KW 2018-23 – Wenn die Sonne wirklich fehlt

Immer mehr Regen

In Paraguay gibt es keine typische Regenzeit. So ist es uns jedenfalls gesagt worden. Wenn es aber regnet, dann ausdauernd und viel. Als Hamburger möchte ich dann sagen: das kenne ich sehr gut. Denn, wenn es sich in Hamburg erst einmal eingeregnet hat, dann bleibt das gerne auch mal zwei, drei Wochen so. Es ist also nichts wirklich Neues für uns. Nur ist es genauso nervig, wie es vor vielen Jahren schon in Hamburg nervig war.

Genug der Jammerei. Deshalb sind wir ja nicht auf Weltreise gegangen, da hätten wir auch bleiben können, wo wir waren, bevor wir das erste mal ausgewandert sind. Wir sind ja nach Paraguay gegangen, um dort einen festen Wohnsitz zu haben, damit uns das Reisen später leichter fällt. Ohne Wohnsitz ist nämlich das Reisen sehr viel schwieriger als mit.

Unser neuer Freund aus Finnland hat die letzten Tage seiner Reise also auch im Regen verbracht. Nachdem die ersten Tage für ihn in Paraguay voller Sonnenschein waren, jetzt auch für ihn Regen. Immerhin hatte er in den vier Monaten seiner Reise nur sehr wenige Regentage. Das stimmt uns froh, denn es bedeutet ja für uns, dass wir, wenn wir denn weiter durch Südamerika reisen, auch nur sehr wenig Regen zu erwarten haben.

Die ersten Pläne fürs Weiterreisen

So schlechtes Wetter hat auch Vorteile. Durch einen wunderbaren Zufall sind wir auf ein Reiseziel aufmerksam geworden, welches bei uns beiden schon so lange auf der Wunschliste, unserer Bucket-List, steht. Wir mussten nicht darüber nachdenken, ob wir buchen, oder nicht. Wir haben es einfach getan. Jetzt heißt es für uns nur noch: die übrigen Ziele um dieses eine Ziel herum zu buchen. Ein Mosaik für Reisende, sozusagen. Auch wenn wir damit nun gegen unsere eigene Regel verstoßen, dass wir nicht wirklich weit in die Zukunft planen wollen, dieses Reiseziel ist es auf jeden Fall wert. Nach so viel Planung mussten wir dann erst mal ein bisschen Essen gehen.

Musik und Bier

Wie ich schon in der letzten Woche geschrieben habe, sind wir diese Woche zum Hard Rock Cafe Asunción gegangen. Meine letzten Erlebnisse in einem HRC sind schon ein paar Jahre her, also war es an der Zeit diese etwas aufzufrischen. Es wurden Smokey Ribs, Smokey Chicken und Fajitas an den Tisch geliefert und sehr schnell vernichtet. Und wir hatten noch Hunger. Es war leider keine Mahlzeit zum Sattwerden dabei. So haben wir uns entschieden, noch einen Nachtisch zu wählen. Für Sandra gab es einen „Hot Fudge Brownie“ und für mich einen „Fresh Apple Cobbler“. Jeder, der in den letzten Monaten dort war, weiß nun auch, was es als Nachtisch gegeben hat. Für alle die, die es nicht wissen gibt es nur einen Tipp: geht mit viel Hunger und einem möglichst leeren Bauch und esst nur den Nachtisch.

Der Brownie war eine riesige Eisschale, mit vier Eiskugeln und einem mittelgroßen Stück Brownie, viel Schlagsahne und Schoko-Soße. Nicht ohne Grund sind wir gefragt worden, ob wir mehrere Löffel haben möchten. Dann war da auch noch der Apfelkuchen. Auch hier war eine sehr große Kugel Vanille-Eis auf einem extrem großen Stück Apfelkuchen platziert worden. Keiner hat den Nachtisch geschafft, aber lecker war er ohne Zweifel.

Arbeiten und Lernen

Ein weiterer Vorteil von diesem Wetter ist, dass wir total entspannt im Trockenen und ohne zu schwitzen arbeiten können. Ja, ohne zu arbeiten können wir uns diese Reise auch nicht finanzieren. Wir sind hier jedoch in der glücklichen Situation, dass wir von jedem Ort der Welt aus arbeiten können, sofern wir einigermaßen Internet haben. Es muss nicht das schnellste sein, es muss einfach stabil sein. Leider ist hier in Paraguay beides nicht immer gegeben. Also müssen wir neben dem Arbeiten auch immer noch etwas warten. Wie sagt der Paragayo immer so schön: ¡Mañana!, also in etwa ‚mache ich morgen‘, auch wenn es erst nächste Woche ist. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Was für ein spannendes Wortspiel. Bei schönem Wetter konnten wir dann sogar im Freien unsere Spanischkenntnisse weiter ausbauen. Was wir natürlich auch gerne gemacht haben.

Fahren mit dem Bus – ein Update

Am Donnerstag hatten wir dann wieder etwas besseres Wetter, so dass wir uns spontan entschieden haben mit dem Colectivo eine Reise zu unternehmen. Wir sind einfach in die Linie 44 eingestiegen, welche uns dann nach Mariano Roque Alonso gefahren hat. Erhofft haben wir uns einen tollen Blick auf den Rio Paraguay, bekommen haben wir einen Blick auf eine tolle Brücke, die wir leider nicht fotografieren konnten, weil es keinen Zugang zum Fluss gibt. Dafür haben wir etwas gefunden, was uns schier aus den Socken gehauen hat. Eine Übersicht über die Haltestellen einiger Colectivo Linien.

Ein paar weitere Impressionen aus der Baukunst möchten wir Dir nicht vorenthalten. Gefühlt ist es hier ähnlich wie in Österreich oder auf Malta. Geht das Geld aus, wird einfach an dieser Stelle nicht mehr weitergebaut. Das Haus wird trotzdem bezogen, oder aber einfach dort stehen gelassen, bis wieder etwas Geld vorhanden ist, um es weiter zu bauen. Und sofern man es dann nicht selbst bewohnt, darf man nicht überrascht sein, wenn es nach einiger Zeit ein paar Bewohner im eigenen Haus gibt. Oder wenn bereits verbaute Türen oder Fenster schon wieder entfernt wurden, da sie genau in die entsprechenden Löcher eines anderen Hauses gepasst haben. Dies sind zwar nur Gerüchte, ich kann mit aber durchaus vorstellen, dass ein Fünkchen Wahrheit an diesen Gerüchten hängt.

Sehr eindrücklich finde ich eine kleine Tagesklinik, welche in einem möglicherweise viergeschossigen Haus eingerichtet ist, wo jedoch nur die unteren beiden Etagen verwendet werden. Ebenso wie der kleine Bachlauf, der nicht einer natürlichen Quelle entspringt. Es handelt sich eher um einen Rohrbruch im städtischen Versorgungssystem, was hier wohl noch recht oft vorkommen soll.

Ausblick auf Woche 24

Da wir beide noch nicht dort angekommen sind, wo wir eigentlich ankommen wollten, nämlich in einer gewissen Erholung, haben wir für die nächste Woche keine wirklichen Pläne gemacht. Der Sonnenuntergang am Rio Paraguay steht noch aus, da aus diesem aufgrund des vielen Regens in der letzten Woche nichts geworden ist. 

KW 2018-22 – Die seltsame und kurze 5. Woche

Wochenende

Kennst Du das? Es ist Wochenende, Du hast nichts geplant und genau so passiert es dann auch? Zack, auf einmal ist es bereits Dienstag und Du weißt nur noch, dass Du zwischendurch zum Einkaufen gewesen bist. Die übrigen Tage dazwischen hast Du damit verbracht das Wetter zu geniessen und ein wenig zu arbeiten. So sieht also der Alltag aus, wenn man auf einer Reise ist. Wir haben die Tage vergessen. Und wenn Du uns gefragt hättest, welchen Tag wir haben, dann hätten wir auf unserem Smartphone nachschauen müssen. Dies ist zumindest für mich das Zeichen, dass ich anfangen muss einen geregelten Tagesablauf aufzubauen.

