser Auto verkauft haben. Immerhin waren wir es gewohnt jederzeit ins Auto einsteigen zu können und es zu nutzen. Zähe Verhandlungen waren es, bevor wir zu einer Einigung gekommen sind, wollte der Käufer doch selbst noch einen Gewinn aus seinem Kauf schlagen. Schlussendlich haben wir uns auf einen guten Preis geeinigt bei dem keiner von beiden Draufzahlen musste.

Nun waren wir also ohne Auto, ohne Möbel und ohne Töpfe in unserer Wohnung. Und doch hatten wir alles was wir brauchen bei uns. Denn unser Bett, Schreibtisch, Sofa und Tisch hatten wir noch. Ebenso noch einen Fernseher (YouTube Präsentator), Laptop, Tablet und andere Kleingeräte. Auch das Kochen war weniger ein Problem, denn dafür haben wir unseren Dampfgarer und einen Backofen, welcher vom Vermieter gestellt wurde.

Fehlt uns nun unser Auto? Ja natürlich – und auch – Nein, überhaupt nicht. Denn im Rahmen dieser Minimalisierung unseres Hausstandes ist uns aufgefallen, dass man sehr gut mit sehr wenig auskommen kann. Sollten wir wirklich mal ein Auto benötigen, so konnten wir es günstig anmieten; sogar auf Stundenbasis wenn es sein musste.

Etwas später musste dann auch noch das Motorrad dran glauben und sollte einen neuen Besitzer finden. Also wieder ein Inserat geschaltet, diesmal mit allen Details und dem Hinweis, dass es ein Fixpreis ist. Genutzt hat es leider wenig. Innerhalb weniger Minuten haben wir Anfragen erhalten mit Preisvorschlägen die eher Witzig als Ernst gemeint sein konnten. Selbst der Käufer wollte bei Abholung noch nach verhandeln, wobei wir mehrfach geschrieben haben, dass es keine Nachverhandlung gibt.

Für Dich heißt das, sofern Du ebenfalls eine lange Reise planst: sammle zusammen, was Du unbedingt benötigst. Und sortiere davon die Hälfte aus. Denn dies benötigst Du garantiert auch nicht. Vor allem aber heißt es: nehme Dir Zeit um alle Dinge zu verkaufen. Wir haben einen Zeitraum von sechs Monaten geplant um alles zu verkaufen und stellen jetzt fest, dass es gar nicht mehr so lange hin ist, bis alles weg sein muss.

Ende März war es dann soweit, dass wir unsere Wohnung komplett aufgelöst haben mussten. Die letzten paar Habseligkeiten, die nicht mit auf die Reise gehen sollten und auch nicht eingelagert werden sollten wurden verschenkt oder gar ganz entsorgt. Denn, auch wenn wir zwar einen Lagerraum angemietet haben, so ist dieser auch nicht unbegrenzt groß.

Vias – 2017

Bisher können wir sagen: Südfrankreich hat es uns angetan. Wir sind wieder einmal in diesen Gefilden unterwegs. Aber ein anderer Campingplatz. Ob dies nun wirklich besser ist als im letzten Jahr, Ihr werdet es sehen. In diesem Jahr haben wir bereits unseren Klappfix verkauft, nachdem wir vom Land in die Stadt umgezogen sind. Also benötigen wir eine Möglichkeit um auf einem Campingplatz zu übernachten. Wir haben uns wieder einmal für Yelloh entschieden, denn im letzten Jahr hatten wir sehr gute Erfahrungen bei Yelloh.

Der Weg nach Südfrankreich ohne Anhänger und mit Nutzung der Autobahn ist verhältnismäßig schnell, nur 9 Stunden Autofahrt inklusive kurzer Pausen. Endlich am Platz angekommen wurden wir auf Deutsch begrüsst und durften direkt unser kleines Häuschen beziehen. Dass das Auto nicht auf den Vorgesehenen Parkplatz passt, war dabei schon fast das schlimmste. Zugegeben, ein 5 Meter Auto hat auf einem 4,8 Meter Parkplatz schon so seine Schwierigkeiten, insbesondere wenn vorne und hinten eine kleine Mauer steht, die man nun bei aller Liebe nicht kaputt machen möchte. Wir haben also unser Hab und Gut ausgeladen und sind wieder zum Empfang vorgegangen. Dort wollte man Anfangs von unserem Problem gar nichts wissen. Erst, als ich ein Foto gezeigt habe, was unseren Audi zur Hälfte auf dem normalen Weg gezeigt hat, hat man sich bereit erklärt eine Lösung zu suchen. Und die wurde schnell und unkompliziert gefunden. Unser Auto hat einen sogenannten Notfallparkplatz erhalten. Diesen bekommen Gäste, deren Fahrzeug nicht auf die vorgesehenen Parkmöglichkeiten passen.

