KW2018-38 – Der fertige Ausbau?

Ein Bett im LKW

Unser lieber Max ist wirklich ein praktisches Gefährt. Groß und doch klein, langsam und doch schnell, leicht und doch schwer. Ein echter LKW halt. Sagt zumindest die Finanzbehörde und das Straßenverkehrsamt.

Die letzten Wochen haben wir nun damit verbracht Max von innen so richtig sauber zu machen. Genau so, wie wir es vor ein paar Wochen auch schon gemacht haben. Nein, nicht genau so, aber zumindest so ähnlich. Der vorhandene Schrank musste genau so weichen wie die ölige Bodenplatte und die Wandpaneele. Denn im Inneren roch es sehr stark nach Öl und Benzin; wurde doch regelmäßig ein Motorrad in ihm transportiert. Danach hat Eike dann mehrere Stunden lang den Innenraum mit allen möglichen Reinigern gereinigt. Nach der aufwendigen Reinigung folgte die Rostbehandlung an den kleinen Löchern, in denen die Nieten für die alten Einbauten hielten. Etwas benebelt und mit Kopfschmerzen ging es dann am Abend ins Bett. Am nächsten Morgen folgte die Lackbehandlung der Rostlöcher mittels Spraydose. Rostschutz und ein weißer Lack versiegelte den Rostumwandler. Am Abend ging es dann etwas benebelt und mit Kopfschmerzen ins Bett.
Nach einiger Zeit konnten wir dann schon mit dem Einkleben von insgesamt 20m² Armaflex beginnen. Für die tiefen Fächer in den Wänden und der Decke, sowie für den Boden, haben wir 19mm starke Platten verlegt. Wichtig hierbei ist, dass wirklich jede Bodenwelle fest angedrückt wird, anderenfalls kann sich in dem entstandenen Hohlraum Kondenswasser sammeln und bildet so eine gute Grundlage für erneuten Rost. Im Idealfall hast Du beim selbst ausbauen nach der Wärmedämmung hinten eine Black-Box. Also es ist alles was kein Fenster ist schwarz.

Relativ schnell sind wir uns darüber einig, dass Max ein Bett benötigt. Dieses wird, so wie es in vielen Kastenwägen auch ist, mehrteilig in Max verbaut. Es gibt einen festen Teil, der über die gesamte Breite von 156cm geht und ziemlich genau 140cm lang ist geben. Dieser Teil wird getragen von einem kleinen Holzrahmen und einem einfachen Roll-Lattenrost aus dem Matratzenfachhandel. Der Roll-Lattenrost hat eine Breit von 140cm und soll für ein 200cm Bett ausreichen. Die weiten Abstände bei einer 2 Meter Bettlänge lassen uns dazu tendieren, dass wir den Roll-Lattenrost nicht kürzen, sondern einfach die Abstände zwischen den Latten sehr viel enger machen, als es vom Hersteller vorgesehen ist.

Unsere bereits vorhandene Matratze von 200cm x 140cm wird einfach auf 156cm gekürzt. Für den verbleibenden Rest haben wir aktuell noch keine Verwendung, aber wer weiß, vielleicht werden da ja noch Kissen draus.

Im vorderen Teil des Laderaums befindet sich eine Schrankkonstruktion, die sämtliche Einbauten aufnehmen soll, die wir noch benötigen. Um nun also im Wageninnern schlafen zu können, müssen wir uns etwas überlegen.

Welche Einbauten braucht Max?

Ein Bett allein macht noch keinen Campervan. Kurz überlegt, was wir noch benötigen, haben wir dann eine lange Liste mit Dingen erstellt, die wir für wichtig befinden.

  • Kühlbox
  • Wassertank
  • Abwaschbecken
  • Gaskocher
  • Geschirr
  • Batterie
  • Spannungswandler
  • Ladebooster
  • Toilette
  • Jede Menge Kleinkram

Sobald diese Liste fertig war, haben wir die für uns übliche Aufgabenteilung vorgenommen. Sandra hat das Budget für alles zusammen und für die einzelnen Geräte festgelegt. Ich habe dann auf Basis dieses Budgets versucht die Einzelprodukte zu kaufen. Das hat natürlich nicht immer – oder gar nicht? – geklappt. Wie dem auch sei, der Busausbau ist keine Geschenkestunde. Wenn Dir jemand sagt, dass er seinen Bus für nur €2000,00 ausgebaut hat, dann hat er viele Dinge nicht berechnet, frech gelogen oder vieles gratis erhalten. Und seine eigene Zeit hat er dann mal sowieso nicht mit einberechnet.

Die Holzarbeiten die bereits parallel zu anderen Arbeiten wie z.B. den Elektrischen Leitungen hat Sandra angefangen. Sie kann nämlich sehr gut mit Stichsäge, Kreissäge, Bohrmaschine und Schmirgelleinen umgehen. Eike hat während dem dann Leitungen konfektioniert, Kabelschuhe gekrimpt, Leitungen im Bus verlegt, Positionen für Ladebooster, Batterie und Spannungswandler festgelegt und soweit schon möglich diese auch bereits montiert. Einige Geräte wurden erst mal mit Malerkrepp auf den Boden geklebt, damit für den Möbelbau eine Grundidee vorliegt.

Und überhaupt, wer sagt denn, dass alle bestellten Gerätschaften auch pünktlich ankommen? Bei uns war das leider nicht der Fall, aber wir wollen ja auch nicht mit einem „fertigen Van“ unterwegs sein. Etwas Spaß muss für „später“ auch immer noch vorhanden sein.

Also wurde für den Wassertank, der noch nicht da ist, nur ein Malerkrepp geklebt, welches da auch immer noch klebt. Die Höhe haben wir dann einfach abgemessen und entsprechend berücksichtigt. Genauso gibt es Ideen, die wir hatten, die leider nicht umsetzbar sind. Wir sind also immer noch auf der Suche nach einem Spülbecken und den entsprechenden Rohren oder Schläuchen.

Selbstverständlich darf in einem Campervan die Toilette nicht fehlen. Diese haben wir aus einigen Holzresten, etwas neuem Holz, einem Trenneinsatz der Firma Separett® und ein wenig Geduld, Spucke und Schrauben selbst gebaut. Wenn Du mehr zu unserer Toilette wissen möchtest, dann lies einfach hier weiter.

Nicht nur ein, auch Auf-& Anbauten

Da wir uns bewusst für eine Zwei-Raum-Wohnung entschieden haben, müssen wir natürlich auch dafür sorgen, dass unser zweites Zimmer artgerecht gehalten wird. Wir haben bereits aus Paraguay ein Dachzelt gekauft und dabei bei unserem Verkäufer für reichlich Verwirrungen gesorgt. Einen solchen Fall von Materialbeschaffung kennt er auch nur von der Bundeswehr. Etwas kaufen, während man im Ausland stationiert ist, für ein Fahrzeug, welches man noch gar nicht hat, geschweige denn, dass man weiß, was für eins es werden soll.

Zurück zum Thema. Das Dachzelt will auf dem Dach von Max befestigt werden. Nach vielem lesen, messen, lesen, prüfen, lesen und entscheiden, fiel der Entschluss, einen Dachträger in Eigenregie zu bauen. Mit Hilfe von 3 Meter langen Airline-Schienen, welche auf dem Dach festgeklebt werden, haben wir eine Möglichkeit geschaffen individuelle Halter mit dem Fahrzeug zu verbinden. Die Halter haben wir mit der freundlichen Unterstützung eines Mitglieds vom T4-Forum erhalten. Falls Du auch solche Halter benötigst, wird er Dir bestimmt auch helfen.

Auf diese Halter sind dann Bosch-Rexroth-Profilschienen montiert worden, die insgesamt einen 150cm breiten und 309cm langen Dachträger bilden. Mittels vier Schienen wurde der Träger mit Max verbunden, die übrigen drei Querträger tragen sich selbst über entsprechende Winkel an den Längsstangen. Nach der Montage vom Dachzelt mussten wir natürlich auch erst einmal prüfen, ob alles passt. Also sind zwei Personen ins Zelt geklettert und ich habe geschaut wie stark die Alu Profilschienen durchbiegen. Was soll ich sagen, es biegt sich so gut wie gar nichts durch. Dieser erste Belastungstest stimmt mich positiv, dass auch während der Fahrt alles gut gehen wird. Wirkliche Berechnungen zur Statik und Belastbarkeit des Gestells habe ich nicht angestellt.

Nachtrag im November 2018 nach 10000km: das Gestellt hält sehr gut, auch bei 120km/h auf der Autobahn mit seitlichen Winden.

Damit wir während der Aufenthalte, die wir geplant haben, auch mobil sind, haben wir uns noch einen Fahrradträger für die Heckklappe angeschafft. Dieser war in weniger als 30 Minuten zusammengeschraubt und an Max montiert. Da es sich dabei um einen Artikel eines namhaften Herstellers handelt, haben wir auch keine Angst, dass dort etwas komisches passieren könnte. Immer vorausgesetzt, dass die Fahrräder gemäß Anleitung gesichert sind.

Nun müssen wir aber auch schon los, es wartet eine wichtige private Einladung auf uns und dafür müssen wir bereits die ersten 1000km in die Schweiz fahren.

KW2018-33 – Ein neues Auto

Zurück nach Europa

Nachdem wir uns vor über zwei Wochen bei Euch verabschiedet haben, um eine kleine Auszeit zu nehmen, möchte ich euch nun erzählen, was uns dazu bewogen hat, was wir in dieser Zeit gemacht haben und wie es weiter gehen wird.
In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August sind wir von Paraguay zurück nach Zürich geflogen. Selbstverständlich war es keine spontane Buchung, sondern ein seit vier Wochen geplantes Umplanen unserer Reise. Nachdem bei Sandra die bestehende Chlor Allergie so starke Ausmaße angenommen hat, dass ich von vielen auf der Straße angeschaut wurde, als würde ich meine Frau misshandeln, mussten wir etwas unternehmen. Nein, selbstverständlich wird Sandra nicht von mir misshandelt, außer sie möchte es gerne so haben. Aber rund um die Augen ist die Entzündung der Haut so stark zu sehen, dass die Sonnenbrille Ihr liebstes Accessoire war. Daher mussten wir handeln. Bereits in Encarnación haben wir also den Flug nach Europa gebucht und alles weitere organisiert. Unsere Freundin hat uns vom Flughafen abgeholt und wir durften einige Nächte bei ihnen schlafen.
Viel zum Schlafen sind wir jedoch nicht gekommen, denn wir durften so viel von unserer Reise erzählen, dass die Nächte eher kurz waren. Immerhin war der Jet-Lag nicht so stark zu spüren, wie wir es erwartet haben. Den Flug über haben wir nämlich durchgemacht. Natürlich war das echt nicht unser Ding, aber immer noch besser, als diese Zeitverschiebung mühsam in mehreren Tagen aus dem Körper zu bekommen. Unsere Freunde kamen wirklich kaum zu Wort und so sollte es jedem anderen auch ergehen, der von unseren ersten drei Monaten erfahren wollte.

Finden wir hier die Erholung?

Sandra’s Haut, unsere Dauererkältung und der Stresspegel haben uns dazu bewogen einen etwas anderen Weg einzuschlagen, als es die Mehrheit aus unserem Freundeskreis machen würde. Wir haben eine 7-tägige Pancha-Karma Kur in einem der besten Ayurveda Ressorts Europas gemacht. Für uns hieß das, dass wir uns um die Zubereitung unserer Speisen nicht kümmern mussten, dass wir täglich ein bis zwei unglaublich tolle und intensive Massagen erhielten und wir in ganz vielen Saunagängen ganz viel Entspannung finden durften. Diese tolle Ruhe und die Energie des Ressorts führte dazu, dass wir in den sieben Tagen durchaus auftanken konnten. Sandra’s Hautirritationen sind zwar nicht verschwunden, sie sind aber so weit abgeklungen, dass sie auch wieder ohne Sonnenbrille unter die Menschen gehen kann.
Bei mir führte die Kur dazu, dass ich jetzt ein unglaublich tolles, aber auch teures Stoffwechselproblem bekommen habe. Meine Hosen, sofern sie denn den Weg nach Europa gefunden haben, waren alle zu groß. Und auch bei Sandra beginnt der Körper langsam auf die Veränderung in der Ernährung und das bessere Stressniveau zu reagieren. Dieser Weg ist total schön und er darf genau so weiter gehen. Unsere Erkenntnisse über uns, unsere Körper und das, was in und um uns herum passiert, sind wirklich Gold wert.
Nun war diese eine Woche leider sehr schnell vorbei, aber uns ist jetzt schon klar, dass wir in genau diesem Ressort, spätestens im nächsten Jahr, erneut eine Pancha-Karma Kur machen werden. Einfach so, weil es uns so gut getan hat.