Mercado 4

Am Mittwoch haben wir dann beschlossen, dass wir mit unserem Zimmernachbarn zum südamerikanischen Markt gehen. Gegen 11 Uhr haben wir uns also zu Fuß auf den Weg gemacht in Richtung Colectivo – ca. 20 Minuten dauert dieser einfache Weg. An der Bushaltestelle angekommen, mussten wir also nur noch auf „den“ Bus warten. Leider steht es nach wie vor nicht an den Bussen oder an den Bushaltestellen, wohin die Busse fahren. Also wird einer nach dem anderen angehalten und nachgefragt: ‚¿á Mercado cuatro?‘. Dies ganze so lange bis dann der erste Busfahrer mit einem fröhlichen ‚¡Si!‘ antwortet. Also zu dritt in den Bus klettern und jeder schnell bezahlen. Immerhin warten hier noch mehr Passagiere darauf in den Bus zu kommen. Ein Stückchen weiter hinten wird schon wild mit der Hupe gespielt. Übrigens in Paraguay ein Spielchen, welches sehr populär ist. Ich werde dazu sicherlich noch einen eigenen Artikel schreiben.
Die Fahrt mit dem Bus dauert insgesamt ca. 30 Minuten, in denen man an den unterschiedlichsten Orten vorbei kommt. Auf der einen Straßenseite sind die Favelas der ganz armen Bevölkerung und direkt gegenüber steht ein Autohaus neben dem anderen. Das ist schon ein wenig verstörend.
Kaum, dass wir dann das Marktareal sehen konnten, mussten wir auch schon aufspringen und den Busfahrer zum Anhalten nötigen. In den folgenden 2 Sekunden mussten gefühlt 10 Personen durch das viel zu enge Drehkreuz gehen und die steile Treppe hinab klettern. Immer wieder ein tolles Abenteuer.
Was wir bis dahin nicht wussten: Der Markt kennt keine geregelten Öffnungszeiten und so haben bereits weit über die Hälfte der Markstände ihre Waren eingeräumt und die Schränke abgesperrt. Wir schlendern dennoch durch die größeren Geschäfte und schauen uns ein wenig um. Zum Kaufen sind wir nicht hingefahren, so dass es uns auch nicht weiter stört, dass nur noch so wenige Geschäfte geöffnet haben. Unser Zimmernachbar wollte sich noch ein neues Tablet kaufen und hatte eine genaue Vorstellung davon. Wir haben daher nahezu jeden Elektronikstand angesteuert, um dort zu schauen, ob es eben dieses Tablet dort gibt. Aber sobald dann von 3GB Arbeitsspeicher gesprochen wurde, haben alle Verkäufer nur noch gelächelt und uns viel Glück bei der weiteren Suche gewünscht.

Mittagessen und ein Kaffee danach

 

Da wir langsam Hunger bekamen, sind wir vom Mercado 4 in Richtung Altstadt gegangen. Die Straße auf der wir uns befanden, war eine Einbahnstraße, welche aus der Stadt hinaus führt. An ein Taxi oder den Bus war also nicht zu denken. Ein kleines Restaurant mit dem klangvollen Namen ‚Carlitos Way‘ hat es uns angetan. Jeder hat ein anderes Gericht von der Tageskarte bestellt und wir haben auf unser Menü Surprise gewartet. Es handelte sich dabei offenbar um mehr oder weniger traditionelle Gerichte, die überraschenderweise selbst unseren verwöhnten europäischen Gaumen gut gemundet haben. Dazu dann entweder ein Bier, eine Fanta oder stilles Wasser.

Nach dem Essen haben wir uns für einen Kaffee entschieden, welchen wir in unserem neuen Lieblingscafé zu uns genommen haben. Ja, es ist nicht mehr grün, aber immerhin genauso lecker und ähnlich teuer. Dass wir nun für die drei Getränke und das Stück Kuchen fast genau so viel bezahlt haben wie für den Hauptgang ist hier nur eine kleine Unzulänglichkeit bei der gesamten Speisenwahl.

Eine Taxifahrt, die ist lustig

Da wir nun alle drei mehr, oder ziemlich, satt waren und wir auch keine Lust mehr hatten uns weiterhin angestrengt zu bewegen, entschieden wir uns für ein Taxi für den Heimweg. Es gibt Städte, da ist Taxifahren total einfach und langweilig. Da hält man die Hand auf die Straße und ein Taxi hält an, fragt, wohin man möchte und bringt einen sicher ans Ziel.
Nicht so in Paraguay bzw. Asunción. Es gibt Straßenzüge, da ist weit und breit kein Taxi zu sehen und es gibt Ecken, da stehen dann zehn Stück von diesen gelben Fahrzeugen herum. Wir hatten Glück und haben an einer Straßenecke drei Taxen gefunden, in die wir einsteigen konnten. Gemäß den hier geltenden Regeln nimmt man immer das Taxi, welches als vorderstes in der Reihe steht. Dies wollten wir dann auch machen. Der Fahrer des ersten Wagens hat gerade ein Mittagsschläfchen gehalten und ist von Einheimischen kurzerhand geweckt worden. Wir haben schon alle drei im Auto gesessen und ich habe dem Fahrer erklären wollen, wohin die Fahrt gehen sollte, als uns aufgefallen ist: Der Fahrer kann nicht lesen und versteht unser eher mittelprächtiges, wenn nicht gar schlechtes Spanisch auch nicht. Also ist er ausgestiegen und hat einen Kollegen gefragt, wohin die Fahrt gehen soll. Möglicherweise hatte er auch einfach keine Lust, uns zu chauffieren. Der Fahrer kam zurück und sagte: ‚No no no‘.
Wir sind also wieder ausgestiegen und haben das nächste Taxi genommen. Dieser Fahrer hatte vom anderen Fahrer bereits die Adresse gewusst und hat uns gesagt, dass die Fahrt ca. 25 Minuten dauern würde. Wir saßen kaum, da ging die wilde Fahrt auch schon los. Fast wie in den Colectivos. Bei jeder Bodenwelle und in jeder Kurve hat das Auto an irgendeiner Stelle ein seltsames Geräusch von sich gegeben. Total normal, sage ich euch. Bisher sind wir noch immer heil und gesund am Ziel angekommen.

Sprachen lernen für

Kaum, dass wir wieder in unserer Unterkunft waren, fing es auch schon an, wie aus Eimern zu schütten. Wer jetzt denkt, dass es in der dritten Woche in San Lorenzo schon schlimm gewesen ist, dem sei gesagt: da geht noch viel mehr. In einer kurzen Regenpause konnten wir für euch diese bewegten Bilder von der Hauptstraße Mola Lopez aufnehmen.

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Chipas – schnell und einfach

400g Maniokstärke, 300g geriebenen Käse, etwas Butter, etwas Milch, Salz und Backpulver zu einem geschmeidigen, nicht zu trockenen Teig verkneten. Dann kleine Bällchen formen und bei 250° für ca. 20 Minuten Gold-Braun backen. Am besten direkt, noch warm, geniessen.

Und in der nächsten Woche?

Da wir uns immer noch nicht festlegen möchten, was wir genau machen werden, stehen nur ein paar Eckdaten fest. Am Mittwoch wird es ein etwas größeres Essen geben. Sobald es wieder einen schöneren Abend gibt, wollen wir in Richtung Fluss gehen, um dort ein paar Sonnenuntergangsmomente zu geniessen und ich habe auf der Stadtkarte ein Hard Rock Café entdeckt. Sandra ist davon jedoch nur eingeschränkt begeistert und der riesige Markt Mercado 4 ist noch nicht abgehakt. Vielleicht dieses mal einfach schon vor dem Wach werden?

KW 2018-21 – Vier Wochen, wo bleibt die Erholung?