Während dieser gesamten Aktion wurde es sehr schnell so spät, dass wir nach der langen Autofahrt nur noch etwas zu Essen und dann ins Bett mochten. Zu allem Unglück hatten wir dann noch kalten Wind vom Meer, so dass es in unserem Häuschen recht kühl war. Auf der Homepage haben wir gelesen, dass unsere Unterkunft eine Heizung haben soll. Diese haben wir dann nämlich sehr schmerzhaft vermisst. Es war nur ca. 12° im Raum und unsere dicke Decke mochte uns nicht wärmen. Also haben wir dann die Heizdecke ausgepackt und unser Bett auf diesem Wege gewärmt. Strom ist auf diesem Platz nämlich inklusive. Da wir dies nun wussten, lag jeden Abend die Heizdecke unter der Bettdecke, damit das Bett wenigstens schon warm ist wenn wir dann schlafen gingen.

Da wir in diesem Jahr ohne funktionierendes Internet nach Frankreich gefahren sind, haben wir uns überlegt eine Free Simkarte zu kaufen. Wir sind also am Montag nach Béziers gefahren und haben ein Free-Shop aufgesucht. Dank guter Vorbereitung konnte ich mich mit dem Türsteher des Shops soweit unterhalten, dass ich ihm sagen konnte was wir benötigen. Da wir offensichtlich keine Franzosen waren, wurden wir jedoch nicht ins Geschäft hineingelassen. Wir waren schon sehr verwundet, dass es überhaupt einen Türsteher an einem solchen Shop gibt, denn im gesamten Shopping Center haben wir keinen gesehen. Nicht einmal beim Juwelier mit einer wirklich hochpreisigen Auslage. Nun denn, nach dieser Absage haben wir dann einen Orange Store aufgesucht und wurden dort sehr kompetent beraten. Zwar auch wieder nur auf Französisch, aber das ist in Frankreich auch nicht anders zu erwarten. Wir haben schlussendlich bekommen, wonach wir begehrt haben. 6GB Datenvolumen für €14,90 ohne automatische Verlängerung.

Wir sind dann auch gleich noch in Béziers geblieben, haben jeden Shop im kompletten Shopping Center besucht. Nur den Wocheneinkauf haben wir dann in Sérignan getätigt, denn im Carrefour Sérignan gibt es wahnsinnig gutes Sushi, welches direkt im Geschäft zubereitet wird. Für den nächsten Tag haben wir uns dann Entspannung verschrieben und sind am Strand gewesen. Zumindest solange wie die Sonne schien und es trocken war. Immerhin hatten wir ein paar Bücher übers Reisen mit, so dass wir die Regenstunden mit Lesen verbringen konnten. Sehr spannend geschrieben, fanden wir beide, ist das Buch „Viermal ans Ende der Welt“, was uns zum erneuten Nachdenken über unsere Reisepläne bewogen hat. Es wurde nichts gestrichen, aber das zukünftige Reisemobil wurde erneut in Frage gestellt. Überhaupt ist die Frage nach dem Reisefahrzeug eine sehr große bei uns gewesen, darum ist sie uns einen eigenen Beitrag wert.