Die Suche nach …

Schon vor über einem Jahr haben wir auf Facebook darüber geschrieben, dass wir für Europa gerne einen eigenen fahrbaren Untersatz haben möchten. Nach verdammt vielen Experimenten und Gedankenspielen in den letzten Jahren konnten wir bereits in Paraguay eine Entscheidung für einen bestimmten Fahrzeugtyp fällen. Jetzt galt es nur noch unser Fahrzeug zu finden. Also haben wir mehr Zeit auf den einschlägigen Fahrzeugbörsen verbracht, als auf anderen Internetseiten. Und wir sind am Ende fündig geworden. Auch wenn es nicht der 100% Treffer ist, so ist es zumindest ein 90% Treffer, denn er bietet alles, was wir am Ende des Tages benötigen. Die fehlenden Extras wie zum Beispiel eine Klimaanlage oder eine Standheizung können entweder nachgerüstet werden, oder sind vom Stellenwert her so klein, dass sie durchaus auch fehlen dürfen.
Unser Neuer ist ein VW Transporter aus 1998, mit einem Allradantrieb ausgestattet und wurde bereits vom Vorbesitzer für eine bessere Geländegängigkeit moderat Höher gelegt. Der bestehende Innenausbau entspricht zwar nicht dem, den wir gerne hätten, aber das ist nun etwas, was man anpassen kann. Dies wird also eine unserer Aufgaben für die nächsten Wochen. Unsere Blogger-Kollegen Patrick und Tascha von pataschasworld.com haben Ihren Van in nur 30 Tagen ausgebaut und dies teilweise auf Video festgehalten. Ob wir es wohl schaffen schneller zu sein? Die Größe der Fahrzeuge ist durchaus vergleichbar. Ich würde sagen: Challenge accepted. Wie genau der Van von Pataschas aussieht, dass kannst Du hier nachlesen: Vom Lieferwagen zum Campervan
Aber nicht so schnell. Wir wussten bereits in Encarnación, dass wir einen VW T4 haben möchten und ich habe natürlich direkt angefangen nach entsprechenden Fahrzeugen zu suchen. Immer wieder habe ich Benachrichtigungen erhalten, dass ein neues Fahrzeug inseriert wurde und immer wieder sind auch Fahrzeuge verkauft gewesen, die ich mir eigentlich gerne angeschaut hätte. Nur waren wir halt mehrere tausend Kilometer entfernt und konnten uns keinen der Bulis anschauen. Sandra hat mich zwar immer wieder – zu Recht – ausgebremst, aber ich wollte trotzdem am liebsten schon von Paraguay aus einen T4 gekauft haben.
Während unserer Pancha-Karma Kur haben wir dann tatsächlich auch einen Digital-Detox gemacht und unsere Laptops, Tablets und Smartphones in der Tasche gelassen, so dass ich absolut den Überblick verloren habe über die noch verfügbaren Fahrzeuge. Aber es tat mir echt mal gut auch ein wenig Offline zu sein. Wieder zurück bei unseren Freunden in der Schweiz habe ich dann Mails geschrieben, telefoniert und versucht die Verkäufer zu erreichen. Und dann stand er als neues Fahrzeug da: Schwarz, Allrad, Differentialsperre, höher gelegt, Geländereifen, getönte Scheiben, Klimaanlage und Standheizung. Der Buli, den wir haben wollten, denn bis auf den Tempomaten war alles im Bus verbaut, was auf unserer Wunschliste stand. Schnell ein E-Mail geschrieben, genau so, wie der Verkäufer es gewünscht hat. Und dann – keine Reaktion. Ganze drei Tage lang. Während dieser Zeit haben wir uns dann dazu entschieden den weißen Transporter zu kaufen, den wir jetzt hier stehen haben. Mit der Bahn durch halb Deutschland gereist, festen Willens mit dem Bus wieder zurück zu fahren. Und so war es dann auch. Also kann das Abenteuer Auto jetzt beginnen. Wir werden berichten und versuchen alle Arbeiten auf Video festzuhalten. Damit dürfte auf Dir klar sein, was wir in der nächsten Woche machen werden, oder nicht?

KW2018-30 – Was uns sonst noch aufgefallen ist

Was gibt es in Shoppingzentren?

Die Welt der Einkaufszentren ist eine ultimative Vergleichsmöglichkeit zwischen unterschiedlichen Kontinenten, Ländern, Städten, Kulturen und Lebensweisen. Wenn einmal von einem großen schwedischen Möbelhaus abgesehen wird, dann sind Kaufhäuser alle identisch. Auch hier in Paraguay. Es gibt eine riesige Warenauslage und man kann dort kaufen. Bei besagtem Möbelhaus gibt es jedoch zusätzlich ein Restaurant und eine Kinderbetreuung. Schauen wir uns nun die Einkaufszentren an, dann wird es schon etwas differenzierter. Es gibt in Europa Einkaufszentren mit gratis Parkplätzen, welche mit Restaurants, welche mit einer Spielecke für kleine bis mittlere Kinder, welche mit Kino oder Supermarkt. Aber gibt es all diese Punkte auch in einem Einkaufszentrum? Ja! Nicht nur in einem, sondern in fast jedem. Jedenfalls hier in Paraguay. Und nicht nur das. Die Spielecke für die kleinen bis mittleren Kinder werden hier soweit ausgebaut, dass sogar die großen Kinder, also die Väter, gemeinsam mit den kleinsten spielen können, während die Frauen dem Shopping fröhnen. Wirklich alle oben stehenden Punkte vereint.
Wir verstehen aktuell nur nicht so genau, wofür es hier in Paraguay so viele, so große Einkaufszentren gibt, denn die Preise der feilgebotenen Waren sind doch eher hoch, während das durchschnittliche Einkommen tendenziell nicht so hoch ist. Dementsprechend sieht es auch in den Einkaufszentren aus. Viele sind von Montag bis Freitag nahezu leer gefegt. Selbst am Abend. Am Wochenende hingegen findest Du in den Restaurant-Etagen, ja eine ganze Etage nur mit Restaurants, kaum mehr einen Sitzplatz und die vollbesetzte Kinderlokomotive fährt mitten durch. An Unterhaltungswert sind die Shoppingzentren in Paraguay kaum mehr zu überbieten und so manches europäische könnte von den hier gebotenen Dingen wirklich profitieren, sofern es diese selbst anbietet.

Was ist denn in der Spielecke?

Naja, Spielecke ist vielleicht untertrieben. Es sind mehrere Dutzend Quadratmeter bis hin zu einer halben Etage die dafür eingeplant sind. Neben kindgerechten Spielautomaten, Tischfußball und Malplatz gibt es auch ferngesteuerte und selbstlenkbare Fahrzeuge für die Kids. Also solche, wo die Kinder drin oder drauf sitzen und dann selbst fahren können. Und falls das Kind noch nicht alt genug ist, dann gibt es zu den Fahrzeugen noch eine Funkfernbedienung, so dass der Papa mit dem Kind spazieren fahren kann. Neben den einfachen Autos für ein Kind sind auch Konstruktionen für zwei große Kinder oder sogar Erwachsene mit dabei. Transformer-Fahrzeuge oder seltsam anmutende Fahrzeuge, die aus einem Hollywood Film stammen könnten.

Die Wasserfälle in Paraguay

Ja, nicht nur Paraguay, sondern auch die angrenzenden Länder. Im speziellen rund um Ciudad del Este. Wenn Du eine Tour durch diese Gegend machen möchtest, dann empfehlen wir Dir unbedingt erst die Salto Monday und einige weitere kleinere anzuschauen, bevor Du Dich auf die Iguazu Falls stürzt, denn nach denen sieht alles andere wirklich langweilig aus. Wir haben nämlich tatsächlich erst die größten Wasserfälle der Welt angeschaut und sind erst danach zu dem Wasserfall in Paraguay gegangen. Der ist wirklich winzig im Vergleich. Wichtig: Wenn Du den Salto Monday auch von unten sehen möchtest, dann musst Du beim Eingang direkt ein Ticket für den Aufzug mit kaufen. Denn zu Fuß kommt man nicht hinab und ohne Ticket wird man nicht gefahren, denn der Aufzug ist bedient.
Und grundsätzlich musst Du darauf achten, wie die aktuelle Feriensituation hier aussieht, denn wenn Ferien sind, sind die Einheimischen natürlich auch unterwegs zu diesen Orten und dann wird es schnell sehr voll. Der beste Zeitpunkt für die Iguazu-Falls ist angeblich im Januar bis März, also im Hoch- bis Spätsommer. Wenn Du dann hier bist, vergiss nicht die ND-Filter einzupacken. Ein guter Pol-Filter könnte Dir auch noch helfen die gewünschten Bilder noch besser hinzubekommen.

Die Geschichte mit der Hupe

So oft habe ich schon davon erzählt, dass ich zu der Autohupe noch etwas schreiben möchte. Generell gelten hier in Paraguay sehr ähnliche Verkehrsregeln wie in Westeuropa. Für Dich sind also sehr wenige neue Dinge zu beachten. Eine der wichtigeren Anpassungen für Deutsche Autofaher: auf den Schnellstraßen (Rutas) besteht Lichtpflicht, die auch sehr streng kontrolliert wird. In den Städten muss hingegen nicht mit Licht gefahren werden. Und wenn ich schreibe, es muss nicht mit Licht gefahren werden, dann meine ich es auch genau so. Es muss nie mit Licht gefahren werden. Also auch nicht in der Nacht. Immerhin fahren die meisten in der Nacht mit Licht, aber sei darauf gefasst, dass Dir ein Auto ohne eingeschaltetes Licht begegnen wird. Solange der Fahrer noch ausreichend sieht, wird er sein Licht nicht nutzen. Denn gesehen werden scheint nicht so wichtig zu sein.
Sehr viel wichtiger als das Licht ist hier nämlich die Hupe. Schauen wir uns erst einmal an, wie die Situation mit der Hupe in den Ländern aussieht, in denen wir bisher gelebt haben:

§16 StVO

(1) Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben,
1. wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt (§ 5 Absatz 5) oder
2. wer sich oder Andere gefährdet sieht.

ART. 29 VRV

1) Der Fahrzeugführer hat sich so zu verhalten, dass akustische Warnsignale oder Lichtsignale möglichst nicht notwendig sind. Er darf solche Signale nur geben, wo die Sicherheit des Verkehrs es erfordert; dies gilt auch für Gefahrenlichter.
2) Der Fahrzeugführer hat akustische Warnsignale zu geben, wenn Kinder im Bereich der Strasse nicht auf den Verkehr achten und vor unübersichtlichen, engen Kurven ausserorts.