Besuch im Club-Resort Rakiura

Unser Wochenende begann damit, dass für uns der erste Unterkunftswechsel anstand. Nachdem es letzten Freitag ohne Unterbruch geregnet hat, war unser Samstag von gutem Wetter geprägt. Wir konnten uns ganz bequem in „unser“ Taxi setzen und uns auf den Weg zur neuen Unterkunft machen. „Unser“ Taxi deshalb, weil wir in den letzten drei Wochen regelmäßig mit diesem Fahrer unterwegs waren. Leider sind wir nun nicht mehr in San Lorenzo, so dass er sich neue Fahrgäste suchen muss.

Angekommen an der neuen Unterkunft, mussten wir dann noch auf die Eigentümer warten, da wir ca. 30 Minuten zu früh vor Ort waren. Das war natürlich nicht weiter schlimm, denn so konnten wir schon einmal einen kleinen Eindruck von der Umgebung gewinnen. Auch wenn wir mit dem ganzen Gepäck nicht wirklich weit weg gehen wollten. Die Straßen sind nämlich wirklich sehr abenteuerlich hier. Nachdem unsere Hosts uns dann die Zimmer gezeigt haben, konnten wir uns einrichten und haben für den Rest des Tages noch etwas Verpflegung und Unterhaltung gesucht.

Am Sonntag hatten wir dann eine Einladung in das recht exklusive Rakiura-Resort in Luque. Die Jahresmitgliedschaft in diesem Resort ist der reicheren Bevölkerungsschicht vorbehalten, denn für eine Familie bewegt sie sich bereits im Fünfstelligen USD Bereich. Eine Rundfahrt mit dem Club-Car hat uns dann gezeigt, dass hier wirklich an nichts gespart wurde. Verschiedene Pools, ein Wellenbad, Fitnesscenter, Tennisplätze und eine Golfanlage sind vorhanden. Ebenso dürfen natürlich Dressur- und Sprunganlagen, genauso wie Basketball-, Volleyball- und Fußballplätze nicht fehlen. Ein Hotel mit Veranstaltungsräumen und Restaurant muss da, glaube ich, nicht mehr gesondert erwähnt werden. Da es Sonntags immer ein riesiges Brunch-Buffet gibt, haben wir uns dafür entschieden dieses für uns in Anspruch zu nehmen. Die Auswahl an verschiedenen Fleisch- und Fischgrilladen ist unglaublich. Dazu kommen dann noch die unterschiedlichsten Gemüsesorten in kalt und warm. Dieses Resort ist ein Paradies im Paradies und der ideale Ort, um ein wenig Erholung zu bekommen. Da die Mitgliedschaft aber doch recht teuer ist und wir ja weiter reisen möchten, haben wir uns dazu entschieden, dass wir keine Mitgliedschaft abschließen.

Die fehlende Erholung

Der ganze Stress, der letzten Monate vor der Abreise, wird einfach nicht wirklich weniger. Da wir im Rakiura-Resort ein Deutsches Geschwisterpaar kennengelernt haben, sind wir in dieser Woche dann mit den beiden ein wenig unterwegs gewesen und haben uns über Pläne, Träume und Ziele unterhalten. Es waren sehr spannende Themen, die wir hatten, und es waren viele Gemeinsamkeiten, über die wir sehr erstaunt waren.

Da wir also immer noch Erholung benötigen, sind wir in diesen Tagen nicht sehr viel unterwegs gewesen, sondern haben die meiste Zeit mit unseren Hosts oder den neuen Freunden verbracht. Mit unseren Hosts lernten wir Spanisch und mit den neuen Freunden ging es dann in der Hauptsache nur zum Essen.

Die Altstadt

Damit es nicht nur eine Zimmerwoche wird, haben wir uns dann doch noch für einen Ausflug in die Altstadt von Asunción entschieden. Durch einen Reiseführer inspiriert, sind wir als erstes mit dem Colectivo zur alten Bahnstation gefahren. Diese ist als Museum eingerichtet und zeigt einige wirklich tolle Exponate, an denen man den Zahn der Zeit erkennen kann. Die alte Lok ist leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, dafür der erste Klasse Wagen mit Küche und Bar.

Anschließend sind wir zur Touristen-Information gegangen und haben uns einen Stadtführer von Asunción inklusive einer Landkarte von Paraguay, mit den wichtigsten Städten geholt. Mit dem Stadtführer in der Hand sind wir weiter in Richtung Präsidentenpalast. Auf dem Weg dorthin haben wir uns ein paar Empanadas geholt, da wir beide langsam hungrig wurden. Der Präsidentenpalast ist unmittelbar an der künstlichen Lagune, die sogar einen Sandstrand hat. Leider ist das Baden in dieser Lagune nicht zu empfehlen. Der Rio Paraguay hat leider keine so starke Strömung, dass das Wasser aus der Lagune regelmäßig getauscht wird.

Nachdem wir nun unsere Mittagspause am Wasser verbracht haben, sind wir wieder zurück in Richtung Altstadt gegangen, um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu finden. Irgendwie sind wir jedoch so satt gewesen, dass wir entweder daran vorbei gegangen sind, oder sie einfach nicht sehen wollten. So sind wir zum Kaffee noch in eine Kaffee-Bar gegangen, die uns doch sehr an unser Lieblings-Café in Winterthur erinnert hat. Der gesamte Aufbau, die Bedienung, die Zubereitung und die Auswahl waren annähernd identisch. Nur die Farben und der Name waren unterschiedlich.

Ein neuer Mitbewohner

Zu guter Letzt haben wir noch einen neuen Mitbewohner in unserer AirBnB bekommen. Ein Finne, der seinen 50. Geburtstag dazu genutzt hat um 16 Wochen Ferien zu machen und in dieser Zeit die Reise seines Lebens zu machen. Ähnlich wie wir also, nur mit dem Unterschied, dass er nur 16 Wochen Zeit eingeplant hat, während wir einfach losgefahren sind, ohne zu wissen wie lange wir brauchen werden. Für seine Reise hat er seit acht Jahren seinen Urlaub gespart, denn in Finnland darf man pro Jahr eine Woche Urlaub aufsparen. Die Familie und der Arbeitgeber wussten seit dem Zeitpunkt auch von seinem Plan. Jetzt denkst Du Dir: acht Jahre und 16 Wochen, das passt doch gar nicht. Und damit liegst Du richtig. Im Jahr des 50. Geburtstages hatte er Anspruch auf 7 Wochen Ferien. Und dazu noch ein paar Überstunden und die 16 Wochen sind zusammen.

Wir finden diese Umsetzung der Reise einfach super und freuen uns total für ihn. Zusätzlich haben wir für uns noch weitere Tipps, von Orten, die wir unbedingt besuchen sollten, erhalten.

KW 2018-20 – Paraguay die 3.

Busfahren für Anfänger

So hatten wir also die Idee mit dem Bus nach Areguá zu fahren. Eine Stadt, direkt am Lago Ypacarai, ca. 30km von Asunción entfernt. Mit dem Bus soll diese Strecke in ca. einer Stunde zu schaffen sein. Nachdem wir aus einem Reiseführer wussten, dass die Linea 11 nach Areguá fahren soll, haben wir uns den nächsten 11er angehalten und sind einfach mal losgefahren. Dies haben wir ja in der letzten Woche so gelernt. Nach ungefähr einer Stunde fahrt sind wir vom freundlichen Busfahrer mit einem Lächeln im Gesicht gebeten worden, jetzt auszusteigen. Die übrigen Fahrgäste fingen an zu lachen und wir standen da, wie der Ochs vorm Berg und wussten nicht, wie uns geschah. Der Busfahrer hatte Pause und ist zu seinem Haus gefahren. In Capiatá. Busfahrchallenge Nummer 2 – durchgefallen. Unser neu erworbenes Wissen von diesem Tag: Lese immer das kleine Schild in der Windschutzscheibe vom Bus.