Einen sehr schönen Tag haben wir dann in Montpellier verbracht, auch wenn wir es kaum aus der Fußgängerzone heraus geschafft haben. So viel gab es dort zu bestaunen. Enge verwinkelte Gassen, in denen tatsächlich Autos gefahren sind und auch in Garagen abgestellt wurden. Ich hätte nicht gewusst wie ich dort in die Garage hineinkommen soll, aber es sah sehr leicht aus. Sehr wahrscheinlich ist es einfach die jahrhundertelange Erfahrung des Fahrers gewesen. Bald haben wir ein kleines Café entdeckt, in welchem wir es uns kurz gemütlich machten. Es ist nicht aus der Kette unserer Lieblingscafés, die Unternehmensfarben stimmen dennoch überein. Das Green Coffee in 36 Boulevard du Jeu de Paume ist auf jeden Fall zu empfehlen. Dort gibt es eine wundervolle Chocolate Traditional, welche man mit einem Löffel zu sich nimmt. Gepaart mit einem leckeren Expresso passt das wunderbar zusammen.

Wieder zurück am Campingplatz haben wir unser kaltes Bett genossen und uns auf den nächsten Tag gefreut. Dieser war dann erneut nicht so angenehm, sondern leicht regnerisch oder einfach nur bewölkt. Urlaub geht irgendwie anders haben wir so das Gefühl gehabt. So sind wir nur in Vias geblieben und haben dort die Strassen unsicher gemacht. In der einen Sonnenstunde, sind wir aber doch noch im gewärmten Pool vom Campingplatz gelandet und haben die Sonne genießen können. Es ist also nicht nur schlecht gewesen. Wieder einmal sind wir sehr früh ins Bett, irgendwie habe ich das Gefühl gehabt, es kündigt sich eine Erkältung an.

Der nächste Morgen brachte dann im Wetterbericht wieder nur Regen und Wolkendecke mit sich, so dass wir und dazu entschieden haben den Urlaub einen Tag früher als geplant abzubrechen. Die Heimreise war dann sehr unterhaltsam und lustig. Einen Abstecher ins Green Coffee in Montpellier bei schönstem Sonnenschein hat unsere Laune aufgebessert, die Erkältung zwar nicht wirklich verhindert, aber um das ging es auch nicht. Kurz vor der Schweizer Grenze in Genf haben wir dann noch einen wundervollen Sonnenuntergang bestaunen dürfen. Der Rest der Heimfahrt war dann sehr unspektakulär und wir sind sehr froh gewesen, dass unsere Wohnung angenehm warm war.

Puget-Sur Argens – September 2016

Die zweite Woche von unserem Urlaub verbrachten wir etwas nördlicher, fast direkt an der Côte d’Azur, auch wieder auf einem Yelloh Ville Campingplatz. Die Reise dorthin verlief erstaunlich unspektakulär. Wir sind jedoch diesmal über die Autobahn gefahren mit unserem kleinen Klappfix. Da dieses Gespann weniger als 3.5t Gesamtgewicht besitzt, durften wie etwas, was in Deutschland schlicht nicht möglich gewesen wäre. Wir durften auf der Autobahn tatsächlich 130km/h fahren und haben dies auch ausgenutzt. Einschließlich Sicherheitsreserve stand also ca. 140 auf dem Tacho von unserem Audi. Sicherlich sind wir so manches mal seltsam angeschaut worden, wenn wir mal wieder einen Einheimischen überholt haben, aber das war uns egal. Dem Auto hat dies nichts ausgemacht, und der Anhänger lag wie ein Brett auf der Strasse. Bis zu dem Moment wo wir dann fast unsere Blache verloren haben. Eike hat ein wenig geschlafen, da die Fahrt halt nicht so aufregend gewesen ist, als Sandra dann im Rückspiegel gesehen hat, dass die Blache fast nicht mehr am Anhänger befestigt ist. Also sind wir angehalten und haben versucht zu Retten, was zu Retten ist. Wenig später sind wir am Campingplatz angekommen und haben uns von dem Schrecken erholt.

Tags darauf sind wir bereits wieder tiefenentspannt in Richtung Marseille gefahren. Dort angekommen war es dann bald wieder vorbei mit der Erholung, denn der Verkehr in einer französischen Großstadt ist alles andere als Entspannt. Wir haben also ein Parkhaus gesucht, welches von einer Hauptstraße erreichbar ist und uns nicht sofort zu armen Menschen macht. So schwer war das jedoch gar nicht. In dem Parkhaus, welches außen keine Anzeige über die Anzahl der freien Parkplätze hat, einen freien Parkplatz zu finden war dann wieder nicht so einfach. Und so sind wir 6 Etagen in die Tiefe gefahren um einen der letzten Parkplätze zu ergattern die zur Verfügung standen; immer im Kreis herum.