In beiden Ländern wird relativ streng darauf geachtet, dass oben stehende Regeln auch eingehalten werden. Dennoch kommt es vereinzelt vor, dass ein Autofahrer sich nicht an diese Regeln hält und dafür auch nicht bestraft wird.
Hier in Paraguay ist es etwas augenscheinlich anders. Gehupt wird, wenn es in das aktuelle Gemütsprofil des Fahrers passt. Also zum Beispiel wenn vor dem Auto noch fünf bis zwanzig weitere Autos stehen, obwohl aus Sicht des hupenden Fahrers die Straße frei ist. Gehupt wird auch, wenn der männliche Fahrer am Straßenrand ein „Objekt der Begierde“, in der Regel eine attraktive Frau, sieht und er deren Aufmerksamkeit erhaschen möchte. Dies wird sogar unabhängig davon gemacht, ob die eigene Ehefrau, oder gar die ganze Familie mit im Auto sitzt. Und je knapper die Bekleidung, je jünger die Frau, desto häufiger und intensiver wird die Hupe verwendet, egal wie alt der Fahrer ist. Selbst 70-zig jährige Fahrer hupen einer Schülerin im Minirock mit bauchfreiem Shirt hinterher.
Fußgängerüberwege oder im Volksmund auch Zebrastreifen genannt haben in den meisten, wenn nicht gar in allen, europäischen Ländern für den Fahrzeuglenker die Verpflichtung, dass er an einem solchen das Fahrzeug zum Stillstand bringen muss, wenn ein Fußgänger die Straße überqueren möchte. Hier gibt es auch Zebrastreifen. Und die Geschichte könnte hier auch schon zu Ende sein. Gemäß Gesetzgebung sind auch hier die Autofahrer verpflichtet, stehen zu bleiben und den Fußgängern Vorrang zu gewähren. Für Asunción gibt es gar eine Strafe für Fußgänger, wenn diese die Straße nicht an einem Zebrastreifen überqueren. Fakt ist jedoch, dass wir in den vergangenen drei Monaten nur höchstens zehn mal von einem Autofahrer den Vortritt gewährt bekamen. Also Augen auf beim Überqueren der Straße.
Aber kommen wir noch einmal auf die Hupe der Autofahrer zurück. Jetzt aber der berufsmässigen Autofahrer, also Taxifahrer und Busfahrer. Hier gibt es einige weitere Möglichkeiten des Einsatzes der Hupe, mal abgesehen von denen der attraktiven Mädchen und Frauen sowie „es ist doch gar nichts los hier“ Huperei. Wenn so ein Busfahrer seine vorgeschriebene Route fährt und an jeder Gießkanne anhält, weil jemand aussteigen möchte oder durch einen Wink angezeigt bekommt, weil einer einsteigen möchte. So kann es sein, dass sich Personen am Fahrbahnrand befinden, welche ja durchaus potentielle Fahrgäste sein könnten. Die werden angehupt, ganz nach dem Motto: „Willst mit?“ Wenn aber zu viele Personen am Fahrbahnrand stehen und sich bewegen, dann wird auch gehupt, weil man einfach sagen möchte: „Hier komme ich, mach Platz!“ Nicht vorhandene Fahrpläne (zumindest scheint es für uns so) müssen ja auch eingehalten werden, also werden auch die langsamer fahrenden Kollegen überholt, und zum wieder Einscheren, wird gehupt, damit der Kollege Bescheid weiß. Oder aber der Busfahrer ist beim Anhalten, um Fahrgäste einzusammeln, zu dicht auf den Vordermann aufgefahren, dann wird gehupt, weil man wieder los möchte, es gilt ja den Fahrplan einzuhalten.
Und was ist mit den Taxifahrern? – Die haben ja extrem wichtige „Ware“ an Board. Sie hupen gefühlt noch öfter als die Busfahrer, denn der Fahrgast muss schnell zu seinem Ziel. Es geht im Stau nicht vorwärts, also wird gehupt. Es stehen 2 Kollegen im Weg und man könnte evtl. noch dazwischen durch passen, also ab auf die Hupe. Da gehen Ausländer am Fahrbahnrand lang, potentielle Kunden, also hupen. Aber natürlich immer dann, wenn wir beschlossen haben, zu Fuß zu gehen. Du siehst, lieber Leser, Möglichkeiten zum Hupen gibt es mehr als genug.

KW2018-29 – Die Stadt im Osten

Wir sind in Ciudad del Este angekommen. Die Fahrt war zwar nicht besonders spektakulär, fing aber mit einem großen Streit an. Gestritten haben nicht wir, sondern die Fahrkartenverkäufer. Wer von denen darf uns nun sein Ticket verkaufen? Wer hat uns zuerst gesehen? Ob wir überhaupt mit dem Bus fahren möchten, der uns angeboten wird, werden wir nicht gefragt. Und es wird auch nicht über Preise gesprochen. Es wird nur darüber gestritten, wer uns die Tickets verkaufen darf. So geht das hier in Paraguay. Am Ende haben wir uns dann für einen Bus entschieden, der direkt abfahren sollte. Unsere Koffer waren schon weg, noch bevor wir die Reise überhaupt bezahlt hatten. Jetzt mussten wir zwangsläufig mit diesem Bus fahren oder unser Gepäck kommt ohne uns an.

In den Bus eingestiegen, überkam uns bald das pure Grauen. Er war schon sehr voll, und wir haben die Premiumplätze, direkt am WC bekommen. Kaum, dass wir saßen, ging die Reise auch schon los. Mit Vollgas die ersten 500 Meter gefahren und schon der erste Stopp, um noch weitere Fahrgäste aufzunehmen. Es hat sogar Abschnitte gegeben, da konnten wir wahnsinnige 20km am Stück fahren. Aber die Regel war eher, dass alle paar km angehalten wurde. Immer wieder sind Menschen ausgestiegen, immer wieder welche zugestiegen. Teilweise musste im Gang ein zusätzlicher Stehplatz geschaffen werden, damit noch weitere Fahrgäste mit konnten. Ich kann nur hoffen, dass das nicht immer so ist. Glauben mag ich es aber nicht.

Hotel Austria

Mit dem Taxi ging es dann zum Hotel, dies haben wir ja letzte Woche schon angekündigt. Und wie es der Name vermuten lässt, es ist ein Hotel, welches doch sehr an Hotels in Österreich erinnert. Die Einrichtung ist sehr rustikal, genau so auch der Empfang. Im harschen Deutsch wurden wir begrüsst, nachdem festgestellt wurde, dass wir aus Deutschland kommen. Ein wenig mehr Freundlichkeit hätte ich mir schon gewünscht. Man kann scheinbar nicht alles gleichzeitig haben. Der Familie vor uns erging es aber nicht wesentlich besser. Ihr großer Vorteil war, dass sie direkt als erstes gefragt haben, wie sie am besten zu den Wasserfällen kommen könnten. Es wurde direkt eine Taxiempfehlung ausgesprochen, jedoch ohne über den Preis zu sprechen. 

Wir haben also schnell eingecheckt, unser Gepäck auf das kleine Zimmer gebracht und sind dann in Richtung Touristeninformation gegangen. Dort sind wir sehr gut beraten worden, was die örtlichen Sehenswürdigkeiten angeht und wie wir dorthin kommen könnten. Mit Händen und Füßen, ein paar Brocken Spanisch, minimalen Wortfetzen Englisch und sehr viel Phantasie hatten wir nun einen Plan für die nächsten Tage.

Das Mega-Kraftwerk

Unser erster Besuch soll also dem Itaipu-Staudamm gelten. Als dieser und das zugehörende Kraftwerk, gebaut wurden, war es das größte Kraftwerk der Welt. Der Staudamm hat eine Kronenlänge von über 7.5km und ist bis zu 196m hoch. Die Generatoren können technisch bis zu 14.000 MW Energie erzeugen, wobei regelmäßig nur 10.800 MW mit einer Wassermenge von 10.500m³/s erzeugt werden. Das entspricht einer ungefähren Jahresleistung von 95TWh. So viel zu den technischen Details dieses imposanten Bauwerks, nun zu unserem Besuch.

Wir sind, wie von der Touristeninformation empfohlen, zu dem Ort gegangen, der uns als Abfahrtsort genannt wurde. Dort haben wir dann auf den Bus in Richtung Hernandarias gewartet. Nach ca. 15 Minuten ist eine sehr freundliche Paraguayo über die stark befahrene Straße zu uns gekommen und hat uns gefragt, ob wir Hilfe benötigen würden, ob wir zum Itaipu fahren möchten. Dies haben wir dann bejaht und uns wurde gezeigt, wo der Bus wirklich fährt. So ganz falsch standen wir nicht. Die lokalen Busse fahren in der Parallelstraße zu der, wo wir standen. Sie hat dann sogleich einen anderen Paraguayo gefunden, der uns beim Bus behilflich sein wollte. Da wir ja wussten, welches Unternehmen in diese Richtung fährt, haben wir bei jedem Bus dieses Unternehmens geschaut und auf den Bus gezeigt. Jedes mal war die Anwort „Nein, der ist es nicht.“ Aber er musste es sein. Nach ungefähr einer Stunde hatten wir dann die Nase wirklich voll, denn es ist bereits der vierte Bus an uns vorbei gefahren und der freundliche Paraguayo sagte jedes mal, dass dies nicht der richtige Bus wäre. Wir sind dann einfach in den nächsten Bus dieses Unternehmens, mit dem Ziel Hernandarias eingestiegen „worden“. „Worden“ deshalb, weil diese Buslinie mit einem zusätzlichen Mitarbeiter besetzt sind, der so laut das Ziel ausruft, das man kaum eine Chance hat den Bus wirklich zu verpassen.

Im Bus drin, waren wir zuerst verwundert, denn wir mussten kein Beförderungsentgelt bezahlen. Erst, als wir fast am Staudamm waren, stand der zweite Mitarbeiter neben mir und hat die Hand aufgehalten. Günstig wie gewohnt sind wir für 3.500Gs pro Person an unserem Ziel ausgestiegen. So, und nun? Wie geht es weiter? Die Karten-App hat uns da auch nicht weiter gebracht. Gott sei Dank sind hier aber überall so viele freundliche Menschen, die einem so gerne behilflich sind, dass es fast schon anstrengend ist, sie abzuwimmeln. Uns wurde gezeigt, in welche Richtung wir zu gehen haben. Die Karten-App sagte uns, dass der Weg noch ca. 6km lang sein wird. Auf meine Nachfrage hin wurde dies bestätigt. „Puh, 6km zu Fuß? Und zurück müssen wir auch wieder! Das wird ein spannendes Abenteuer.“ Wir haben uns tief in die Augen geschaut, der paraguayischen Großfamilie hinterher geschaut, die scheinbar das gleiche Ziel hatte wie wir, und sind dieser Familie hinterher gegangen.

Nach ca. 1km standen wir vor einem großen Kontrollposten mit mehreren Schranken und zu unserer rechten war ein Informationszentrum. Dort sind wir dann hinein. Zu unserer Erleichterung fuhren ab diesem Informationszentrum dann die Busse für die Besichtigungstouren. Wir mussten also doch nicht so weit laufen wie anfangs gedacht. Die gesamte Bustour hat ca. eine Stunde gedauert und führte uns zu verschiedenen Spots, welche natürlich alle so gestaltet sind, dass alle etwas sehen konnten und zusätzlich noch Durchsagen über eine Lautsprecheranlage getätigt werden konnten.

Bei den Bussen, die dort fahren, kann man Glück haben, oder auch nicht. Es gibt nämlich Busse mit und ohne Fensterscheiben. Wir hatten eine ohne Fensterscheiben, was bei diesen Temperaturen den Vorteil hatte, dass wir nicht in der klimatisierten Zone des Busses sitzen mussten und unsere Fotos entsprechend besser gestalten konnten. Andererseits, wenn es regnet, dann haben genau diese Busse einen recht unangenehmen Nachteil. Nach der kurzen Tour beschlossen wir, dass wir zu einem anderen Zeitpunkt auch noch die technische Führung mitmachen werden. Diese führt dann unter anderem direkt in die Generatorenhalle und an andere spannende Orte des Kraftwerks.

Staudämme und Wasserfälle

Nachdem Staudamm standen dann drei ereignisreiche Tage in drei verschiedenen Ländern auf dem Programm. Unser erster Weg führte uns nach Brasilien, durch Foz do Iguaçu, zu den Cataratas do Iguaçu. Wir sind mit einem privat vermittelten Touristenführer gefahren, mussten an der Paraguayisch-Brasilianischen Grenze nicht aussteigen, um die Pässe stempeln zu lassen. Brasilien nimmt es damit scheinbar nicht so sehr genau. Die Fahrt vom Hotel bis zur Grenze (2km) hat fast eine Stunde gedauert, die weiteren 20km danach nur noch 45 Minuten. So dachten wir dann, dass wir es nach der langen Fahrt ja schon fast geschafft haben und haben unsere Eintrittskarten für das Naturschutzgebiet gekauft. Nicht ohne die obligatorische Warteschlange. Bis zum Ticket brauchten wir ca. 10 Minuten. Die Eintrittskarten haben ca. R$ 63 pro Person gekostet. Mercosur Bürger zahlen weniger und Brasilianer noch weniger. Die Warteschlange im Freien waren dann auch nochmal 10 Minuten. Und in dem Bereich, den wir nicht von außen einsehen konnten standen wir weitere 60 Minuten. Das war sehr zermürbend.

An den Bussen angekommen wurden wir an jedem Halt auf Portugiesisch und Englisch über den Halt und dessen Besonderheiten aufgeklärt. Es gibt einige separat zu bezahlende Attraktionen, die man nutzen kann, aber nicht muss. Wir haben uns dafür entschieden keine Aufpreise zu bezahlen und nur die normalen Punkte abzulaufen. So sind wir am erstbesten Punkt ausgestiegen, wo man die Wasserfälle anschauen kann. Vorher sind wir auf die Verhaltensregeln hingewiesen worden. Es dürfen keine Lebensmittel ausgepackt werden, da es wilde Tiere gibt, die keine Scheu vor dem Menschen haben. „Dann ist ja alles klar“ dachte ich mir, holte die Kamera aus dem Rucksack und habe mich für ein gutes Foto in die Hocke begeben. Dummerweise hatte ich noch eine angebrochene Rolle Kekse in einer Seitentasche vom Rucksack stecken. Hatte, denn der Nasenbär findet solche Kekse genau so lecker wie ich und hat sich sogleich daran bedient. Mit der halben verbleibenden Rolle im Gebiss rannte er in einer wahnwitzig schnellen Geschwindigkeit den Berg hinab und hat versucht keinen Kollegen zu finden, der auch etwas von seiner Beute haben wollte. Die Kekse habe ich vergessen, ich kleiner Dummkopf. Alle anderen Besucher haben daraufhin die eigenen Lebensmittel kontrolliert und, sofern nicht schon zu spät, sicher verpackt. Ja, vor diesen Nasenbären wird zurecht gewarnt. Und sie schrecken nicht davor zurück an den nackten Beinen hinauf zu klettern, um Dir das leckere Eis aus den Händen zu klauen. Komme also ja nicht auf die Idee und verteidige das Eis, oder was auch sonst Du gerade gegessen hast. Du wirst verlieren, nicht nur das Essen, möglicherweise auch die Nasenspitze.