Wir standen also inmitten der Pampa Capiatás, ohne Plan, ohne ausreichend Wasser und mit einer kleinen Portion Frust. Schnell das Telefon herausgeholt, etwas Internet gebucht und mittels einer Karten-App versucht, einen Weg aus diesem Irrsinn heraus zu finden. An der Ruta 1 angekommen, haben wir wieder jede Menge Colectivos gesehen und sind, nach einer kurzen Orientierungsphase, in einen Bus in Richtung San Lorenzo eingestiegen. Sowohl Sandra, als auch ich, waren nun echt genervt von uns und der Situation, dass wir es nicht nach Areguá geschafft hatten. So sind wir in ein uns bekanntes Shopping-Center gegangen und haben eine Frust-Pizza bestellt. Diese Frust-Pizzen sind immer extrem lecker, unabhängig von Belag und Preis.

Die folgenden Tage vergingen recht unspektakulär, da es immer wieder einmal geregnet hat und wir dementsprechend nichts in der Natur unternommen haben. Wir haben ja Zeit und müssen nicht jeden Tag gestresst nutzen.

Oh Du schönes Areguá

Mit dem Wissen, dass man auf verschiedene Dinge an einem Colectivo achten muss, haben wir uns dann doch noch auf den Weg nach Areguá gemacht und sind dort auch angekommen. Als allererstes wollten wir in Richtung Lago Ypacarai gehen und haben den alten Bahnhof gefunden. Die Bahnlinie von Paraguay wurde 1990 eingestellt und seit dem wird alles irgendwie anders genutzt. Die Überreste sind jedoch deutlich zu erkennen.

Diese wirklich alten Wagen und Wagenteile sind leider total dem Verfall überlassen und werden zusätzlich als Unterkunft bzw. Abfallzwischenlager genutzt. Und es gibt eines an diesem Ort im Überschuss. Ameisen, kleine, beissende Ameisen. Es scheint, als wollten diese nicht, dass man den alten Bahnhof besuchen soll. Der weitere Weg zum See blieb uns versperrt, so dass wir die Straße zurück gingen und uns einen kleinen Mittags-Snack gegönnt haben.

Nach einem kurzen Blick in unseren Reiseführer haben wir dann entschieden den Weg zu den Gesteinsformationen zu Fuß zu nehmen. Dabei sind wir an einer sehr schönen Kirche vorbei gegangen, die wir leider nicht betreten durften.

Cerro Koi

Nach der Kirche gingen wir die Hauptstraße, auf der auch die Buslinie nach Asunción fuhr, weiter in Richtung Cerro Koi. Nach einer gefühlten Ewigkeit in der Sonne, mit wenig Schatten sind wir schliesslich an einem Ort angekommen, der uns die Sprache verschlagen hat. Gesteinsformationen, die der Natur entwachsen sind und nicht von Menschenhand geformt wurden. So etwas haben wir vorher noch nie gesehen. Wie auch? Diese Steinformationen gibt es nur an drei Orten auf der ganzen Welt. In Kanada, in Südafrika und hier in Areguá. Die Wege durch den Park sind definitiv nicht für Sommerschuhe (Flip-Flops) gedacht. Auch bei Turnschuhen solltest Du darauf achten, dass diese wirklich gut sitzen und einen guten Halt geben. Ideal sind wohl Trecking- oder Wanderstiefel, die wir leider nicht mit auf unsere Reise genommen haben.

Auf dem Weg durch den Park haben wir eine Touristengruppe inkl. Parkführern getroffen. Und obwohl unser Spanisch wirklich noch nicht gut ist – noch nicht einmal im Ansatz gut – hat uns einer der Guides an die Hand genommen und ist mit uns durch den Park gegangen. Die Gruppe hatte schließlich noch zwei weitere Guides dabei. Er hat uns Orte gezeigt und Tipps gegeben wie wir dort noch näher an die Steine gelangen konnten. Wir sind jedenfalls aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen. Wer uns auf Facebook folgt, der hat schon die ersten Bilder gesehen. Hier kommen nun noch weitere.

Wenn es erst mal regnet

Bevor nun der Wochenbericht schon wieder zu Ende geht, noch kurz der Freitag dieser Woche. Wir waren sehr froh, dass wir nicht erst heute zum Cerro Koi gefahren sind. Denn es hat den ganzen Tag über geregnet. So sehr, dass die Straßen beinahe Flüsse waren. Für das nächste Wochenende – Achtung Spoiler – steht ein Unterkunftswechsel an, aus diesem Grund haben wir bereits am Freitag den Kühlschrank leer gehabt. Irgendwann bekamen wir nun doch ein wenig Hunger und mussten uns auf die Jagd begeben. Erst war es nur ein wenig Hunger, also haben wir ein paar Empanadas an der Straßenecke gekauft. Günstig, lecker, satt machend.

Gegen Abend hatten wir dann doch wieder Hunger. Und zwar großen. Da es den ganzen Tag über geregnet hat, haben wir uns den Tag mit Wäsche waschen und ein wenig Arbeiten eingerichtet. So haben wir vom Regen wenig mitbekommen. Leider aber auch nicht, dass die Sonne dann auf einmal weg war. Und dann war da noch der Hunger. Also ein paar Klamotten gesucht, die etwas Wasser abhalten und los zum nächsten Restaurant. Mit nassen Füßen und durchnässten Shirts haben wir es dann geschafft und konnten etwas Essen. Nur mussten wir ja auch noch wieder zurück zur Unterkunft. Merkt Ihr etwas? Genau, wir haben es auch gemerkt. Wir waren wieder einmal Pitsche-Patsche-Nass. Ja, das kann es auch geben auf einer Reise. Es ist eben nicht jeden Tag Sonnenschein, zumal es hier auf den Winter zu geht.

Mit dem PickUp unterwegs

Kurz bevor wir nach Paraguay aufgebrochen sind, durften wir noch 5 Tage mit einem PickUp mit Absetzkabine reisen. Diese Fahrt ist Teil unser Abschiedstour durch Deutschland und Österreich gewesen. Auf das Fahrzeug selbst gehe ich nur sehr bedingt ein, da es sich um einen handelsüblichen PickUp handelt, der jederzeit austauschbar ist.

THOKIE 01 Die Kabine

Die Wohnkabine wurde hergestellt von der Firma Holz & Form Kiene und Endress GmbH & Co. KG aus Schwäbisch Hall und hört auf den Namen Thokie 01. Es ist eine Wohnkabine, die aus der Praxis heraus entstanden ist. Viele kleine Dinge in dieser Kabine machen das Leben in ihr sehr komfortabel.

Hergestellt werden die Wohnkabinen in Handarbeit aus GFK-Sandwichplatten, so wie es bei nahezu jedem aktuellen Wohnmobil oder Wohnwagen auch der Fall ist. Die Kabine ist dabei selbsttragend konstruiert und hat in Fahrtrichtung nur eine einzige horizontale Ecke unterhalb vom Alkoven, ansonsten ist sie abgerundet gebaut. Die komplette Dachhaut, inklusive Alkoven und Rückseite ist aus einer Platte gebaut, welche durch entsprechende Winkelschnitte im Innenbereich gebogen werden kann. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass keine Klebestellen benötigt werden und es dementsprechend auch keine Kantenschutzleisten im Windrelevanten Bereich gibt.

An den vier Ecken der Kabine gibt es sehr stabile Kurbelstützen, die beim Auf- und Absetzen der Kabine benötigt werden. Ebenfalls sorgen die Stützen dafür, dass die Kabine bei der Nutzung auf der Pritsche des PickUps in die Waagerechte gebracht werden kann. Idealerweise verwendet man für die Betätigung der Stützen eine Akku-Schrauber, da das Kurbeln von Hand eine sehr langwierige Prozedur sein könnte.

Weiterhin sind von aussen über Serviceklappen die Kassette der Thetford Toilette, sowie die beiden Gasflaschen zu erreichen. Letztere müssen in einem gasdichten Gehäuse mit Bodenöffnung und sicherer Befestigung verstaut sein.

Unsere Kabine hatte dann noch eine Dreiseiten-Markise montiert, welche einen Öffnungswinkel von 270° hat und damit sehr viel Schatten spenden könnte. Diese Markise ist ab Werk, sofern sie bestellt wurde, auf beiden Seiten der Kabine mit wenigen Handgriffen zu montieren. Es sollte erwähnt werden, dass bei dieser Umbauarbeit besser zu zweit gearbeitet wird, da die Markise recht unhandlich ist. Das Gewicht spielt nicht so eine große Rolle, sie wiegt lediglich 12kg.