Die anschließende Stadtwanderung hat uns für all diesen „Stress“ entschädigt. Quer durch die Stadt, ohne zu wissen wohin, ohne die Sprache wirklich zu verstehen – vom Sprechen möchte ich gar nicht erst anfangen – haben wir dann den Weg zur Notre-Dame de la Garde gefunden. Die Besichtigung, welche Kostenlos ist, war sehr eindrücklich für uns. Wir sind immer wieder aufs Neue Überrascht mit welchen Mitteln wohl so monumentale Bauwerke in einer Zeit gebaut wurden, in der es noch keine maschinelle Unterstützung für den Bau gegeben hat. Und dann ist da noch dieser sensationelle Blick über die Stadt und auf das Meer.

Nach einer gründlichen Stärkung sind wir dann in Richtung Hafen gegangen und haben versucht noch einen Blick auf die eine oder andere Yacht zu erhaschen, da jedoch in Monaco zu dieser Zeit die Monaco Yacht Show war, gingen wir leider leer aus. Also beschlossen wir, dass wir auch noch nach Monaco fahren müssen um dort die großen Yachten zu bestaunen. So führte uns unser Weg dann über unser Lieblingscafé wieder zurück zum Auto, welches wir ja sicher ca 15m unter der Erde abgestellt hatten. Diesmal haben wir einen Bus genommen und sind tatsächlich auch dort angekommen wo wir hin wollten.

Zwischen Marseille und Monaco liegen Saint Tropez, Cannes und Nizza. Für keine der Städte hat es leider wirklich gelangt. Und das kleine Fischerdorf Saint Tropez ist zur Yacht Show in Monaco ebenfalls leer gefegt. Dies haben wir selbstverständlich „kontrolliert“. Also zogen wir am nächsten Tag los um uns mehrere Milliarden Euro in Form von wundervollen Superyachten anzuschauen. Der Ausblick von unserem Lieblingscafé war dafür wie gemacht. So verweilten wir für viele Augenblicke direkt auf der Terasse des Cafés. Ein direkter Gang in den Hafen blieb uns leider aufgrund der Messe verwehrt, es gab aber trotz allem sehr viele Orte, von denen man die Yachten aus bewundern konnten. Insgesamt ist es uns in Monaco aber etwas zu eng, denn echte Grünflächen sucht man recht lange.

Die letzten drei Tage des Urlaubs verbrachten wir dann mit fahren bzw. in Milano. Dort haben wir uns den Mailänder Dom (nur von außen) angeschaut, sind auch wieder etliche Kilometer durch die Stadt geschlendert und konnten dabei noch prächtige Bauten wie die Galleria Vittori Emanuele II, das Castello Sforzesco oder den Arco della Pace besichtigen.

Während den vielen Spaziergängen haben wir dann darüber sinniert, was wir für unsere Zukunft wollen. Die Idee mehr zu Reisen kam bei uns bereits im Jahr 2014, damals waren es nur mehrere Wochen pro Jahr die wir auf Reisen gehen wollten. Mit der Zeit ist es gewachsen und wir kamen zu dem Schluss, dass wir zukünftig nur noch Reisen wollten; irgendwann. Wir waren gerade mitten im Gotthard-Tunnel, als wir uns dann darauf geeinigt haben, dass wir ein fixes Datum benötigen, ansonsten gehen wir nie auf Reise. Und so ging es dann alles sehr schnell. Nach wenigen Worten konnten wir uns darauf verständigen, dass wir unsere Jobs am 3. Januar 2018 kündigen wollten und damit dann per 1. Mai 2018 die Reise beginnen wollten. Und so soll es dann auch sein.

Sérignan Plage – September 2016

Es sollte der Urlaub sein, an dem sich alles andere entscheidet; doch dazu später mehr. Aber fangen wir von ganz vorne an. Zum ersten Mal sind wir alleine in den Urlaub gefahren. Nach Südfrankreich – mit dem Klappfix – ohne die Autobahn zu nutzen. Das heißt, dass wir ganz gemütlich unterwegs waren. Am ersten Tag haben wir es vom Bodensee, wo wir wohnten, bis nach Saint-Genix-Sur-Guiers geschafft. Es waren ca. 440km für die wir ca. 8 Stunden benötigt haben. Wir hatten ja keinen Zeitdruck und konnten die gesamte Strecke mit nur einer Tankfüllung fahren.