Der Weg hatte nur eine Richtung, so sind wir dieser gefolgt. Immer wieder konnte man die beeindruckende Größe der Wasserfälle beobachten und tolle Panoramabilder schiessen. Nach ungefähr 700m standen wir dann auch in einer Menschenschlage, die scheinbar kein Ende nahm. Also, das Ende der Schlange konnten wir sehen, aber den Weg dorthin nur erahnen. Und es würde noch bestimmt zwei, wenn nicht gar drei Stunden dauern, bis wir ganz vorn angekommen wären. Das wollten wir uns nicht antun. Was haben wir hier nur falsch gemacht? Eigentlich ganz einfach. Es sind momentan Winterferien und tolles Wetter in Brasilien, Argentinien und Paraguay. Und dann sind solche touristische Orte natürlich überlaufen. Also haben wir uns, nachdem uns die ersten 700m eine Stunde beschäftigt haben, einen anderen Weg gesucht und diesen auch gefunden. Es gibt also noch weitere Orte, von denen aus die Wasserfälle sehr gut zu sehen sind. Insgesamt waren wir drei Stunden im Naturpark und haben dort mehrere km Strecke gemacht.

Die Rückreise ging erstaunlich schnell. Wir haben keine 45 Minuten benötigt, um von den Wasserfällen zurück zum Hotel zu gelangen. Für den nächsten Tag haben wir uns dann bereits um 8 Uhr morgens mit dem Fahrer verabredet. Der Verkehr ist wohl deutlich mehr auf diesem Weg.

Argentinien, und ein pissiger Grenzer

Pünktlich wie ein deutscher Soldat war unser Fahrer bereits 10 Minuten früher als verabredet im Hotel und hat schon auf uns gewartet. Auf geht es in Richtung Grenze, heute müssen die Ausweise gestempelt werden. Kurz wurde abgefragt, ob wir alles dabei haben.

  • Reisepässe, da die Argentinier wohl stärker kontrollieren
  • 1500 PA (Pesos Argentinos), da der Eintritt in Bar bezahlt werden muss, alles andere geht mit Karte
  • Ausreichend zu trinken, da es wirklich warm war

Genau so hat es unser Reiseführer gesagt. Nachdem wir alles dabei hatten, sind wir los in Richtung Migraciones Paraguay. Es war nicht viel los, so sind wir sehr schnell dran gekommen. Sandra bei einem, ich bei einem anderen Grenzer. Meiner hat wohl gehofft, ein paar Gs nebenbei zu machen und fing an, Fragen zu stellen. Warum bin ich so lange schon in Paraguay? Die 90 Tage laufen bald aus. Habe ich schon die Residencia Permanente beantragt, und, und, und. Unser Fahrer wusste ja bereits über alles von uns Bescheid und hat den Grenzer ein wenig ausgebremst, was dem so gar nicht gefallen hat. Es folgten ein paar Wortwechsel auf Spanisch/Guarani, die ich absolut nicht verfolgen konnte, ich bekam meinen Stempel in den Pass und wir durften gehen.

Kurz durch Brasilien gefahren und schon stehen wir an der Grenze zu Argentinien. Dort war eine kleine Wartezeit von ca. 30 Minuten, welche recht schnell vergangen sind. Bei der Migraciones Argentina wurden keine Fragen gestellt. Stempel in den Pass und weiter geht die Fahrt. Nach weiteren 30 Minuten sind wir auf dem Parkplatz der Cataratas del Iguazú in Puerto Iguazú und sind zur Kasse gegangen. Hier waren die Warteschlangen an der Kasse schon deutlich länger, als es Tags zuvor in Brasilien war. Bis wir endlich unser Ticket kaufen konnten, ist eine weitere Stunde vergangen.

An der Kasse haben wir dann tolle Neuigkeiten erfahren dürfen. Die Tickets kosten nicht, wie uns mitgeteilt wurde, PA750, sondern nur PA600 und konnten auch mit VISA oder Mastercard bezahlt werden. Nun gut, wir hatten Bargeld dabei und haben daher bar gezahlt. Nachdem wir unser Ticket hatten, konnten wir ohne weitere Wartezeit direkt in den Park gehen. Auch hier können verschiedene Zusatzoptionen gekauft werden, wovon wir erneut Abstand genommen haben, da das „Hauptprogramm“ bereits ungefähr 4-5 Stunden in Anspruch nehmen würde. Ganz gemütlich sind wir also im prallen Sonnenschein, ohne Sonnenschutz und Sonnenschirm in Richtung des ersten Wassers gegangen. Die Wege sind sehr gut ausgeschildert, deutlich breiter als in Brasilien und weniger stark belaufen. Nachdem wir den unteren Teil der Wasserfälle zuerst angeschaut haben, sind wir dann noch zum oberen Teil gegangen. Dieser ist meiner Meinung nach weniger Interessant, wenn man bereits unten war. Denn auf dem unteren Kurs kann man so dicht an einen Wasserfall heran gehen, dass man beinahe die Hand in das fallende Wasser halten kann.

Auch diesen Ort werden wir nochmals besuchen, um noch zwei weitere Dinge abzuhaken. Wir hatten keine Chance zum Teufelsschlund zu kommen. Die Wartezeit auf den Zug dorthin betrug mehrere Stunden und zu Fuß wären es 4km in praller Sonne gewesen. Und wir möchten unbedingt eine Attraktion mit dem Motorboot befahren. Diese kostet dann übrigens 1500PA pro Person extra und kann mit Kreditkarte bezahlt werden.

Einen leckeren Café frappé später sind wir zurück zum Auto, wo unser Fahrer schon (immer noch) auf uns gewartet hat. An der Stelle sei erwähnt, dass er die ganze Zeit über, also fast fünf Stunden, auf uns gewartet hat. Vielen Dank, auch auf diesem Weg. Wenn Du mit dem Auto gefahren bist, dann bereite Dich auf eine kleine Überraschung vor, denn als Tourist musst Du für diesen kurzen Besuch noch eine Tourismusabgabe von PA36 pro Person abgeben. Ohne diese Abgabe kommst Du gar nicht aus dem Naturschutzgebiet raus. Und sie muss bar beglichen werden. USD, R$ oder Gs gehen auch, weshalb wir pro Person 10.000Gs bezahlt haben.

Die Ausreise aus Argentinien verlief ohne weitere Probleme. Durch Brasilien sind wir diesmal nicht so schnell gekommen wie noch am Vortag. Und dann war da die Einreise nach Paraguay. Sandra war wieder einmal vor mir, um einen Stempel zu bekommen. Kurz den Pass gescannt, Zack, ein neuer Stempel. Und bei mir? Tja, ich habe das Glück gepachtet. Ich durfte noch ein neues Foto machen lassen. Das vom Flughafen war wohl nicht gut genug. Oder habe ich mich so sehr verändert? Naja, ein klein wenig Bartwuchs sollte ja nicht so viel ausmachen, oder?

Indios, Schweizer und Tres Fronteras

Der letzte der drei Abenteuertage sollte eine ganz spezielle Erfahrung für uns werden. Aber als erstes haben wir gestern den Fahrer noch gebeten, uns ein paar Chipas zum Frühstück mitzubringen. Denn hier im Hotel ist das Frühstück alles andere als befriedigend. Ein gut würde ich definitiv nicht vergeben dafür. Auch wenn wir hier in Paraguay sind, darf ein Hotelier sich bei der wichtigsten Mahlzeit des Tages etwas Mühe geben. Mit den noch warmen Chipas im Kofferraum sind wir wieder einmal pünktlich abgefahren. Beinahe endlose Kilometer über Asphaltstrassen führten uns zu einer – wohl recht guten – Erdstraße in ein Urwaldgebiet hinein. Hier in diesem Urwald hat sich um 1887 herum der Schweizer Pflanzenbiologe und Buchautor Mosè Giacomo Bertoni auf einem fast 200HA großen Grund niedergelassen. Das Haus der Familie ist vollständig renoviert als ein Museum eingerichtet, in dem etliche Exponate seiner Forschungsarbeit seit weit über 100 Jahren stehen. Es steht unmittelbar am Rio Paraná mit dem Blick auf Argentinien. Wenn ich dürfte, ich würde an diesem Ort leben wollen. Es ist unglaublich schön in diesem Urwald. Da er als Naturschutzreservat deklariert ist, ist es für uns unmöglich, dort ein neues Leben zu beginnen. 

Dennoch gibt es dort aktuell 22 Familien mit mehr als 150 Mitgliedern, die dort seit Urzeiten leben. Indios haben ein paar Hütten auf diesem Land und leben, leider nicht mehr wirklich im Einklang mit der Natur dort. Überall finden wir Plastikmüll und andere Dinge, die die Moderne so mit sich bringt. Eine recht neue Grundschule wurde errichtet, damit die jungen Indios zumindest ein kleines bisschen Allgemein- und Grundbildung vom Staat bekommen. Ob diese das überhaupt wollen; ich möchte es nach dem gesehenen beinahe bezweifeln. Kurz vor der Schule ist ein kleiner Indio-Friedhof mit sehr einfachen Grabstätten. Auf diesem Friedhof ist eine starke Energie zu spüren. Und wer genau hinfühlt, spürt auch die Richtung, in die diese Energie zieht.

Wir sind noch etwas weiter in den Urwald gegangen, wo wir dann einzelne, sehr einfache Holz- oder Strohhütten vorgefunden haben. Der Clan-Chef und Medicus der Familie hat uns begrüsst. Er war auch die Hauptansprechperson für all unsere Fragen. Da er fast nur Guarani gesprochen hat, waren unsere Fragen doch sehr knapp bis gar nicht vorhanden. Dieser Mann hatte in seinem Leben viele Erfahrungen machen dürfen und dies war für jeden ersichtlich. Mit einem gewissen Argwohn hat er uns sehr genau angeschaut, bevor er uns ein kleines Lächeln entgegen bringen konnte. Wobei angeschaut schon fast etwas wenig ist. Er hat uns quasi innerhalb von wenigen Momenten komplett analysiert und dahingehend eingestuft, ob wir eine Gefahr für den Clan darstellen könnten oder nicht. Da wir keine Gefahr waren, durften wir noch weitere Familienmitglieder besuchen und uns anschauen, wie sie leben.

Nach diesen intensiven Eindrücken bei den Indios sind wir weiter gefahren zu einem Ort, der sich „Hito Tres Fornteras“ nennt. Hier treffen Rio Iguazu und Rio Paraná aufeinander und bilden gleichzeitig die Landesgrenzen von Brasilien, Argentinien und Paraguay. In jedem Land wurde eine Aussichtsplattform errichtet, von welcher aus man die beiden anderen Länder sehen kann. Sonst ist dieser Ort sehr unspektakulär und wir haben Ihn nur angefahren, weil er eh auf dem Weg lag. Hier kostet der Eintritt pro Tourist übrigens 5.000Gs. Es war nur ein kurzer Stopp, da auch das Wetter sich weiter verschlechterte. Dafür hatten wir bis anhin ja reichlich Sonne und haben in wenigen Tagen reichlich gesehen. Fakt ist, dass wir wieder kommen werden und Itaipu und die Wasserfälle noch einmal anschauen werden. Und jetzt verdauen wir erst einmal unseren ganzen Eindrücke.

KW2018-28 – Winter ist doof

Warum sind wir schon wieder krank?

Es ist Winter auf der Südhalbkugel. In Paraguay heißt das, dass es nicht mehr jeden Tag über 25°C sind. Wir haben hier durchaus Tage mit nur 6°C, die sich für uns, durch den eisigen Südwind anfühlen wie -15°C. Hier merken wir einmal mehr, wie wichtig der warme Golfstrom für Europa ist. Die extrem kalte Luft aus Argentinien sorgt dafür, dass wir wieder mal krank im Bett liegen. Denn wir haben nicht dir richtige Bekleidung für dieses Wetter mitgenommen. Daher für jeden, der über den Winter in Südamerika sein möchte, der Tipp: nehmt Eure Winterbekleidung aus Europa mit. Auch wenn das eventuell heißt, dass Ihr einen zusätzlichen Koffer mitnehmen müsst; es lohnt sich, der eigenen Gesundheit zu Liebe.