Pro Seite gibt es dann noch zwei Fenster, die neben den beiden Dachluken, zu ausreichend Licht im inneren beitragen.  Alle Fenster und Klappen verfügen über Moskitonetze und Verdunkelungsrollos, so dass jeder Witterung Sorge getragen wird.

Der komplette Innenraum ist in hellem Holz gehalten, so dass ein sehr wohnliches Gefühl bei uns aufkam. Die Hochwertige Verarbeitung der einzelnen Bauteile sorgt dann dafür, dass bei ein wenig Bewegung der Kabine keinerlei Geräusche entstehen.

In der Küche wurde ein Zwei-Flammen-Kocher verbaut, welcher für die Größe der Kabine absolut ausreichend ist. Daneben befindet sich eine kleine Spüle, welche sogar mit Heißwasser versorgt wird. Unterhalb der Spüle ist Platz für den Abwasserkanister (20 Liter), Pfannen und Töpfe, sowie bei unserer gemieteten Kabine, einer Kaffeemaschine und weiteren Küchenutensilien wie zum Beispiel ein Sieb. Über der Küche befinden sich zwei ca 50cm breite und etwa 20cm tiefe Schränke, in welchen Gewürze, Kaffee, Spüli, Küchenrolle etc. untergebracht werden kann.

Etwas weiter Rechts, direkt neben der Eingangstür, ist noch der große Kleiderschrank, mit Kleiderstange und zwei Einlegeböden. In diesem findet sich auf jeden Fall ausreichend Platz für die Oberbekleidung von zwei erwachsenen Personen. Die Höhe des Schrankes würde sogar für das Abendkleid der Gattin genügen. Fast von aussen erreichbar, unter dem Kleiderschrank, ist noch ein kleines Fach für die Dinge, die man beim Einrichten des Stellplatzes benötigt. Es passen Akku-Schrauber, 230V Versorgungsleitung, Handfeger und Schaufel und auch noch das Markisenzubehör in dieses Fach hinein.

Direkt daneben einer kleinen Spüle auf der rechten Seite verbaut. Direkt darunter ist auch der Stauraum für die Pfannen und Töpfe, sowie für das Abwasser der Spüle. Oberhalb der Küche ist noch ein großer Schrank mit zwei Klappen unter der Decke verbaut, in welchem die Kochutensilien wie Gewürze oder ungekühlte Lebensmittel untergebracht werden können. Ebenfalls gibt es auf der rechten Seite einen hohen Schrank mit Stange und zwei Böden, so dass die Bekleidung korrekt verstaut werden kann. Unterhalb des Schrankes ist noch ein weiteres Staufach, in welchem zum Beispiel der Akku-Schrauber, das Stromkabel und weiteres Zubehör untergebracht werden kann.

Auf der anderen Seite der Tür befindet sich direkt das Badezimmer. Es wurde, wie oben schon erwähnt, eine Thetford Kassettentoilette eingebaut. Direkt vor der Toilette befindet sich die Duschtasse, die in unserer Kabine von einem kleinen Stück Teppich geschützt wird. Sogar ein großes Handwaschbecken ist verbaut, so dass nach dem WC-Gang auch der Hygiene Sorge getragen werden kann. Das Abwasser von Dusche und Waschbecken wird über einen Schlauch durch den Kabinenboden nach außen geleitet. Es sollte daher ein kleiner Kanister darunter stehen, wenn man dort duscht oder sich wäscht. Ein großer Spiegel von 40x60cm rundet nebst den zahlreichen kleinen Stellflächen – teils mit Gummiband versehen – das Angebot im Badezimmer ab. Verschlossen wird das Bad mit einer sehr gut laufenden Schiebetür.

Gegenüber der Küche, neben dem Bad, befindet sich der Kühlschrank auf Greifhöhe. Das heißt, dass man sich nicht bücken muss um den Kühlschrank zu füttern oder sich daraus zu bedienen. Dies finden wir sehr praktisch. Unter dem Kühlschrank ist die Gasheizung, servicefreundlich mit einer Klappe versehen, untergebracht. Oberhalb befindet sich ein Schrank, in welchem nur Temperaturunempfindliche Dinge verstaut werden sollten, da der Kühlschrank, sowie die Heizung, für ausreichend Temperatur im Schrank sorgen.

Das Zentrum der Kabine bildet die Dinette mit einem großen, seitlich verschiebbaren Tisch und den beiden Sitzbänken für jeweils 1,5 Erwachsene Personen. Der Tisch ist in der Höhe nicht verstellbar, bietet aber auch bei Beinlängen von über 80cm Innenbeinlänge ausreichend Platz um gemütlich zu Zweit dort zu sitzen. Unterhalb der Sitzbänke der Dinette befindet sich der Zugang zur Kabinenbefestigung. Außerdem sind praktische Flaschenkästen dort verbaut, in welche 1-Liter PET-Pfand oder sogar 1.25-Liter PET Recycling Flaschen, beziehungsweise handelsübliche Weinflaschen Platz finden. 

Direkt vom Tisch aus zugänglich, nach vorn in Fahrtrichtung, sind noch weitere Staufächer und die Bordtechnik erreichbar. Unmittelbar unterhalb vom Bett sind die Staufächer nahezu zwei Meter lang, sodass dort tatsächlich auch die Ski oder anderes langes Gut mitfahren kann. In der von uns getesteten Kabine waren dort die Klappstühle, ein Campingtisch und zusätzliche Decken in den langen Fächern.

Das Bett ist als Längsschläferbett mit 200x150cm gebaut und bietet an jeder Seite noch jeweils zwei große Klappen um dort noch die nicht so häufig benötigten Dinge zu lagern. Mit einer Alkovenhöhe von ca. 60cm ist zum Schlafen zwar ausreichend Platz, wer jedoch am Abend noch ein wenig im Bett lesen möchte, der kann dies nur liegend machen. Zum Sitzen muss dann die Dinette herhalten.

Als zusätzliches Highlight sind die beiden Würfelförmigen Staufächer mit einem Rausfallschutz aus Gummibändern zu erwähnen. Dort können die Dinge untergebracht werden, die man häufig benötigt, bei denen man nicht immer eine Schrankklappe öffnen möchte.

Unser Fazit

Voller Vorfreude haben wir die Kabine bereits mit gefüllten Gasflaschen und Wassertank übernommen. Eine kurze Einweisung in die Technik hat uns schnell damit vertraut gemacht, so dass die wilde Fahrt beginnen konnte.

Das Basisfahrzeug war ein Ford Ranger 3.2 Limited mit 200PS und Automatikgetriebe. Zusätzlich ist eine Luftfederung verbaut worden, damit die Kabine auch inklusive dem obligatorischen Kasten Bier und der Ehefrau bewegt werden darf. Also eine Auflastung auf 3.5t zGg, anstatt nur 3.2t, wodurch dem gesamten Fahrzeug eine Zuladung von beinahe 600kg erlaubt wird. Die reinen Fahrleistungen des Fahrzeuges sind für ein solches Gewicht absolut zufriedenstellend und stehen außer Frage. Spannender war die Situation mit der Kabine, wenn wir ein anderes Fahrzeug überholen wollten, denn durch die Breite von 230cm ist in den Rückspiegeln vom PickUp nicht mehr viel zu sehen. Ein Überholen ist also nur auf langen Linkskurven möglich gewesen. Andererseits mochten sowohl Sandra, als auch ich, nicht schneller als 110km/h schnell fahren. Denn danach wird es nicht nur sehr laut im Fahrzeug, nein es wird auch immer anfälliger für Winde und Bodenwellen.