Auf dem Campingplatz Camping Les Bords du Guiers haben wir die erste Nacht von unserem Urlaub verbracht. Ein recht kleiner Campingplatz, geführt von einem Niederländischen Ehepaar. Wir durften unseren Klappi aufstellen, wo wir wollten, denn wir waren fast die einzigen Gäste. Das coolste überhaupt war, dass wir direkt beim Einchecken unser Abendessen bestellen konnten. Da wir beide sehr hungrig waren, haben wir nur schnell unser Hauptzelt aufgestellt. Ohne es vom Auto abzukuppeln. Das sollte uns am nächsten Morgen noch ein großer Vorteil sein, denn es hat die ganze Nacht durch geregnet.

Am nächsten Morgen ging der Weg weiter ins dann noch 420 km entfernte Sérignan Plage, wo wir einen Stellplatz im Yelloh Village gemietet haben. 6 Tage wollten wir bleiben und entspannen. So haben wir typisch einheimische Restaurants besucht und versucht auf Französisch zu bestellen, was uns auch fast gelungen ist. Die Bedienungen haben es sehr geschätzt und uns auf die richtige Aussprache hingewiesen.

Neben der Entspannung sind wir viel am Strand spazieren gegangen. Manchmal auf dem Sand, öfter aber im Knie- bis Hüfttiefem Wasser, denn dieses war angenehm warm und hat uns mächtig gefordert beim Gehen. Das von uns gewählte Yelloh Village hat einen sehr großen Strand, der sehr sauber und nahezu frei von Steinen ist und das Wasser nur sehr flach abfällt.

Neben dem tollen Strand hatten wir auch noch ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm auf dem Campingplatz. So haben wir also nicht nur Bücher gelesen oder uns unterhalten, sondern auch typisch französische Unterhaltung genossen. Auch wenn wir nichts verstanden haben, so war der Unterhaltungsfaktor doch sehr hoch und mit einem Glas Rotwein aus der Region konnte Eike doch immer mehr von den französischen Liedtexten verstehen.

Tagesausflüge ins Landesinnere waren auch sehr unterhaltsam. Wir waren in Béziers, einer Stadt, die bereits vor über 2000 Jahren Urkundlich erwähnt wurde. Davon konnten wir aber nicht mehr sehr viel erkennen. Es ist eine recht Moderne Stadt geworden mit großen Einkaufszentren und einer wirren Verkehrsführung. So waren wir dann auch nur einmal dort, weil wir fast nicht mehr heraus gefunden haben. Warum das? Wir haben unser Auto auf einem Parkplatz in der Nähe eines Einkaufszentrums abgestellt und sind zu Fuß los gezogen um uns die Stadtmitte anzuschauen. Einmal Links, dann Rechts und wieder Rechts, nochmal Links und wir sind wieder auf der gleichen Straße. Wenn wir jetzt einfach umdrehen und die Straße zurück gehen kommen wir wieder zum Parkplatz zurück. Und wo war jetzt unser Auto abgestellt? Ach nein, das ist ein anderer Parkplatz, der sehr ähnlich aussieht. Wir haben es dann doch noch gefunden und waren am Ende froh als wir wieder am Klappi waren.

Marseillan, eine kleine Stadt nur wenige Kilometer entfernt, war dann doch ganz anders. Es ist wohl auch schon viele hundert Jahre alt. Zumindest sehen die Gebäude schwer danach aus. Hier konnten wir einige alte Kirchen entdecken die mit einer tollen Architektur aufgewartet haben. An ein Verlaufen war nicht zu denken und das, obwohl es nur unwesentlich kleiner als Béziers ist. Leider sind hier keine Fotos mehr vorhanden, aber die Erinnerungen bleiben für immer. Mit jedem Tag den wir mehr in die Ruhe gekommen sind, haben wir uns auch mehr mit unserer weiteren Zukunft beschäftigt. Die zweite Woche des Urlaubes, in der auch Eingangs erwähnte, alles verändernde Entscheidung getroffen wurde, haben wir dann hier verbracht.

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