In unserer zweiten Unterkunft, direkt in Asunción, waren wir sehr verwundert, als die Eigentümer bei 15°C bereits im Haus mit einer Jacke saßen. Dort hatten wir noch keinen Südwind, er hätte aber jederzeit kommen können. Und er ist gekommen. In unserer jetzigen Unterkunft ist es noch einmal extremer, weshalb ich auf die Unterkunft in Asunción nicht weiter eingehe. Hier in Encarnación leben wir, wir schon einmal erwähnt, direkt am Fluss, also ohne andere Häuser auf der Südseite. Und der kalte Wind pfeift nur so durch das Gemäuer.

Dieses Haus ist, wie die meisten Häuser in Paraguay, nur mit einer einfachen Mauer gebaut. Keine Doppelmauer mit Luftkammer, keine Plastikverpackung (Wärmedämmung) vor der Betonschale, keine Glas- oder Steinwolle oder Dampfsperre im Dach. Die Fenster sind einfache Glasscheiben in einer Holz- oder Metallführung, ohne Dichtgummi. Dazu sind es häufig Schiebefenster, so dass die zwei Scheiben, eine feste und eine zum schieben, mit einem Abstand von 5mm zueinander gebaut sind. Durch diesen Abstand weht der Wind ohne wirklichen Widerstand. Die Fenster schließen nach oben zum Dach mit einer Holzleiste ab, jedoch hat diese Holzleiste in diesem Haus einen Abstand von bis zu 2cm zum Dachbalken. Auch hier weht es eisig kalt hindurch.

Eine Heizung mit Radiatoren oder Heizschleifen im Boden suchten wir vergebens. Warum auch, wenn es 10 von 12 Monate im Jahr so warm ist, dass eine Klimaanlage sinnvoller ist als eine Heizung. Aus diesem Grund leben die Paraguayos damit, dass im Winter im Haus eine warme Jacke und Winterstiefel angelegt werden. Für uns ist das total neu und im ersten Moment unverständlich. Nach etwas Reflektion aber absolut nachvollziehbar. Also haben auch wir die Jacke an, manchmal auch zwei. Und statt einem dünnen Shirt dann auch mal zwei oder drei übereinander. Zwiebeltechnik funktioniert hier sehr gut. Bei den Socken in den Schuhen wird es dann schon enger, im wahrsten Sinne des Wortes.

Da unsere Zeit in Encarnación langsam zu Ende geht, wir aber noch ein paar Highlights erkunden wollten, zogen wir los, um uns ein Auto zu mieten, da der Nahverkehr hier wirklich ein Nahverkehr ist. Ich hatte es ja in der letzten Woche schon geschrieben. Es gibt in der ganzen Stadt genau eine Autovermietung, die wir dann auch aufgesucht haben. Zu unserer Freude spricht man dort sogar recht gut Englisch. Mit einem strahlenden Lächeln erzählt uns Cyndia, dass sie überhaupt keine Fahrzeuge vor Ort hat. Ein Kollege aus Asunción bringt aber heute eines, welches reserviert ist. Sie meldet sich via WhatsApp bei uns, wenn wieder ein freies Auto bei Ihnen steht. Bis heute ist dies leider nicht passiert. Also bleiben die Besuche der Jesuiten Ruinen leider aus, sofern wir nicht von der nächsten Stadt aus dort hin fahren.

Hunger!

Dann beschäftigen wir uns lieber damit, was wir oder die Paraguayos am liebsten machen, nämlich Essen. Wer geht nicht gerne Essen? Und immer wieder beobachten wir, wenn wir hier durch die Gegend gehen, dass es so kleine Straßenstände gibt. Eigentlich sieht das eher aus wie ein Vorgarten, wo ein riesiger Grill drin steht und ein paar Tische stehen und Du denkst: „Aha, ist das jetzt ein Vorgarten oder doch eines von diesen kleinen Straßenrestaurants?“ Und Du siehst dann ein kleines Schild, manchmal auch etwas größer, selbst beschrieben, was darauf hinweist, dass Du hier typisch traditionelle paraguayische Speisen bekommst. Fleischspiesse, Würstchen, Rippchen und all die anderen Dinge, die Du auf dem Grill findest. Dann hält plötzlich ein Auto an, während Du immer noch darüber denkst, ob es wirklich ein Restaurant ist oder nicht doch der Garten einer Familie, denn es sitzen schon so viele große und kleine Menschen und essen. Dann ist da noch ein Tisch frei und man denkt sich, warum er nicht auch noch benutzt wird. Aus diesem kleinen Auto steigen dann viel zu viele Menschen aus, was in Europa gar nicht zulässig wäre, hier aber niemanden stört und sie gehen ganz zielstrebig auf das Grundstück zu, setzen sich an den Tisch und wenn noch ein paar Stühle fehlen, dann werden die von den Nachbartischen genommen, sofern sie denn frei sind.

Das Essen beginnt damit, das sich viel unterhalten wird, bis einer oder zwei zu dem riesigen Grill gehen und mit dem Grillmeister sprechen. In Windeseile werden viele verschiedene Dinge vom Grill auf Teller verfrachtet und dann auf dem Tisch verteilt. Alsdann wird das Fleisch im Kreise der Familie gegessen, ja förmlich zelebriert. Dies passiert natürlich auch in regulären Restaurants, sofern der Tisch nicht von den Mitarbeitern zugewiesen wird, werden in Windeseile von den gefühlten drei Autoladungen Menschen, die zu einer Familie gehören, die Tische zusammengeschoben und andere besorgen bereits die ersten Teller mit Essen, wenn es sich denn um Selbstbedienungsrestaurants handelt. In beiden Fällen dauert das Essen gefühlt mehrere Stunden, da immer wieder etwas neues zu Essen und zu Trinken auf den Tischen Platz findet. Dies ist der ganz normale Wahnsinn hier in Paraguay, dass die Familien, durchaus auch mit Zehn bis 14 Personen, sitzen und essen.

In den großen „Patio de Comidas“ in den Einkaufszentren, ein Bereich in den Shoppingcentern mit mehreren 100 Tischen und bis zu 15 verschiedenen Restaurants, wird es ganz genau so gehandhabt. Eine Familie mit 15 Mitgliedern überfällt die Fressmeile, sucht sich einen Bereich aus, wo sie gerne sitzen möchten und verteilt sich dann auf die verschiedenen Bestellbereiche, um sich dort individuell das Essen zu bestellen. Jeder also so, wie es es gerne möchte, der eine mag lieber Empanadas, der andere lieber Pasta und der nächste hat am liebsten ein großes Milanesa. Am Ende sitzen alle gemeinsam beim Essen. Für das Trinken ist meistens einer verantwortlich und besorgt dann Flaschenweise Softdrinks oder Saft in einer großen Karaffe.

In den Restaurants, in denen man einen Tisch zugewiesen bekommst, gibt es dann auch Tische für 20 oder mehr Gäste. Und dort kann es Dir passieren, dass Du an einen Tisch platziert wirst, an dem bereits eine große Familie speist. Das ist aber weder für die Paraguayos, noch für die Bedienungen ein Problem, also lass es nicht zu Deinem Problem werden und geniesse die Situation einfach. Möglicherweise kannst Du dort schon die ersten Kontakte zu den Einheimischen knüpfen, während Ihr vielleicht gemeinsam am Dessertbuffet steht. All dies funktioniert allerdings auch sehr gut, wenn das Essen à la carte bestellt wird. Und versuche nicht es mit Deutschland zu vergleichen, denn Du wirst sicherlich nicht das gleiche Ambiente erleben. Das Zelebrieren des Abendessens, wie es hier in Paraguay stattfindet, gefällt uns persönlich sehr viel besser, als das sterile  Pärchenessen in deutschen Restaurants.

Und dann war da noch…

…diese Reiseplanung. Eigentlich sitzen wir jede Woche erneut zusammen und gucken, wie und wo es für uns weitergeht. Ich glaube, ich freue mich wahnsinnig auf ein eigenes Fahrzeug, da wir dann nicht permanent erneut schauen müssen, wo wir gerne nächtigen möchten und vor allem wie wir dort hin gelangen.

Und so schweben wir dann immer wieder zwischen Unterkunftsuche und „wie kommen wir da hin“, wie weit entfernt ist es vom Busbahnhof, benötigen wir ein Taxi oder können wir laufen und dem „Lass uns mal nach einem eigenen Fahrzeug suchen“ hin und her. Zugegeben, bei schlechtem Wetter und gutem Internetzugang ist dies eine erfreuliche Abwechslung zueinander immer wieder zwischen mobile.de oder ebay.de oder den lokalen Onlinebörsen und airbnb, den Onlinepräsenzen der Buslinien oder sogar den Flugsuchmaschinen  hin und her zu wechseln. Auf die Dauer ist dies jedoch extrem anstrengend.

Wenigstens geht es nächste Woche dann weiter in Richtung Ciudad del Este, der Stadt des Ostens. Dort haben wir ein Hotelzimmer gebucht, da die Airbnb Unterkünfte deutlich teurer waren. Also, lasst Euch überraschen, was wir nächste Woche anschauen werden und Euch berichten wir natürlich darüber.

KW2018-27 – Als Vegetarier in Paraguay?

Selbst kochen oder Essen gehen?

Da wir in den letzten Wochen feststellen durften, dass es kaum einen Unterschied macht, ob wir selbst kochen oder essen gehen, gehen wir öfters auch mal zum Essen aus. Hier in Encarnación ist es sogar noch häufiger, als noch in Asunción. Woran das liegt? Wenn ich ganz ehrlich bin, ich kann es nicht begründen. Wir lernen dadurch aber auch einiges über die Ernährung der Paraguayer. Sehr gerne essen die Paraguayer Pizza, Hamburger, Milanesa (eine Art paniertes Fleisch, meistens mit einer Scheibe Käse und Tomate drauf), Empanadas oder Pasta. Oder sie essen gegrilltes Fleisch. Von einem Stand an der Strasse, oder in einer Churrascaria. Ein Grill Restaurant, in dem Fleisch an Spiessen gegrillt wird und dann in vielen Restaurants direkt am Tisch für den Kunden abgeschnitten wird.

In einer solchen Churrascaria waren wir nun auch am Dienstag. Mit dem Unterschied, dass das Fleisch dort nicht am Tisch abgeschnitten wird, sondern vor dem Grill. Wir waren mit der ersten Runde beschäftigt, als vor der Tür des Restaurants einige Fahrzeuge mit Blaulicht vorfuhren. Spontan sind einige Angestellte zur Tür gelaufen und alle Gäste haben sich zur Tür umgedreht. Herein kamen Polizisten und Militärs aus Paraguay und Argentinien, welche sich zu einem gemeinsamen Mittagessen getroffen haben. Nachdem diese Gruppe, beziehungsweise die „Chefs“, mit dem Essen fertig waren, wurde noch eine kleine Fotosession gemacht und so schnell wie sie kamen, sind sie wieder weg gewesen.

Warum schreibe ich nun von schlechtem Essen? Nun, in Europa haben wir in jeder Woche mindestens drei bis vier fleischlose Tage gehabt. Dies fällt uns nun hier verdammt schwer, da wir auf den Wochenmärkten oder in den Supermärkten bis auf Mais, Paprika, Zwiebeln, Tomaten und Kartoffeln wirklich keine anderen Gemüse finden können. Und wenn Du jetzt zufällig Vegetarier bist, dann würden wir uns freuen, wenn Du uns aus diesen Gemüsen ein paar tolle Rezeptvorschläge machen kannst. Aber in der Summe ist dies keine wirklich ausgewogene Ernährung.

Am Sonntag sind wir in einem Pastarestaurant gewesen. Zu Fuß dort hin, Pasta gegessen und danach für fast zwei Stunden am Strand im Sand gelegen, weil wir aufgrund dieser enormen Menge Weissmehl gar nichts mehr konnten. Wenn man das nicht gewohnt ist, dann schlägt das absolut auf den Magen, beziehungsweise das Verdauungssystem. Schön war das nicht.

Endlich wieder Regen und Wind

Total fasziniert sind wir von diesem Wind. Als Nordlichter, die wir nun einmal unbestritten sind, sind wir schon einiges in Sachen Wind gewohnt. Aber, dass der Wind durch die Häuser pfeifft, eisig kalt, ohne Heizung und ohne Widerstand, dass ist für uns echt ungewohnt. Und so schön unsere aktuelle Unterkunft auch ist, mit dem Blick auf den Fluss und die tolle Abendbeleuchtung, so hatten wir auch schon Wasser in der Unterkunft durch den starken Regen. 