Diese fünf Tage haben uns jedenfalls gezeigt, dass wir nicht mit einer Absetzkabine unterwegs sein möchten, auch wenn die meisten Parameter aus dem inneren der Kabine gestimmt haben, so können wir im Bett nicht lümmeln und die Fahreigenschaften mit einer solchen Kabine sind eben doch anders, als es bei einem Wohnmobil oder Kastenwagen wahrscheinlich der Fall ist. Wir werden also weiter suchen, bis wir das gefunden haben, was wir uns vorstellen.

KW 2018-19 – Woche Zwei in Südamerika

Nach dem ganzen Stress der Wochen vor der Abreise und dann noch die vorletzte Woche mit den Behörden, haben wir uns vorgenommen, dass wir uns erst mal nichts vornehmen, sondern die Tage geschehen lassen. Ich glaube, dass dies auch die sinnvollste Möglichkeit ist um aus dem Stress zu entfliehen. Es gab also Tage, da haben wir nur unsere Wäsche gewaschen und ansonsten einfach mal nur entspannt auf den Betten gelegen oder gesessen und etwas gelesen, bzw. uns über unser neues Wohnland informiert.

An anderen Tagen sind wir dann in irgendeine Richtung aus der Wohnanlage raus und haben einen beliebigen Weg eingeschlagen, nur um zu schauen wohin er uns führen wird. Das war mitunter eine wirklich spannende Angelegenheit, denn nicht jeder Weg hat uns Freude bereitet. Einige führten in eine Art bewachte Wohnanlage. Zumindest hatten wir das Gefühl es wäre so. Es war ein kleines Häuschen an der Straße, in welchem ein Sicherheitsmann saß und uns nur fragend angeschaut hat, als wir wie selbstverständlich an ihm vorbei gingen.

Es dauerte auch nicht lange, da waren wir uns des Taxifahrens überdrüssig. Wir wollten auf den Bus, hier Colectivo genannt, umgesteigen. Bushaltestellen suchend sind wir eine der Hauptstraßen in Richtung Asunción gegangen und haben keine gefunden. An einem „Busfahrplan“ sind wir dann doch noch vorbeigelaufen. Der hat uns aber nicht wirklich weitergeholfen. Denn es stehen zwar die Linien drauf, die an dieser Stelle vorbeifahren, jedoch keine Abfahrtzeiten. Also haben wir uns ein wenig umgeschaut und haben festgestellt, wir sind die Einzigen ohne Plan. Die Einheimischen warten einfach an einer Bushaltestelle und wenn der gewünschte Bus zu sehen ist, dann wird der Zeigefinger waagerecht auf die Straße gehalten und der Bus hält vielleicht an. Wenn er das dann tut, dann heißt es schnell sein, denn in einem Land, in dem es so organisiert zugeht wie in Paraguay, da ist halt auch der Busfahrer organisiert und möchte möglichst schnell am Ziel ankommen. Mit anderen Worten, wer nicht rechtzeitig im Bus steht, der kommt nicht mehr mit. Ausnahmen gibt es für sehr alte Menschen und Frauen mit Kindern. Männer mit Kindern werden wie gesunde Erwachsene behandelt.

Schwupp konnten wir einen Bus entern und standen fast vor dem nächsten Problem. Bezahlt wird beim Fahrer, in bar, in kleinen Scheinen oder Münzen. Dies alles natürlich schon während dem Anfahren. Die Fahrer kennen das sehr gut, aber wir? Nun denn, festhalten, mit einer Hand das Geld sammeln, überreichen und gleichzeitig den Fahrschein entgegennehmen klappt schon irgendwie. Danach so schnell es geht hinter das Drehkreuz verschwinden, denn die weiteren Fahrgäste möchten ja auch bezahlen. Eine Busfahrt kostet hier 2200PYG oder 3600PYG, was nach aktuellem Umrechnungskurs ca. 0,34EUR oder 0,54EUR sind. Nach der dritten Busfahrt hatten wir es dann raus und konnten entspannt für uns sagen: Busfahrchallenge Nummer 1 bestanden. Die zweite Busfahrchallenge kam dann in der folgenden Woche auf uns zu.

Jetzt, da wir mit dem Bus fahren konnten, haben wir das auch intensiv genutzt und sind regelmässig mit unterschiedlichen Bussen nach Asunción hinein- und wieder herausgefahren. In Asunción haben wir dann verschiedene Shopping-Center angeschaut oder sind einfach nur durch die teilweise sehr beeindruckenden Straßen flaniert. Bis wir dann zum Mercado 4 gefahren sind. Das Mercado 4 ist kein Shopping-Center wie es aus den Industrienationen bekannt ist. Es ist eher eine riesige überdachte Anlage, wobei selbst die ehemaligen Straßen mit Wellblechen überdacht wurden. Es ist ein täglicher Straßenmarkt, auf dem es wirklich alles gibt. Glanz und Gloria direkt neben den einfachen Dingen des Lebens. Wir haben leider nicht den gesamten Markt angeschaut, aber das folgt sicherlich noch. Sandra meinte auf dem Rückweg zu unserem Apartment: Das ist ein Markt, wie ich ihn mir in Südamerika immer vorgestellt habe. Und im Grunde stimmt es auch. Viele kleine Händler und jeder versucht zu überleben. Es gibt (wortwörtlich) Bergeweise Turnschuhe oder Handtaschen, Kiloweise T-Shirts oder Pullover und sogar Winterstiefel und Jacken haben wir gesehen. Es scheint also wirklich kalt zu werden in Paraguay.

Mit dem festen Plan diesen Markt nochmals zu besuchen verabschiede ich mich für diese Woche.

KW 2018-18 – Die erste Woche Paraguay

Samstag, 28. April 2018 – Hier sind wir nun also. Angekommen in einem uns völlig fremden Land, mit einem ganz anderen Klima und einer abweichenden Mentalität.

Aber langsam. Am 27. April haben wir den Schritt gemacht und sind ins Flugzeug von Zürich nach Madrid eingestiegen. Bei uns waren jeweils ein großer Koffer und ein Rucksack. Zusätzlich haben wir noch eine Kameratasche dabei gehabt. Damit war unser Freigepäck komplett ausgeschöpft. Dieser erste Flug war sehr unspektakulär in einer sehr kleinen Embraer 195. Ganze drei Stunden dauerte dieser Flug, und doch verging er „wie im Fluge“. Der Landeanflug war recht seltsam, haben wir doch gefühlt den Flughafen erst einmal eingekreist, bevor wir endgültig gelandet sind. Nach der Landung sind wir dann noch 15 Minuten auf dem Rollfeld gefahren, bis wir endlich am Gate angekommen sind.

 

Also raus aus dem Flugzeug und rein in die große Flughafenhalle. Oh ja, Madrid ist wirklich groß. Und auch, für mein Empfinden, wirklich nicht schön. Wir sind endlose Kilometer (insgesamt waren es ca. 5km) auf diesem Flughafen gelaufen, bis wir endlich die Non-Schengen-Lounge gefunden haben, wo wir uns die nächsten Stunden aufhielten, um etwas zu Essen und zu trinken, sowie einen brauchbaren Internetzugang zu finden. All dies hat für uns sehr gut geklappt und haben wir entsprechend genossen.

Gegen 22:30 Uhr war es dann soweit und wir haben die Lounge in Richtung Gate verlassen. Uns ist schon auf dem Weg zur Lounge aufgefallen, dass auf diesem Flughafen riesige Menschentrauben vor dem Abfluggate warten. Also haben wir beschlossen, dass wir, entgegen unserer normalen Methodik, sehr früh schon zum Gate gehen und uns vorne anstellen. Tatsächlich waren wir die Dritten in der Warteschlange für normale Passagiere. Es gab dann noch die Warteschlange für Priority-Boarding. Dies kann man aber nur im Vorraus buchen.

Endlich an unseren Sitzplätzen angekommen, habe ich das Handgepäck verstaut und wir haben uns erst einmal gesetzt. Mit beinahe 40 Minuten Verspätung war dann der Start und unser Airbus A330-200 hob sanft vom Boden ab. Hinter uns stillende Mütter und spielende Kinder. Gegen 1 Uhr morgens gab es dann das Abendessen. Nach schier endlosen Versuchen hat dann auch das Einschlafen geklappt. Wobei es dann auch bald schon vorbei war. Denn die Kinder waren früh wieder wach. Und deren Spielzeuge leider auch.

Es gab dann ein Frühstückchen mit Instantkaffee soviel man möchte. Als kleinen Trost haben wir einen ca. 2 Stunden dauernden Sonnenaufgang verfolgen dürfen.

Endlich gelandet, Südamerika, wir sind da.

In Asuncion angekommen mussten alle Passagiere das Flugzeug verlassen, auch die, die eigentlich noch weiterfliegen wollten. Denn es war nur ein Zwischenstop in Asuncion. Das eigentliche Ziel des Flugzeugs ist Cordoba in Argentinien. Nach dem Verlassen wurden wir von der Migrationsbehörde bzw. dem Zoll registriert und haben unseren Visum-Stempel im Reisepass erhalten. Diesen Schritt erledigt, ging es dann zum Kofferlaufband, wo wir noch ziemlich lange auf den Koffer warten durften. Während der Wartezeit sind sehr viele hilfsbereite Mitarbeiter auf uns zugekommen und wollten uns die Arbeit mit den Koffern abnehmen. Nachdem wir ihnen klarmachen konnten, dass wir nur einen Koffer haben, gaben sie auf.

Koffer und Bargeld vom Bankomaten haben uns schließlich zum Taxistand geführt, wo sich die Fahrer auch bald um uns gestritten haben. Mit einem Zettel in der Hand, auf dem die Zieladresse und der gewünschte Fahrpreis stand, sind wir schließlich mit einem Taxi losgefahren in Richtung der Universität National Asuncion. Dort in der Nähe ist unser erstes AirBnB, welches wir für drei Wochen bewohnen werden.

Bereits am ersten Tag haben wir uns mit einem befreundeten Deutschen getroffen, der bereits seit vielen Jahren in Paraguay lebt. Er wird uns die ersten Wochen ein wenig Starthilfe geben und uns über Gepflogenheiten, Do’s und Don’ts aufklären.

Da wir mit dem Ziel der Wohnsitznahme nach Paraguay gekommen sind, hatten wir in der ersten Woche also zahlreiche Behördengänge zu erledigen. Wir mussten zur Identificaciones, zu Interpol, zur Migraciones, zur Staatlichen Notenbank, zum Notar und, und, und. Es waren so viele Termine hintereinander, dass ich beinahe vergessen hatte, dass es schon wieder Samstag war und die erste Woche vorbei war.

Abgesehen von meinem ersten Eindruck: „Können wir wieder zurück nach Europa“, ist es nach der ersten Woche sehr angenehm geworden. Ja, mit dem Wetter haben wir beide zu kämpfen, denn dieses Subtropische ist einfach nicht jedermanns Sache. Ich vermute aber, dass wir uns daran bald gewöhnen werden. Ebenso, dass es verschiedene Dinge gibt, die in Europa einfach ganz anders gehandhabt werden. Von unseren Spanisch-Kenntnissen einmal ganz angesehen. Aber auch dies wird kommen. Jeden Tag ein bisschen ist am Ende vom Monat auch ein Haufen, oder?

Apple Jünger

Nein, Apple-Jünger sind wir sicherlich nicht. Nach ausführlichen Analysen sind wir jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass es für unsere Arbeitsweise sehr viel einfacher ist, wenn wir uns auf einen einzigen Hardwareanbieter und einen einzigen Softwareanbieter fokussieren. Nun ist die Firma Apple beides in einer Funktion und die Produkte dieser Firma laufen wirklich sehr gut miteinander.
Kurz um: wir arbeiten ausschliesslich mit unseren MacBookPro und iPhones, weil die Software so gut funktioniert, dass zum Beispiel ein Foto mit nur einem Klick und vor allem ohne die Nutzung eines fremden WiFi vom Telefon zum Laptop gesendet werden kann. Das ist extrem Smart und für uns äusserst praktisch.

Unsere Telefone

Eike verwendet ein iPhone 6 mit der kleinsten Speichervariante von 32GB, Sandra ist mit einem iPhone 8 Plus mit 64GB unterwegs. Der Grund für das größere Telefon von Sandra liegt darin begründet, dass Sandra die gesamten Instagram Aktivitäten macht. Das iPhone 8 Plus hat definitiv die bessere Kamera, verglichen mit dem iPhone 6. Eike wollte eigentlich gar kein Telefon mehr besitzen, wenn die Reise beginnt. Um aber weiterhin mit Freunden in Kontakt zu bleiben, ist es nahezu unumgänglich, denn die Kommunikation ist heutzutage immer noch an eine Telefonnummer gebunden. Also hat auch Eike ein Telefon. Aber ein kleineres, nicht so wertiges.
Warum haben wir uns denn noch für iPhones entschieden? Nun, wir haben beim Vergleichen von verschiedenen Social Media Apps festgestellt, dass die Versionen für die Apple Geräte wesentlich mehr Funktionen für uns bieten als die Versionen für Android Geräte. Dies ist sicherlich nicht der Firma Apple geschuldet, sondern den Herstellern der Social Media Apps. Tatsache ist jedoch, dass sämtliche Influencer dieser Welt ein iPhone benutzen und daher die Apps für diese Telefone die neuen Funktionen als erstes erhalten. Dazu kommt dann noch, dass Apple eine bessere Updatepolitik für das Betriebssystem hat als die Hersteller von Android Telefonen. Google selbst stellt Updates sehr lange zur Verfügung.

Und die Laptops?

Ein MacBookPro stand schon sehr lange auf Eikes Wunschliste. Bereits seit 2011 nutzt er einen MacMini, mit dem er wirklich zufrieden war. Es bestand jedoch nie die Notwendigkeit für ein neues Gerät. Selbst mit 6 Jahren gab es regelmässig neue Betriebssystem Updates und auch die Geschwindigkeit vom Gerät zeigte kaum Einbussen. Das war mit den Windows basierten PCs aus vorherigen Jahren nie der Fall. Kaum, dass das Gerät zwei, drei Jahre alt war, wurde es so langsam, dass eine Neuanschaffung getätigt werden musste. Bei dem MacMini war nichts dergleichen notwenig. Ja, es ist mal eine SSD hinzugekommen, der RAM wurde erweitert, aber alles in allem blieb die Arbeitsgeschwindigkeit gleich.
Der Beginn der Reise war dann auch der Moment, in dem der MacMini nicht mehr ausreichend war. Denn der benötigt natürlich einen Monitor, eine Tastatur und ein zusätzliches Eingabegerät namens Maus. Dies alles in einem Koffer mitzunehmen wäre sicherlich extrem unpraktisch. Also wurde alles gemeinsam abgeschafft.
Sandra hat bisher immer ein Windows basiertes Laptop verwendet und war sehr zufrieden. Bis auf diesen Punkt, dass die Geschwindigkeit immer langsamer wurde. Also wurde nach zwei Jahren das Betriebssystem neu installiert und es gab ein zusätzliches Jahr mit leicht erhöhter Geschwindigkeit. Das Arbeiten mit dem MacMini hat zwar geholfen, aber nicht abschliessend überzeugt. Dies kam erst durch die gute Verknüpfung von Telefon mit Laptop.
Wir sind jetzt also mit einem MacBookPro 15″, Core i7, 16GB Ram, 256GB SSD und einem MacBookPro 13″, Core i5, 16GB Ram und 512GB SSD unterwegs. Nicht notwendig zu sagen, wer welches Gerät benutzt, oder?

Datensicherung

Aktuell haben wir zwei externe Festplatten, die beide mittels USB3 Protokoll die Daten empfangen. Eine von den beiden hat sogar einen USB-C Stecker, so dass diese direkt an unsere MacBooks angeschlossen werden kann. Die andere wird über einen Adapter verbunden, was die Geschwindigkeit jedoch nicht einschränkt. Mit insgesamt 6TB an externem Speicherplatz haben wir für den Moment ausreichend freie Kapazität für Videos, Fotos, wichtige Dokumente und Dinge die man sonst noch so mit sich schleppt. Zusätzlich werden unsere Daten in unterschiedlichen Rechenzentren dieser Welt abgespeichert und dort gesichert. Im Allgemeinen spricht man davon, dass die Daten in der Cloud sind.