Und was macht man bei Regen? Richtig, man arbeitet. Der Blog will geschrieben werden, die Fotos wollen sortiert werden, die Videos wollen gesichtet werden und wenn das erledigt ist, dann soll daraus auch noch ein neues Video entstehen. Und wer keine Lust auf Arbeiten hat, der bildet sich weiter. Entweder lernen wir also Spanisch, oder wir lernen wie man mit den Schnittprogrammen, oder den Bildbearbeitungsprogrammen besser umgehen kann. Oder wir bereiten weitere, noch geheime Projekte vor. Denn auch das sind Aufgaben, die einfach erledigt werden müssen.

Mit dem Colectivo durch die Stadt

Wir haben uns diese Woche dafür entschieden, dass wir uns die Stadt ein wenig genauer anschauen wollen.  So sind wir einfach in einen Bus eingestiegen und haben uns mitnehmen lassen, bis er nicht mehr weiter fährt. In Encarnación kostet die einfache Fahrt übrigens nur 2500Gs. Das sind umgerechnet ca. €0.36. Und auch hier spielt es dann keine Rolle, ob Du nur ein paar Meter fährst, oder aber von der Startstation bis zu Endstation. Unsere Unterkunft ist ziemlich in der Mitte einer Linie, also sind wir einfach mal los in Richtung argentinischer Grenze. In diesem Bereich von Encarnación sind sehr viele kleine Geschäfte, die allesamt ihre Waren anpreisen. Die Preise sind mehrheitlich in Peso angeschrieben, so dass wir nicht wirklich sagen konnten wie günstig oder teuer es ist. Aus der Schweiz kennen wir ja nun den extremen Einkaufstourismus, weil eine Zeit lang der Wechselkurs von CHF zu EUR extrem günstig für die Schweizer stand. Hier in Paraguay setzen die Grenzregionen anscheinend sehr auf die reicheren Argentinier, jedoch haben wir auch an den Wochenenden sehr wenige Autos mit argentinischem Kennzeichen gesehen. Es scheint fast so, als wäre der grenzübergreifende Einkauf hier nicht so weit verbreitet wie in Europa.

Als offensichtliche Touristen wurden wir folglich auch an jeder Ecke von Einheimischen angesprochen und uns wurden kleine Zettelchen vor die Nase gehalten. Werbende – in Hamburg auf dem Kiez sagt man Koberer – die ihre Provision erhalten, sofern wir mit dem Zettel in der Hand in das Geschäft gehen, für das geworben wird. Dabei wollten und wollen wir doch gar nichts kaufen. Wir haben alles bei uns was wir gerade benötigen. Eigentlich sogar noch immer etwas zu viel. Daran arbeiten wir aber bei jedem Koffer packen und unglücklicherweise auch bei jeder Wäsche. Das Phänomen der fehlenden Socken ergreift uns hier regelmässig. Dabei schauen wir immer sehr genau in der Waschmaschine nach, ob auch wirklich alles raus ist. 

Das Tereré-Experiment

Es heißt, man ist nicht in Paraguay gewesen, wenn man nicht wenigstens ein mal Tereré oder Mate aus einer typischen Guampa mit dem dazu passenden Trinkrohr, der Bombilla, getrunken hat. Wir wollten uns also diese Prozedur nicht nehmen lassen, haben verschiedene Anleitungen gesichtet, den Einheimischen dabei zugeschaut und es dann im Geheimen, in unserer Unterkunft, auf einen Versuch ankommen lassen.

Eine Tatsache ist, dass die Paraguayos sehr wenig bis gar nicht Rauchen, obwohl Zigaretten hier vergleichsweise günstig sind. Nachdem wir also alles vorbereitet hatten, den Tee nach Anleitung mit Wasser übergossen haben, kam der Moment der Wahrheit. Vorsichtig am Trinkrohr gesaugt und den ersten Schluck auf der Zunge verlaufen lassen. Die einstimmige Reaktion von uns beiden war: „Dann kann ich auch Rauchen. Wäh, schmeckt das nach Zigarette.“

Ich habe dann, mutig wie ich bin, noch ein paar mal nachgefüllt. Besser wurde es nicht, aber auch nicht schlimmer. Für uns steht jedenfalls fest, dass dieser paraguayische Trinkgenuss nicht in unser Repertoire der Rituale aufgenommen wird. Und wo wir schon bei Tee sind, so sind die verschiedenen Tee Sorten hier in Paraguay eher nicht mit denen vergleichbar, die wir aus Europa kennen. Ein, in großer Not, gekaufter Earl-Grey-Tee schmeckte mit einem Schuss Kuhmilch ungefähr genau so wie pure Hafermilch. Für die eingangs erwähnten Vegetarier ist das möglicherweise eine willkommene Abwechslung. Wenn aber sonst auch immer nur das gleiche Gemüse auf dem Teller liegt, dann ist es auch damit schnell wieder vorbei.

 

Die weitere Planung

Was wir wirklich unterschätzt haben: die Reiseplanung. Natürlich wussten wir vorher schon sehr genau, dass wir eine Weltreise machen möchten und nicht eine Paraguay Reise. Aber selbst hier in Paraguay Unterkünfte zu finden, die einen nicht das halbe Vermögen kosten, dazu noch so liegen, dass man auch mal etwas unternehmen kann, ist schon kompliziert genug. Hinzu kommt der, hier in Paraguay, beinahe übermäßig strapazierte Ausspruch: Hüte Dich vor Sturm und Wind, und Deutschen, die im Ausland sind. Geht es nur nach diesem Ausspruch, darf man keinem Deutschen trauen, der im Ausland sein Geschäft machen möchte. Möglicherweise gibt es hier in Paraguay jedoch einen Schlag Menschen, die sich so gut vernetzt haben, dass immer die gleichen Empfehlungen ausgesprochen werden, damit ein paar kleine Provisionen fliessen können. Beweisen können wir das nicht.

Wir haben also ganze zwei Tage damit verbracht, um zu schauen, wohin wir als nächstes reisen möchten. Denn ein paar feste Termine haben wir in Europa; was dazwischen kommt, wissen wir immer noch nicht genau. Bestimmt finden wir noch heraus, wohin es gehen soll. Es ist wirklich auch Arbeit, die da zu erledigen ist, für die wir nicht bezahlt werden.

Neben den ganzen mittel- und langfristigen Planungen haben wir uns dann auch noch um die kurzfristigen Dinge gekümmert. In der nächsten Woche werden wir definitiv mit einem Auto umher fahren und ein paar touristische Orte ansteuern. Lass Dich überraschen, was es alles zu sehen gibt in Paraguay.

Bucket List

Was wir unbedingt machen möchten

Das kennst Du doch bestimmt, oder? Es gibt da diese eine Sache, die Du unbedingt noch machen möchtest. Am liebsten sofort, aber:

Du traust Dich nicht?

Ist es wirklich eine der tief verwurzelten Ur-Ängste, die jeder Mensch hat? Oder ist es nur in Deinem Kopf?
Die Ängste, die jeder Mensch hat, gegen die kannst Du leider wenig unternehmen. Aber wenn es nur in Deinem Kopf ist – nichts leichter als das – dann setze Dich mit dieser Angst auseinander und stelle Dich Ihr.

Du hast das Geld nicht dafür?

Dies ist eine der klassischen Ausreden. Wenn Du es wirklich und unbedingt willst, warum sparst Du nicht auf diese Sache? Es gibt so viele Wege um das Geld zusammen zu sparen um, etwas zu machen, was man wirklich will.

  • Suche Dir einen Nebenjob
  • kündige unnötige Abonnements (ja, auch deinen Handyvertrag),
  • verkaufe Dinge, die Du seit mehr als einem Jahr nicht mehr in der Hand hattest.
  • Lasse Dir Geld zum Geburtstag/Ostern/Weihnachten schenken
Die fehlt die Zeit es zu machen?

Diesen Satz lässt Du für Dich gelten, wenn es aus dem Grund ist, dass Du für deine Sache am Geld verdienen bist. Ansonsten ist es anscheinend nicht wichtig genug für Dich. Du hast dann die falschen Prioritäten.

Andere raten Dir davon ab?

Ist es etwas, was Du gerne machen möchtest? Oder ist es etwas, was andere gerne machen möchten? Wenn andere Dir von Deiner Sache abraten, dann hinterfrage genau den Grund. Unserer Erfahrung nach ist es meistens einfach nur Neid oder Missgunst.

Es ist zu weit weg?

Was ist schon zu weit weg? Ist es nicht auf diesem Planeten? Okay, dann könnte man sagen, dass es zu weit weg ist. Kann man es auf diesem Planeten machen, dann kannst Du, dank globaler Verkehrswege, sicherlich auch dorthin kommen. Es gibt kein zu weit weg, wenn man etwas wirklich will.

Die Warteliste ist zu lang?

Ja und? Mit jedem Tag, den Du wartest Dich dort einzutragen, wird die Warteliste länger. Warum bist Du dann noch nicht eingetragen? Du weißt nicht, ob Du dann Zeit hast, wenn Du auf der Warteliste an erster Stelle stehst? Möchtest Du es, oder eher nicht?

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Unsere Bucket List

Auf der nachfolgenden Liste findest Du die Dinge, die einer von uns beiden, oder auch beide gemeinsam erleben möchte(n). Absichtlich ohne Namen geführt, damit ein wenig Spannung bestehen bleibt, wer denn nun gerne. was machen möchte. Diese Liste wird fortwährend bearbeitet, ergänzt und mit den entsprechenden Blogbeiträgen verknüpft, sobald wir dieses Erlebnis erleben durften.

  • In den Niederlanden Pommes Frites essen
  • Fallschirm springen
  • Den einen Fuß in der Nordsee und den anderen Fuß in der Ostsee haben – Gleichzeitig
  • In Japan Sushi essen
  • Ein Flugzeug selbst fliegen
  • An einer Charity Rallye teilnehmen
  • Paragliding in den Anden
  • Helikopter fliegen
  • An einer Zip-Line fahren
  • Unter den Nordlichtern schlafen
  • Einen Zero-G Flug machen
  • Eine Kreuzfahrt machen – All Inclusive
  • Von einem Künstler ein Hautbild bekommen
  • Einen Lost- oder Rotten Place finden und erkunden
  • Ein Buch veröffentlichen
  • Mit einem Heißluftballon fahren
  • Mit dem Orient-Express fahren
  • Jeden Kontinent bereisen
  • Das Royal Edinburgh Military Tattoo besuchen
  • Mit einem Auto durch einen Fluß fahren
  • Im Toten Meer „schweben“ dürfen
  • Andere Weltreisende treffen – ohne Absprache

Du siehst, das ist bis jetzt noch nicht so viel. Aber wir waren Ewigkeiten gefangen in einem Hamsterrad und konnten nicht einmal solche Träume für uns identifizieren. Wie gesagt, wird diese Liste wachsen und möglicherweise auch mit Blogbeiträgen versehen werden.

Wenn Du jetzt sagst, dass da ja viele Dinge dabei sind, die man für Geld bekommen kann, dann hast Du unweigerlich recht. Es sind aber auch Dinge dabei, die sind mit Geld nicht zu bezahlen oder benötigen einen bestimmten Termin. Du siehst also, dass es mit Geld alleine nicht immer getan ist und manche Wünsche einfach noch warten müssen.

KW 2018-26 – Wieder so eine kurze Woche?

Arbeit, Arbeit, Arbeit. So ähnlich sah diese Woche für uns aus. Da das Wetter hier im Winter eher durchwachsen ist, konnten wir viel Zeit damit verbringen, die Dinge zu erledigen, die in den letzten Wochen Aufgrund Krankheit, Busfahrten oder anderer Ausflugsaktivitäten liegen geblieben sind. 

Die neue Stadt haben wir noch nicht wirklich angeschaut bisher. Und wir sind schon seit Donnerstag der Vorwoche hier. Sicher ist jedoch, es ist hier sehr viel sauberer als in Asunción. Unser Apartment ist wunderschön und bietet einen tollen Blick auf den Rio Paraná.

Videos schneiden ist arbeiten

Im April waren wir mit einem PickUp mit Absetzkabine unterwegs. Hier haben wir weit über 5 Stunden Videomaterial aufgenommen. Daraus dann ein einziges, kurzes und informatives Video zu erstellen, war meine Aufgabe für das Wochenende. Und es hat auch ziemlich lange gedauert, bis es fertig war. Ja, es ist Arbeit so ein Video zu erstellen. Damit habe ich nicht gerechnet. Und ich ziehe meinen Hut vor all den Bloggern, die jede Woche bis zu vier Videos erstellen und ihrer Followerschaft präsentieren.