Unsere Kameras

Da wir beide sehr großes Interesse an der Fotografie haben, haben wir uns beide für eine Kamera entschieden, mit der wir gut umgehen können. Hierfür haben wir auch verschiedene Kamerasysteme ausprobiert und teilweise sehr intensiv getestet. So sind unter anderem eine Kompaktkamera, verschiedene Spiegelreflexkameras (DSLR) und auch spiegellose Systemkameras durch unsere Hände gegangen.
Die Kompaktkameras sind für uns relativ schnell aus dem Rennen gewesen, da diese, obwohl sie gute Fotos machen und gute Zoom Möglichkeiten bieten, keine großen Blenden zulassen. Meistens ist hier bereits bei F/4 Schluss mit Lustig. Leider, denn vom Gewicht her sind diese Kameras der absolute Hit. Die Sensorauflösung ist inzwischen auch schon auf die Masse gewachsen, die auch in der spiegellosen Systemwelt bekannt ist, aber dann sind wir preislich auch in dem Bereich eben dieser, nur ohne die Möglichkeit der Wechselobjektive.
DSLR bieten sowohl sehr gute Fotos, wie auch sehr gute Zoom Möglichkeiten durch die Wechselobjektive und zusätzlich auch noch sehr weite Blendenöffnungen, leider jedoch erkauft mit einem sehr hohen Gewicht. Es ist aber hier so, dass die Sensoren auch mit mindestens APS-C Größe bis hin zum Mittelformat möglich sind.

Unsere Wahl ist auf Systemkameras mit Micro-Four-Thirds (MFT) Sensoren gefallen. Dies, weil die Sensorgröße sehr gute Bilder zulässt, die Wechselobjektive mit einem Standardisierten Anschluss versehen sind und wir somit auch untereinander die Objektive tauschen können, sofern wir es denn möchten und weil diese Kameras relative Leichtgewichte sind.
Sandra hat sich dabei für eine Olympus OM-D E-M5 Mark II im klassischen Silber entschieden. Diese Kamera bietet als Highlight einen 40M Aufnahmemodus in welchem 8 Aufnahmen mit einem winzig kleinen Sensor-Shift nacheinander aufgenommen und dann rechnerisch kombiniert werden. Dies ist für eine Kamera mit einem 16 Megapixel Sensor wirklich sensationell. Selbstverständlich funktioniert diese Art der Aufnahme nur bei unbewegten Motiven und mit einem Stativ. Landschaftsbilder z.B. sind hierfür durchaus geeignet. Oder Werbeaufnahmen für Print- oder Webmagazine.
Ich verwende eine Panasonic DMC-G81, welche als Highlight die 4K-Videoaufnahme bietet. Sogar mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Das sind dann fast schon Zeitlupenaufnahmen, wenn man diese dann mit 15 Bildern pro Sekunde abspielt.
Beide Kameras eint, dass sie einen 5-Achsen stabilisierten Sensor verwenden, vor Feuchtigkeit geschützt sind, einen Rahmen aus Magnesiumlegierung und ein MFT-Bajonett besitzen. Durch das einheitliche Bajonett haben wir den Luxus, dass wir nur ein Objektiv pro gewünschter Brennweite kaufen müssen, da die Wahrscheinlichkeit zum gleichen Zeitpunkt dasselbe Objektiv verwenden zu wollen eher gering ist.
Folgende Objektive sind mit auf unserer Reise:

  • Panasonic 20mm f/1.7 II ASPH silber
  • Panasonic 25mm f/1.7 ASPH schwarz
  • Panasonic 12-60mm f/3.5-5.6 ASPH POWER O.I.S
  • Panasonic 45-200mm f/4.0-5.6 MEGA O.I.S

Und damit auch bei ein wenig Action die Videos gut werden, haben wir noch eine kleine Action-Cam von Sony. Die HDR-AS50 ist für uns genau der richtige Begleiter auf unserer Reise. Für die Kamera gibt es ein Wasserdichtes Gehäuse, mit dem wir sogar bis zu 50 Meter in die Tiefe tauchen könnten. Ebenfalls verfügt die Kamera über die Möglichkeit zu Zoomen. Und zwar im Kleinbildequivalent von 18.4 bis 21.8mm. Nicht viel, aber immerhin ein wenig. Ein integriertes Stereomikrofon sorgt für „den guten Ton“ bei den Aufnahmen. Da man es mit einem Akku meistens nicht schafft, haben wir noch zwei zusätzliche Akkus für diese Kamera angeschafft. Damit sind wir dann auch für lange Tage gut gerüstet.

Die letzten Aktivitäten

Aufräumen

Die letzten Wochen haben wir nun also damit verbracht die Wohnung aufzulösen. Alles zu verkaufen, zu verschenken, zu spenden oder weg zu werfen war ziemlich Nerven raubend für uns beide. Auch wenn Sandra das meiste davon im Alleingang erledigt hat, war es für mich auch einigermaßen anstrengend.

Alles was wir vorerst noch behalten möchten haben wir in einem gemieteten Lagerraum frostfrei und trocken untergebracht. Unsere Wohnung haben wir am 27. März verlassen und der Reinigungsfirma übergeben. Diese wird die Reinigung inkl. Abnahmegarantie für uns durchführen und die Wohnung auch dem Vermieter übergeben. Während dieser Zeit leben wir dann in einem Hotel, da wir beide noch ein paar Tage arbeiten müssen bevor die Reise beginnt.

Verträge kündigen

Jetzt, wo wir etwas mehr Ruhe finden, müssen wir uns noch um die letzten Dinge kümmern. Die Abmeldung war erfolgreich und wir halten die Abmeldebestätigung in den Händen. Diese ist Voraussetzung dafür, dass wir alle weiteren Verträge außerordentlich kündigen dürfen. Zum Beispiel unsere Krankenpflegeversicherung, welche in der Schweiz obligatorisch ist. Ebenso müssen die Krankenzusatzversicherungen – Zusatzleistungen wie TCM oder Massagen – oder möglicherweise vorhandene Rechtsschutz- oder Privathaftpflichtversicherungen berücksichtigt werden. Alles selbstverständlich per eingeschriebenem Brief und dem Hinweis, dass die Kündigungsbestätigung nur per Mail an uns geschickt werden kann. Wir haben die Hoffnung, dass die Unternehmen dies auch so berücksichtigen. Das große Problem ist ja, dass wir zu unserem Briefkasten keinen Zugang mehr haben. 

Bei den Abmeldungen, die Du nun alle durchführst, darfst du selbstverständlich Themen wie Billag (GEZ) oder Deine Fahrzeuge, sofern notwendig, nicht vergessen. Mein Tipp an dieser Stelle lautet: mache Dir so früh wie möglich eine Liste mit allen Verträgen die Du aktiv führst. Ebenso eine Übersicht über alle wiederkehrenden Zahlungen, denn daraus lassen sich auch Vertragsähnliche Konstrukte ableiten.

Koffer sortieren

Abmeldungen haben auch etwas mit Reduktion zu tun. Und Reduktion hat etwas mit dem Volumen des Koffers zu tun. Kannst du mir soweit folgen? Beim Packen unserer Koffer haben wir festgestellt, dass es sehr mühsam ist den Koffer richtig zu befüllen. Daher haben wir in den nächsten Tagen noch die Aufgabe unsere Koffer so zu packen, dass wir möglichst effizient an unsere Kleidung kommen und ebenfalls die Dinge sicher verpacken, die wir für z.B. den Haushalt mitnehmen möchten. Dabei sollte klar sein, dass ein Messer nichts im Handgepäck zu suchen hat, genauso wie ein Parfum-Flakon nichts im aufgegeben Fluggepäck.

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