Wusstest Du, dass wir auch einen Youtube Kanal haben? Hast Du uns denn auch schon abonniert? Nein? Dann aber schnell nachholen. Du findest uns auf Youtube, indem Du nach everywhere-travellers suchst, oder Du klickst oben in der Titelleiste auf das kleine Youtube-Icon. Du findest dort, zum jetzigen Zeitpunkt, zwar noch nicht so wahnsinnig viel. Wir sind aber dabei, noch weiteren Content für Dich zu erzeugen.

 

Ein Tag am Strand

Mittwoch hatten wir Sonnenschein ohne Regen, also beschlossen wir ein wenig die Stadt zu erkunden. Nachdem wir zum Mittagessen in einer Pizzeria waren, sind wir weiter in Richtung Rio Paraná gegangen und haben dort einen recht großen Strand gefunden. Ich konnte es erst gar nicht glauben, aber er ist wirklich schön. Sauber, frisch geharkt und recht breit. Am Rande des Strandes befinden sich immer wieder kleine Bars, Restaurants und Eisdielen. Im Sommer wird es hier wirklich schön und sehr wahrscheinlich auch voll sein. Immer wieder versuchen wir unsere Augenblicke auch mit der Kamera für Dich festzuhalten. Oftmals funktioniert dies aber noch nicht so, wie ich es gerne hätte. 

Wir möchten so gerne teilen, was wir sehen. Wenn Du weisst, wie das geht und uns da etwas Nachhilfe geben kannst, dann schreibe uns an. Per E-Mail, Youtube oder Facebook kannst Du uns jederzeit erreichen.

Argentinien, so nah

Vom Strand aus betrachtet, trennt uns nur noch eine Brücke von Argentinien. Entsprechend viele Autos mit argentinischer Zulassung fahren hier über die Straßen. Einkaufen ist hier entsprechend günstiger als dort. Die Schweizer kennen das, zumindest in den letzten paar Jahren. Aber all dies kann sich jederzeit wieder ändern.

Und so haben wir dann, nachdem auch der Donnerstag ein recht arbeitsamer Tag gewesen ist, wir viele neue Dinge gelernt haben und wieder einmal viel zu schnell der Tag vorbei ging, am Freitag einen Faulenztag eingelegt. Am Nachmittag sind wir ins beste Eiscafé der Stadt gegangen und haben einen Freund getroffen. Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass Du so ein Eiscafé noch nicht gesehen hast. Und falls doch, dann weisst Du was ich meine, denn es ist Dir bestimmt genau gleich ergangen.

Im Mako’s nimmt man sich sein Eis selbst. Als erstes nimmst Du Dir einen Eisbecher in der Größe Deiner Wahl. Dann kannst Du diesen Eisbecher mit den Eissorten befüllen, die Dir gerade am liebsten sind. Dazu gibt es die verschiedensten Sirups oder Streubeilagen. Ganz zum Schluss wird der Becher gewogen und bezahlt.

Zur Krönung der Woche gab es dann noch das beste Sushi, was wir bisher, hier in Paraguay, gegessen haben. Verschiedene Sashimi, Maki, Nigiri oder California Sushi. Sogar in Tempura gebackene Sushi waren mit dabei. Insgesamt 50 Stück, wobei es 8 verschiedene Sorten waren. Wenn Du also einen Tipp für ein wirklich gutes Japanisches Restaurant in Paraguay suchst, dann frage uns einfach.

Weitere Pläne in der Region

Für den Bereich Encarnación stehen noch Besuche von Hohenau und verschiedenen Museen an. Da wir nicht genau wissen wie das Wetter wird, können wir auch nicht genau sagen, was wir wann besuchen werden. Zudem wir uns noch die Anfahrten organisieren müssen, denn die Colectivos fahren hier nicht so in die umliegenden Gegenden wie in Asuncion.

KW 2018-25 – Eine neue Perspektive

Die leere Altstadt

Am Sonntag war in Paraguay „Dia del Padre„, also Vatertag. Von unserem Gastgeber bin ich in der Küche mit einem großen Strahlen begrüsst worden. „Alles Gute zum Vatertag für Dich und für mich“ hat er mir entgegen geschmettert. Selbstverständlich auf Spanisch, was Sandra und ich inzwischen immer besser verstehen. Das Gefühl für die Sprache kommt mit jedem Tag mehr.

Wir haben uns für den heutigen Tag in der Altstadt mit einem Paar verabredet, welches wir kürzlich kennenlernen durften. In dieser Woche war für uns wieder einmal ein Wohnungswechsel angesagt. Da wir von Asunción nach Encarnación reisen wollten, mussten wir uns also auch noch ein Busticket kaufen. Die Fernbusse sind, im Gegensatz zu den Stadtbussen, nämlich nicht direkt im Bus zu bezahlen. Es ist quasi wie in Deutschland mit der Fernbahn. Das Ticket wird am Schalter gekauft und gilt dann für diese bestimmte Fahrt.

Ein Taxi stand – wie unsichtbar bestellt – bereits vor der Türe parat. Unsere Vermieter haben Besuch bekommen. Wir haben also dieses Taxi belegt und uns zum Terminal de Busses fahren lassen. Ein ganz normaler Busbahnhof, wie ihn die meisten Großstädte auch haben. Die Fahrkarte ist ähnlich groß, wie ein Flugticket, nur nicht ganz so stabil. Sie ist ja auch nicht aus leichtem Karton, sondern aus dünnem Papier. Und man verliert sie besser nicht, denn es gibt nur diese eine. Ob sie irgendwo registriert ist, weiß ich nicht. Könnte schon sein, denn sie wird von einem Computer gedruckt. Interessanterweise wird dann die Sitzplatznummer von Hand auf dem Ticket vermerkt. Manchmal darf man sich wirklich wundern. 

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: es gibt ca. 20 verschiedene Busunternehmen, von denen wenigstens die Hälfte die Verbindung Asunción-Encarnación bedient. Jetzt ist also die Frage, welches Unternehmen wir wählen sollen. Sandra hat sich vorher via Internet das notwendige Wissen über die möglichen Unternehmen angeeignet und die, zeitlich, für uns beste Verbindung heraus gesucht. Da hier in Paraguay sehr vieles, sehr teuer ist, bin ich einfach nach dem Motto verfahren: Wenn das Unternehmen sich vier Schalterplätze leisten kann, dann sind die Busse auch gut.

Der Busbahnhof

Vom Busterminal sind wir dann mit dem nächstbesten Bus in Richtung Altstadt gefahren. Dummerweise haben wir den Bus direkt an der Ampel anhalten wollen, was der Fahrer mit einem leicht grimmigen Gesichtsausdruck quittiert hat. Keine 20 Meter weiter ist doch die Bushaltespur, wo er so oder so angehalten wäre.

Die Fahrt ging weiter und wir waren sehr erstaunt über die fast leeren Straßen. So kannten wir die Stadt bisher noch nicht. Also mit wenigen Autos schon, aber so ganz ohne Autos? Ja, ist auch nicht ganz richtig, aber es fühlte sich so an. Wir konnten auf den Straßen gehen ohne Angst zu haben, dass ein Autofahrer uns anhupt. Habe ich schon erzählt, dass ich über die Hupe in Paraguay noch einen separaten Bericht machen möchte?

Also haben wir uns ein Restaurant gesucht – ja, wirklich gesucht – um etwas zum Mittag zu bekommen. Dies war dann nämlich doch nicht so einfach wie gedacht. An jedem Tag bekommt man an jeder Ecke etwas zu Essen, nur am Vatertag ist fast alles geschlossen. So haben wir also eine große Runde gedreht, um zu sehen, was alles geöffnet hat. Und es war nicht viel. Von den bekannten Burger-Ketten abgesehen, haben wir kaum ein anderes Restaurant gefunden. Also sind wir in ein Burger-Restaurant gegangen, welches keiner der in Europa ansässigen Ketten angehört. Und was soll ich euch sagen, das Essen war sehr gut. 

Der Sonnenuntergang

Unser ursprüngliches Motiv für diesen Ausflug war ja der versprochene Sonnenuntergang am Fluss. Wir hatten uns also mit dem befreundeten Pärchen getroffen, einen Kaffee getrunken und sind zur rechten Zeit herunter zur Costanera, der Uferstraße am Fluss, gegangen. Gemäß unserem Reiseführer wird diese Straße am Sonntag Abend für den Fahrzeugverkehr gesperrt und es gibt einen Haufen Verkaufsstände für alle möglichen Leckereien. Kurz gesagt, die Autos sind noch gefahren und die Leckereien beschränken sich auf Churros und Popcorn. Diese dafür dann alle paar Meter, also verhungern wird man bestimmt nicht, sofern man auf Süßes steht. Aber Fotos, wie sie von anderen Blogs bekannt sind, konnten wir nicht machen. Dafür war es viel zu bewölkt in Argentinien. Argentinien? Ja natürlich. Denn von Asunción aus ist man in nur 30 Minuten Autofahrt in Argentinien. Einmal schnell über den Rio Paraguay, dann links abbiegen und über die Grenze fahren.

Am Dienstag sind wir zum Shopping Mariscal gefahren, da dort ein Wochenmarkt in der Tiefgarage stattfinden sollte. Und tatsächlich, auf dem Parkdeck war ein kleiner, feiner Wochenmarkt mit ca. 50 Ständen, die alles verkauft haben, was benötigt wird. Obst, Gemüse, Fleisch, Backwaren, Medikamente, Getränke, einfach alles. Die Qualität von Obst und Gemüse ist auf diesem Wochenmarkt übrigens sehr viel besser als in den üblichen Supermärkten. Wenn Du also in Paraguay frisches und gutes Obst und Gemüse haben möchtest, dann auf einem Wochenmarkt und nicht im Supermarkt. Das waren wir aus der Schweiz anders gewohnt. Jetzt, da wir es wissen, können wir anders planen.

Cirque du Soleil

Kaum, dass wir aus dem Shoppingcenter heraus gekommen sind, haben wir von der Straße schon laute Musik gehört. Wir haben auf dem Wochenmarkt etwas zu Essen gekauft und wollten dieses dann auch bald verzehren. So sind wir in Richtung der Musik gewandert und haben einen langen roten Teppich gesehen. Einige Menschen standen davor oder darauf und die Musik kam von genau dort. Auf einer Bank waren noch Plätze frei, diese haben wir dann genutzt um zu essen. Wir waren gerade fertig mit essen, als die Musik eine Pause gemacht hat und eine kleine Gruppe Menschen einen Kreis formiert hat. In der Mitte ein Tänzer mit einer Break-Dance Show, die Gruppe war am klatschen. Und dann fing die Musik wieder an. Die kleine Gruppe hat sich neu aufgestellt und fing an zu tanzen. Von den Seiten sind weitere Tänzer hinzugekommen und wir haben eine sehr tolle Choreografie angeschaut. So beschlossen wir noch etwas zu bleiben. Diese Show durften wir etwas später nochmals sehen. Und nach einer gefühlten Ewigkeit ist ein Bus angehalten und ein paar Artisten vom Cirque de Soleil hat auf dem roten Teppich ein paar Kunststücke präsentiert. Wir waren unverhofft in einer Werbeaktion gelandet. Was für ein tolles Erlebnis.

Der Reisetag

Mittwoch war nun endlich unser Reisetag. Wir haben all unsere Dinge in den Koffern und Rucksäcken verstaut, das Zimmer aufgeräumt und unser Geschirr gewaschen. Unsere Gastgeber sind leider bereits am Montag nach Argentinien verschwunden, so dass wir uns nicht einmal mehr verabschieden konnten. Ihr House-Keeper hat uns dann die Last des Schlüssels abgenommen und uns ein Taxi zum Busterminal bestellt. Viel zu früh waren wir um 9 Uhr schon dort. Und der Bus fuhr erst um 12 Uhr. Irgendwer hat vergessen an der Uhr zu drehen. Wir konnten also die Busse beobachten, die dort alle 30 Minuten abfuhren. Fast neue, waren selten, oder deutlich ältere Busse fuhren dort von den 25 Bussteigen ab. Was für ein Bus erwartete uns also?

Mit meiner Theorie, dass ein Busunternehmen mit vier Schalterplätzen auch mehr Geld hat, lag ich absolut richtig. Es kam ein fast neuer Doppelstock Bus mit vier Achsen an den angegebenen Halteplatz. Das Gepäck verstaut und ab in das Oberdeck. Die Plätze 3 und 4 waren unsere. Also direkt vorn an der Scheibe. Zum Glück, und zum Leidwesen von Sandra. Das Fahren in Paraguay macht manchmal durchaus Angst. Zum Beispiel dann, wenn auf der zweistreifigen Straße, bei Tempo 90Km/H, bis auf zwei Meter aufgefahren wird, um dann, mit einem Geschwindigkeitsüberschuss von 5Km/H, am Berg, mit Gegenverkehr in 700 Metern, an einem 21 Meter langen LKW vorbei zu schleichen. Kurz gesagt: wir haben überlebt und die Kamera auch. Nach ziemlich genau 6 Stunden Fahrtzeit sind wir dann in Encarnación angekommen. An Board gab es Verpflegung und einen Kinofilm. Keinen aktuellen, aber einen auf Englisch mit Spanischem Untertitel, ein paar Deutschsprachigen Sätzen und etwas Spanisch, was jeweils in Englisch untertitelt wurde.

Mit dem Taxi wollten wir dann zu unserer neuen Unterkunft fahren. Doof ist, wenn weder Du, noch der Taxifahrer wissen, wie man da hin kommt. Unser Navi wusste es schon, der Taxi Fahrer konnte damit jedoch nichts anfangen. Und auch auf unser Gestikulieren hin, konnten wir ihn nicht zum Weiterfahren überreden. Also habe ich den Host angerufen und den Taxifahrer mit ihm sprechen lassen. Danach ist er dann genau so gefahren, wie das Navi es auch wollte. Da er das Taxameter nicht angeschaltet hatte, war ich schon auf Verhandeln eingestellt. Er hat das Gepäck ausgeladen und nannte einen Preis, der für mich angemessen war. Auch Sandra hat nicht widersprochen, sondern bezahlt.

Enrique, unser neuer Host

Ich habe dann noch eine Nachricht von Enrique bekommen, dass er in 30 Minuten zu Hause sein wird. Seine Eltern würden uns jedoch hineinlassen. Sie sprechen nur kein Englisch, geschweige denn Deutsch. Für uns war das absolut ok, denn wir sind Gast und wollen hier lernen. Also lernen wir auch Spanisch, um die Menschen zu verstehen. Wir sind, wie auch schon zuvor, sehr höflich und freundlich empfangen worden. Uns wurde die Unterkunft gezeigt und wir haben uns sogar schon unterhalten können. Zugegeben, echter Small-Talk umfasst mehr Worte, aber ich denke, dass es darauf nicht ankommt. Wir dürfen die komplette obere Etage für uns beanspruchen. Sogar den Grill dürften wir benutzen, wenn wir wollten.

Ca. drei Stunden später war Enrique dann auch da und hat gefragt, ob alles okay wäre. Dies konnten wir bestätigen und hofften, dass er keine weiteren Fragen mehr stellen würde, denn wir waren müde und wollten nur noch schlafen. Unser gelerntes vom Tag: 30 Minuten können auch mal 3 Stunden sein. Völlig normal in Paraguay.

Am nächsten Tag sind wir zu Fuß in Richtung Supermarkt, um uns mit den Notwendigkeiten des Lebens zu versorgen. Da wir in Asunción gelernt haben, dass es auf Wochenmärkten das bessere Obst und Gemüse gibt, sind wir am Nachmittag noch zum Wochenmarkt gefahren. Und hier ist es wie scheinbar überall in Paraguay, eine Bushaltestelle ist dort, wo Du gerade stehst, beziehungsweise aussteigen möchtest.

Dieser Wochenmarkt war jedoch bei weitem nicht so schön – optisch, wie auch olfaktorisch – und hatte auch nicht die beste Auswahl. Dafür war er sehr günstig. Wir haben Zutaten für eine komplette Mahlzeit für nicht einmal €1.50 gekauft. Im Supermarkt hätten wir mehr bezahlen müssen dafür.

Der Sonnenuntergang

Auf dem Heimweg hatten wir einen brennenden Himmel, alle Hände voll mit Tragetaschen und nur die Telefone zum Fotografieren dabei. Und so haben wir uns dann vorgenommen, dass wir am nächsten Abend zum Fluss gehen und ein paar tolle Fotos machen werden. So war dann der Freitag, mal wieder ein Arbeitstag und am Abend sind wir hinaus, um Fotos und Videos zu machen. Hier eine kleine Auswahl.

KW 2018-24 – Krank im Bett, kein Wochenbericht

So sollte die Überschrift zum Wochenbericht in dieser Woche am Mittwoch noch heißen. Aber fangen wir doch am Wochenende an. Am Samstag habe ich mich vom Einkaufen mehr oder weniger angestrengt zu unserer Unterkunft geschleppt. Sandra hat des öfteren auf mich gewartet. Die meiste Zeit habe ich daher lieber im Liegen verbracht. Am Sonntag ist Sandra dann mit Fieber aufgewacht und da war uns dann klar, diese Woche steht voll und ganz im Rahmen der Regeneration. In diesem Wort steckt dann auch schon das, was gemäß Wetterbericht das hauptsächliche Wetter der gesamten Woche werden sollte. Es war eher durchwachsen und hat sich aus der letzten Woche einfach weiter gezogen. Okay, dachte ich mir, dann fällt diese Woche der Bericht halt einfach ins Wasser.

Unsere Gastgeberin zeigte sich sehr besorgt und war am Montag dann für Sandra zur Farmacia gefahren und hat Medikamente für uns gekauft. Etwas, was das Fieber senkt, ein anderes Mittelchen gegen den Husten und auch beim Schnupfen konnte Sie etwas aus Ihrem Medizinschrank zaubern. Die Paraguayos sind ja so hilfsbereit, dass kenne ich aus Europa nicht.

Am Mittwoch war Sandra dann schon wieder so weit fit, dass wir eine Zeit lang im Garten sitzen konnten, um die plötzlich auftauchende Sonne zu geniessen. Wurde auch mal Zeit. Im Garten der Nachbarn steht ein riesiger Papayabaum und trägt reife, sowie auch neue Früchte in der Spitze. Ich muss ja mal sagen: Papayabäume sind hässlich. Eigentlich genau wie die Frucht auch. Und sie schmeckt auch sehr gewöhnungsbedürftig. Zumindest waren die Exemplare, die wir im Supermarkt erworben hatten, immer sehr speziell. Wer Papaya schon einmal probiert hat, der weiß sicherlich, was ich damit meine.

Sonne macht uns wieder gesund

So haben wir also in der Sonne gesessen und ein paar Vögel dabei beobachten können, wie sie aus dem Papayabaum eine der reifen Papayas „gepflückt“ haben. Es waren mindestens drei kleine Vögel und sie waren deutlich kleiner als die reife Papaya. Das Gezeter der drei war dafür um so größer. Es könnte ja sein, dass einer alleine die riesige Papaya auffrisst. Nicht!

Wann immer die Sonne nicht schien, haben wir uns ein wenig damit beschäftigt, was wir denn nach Paraguay machen möchten. Wir konnten einen Abreisetermin festlegen und haben schon den einen oder anderen Plan für die weitere Reise erarbeitet, aber noch nicht fixiert. Es ist ja auch noch lange hin, bis wir hier weg wollen. Und bis dahin haben wir auch hier noch den einen oder anderen Umzug zu tätigen. Am Abend hatte ich dann einen kleinen Anflug von „Ich bin krank – Männergrippe„. Sandra konnte da zwar nur müde lächeln, denn ich hatte noch kein Fieber und einen Hust-Wettbewerb zwischen uns beiden hätte sie locker gewonnen. Mir war dennoch nicht gut und ich habe in der Nacht auf Donnerstag sagenhafte 10 Stunden geschlafen.

Der Donnerstag war also weiterhin Erholen auf dem Programm. Wir haben genug zu Essen und zu Trinken gehabt, so dass wir tatsächlich nur für die notwendigsten Dinge aufstehen mussten.

Endlich Mercado cuatro (4)

Jetzt, wo wir am Freitag endlich ausgeschlafen und einigermaßen gesund waren; wo es mir (der in Europa erst bei -10°C friert) in einer einfachen Jacke viel zu kalt war; wo Sandra aufgrund der Erkältung so einen Blähbauch hatte, dass ihre Jacke nicht mehr zu ging, haben wir uns ganz früh (gegen 10 Uhr) auf den Weg in Richtung Mercado 4 gemacht. Ein Tipp von unseren Zimmernachbarn sollte uns zu einem Bus führen, der dichter an der Unterkunft ist. Leider entpuppte sich dieser Tipp als suboptimal. Wir hatten wohl eine unterschiedliche Meinung, wo die Straße lang führt, die wir als Tipp bekommen hatten.

Mehrere Colectivos haben wir weiter ziehen lassen, nachdem diese immer wieder sagten, dass sie nicht zum Mercado 4 oder zum Micro-Centro fuhren. So haben wir beschlossen, uns das nächste Taxi anzuhalten, was wir sehen konnten. Gesagt getan, an einem strategisch guten Punkt aufgestellt und frierend gewartet. Endlich, da hinten ist ein Taxi, das halten wir an. „Ja, wenn es nicht wieder vorher abbiegt“ sagte Sandra trocken, das ist uns in der Vergangenheit nämlich öfters passiert. Das Taxi fuhr weiter in unsere Richtung und ich fuchtelte wie wild mit dem ganzen Arm. „Der muss mich doch sehen“, dachte ich so bei mir. Und in letzter Sekunde konnte ich dann sehen, wie der Fahrer ein Zeichen machte. Er musste nur schnell noch einen Kunden abliefern und dann drehen. Ein paar Minuten später steht das Taxi vor uns und ein älterer Mann fragt uns auf bestem Yopará, ob wir ein Taxi per Telefon bestellt haben.

Yopará

Yopará ist eine Mischsprache aus Spanisch und Guaraní, die vor allem in Paraguay gesprochen wird. Sie gehört der Gruppe der Äquatorialen Sprachen und der Sub-Gruppe Tupí-Guaraní an. 
Das Wort „Yopará“ bedeutet schlicht „Gemischtes“ oder „Mischung“.

Verstehst Du den?

Da unser Spanisch eher schleppend besser wird, stand ich nun da wie Ochs vorm Berg und wusste nicht wohin. Sandra hat da wohl mehr verstanden und kurz und knapp mit „¡No!“ geantwortet. Er fing breit an zu grinsen und bat uns herein. Wir möchten zum Mercado 4, haben wir gesagt. Er fragte „¿Perú o Petirossi?“. Neee, hier in Asunción, und das ist auch kein Rennfahrer. Es hat eine Weile gedauert, bis wir verstanden haben, was er von uns wollte. Und es war auch kein „o“ in seiner Frage, sondern ein „y“, was ein riesiger Unterschied ist. Wenn man aber nuschelt, dabei noch schnell redet und der andere noch kein Gehör für das hiesige Sprachmuster hat, dann ist ein O auch mal ein Y, anders gesagt ein „Oder“ auch mal ein „Und“.

Die Fahrt mit dem lieben Kollegen hat ungefähr 20 Minuten gedauert und war sowohl unterhaltsam, als auch lehrreich. Wir wurden darüber aufgeklärt, dass wir doch das „Cel“, also das Mobiltelefon, besser in der Jacke verstecken sollten auf dem Markt. Und er ist die einzelnen Geldscheine mit uns durchgegangen. Hier wird in Guarani gezahlt, bloß nicht in US-Dollar. 

Was wir denn kaufen wollten? – Ein paar Kleider für uns. – Ultimo 100.000, ja nicht mehr. Die ziehen euch über den Tisch. Ihr seht aus wie Americanos, nicht wie Alemanos.

Wie sehen denn Alemanos aus im Vergleich zu Americanos? Den Unterschied kann ich als Deutscher nun wirklich nicht sehen. Dieser Satz erklärt aber auch, weshalb wir so oft gefragt werden, ob wir Americanos seien und immer mit einem breiten Grinsen bedacht werden, wenn wir dies verneinen.

Kurz bevor wir am Ziel waren, hat uns der Fahrer noch gefragt, wie wir wieder zurück kommen. Am einfachsten sei es mit dem Taxi, wir müssten nur sagen, dass wir die Perú runter wollen, dann auf der Artigas weiter bis zur Trinidad und schon sind wir da. „Nur noch da über die Straße, das macht dann 41.000Gs“.

 

Der Markt in bewegten Bildern

Die wenigen Schritte sind wir schnell gegangen, nur um dann auf dem gesamten Markt-Areal insgesamt weit über 10.000 Schritte zu machen. Nach mehr als drei Stunden, inklusive einem kurzen Mittags-Snack an einem kleinen Straßenstand, sind wir vom Mercado 4 in Richtung Micro-Centro, der Altstadt, aufgebrochen. Schaut euch die Bilder an, ich habe die ca. eine Stunde Rohmaterial auf ca. 8:40 Minuten gekürzt.

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